Monate üuet den gesetzlichen Zeitpunkt hin, sodatz ein Notetat in die Erscheinung trat. Man verband schließlich, um wenigstens einigermaßen di- Verhandlungen zu föroern, mit seiner Beratung auch die Erörterung des Bukarester Friedens. In den Debatten über die Friedensschlüsse, insbesondere im Hauptaus- fchutz. war reichlich Kritik vor allem an dem Vrester Frieden geübt worden, mit dem sich zwar schließlich Herr Erzberger noch abfand, indem er ihn als im Rahmen der Friedensrcsolutron des Reichstags liegend anerkannte, für den sich aber, weil ferne Ergebnisse, trotz der unglücklichen, durch Kühlmannsche Staats- kunst verschuldeten Behandlung der est. und lwländischen Los- lösung von Rußland, einer Machtstärkung Deutschlands ähnlich sahen, die Mehrheitssozialisten nicht bis zur Zustimmung erwärmen konnten. Also daß die Beendigung des Kriegszustan- des im Osten unter ihrem schweigenden Protest — sie sagten weder ja noch nein — stattfand. Im Hauptausschuß hatte man bei der Erörterung über den Ukrainesrieden versucht, sich ein besonderes Fest zu bereiten, indem von Erzberger-Rechenberg mit Hilfe von Material der ukrainrschen Rada ein breit angelegter Vorstoß gegen das dortige deutsche Oberkommando, unsere Oberste Heeresleitung und die Reichsregierung gerichtet wurde, welch letztere seit Erzbergers Auseinandersetzung mit dem Kanzler nur sehr bedingt die Sympathien des Butten- Häuser Großmogul« genießt. Die heimlich« Nebenabsicht war, bei der Gelegenheit noch einmal ein ausdrückliches Festlegen der Mehrheit auf den Verzichtstandpunkt zu erreichen. Tie AF sicht mißlang, einmal, weil die innere Entwicklung nach der Seite positiver Kriegszicle im Zentrum wie im Fortschritt schon zu weit vorgeschritten war, zum anderen auch, weil sie zu früh ruchbar wurde. Und die Sache endete mit einigen Unannehmlichkeiten für Herrn Erzberger von Partei und Fraktion wegen. Die Erledigung des Rumänenfriedens vollzog sich dann in ruhigerer Weife, umso mehr, als sich die Parteien der Rechten in der berechtigten Kritik an dem Verzicht auf eine Kriegsentschädigung, an den wirtschaftlichen Schwächen des Vertrages und an der unseren Jnteresicn widerstreitenden Lösung der Dynastiefrage, ziemlich weitgehende Zurückhaltung auferlegten.
Teils parallel, teils zwischendurch liefen die Beratungen der Stcuergesetze im Plenum und Kommissionen, deren Erledigung schließlich in Dauersitzungen erreicht werden mußte. Der Reichstag ließ im großen Ganzen die Entwürfe unverändert, die beabsichtigte Herabsetzung der Weinsteuer von 20 auf 10 Prozent wurde wieder beseitigt; die bedeutendste Veränderung erfuhr das Ilmsatzsteuergesetz, aus dem die Besteuerung der Leistungen herausgenommcn wurde, sodatz die freien Berufe von ihm nicht erfaßt werden. Im übrigen fand merkwürdigerweise auch eine Vesitzsteuer, die Börsensteuer, insofern Gnade vor den Augen der Mehrheit, als sie eine Herabsetzung gegenüber dem Entwurf von 3 auf 2 vom Tausend erfuhr. Für die Kriegszeit soll sie 3. bezw. je nach den Beschlüssen des Bundes, rats 2 oder 4 vom Tausend betragen. Der Sturm der Börse ging also an der „demokratischen" Mehrheit nicht spurlos vorüber. Sahen die Regierungsvorlagen einen Gesamtertrag von 2,8 Milliarden vor, so erhielt der Schatzsekretär schließlich deren mehr als 4. Infolge der selbständigen Hinzufügung der Kriegsabgabe vom Mehrcinkommen und Vermögen durch den Reichs, tag. So wenig gegen eine Erfasiung der Kriegsgewinne auch der physischen Personen einzuwenden ist, so muß diese Art der Regelung doch wegen des damit verbundenen Einbruchs in die Steuerquellen der Bundesstaaten zu schwersten Bedenken Anlaß geben. Bedenken, die noch vermehrt werden durch die von der Schaffung des Reichsfinanzhofs zu erwartende Entwicklung, die in der Richtung der Unitarifterung der Steuergesetzgebung verläuft und die Vorstufe bildet zur Medielisierung der Bundesstaaten auf finanziellem Gebiete, der sich die Nebergrifse des Reichs in ihre Verfastüngsangelegenheiten nach dem Muster der preußischen Wahlreform zugesellen.
Im Rahmen des mit dem Kanzler vereinbarten Novemberprogramms fand die sang- und klanglose Aufhebung des letzten Schutzes Arbeitswilliger vor dem Terrorismus durch Beseitigung des § 15 Z der Gewerbeordnung statt, der weitere Punkt, die Errichtung von Arbeitskammern, blieb im Entwurf, der nicht mehr aus der Kommission an das Plenum gelangte, und über den noch ausführliches zu sprechen sein wird. Auch dir wichtigen bevölkerungspolitischen Gesetze zur Hebung der Ee- burtszrffer gelangten nicht über die Ausschußberatung hrmrus. dasselbe Schicksal teilten das Lichtspicl- und das Schutzhaft- gefetz. ^ 1
.^ichwohl kann dem Reichtag nicht bestatten werden. l 6 „ SKo!talen iEer Tätigkeit eine Fülle an posit,
J" i-? 1 ” tet 5ttt ’ ble fteiIicö uoch ein« llxlentlichen Siel rung fähig gewesen wäre, wenn er wenio« Zeit -nf di- r negative Kritik verwandt hatte. Mit 'der Lwillignng «, Mn be T r ' leucn Kriegskvedite schuf er sich einen gu Abgang, obwohl die Kreditvorlage noch zum äutzcrcn An genommen wurde, uns die Unerfreulichkcitcn der letzten Hau ausfchußdebatten mit den Hertlingschen Erklärungen über S gren zu bescheren. Wenn auch die Sozialdemokratie schließ für die Kredrte eintrat, so doch unter ausdrücklicher Hcrv ^ maßgebenden tauschen Beweggründe, bie i
i*T Politik des 4. August nichts mehr zu tun haben. Die INN Wandlung, die sich m der Sozialdemokratie, die sich freilich .d-rerfelts auch in der Resoluitonsinehrheit vollzogen hat, trat
7- aeU>rS bCS Ke:cr,5ttt « s b-i zahlreichen ( cgcnh,.ten ,n die Erscheinung. Im Zeichen dieser Entw jlungeu wird auch der kommende Tagungsabschnitt stehen
Me Erhöhung der Postgebühr
Die ^ vom Reichstag beschlossene neue Tariferhöhung '«m 1. Oktober in Kraft unk erstreckt sich zunächst auf Bric fitts: uud Nachbarottsverkehr. Während bischer diese ' l l * uU einem Gewicht von 250 Gramm 7^ Psg. kosteten, ln m- ^'Eunft das Porto für Briefe bis zu 20 Gram! * . Psg. und für Briese über 20 bis 250 Gramm auf 1Z hierdurch wird auch der Zustand beseitigt, daß bei einem G -orm Uber 100 bis 250 Gramm die Versenkung einer Dru '* verschlossenem Brief sich billiger stellt als die offen
fördcrung gegen Drucksache ngedühr. Auch bas Porto für Postkarten tm Fernverkehr erfährt eine Erhöhung. un>d zwar auf 10 Pfg.; die Postkarte ju7H Psg. bleibt also nur für den Ortsund Rachbarortsverkehr bestehen. Ferner haben die Gebühren für Pakete etne abermalige Erhöhung erfahren. Pakete bis zum Gewicht von 5 Kilogramm kosteten bisher in der 1. Zone (75 Kilometer) 30 Psg., die kosten in Zukunft 40 Psg. Für weitere Entfernungen erhöht sich das Porto von 60 auf 75 Pfg. Bet einem Gewicht über 5 Kilogramm steigt das Porto tn der 1. Zone bei Sendungen bis zu 6 Kilogramm von 40 auf 60 Pfg.; für jedes weitere Kilogramm tritt ein Zuschlag von 5 Pfg hinzu. Auf weitere Entfernungen erhöht sich in jeder Zone das bisherige Porte um 30 Psg., wobet für jedes Kilogramm über 6 Kilogramm ein Zuschlag je nach der Zone von 10 bis 50 Pfg. erhoben wird. Es kostet mithin beispielsweise ein Paket innerhalb der 6. Zone (über 1125 Kilometer) im Gewicht von 7 Kilogramm 2 Mark Auch die Drucksachen erfahren diesmal eine Portoerhöhung. Cie kosten in Zukunft bis 50 Gramm 5 Pfg., über 50 bis 100 Gramen 7Yi Pfg., über 100 bis 250 Gramm 15 Pfg., über 250 bis 500 Gramm 25 Psg., über 500 bis 1000 Gramm 35 Pfg. Geschästspapiere tragen in Zukunft bis 250 Gramm ein Porto von 15 Pfg., über 250 bis 500 Gramm 25 Pfg., über 500 bis 1000 Gramm 35 Pfg. Bei Warenproben im Gewicht bis 100 Gramm tritt keine Veränderung ein, dagegen erhöht sich für Sendungen über 100 bis 250 Gramm das Porto auf 15 Psg., über 250 bis 500 Gramm auf 25 Pfg. Auch für die Postanweisungen werden die Gebühren erhöht. Es kostet in Zukunft eine Postanweisung bis zu 5 Mark 15 Pfg., über 5 bis 100 Mark 25 Pfg., darüber hinaus erhöhen sich die bisherigen Sätze um je 10 Pfg. Ebenso hat der Telegrammverkehr erhöhte Abgaben zu tragen. Im Stadtverkehr kostet in Zukunft ein Telegramm bis zu 5 Morten 45 Pfg., für jedes weitere Wort bis zu 10 Worten erhöht sich die Gebühr um 5 Pfg., darüber hinaus um 3 Pfg. unter Abrundung des Gesamtbetrags auf den nächsten durch 5 teilbaren Pfennigbetrag nach oben. Im Fernsprechverkehr sind die seit dem Jahre 1916 um 10 v. H. erhöhten .Gebühren abermals um 10 v. H. heraufgesetzt.
Erhöhung der Zuckerrutiou.
Berlin, 17. Juli. (WB.) Durch den Erwerb von Zucker in der Ukraine, von dem eine gewisie Menge in Deutschland bereits eingetroffen ist, wird es möglich, nicht nur die Süßigkeits- industrie in dem zu Anfang des Wirtschaftsjahres vorgesehenen Umfang weiter mit Zucker zu beliefern, sondern auch die bisher aufgeteilte Einmachzuckermenge von 600 000 Doppelzentner aus die vorjährige Menge von 900 000 Doppelzentner zu erhöhen und außerdem eine Menge von 156 000 Doppelzentner den Bundesregierungen für besondere Zwecke (Ausgleich von Harten, Versorgung von Krankenanstalten, gegebenenfalls auch zum Ersatz für die ausfallende Brotmenge) zuzuteilen. Die Reichs- zuckerstelle wird die Bezugsscheine sofort nach Beendigung der Verte ilungsarbetten herausgeben. Durch diese Sonderzuteilungen erledigt sich auch die vielfach aufgeworfene Frage, was mit dem Ukrainezucker wird. Es ist bei dem gesamten Stand der Ernährungs- und Zuckerwirtschaft ausgeschlossen, diesen Zucker in den freien Verkehr zu bringen, weil die öffentliche Zuckerwirt- schaff ihn nicht entbehren kann. Er ist, wie der inländische Zucker, der Reichszuckerstelle für ihre Verteilungszwccke zur Der- fügung gestellt worden. Eine gewisse Schwierigkeit macht dabei di« Aufbringung der sehr hohen Kosten des Ukrainezuckers. Um nicht den allgemeinen Verbrauch der Bevölkerung damit zu belasten, werden von bestimmten Gruppen von Zuckerempfängern, in erster Linie von der Süßigkeitsindustrie, erhebliche Zuschläge erhoben.
Wer die Sprache unserer Zwangswirischaftsverbände kennt, wird aus den obigen Auslastungen ersehen, daß es mit dem für die ausfallende Drotmenge als Ersatz dienen sollenden Zucker Essig ist.
Mit Kitierkeit
werden die Brotester eine Notiz in den Zeitungen gelesen haben, wonach auch im neuen Wirtschaftsjahr eine Streckung des Brotes bis zur Höhe von 20 Prozent Kartoffelfabrikate vorgesehen ist. Es folFt dann das übliche Gewäsche für die» jenigen, die so etwas glauben, daß das auf diese Weise gestreckte K-Brot gerade so nahrhaft und bekömmlich sei, wie das reine Brot und derartiges mehr. Begründet wird diese Maßnahme, w.p. folgt:
„Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, haben wir auf eine gute Kartoffelernte zu rechnen. Die Anbauprämien haben die Wirkung gehabt, daß sich die Anbaufläche gegenüber dem Vorjahre vergrößert hat. Es ist also zu hoffen, daß uns der Herbst eine ähnlich gute Kartoffelernte bringen wird wie im Vorjahre. Dagegen ist beim Brotgetreide vorerst jedenfalls nur mit einer Mittelernte zu rechnen, da die Niederschläge der letzten Wochen den ungünstigen Einfluß der voraufgegangenen Trockenheit nur teilweise ausgeglichen zu haben scheinen. Unter diesen Umstän- den muß schon jetzt Vorsorge getroffen werden, daß ausreichende Vrotstreckungsmittel vorhanden stnd, damit nicht, wie in diesem Jahr, in den letzten Monaten vor der neuen Ernte eine Herabsetzung der Vrotrafton notwendig wird."
Diese Ausführungen sind nicht richtig. Erstens können wir jetzt noch gar nicht sagen, ob wir eine gute Kartoffelernte kriegen werden, jedenfalls steht so viel fest, daß sie an die vorjhrige nicht heranreichen wird. Dagegen ist siche r, daß wir eine bessere Getreideernte wie im Vorjahre haben werden, wir glauben nicht zuviel zu sagen, wenn wir sie auf ein Viertel mehr anschlagen. Jedenfalls hat unter diesen Verhältnisten die Bevölkerung ein Recht, ein Brot zu verlangen, das auch nur einigermaßen diesen Namen verdient. Wir bestreiten auch keineswegs, daß ein Zusatz von getrockneten Kartoffelfabrikaten die Güte des Brotes nicht allzusehr beeinflußt, aber die Menge des Zusatzes muß ihre Grenzen haben. Als zu Kriegsbeginn das Backen von K-Vrot sich als notwendig erwies, da war dieses Brot geniefchar. Inzwischen aber ist der Wucherteufel in den deutschen Landen mächtig geworden und ein Jeder huldigt
[ nur den Verdiensttrieb. Wir wollen nichÄ untersuchen, tu* da. ran die Schuld trägt, Tatsache ist, daß die Bev^lerung der Rhein, und Maingegend — anderswo kennen wir die Verhält, niste nicht, sie werden aber nicht bester sein! — cm gerade scheußliches Gebäck als tägliches Brot vorgesetzt bekommt. Ti» Zeug, das man eher als Kleister denn als Nahrungsmittel be, nutzen könnte. Man hat seither geschwiegen. denn man wußte, daß wir knapp daran waren. Nun wir aber eine bestere Ern?« in Aussicht haben, hat doch das deutsche Volk einen Anspruch darauf, daß die Behörde darauf sicht, daß auch wirklich Vror geliefert wird. Der Deutsche hat ja allmählig auf alles ver- zichten gelernt, was auf's Brot geschmiert wird, möge man wenigstens dafür sorgen, daß das Brot selbst zu csten ist. Möge wenigstens bei unserem Brot im kommenden Erntejahr der Set nicht zutresfeck: Lerne essen ohne zu klagen!
Ans der Heimat.
Druckfehler. In der gestrigen Nachschrift zu dein Aufsatz: „Ist ein Abbau unserer Zwangswirtschaft möglich", befindet sich ein Druckfehler. Es soll nicht heißen: Der
Unsinn der Neu-Verteilungs-Politik, sondern „der U n > sinn der „Nur"-Verteilungs- Politik".
Dorheim. Die Eheleute Jakob W a r b u s feiern heute das Fest goldenen Hochzeit. Herzlichen Glückwunsch!
FC. Aus Lberhesten, 17. Juli. Ein acht Jahre alter Junge schoß mit einem Holzbügel dem vierjährigen Söhnchen des Fr. Dahmcr in Hopfgarten einen Dorn ins Auge. Der Dorn stak drei Zentimeter tief im Auge> das in der Gießener Klinik herausgenommen werden mußte. — Beim Spielen auf den Eisenbahnschienen wurde das zweijährige Söhnchen des Karl Wink in Hutzdorf von einem Zuge überrascht. Die Maschine schleuderte den Jungen weit ins Feld. Als man das Kind aufhob, ergab sich, daß es außer kleinen Hautverletzungen keinerlei Schaden davongetragen hatte.
Taunus, 16. Juli. Die wiederholt vorgekommenen Diebstähle in der jüngsten Zeit, so besonders in Kelkheim, Hornar und Neuenhain scheinen von denselben Dieben ausgeführt worden zu sein. In Neuenhain wurden vorzugsweise Ziegen, in Hornau Federvieh und in Kelkheim Schweine gestohlen. In verflostener Woche wurde aus dem Anwesen des I. Müller und F. Kunz in Kelkheim je ein Einlegeschwein und mehrere Hüh. ner gestohlen und abgeschlachtet.
Aus Rheinhessen.
Mainz, 16. Juki. Rund 500 Kinde: aus der hiesigen Stadt und den Vororten sind in diesem Sommer zu längerem Aufenthalt in Landgemeinden untergebracht worden. Eine beschränkte Anzahl Kinder wird für die Dauer der jetzt beginnenden vierwöchigen Sommerferren noch in den nächsten Tagen aufs Land gebracht werden. Seitens des hessischen Ministeriums ist rn dankenswerter Weise alles geschehen, um durch besondere Zuweisung von Lebensmitteln den Landleuten die Aufnahme der Stadtkinder zu erleichtern.
FC. Mainz-Kosthejm, 17. Juli. Mit ihrer Mutter ging das sechsjährige Töchterchen des Georg Diehl zum Eänfetreiben nach dem Floßhafen. Die Mutier setzte sich oben auf den Weg. da« Kind auf ein Floß. Hierbei fiel es ins Master und ertrank. Ein Junge holte dos Kind aus dem Master, doch waren die angestellten Wiederbelebungsversuche ohne Erfolg.
FC. Ober-Ingelheim. 17. Juli. Ohne Unterschied der' Weinberglage werden jetzt schon für die im Herbst zu erntenden Trauben Weißtrauben pro Pfund 3.50 Mk. geboten, was einem Mostpreis von 10 500 Mk. (pro Stück - 1200 Liter) entspricht.
FC. Hochheim. 17. Juli. Unter Mitnahme von 500 Mark aus der elterlichen Wohnung ist hier ein lljähriger Bursche verschwunden.
FC. Worms, 17. Juli. Nächtlicherweile wurden einem Landwirt, in Weingarten in der benachbarten Pfalz, zwei Kühe derart gestochen, daß sie geschlachtet werden mußten. Das Fleisch konnte nicht verwertet werdem
Aus Nheinhesten, 16. Juli. Ein Vaümöesitzer zu Buchen» heim hatte 2 prächtig behängen« Kirschbäume, von denen er sich, da er nur gegen die höchsten Preise absetzen wollte, ein schönem Stück Geld versprach. Um vor Dieben sicher zu sein, legte er sich jede Nacht unter die Bäume. Nur einmal tat er dies nicht, und siehe, gerade da kamen die Diebe. Am nächsten Tage standen beide Bäume völlig leer da.
FC. Bierstadt, 17. Juli. Beim Kartoffelstehlen wurde hier eine Person abgefaßt, die nicht aus Hunger, sondern aus Sucht zu rauchen, den Acker geplündert hatte. Die Kartoffeln sollten aus Tauschobjekt für Zigaretten nach Wiesbaden wandern.
FC. Wiesbaden, 16. Juli. Nach kurzem schweren Leiden verstarb im hiesigen Krankenhaus, die hier zu Besuch weilende Hofschauspielerin Elftiede Bayrhammer. Die Künstlerin die aus Mainz stammt und fünf Jahre lang der hiesigen Bühne angehörte, wirkte längere Zeit in Kastsl. Frankfurt, Gießen, Mainz usw. — Auf dem BahnHof Ehausteehaus risten sich beim rangieren heute Nachmittag drei Wagen los, die nach der Station Dotzheim zurück liefen, und dort entgleisten. Die Bvemserin, Lftau Brühl aus Biebrich-Ost. der es nicht gelang die abrollenden Wagen zu bremsen, fand hierbei den Tod.
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Offene Stellen:
3 Knechte, 6 Tagelöhner, 1 Knechtefamilie, 1 Arbeiterfamilie,
1 Schmied. Schloster, Dreher, Gießer, 1 Wärter, 3 Straßenwälter, mehrere Fabrikarbeiter und -Arbeiterinnen. 7 Dienstmägde. 16 Hausmädchen. 2 Monatsmädchen, 1 Melkerin. 1 Flickerin, 1 Lehrmädchen, 1 Bäcker. /
Etellensuchende:
Mehrere Melkerfamiiien und ledige Melker, 17jährige Schüler für Landwirtjchast, 1 Büroftäuletn, 1 Wirtschaftenil,
1 Haushälterin für Landwirtschaft.
Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e l. Friedberg; für den Anzeigenteil: R. H e v n e r/ Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung*,' A. G., Friedberg i. H,


