Ausgabe 
11.7.1918
 
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11. Jahrgang.

Muriner 160_ Dormerstckg» den 11 Juli 1918

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Die Ktthlmnnnkrrje. Terlangriffe im Westen. Rücknahme der albanischen Südfront.

15000 Tonnen versenkt.

Der deutsche General stab g - meldet: - - "

W. T. B. Großes Httttptgttar-iep, den 10. Juli. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Ruppre'cht.

Im Kemmelgebiet, an der Lys und Somme lebte die Gefeck«tstätigkeit in den Abendstunden auf. Nächtliche Er- kundungsvorstöße des Feindes.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Der Franzose setzte seine heftigen Teilangriffe fort. Südwestlich von Noyon und südlich der Aisne stieß er mehr­fach mit starken Kräften vor und setzte sich in den Gehöften Porte und des Loges westlich von Antheuil sowie in alte" französischen Gräben nördlich von Longpont fest. In den anschließenden Abschnitten wurde er durch Feuer ange­wiesen. Bei örtlichem erfolgreichem Vorstoß westlich von Chateau Thierry machten wir Gefangene. Rege Er- kimdungstätigkeit des Feindes beiderseits von Reims.

Heeresgruppe Herzog Alb recht.

8m Sundgau brachten Stoßtrupps aus französischen Amben nördlich von Largihcn Gefangene zurück.

Der Erste Gencralquartiermeister: Ludendorff.

Abendberk chl.

Berlin, 10. Juli, abends. (WB. Amtlich.) Don den Karnpftronten nichts Neues.

Der österreichische Generalstab I - meldet: --'

Wien, 10. Juli. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Fm Breutatale schlugen unsere Sicherungstruppen einen italienischen Vorstoß ab. Unsere albanische Südfront wurde vor dem Druck starker feindlicher Kräfte über die Linie BeratFjeri zurückgenommen. Die Gefechtsbe- rührung war seit gestern früh nur sehr locker.

Der Chcs des Gencralstabcs.

15090 Tonnen versenkt.

Berlin, 9. Juli. (WB. Anrtlich.) Bon unseren U-Vooten wurden im Mittelmeer versenkt: 5 Dampfer und 1 Segler von tunb 15 000 Bruttoregistertonnen.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

*

Berlin, y Juli. (WB.) Der U-Bootkrieg verminderte abermals die Ausbeute der englischen Fischereien ganz beträcht­lich. 1913 wurden an den Küsten von England, Schottland und Males 23,4 Millionen Zentner Fische gefangen, 1915 dagegen nur noch 8 Millionen. In den letzten beiden Jahren war das Ergebnis noch geringer. An Heringen wurden 1913 11,8 Mil- lionen Zentner gefangen, 1916 dagegen nur 1,5 Millionen Ztr., also nur ein Achtel des normalen Friedensjahres.

Bafel, 10. Juli. Nach einer Pariser Havasmeldung ist der PotrouillendampferMarie Friedcrick" am 16. Juni im Mittel- moer auf eine Mine gestoßen. Der Kommandant und 10 Leute sind ertrunken.

Der ^nflangriff auf englische H-Daote.

Haag, 10. Juli. Reuter meldet aus London: Die Admi­ralität teilt mit, daß ein englisches U-Boot an der Ostküste Eng­lands während einer Patrcuillenfahrt von fünf feindlichen Ma­rinefliegern mit Bomben und Maschinengewehren angegriffen wurde. Ein Offizier und fünf Mann wurden getötet, das U- Boot. das nur leicht beschädigt würde, wutzde von einem ande­ren U-Boot nac^ dem Hafen geschleppt.

Türkei.

Das Programm des neuen Sultans. ?

Konstantinopel, 7. IM. (WB.) In dem Schreiben, in He« der Sultan das Kabinett Talaal bestätigt, betont er seine

Absicht, treu an der Verfassung festzuhalten, sowie die Notwen­digkeit, zu einer glücklichen Beendigung des Krieges alle Kräfte zusammenzufassen und die Ordnung im Lande aufrecht zu er. halten. Die Teuerung müsse energisch bekämpft werden. Po­litische Verbrecher, die Reue zeigten, und leichte Verbrecher, die drei Viertel ihrer Strafe verbüßt haben sollen begnadigt wer­den. Ter Belagerungszustand solle nur in den Militärzonen bestehen bleiben. Die Strafprozesse sollen an die gewöhnlichen Gerichte verwiesen werden. Die Verbesserung der wirtschaft­lichen Lage soll durch eine Steigerung der Produktion herbeige­führt werden. Ueber die äußere Politik sagt das Schreiben, daß es dem wohlverstandenen Interesse des Landes entspreche, in voller Uebereinstimmung zu den Mittelmächten und Bulga­rien zu bleiben. Es sei daher das Ziel des Sultans, die Dünd- nisbande zwischen der Türkei und diesen Staaten noch mehr zu festigen Zum Schlüsse wird die Hoffnung auf baldige sieg­reiche Beendigung des Krieges ausgesprochen und Heer und Flotte zu weiterem tapferen Kampf aufgesordert.

Rußland.

Der allrussische Sowjetkongretz.

Moskau, 7. Juli. (WV.) Die allrussische Versammlung der Sowjets wurde am 5. Juli eröffnet. Es waren über 800 Abgeordnete anwesend, davon 450 Bolschewik: und 300 linke Sozialrevolutionäre. Trotzkij eröffnete die Sitzung mit einer Rede über die Notwendigkeit einer großen starken Roten Armee und betonte, daß man im Zeichen der allgemeinen Wehrpflicht stehe.

In Petersburg wurde die Kriegszensur eingesührt. Kämpfe mit den Tfchecho-Slowaken mlt Tatarei, und Kosakeu.

Moskau, 7. Juli. (WB.) Die Presse meldet: Bei Syfran wurden die Tschecho-Slowaken 50 Kilometer zurückgeworfen, ebenso auf der Front PensaSyfran 20 Kilometer. In Da­gestan bei Kikdamir wird zwischen den Rätetruppen und Ar. meniern einerseits und den Tataren andererseits heftig ge­kämpft. Die Rätetruppen gehen siegreich vor. Ein Kosaken­angriff westlich Oralst wurde abgervlesen.

Eine tschechische Abteilung bei Shadrinst wurde zum Rück­züge'auf die Stadt gezwungen. Die Besetzung von Slatust, Mijas und Berbjausch durch die Tschechen bestätigt sich. In Simbirsk erfolgten Massenverhaftungen von Gegenreoolutio- nären, hauptsächlich Offizieren und Studenten.

Die französische Vertretung in Wologda soll Tschitscherin mitgeteilt haben, daß die auf dem Jaroslawer Bahnhof in Mos­kau als Gegenrevolutionäre verhafteten Tschechen und Polen für die französische Armee bestimmt gewesen sein.

Dir Tschechen in Wladiwostok.

Amsterdam, 9. Juli. (WB.) DieTimes" meldet aus Tokio: Oberst Wladimir Hurbein vom tschechischen National-

ral ist nach Amerika abgereist. Ueber die Ereignisse in Wladi­wostok teilte er noch mit, daß das militärische Zentrum der Bc-lschewiki in einem von den deutschem, und österreichisch-unga­rischen Kriegsgefangenen besetzten und befestigten Hause sei. Am 20. Juni griffen die Tschechen dieses Haus mit Handgranaten an. Dabei wurden 29 Tschechen getötet

Archangelsk.

Mokau. 10. IM. (WB.) Die Presse meldet: Am 28.

Juni landeten im Hafen von Archangelsk etwa 10 000 Serben und Franzosen. Der kommandierende General erklärte, er wolle Stadt und Land vor einem Ueberfall durch deutsche Kriegsgefangene schützen.

In einer Bekanntmachung der Regierung wird der Auf­stand der linken Sozialrevolutionäre als niedergeschlagen be. zeichnet. Die Stadt zeigt wieder das gewöhnliche Bild. Etwa 1000 Verhaftungen sollen vor genommen worden sein. Der Eisen­bahnverkehr ist vorläufig unterbrochen. In der Richtung Je- katerinenburg-Tscheljabinst rücken die Rätetruppen gegen die Tschechen und Kosaken siegreich vor, ebenso in der Richtung auf Tobolst. Im Knbangebiet find die Stationen Welika-Kajaf- hefiaja und Torgewaja von Kosaken besetzt.

Die Bekämpfung der Sozialrevolutionäre.

Basel, 10. J-uli. Wie Havas aus Moskau meldet, stimmte der Sowjet von Moskau für die Ausstoßung aller Reichssozial- revolutionäre und beschloß, daß kein Sozialist als Beamter in den Organen des Sowjets verwendet werden dürfe.

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Kopenhagen, 9. Juli. (WB.sElstrabladt" meldet aus Kristiania: Zwischen dem norwegischen imd dem russischen Le­

bensmittelminister hat die Verhandlung über den russisch-nor­wegischen Warenaustausch begonnen.

Moskau, 7. Juli. (WV.) Auf der Station Simonewo der Moskau-Kafan-Vahn wurden durch einen großen Brand Le­bensmittel, Baumwolle und Petroleum im Werte von über 18 Millionen Rubel vernichtet.

Ein jliMÜches Eeichvadkr nach Windiwustalr.

Wien, 10. Juli. DemNeuen Wiener Abendblatt" wird aus Genf telegraphiert: Nach einer Herolddepesche

aus Tokio vom 8. Juli ist aus Nagasaki ein japanisches Ge­schwader von drei Linienschiffen und fünf Kreuzern nach Wladiwostok ausgelaufen.

Wichen Japan nnd Amerika.

Kopenhagen, 9. Juli. Der Gegensatz zwischen Ameriks und Japan in der Frage der Intervention in Sibirien wird durch die japanische Forderung beleuchtet, daß Trup­pen der Ententemächte und amerikanische Streitkräfte cm der Expedition teilnehinen sollen und zwar unter japani­schem Oberbefehl. Japan will in der Lage sein, zu er­klären, es habe sich nicht eigenmächtig in die inneren Ange­legenheiten Sibiriens eingemischt. Amerikanischerseits ist man der Ansicht, die nach Sibirien zu enffendenden Trup­pen sollten nicht unter japanischem Oberbefehl stehen und nicht aktiv teilnehmen, sondern eine Stütze zur Schaffung der national-russischen Armee bilden. Die Amerikaner würden also gegebenenfalls einen Rückhalt für die Vertei­digung des russischen Bodens gegen die Japener bilden.

Stockholm, 8. Jirli. Der PetersburgerGolos" teilt mit, daß Admiral Kato sich an seine Regierung mit dem Ersuchen um neue Streitkräfte zur Ergänzung der nach Wladiwostok verlegten amerikanischen Truppen gewandt habe. Die Antwort sei bisher noch nicht eingetroffen.

Graf Mirbachs lebte Fahrt.

Die Leiche des Grafen Mirbach, die von Moskau nach Deutschland überführt wird, ist, denBerl. Neueste,» Nachrichten" zufolge, bereits unterwegs und dürfte heute in Berlin eintresfen. Tie Beisetzung wird auf dem Stammschloß der gräflichen Familie im Rheinland statt- finden.

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Trauerfeier in Maskair.

Moskau, 10. Juli. (WB.) Am Montag nachmittag hat im Hause der deutschen diplomatischen Vertretung eine Trauer­feier am Sarge des Gesandten Grafen Mirbach stattgefuw» den. Rach einem von Dekan Selinsky gelesenen Requiem spra­chen der kaiserliche Geschäftsträger Wirklicher Legationsritt Nieder, ferner der dein Hauptausschusse für Gefangene beig^. oidnete Pfarrer Hunzinger von der Michaelisgemeinde in Ham­burg und der türkische Gesandte Eahlib Kemali Bey Worte de* Abschieds. Abends wurde die Leiche auf den Alexanderbahn­hof übergeführt, um nach Deutschland gebracht zu werden. Mit­glieder des deutschen Ausschusses und der in Moskau tätigen Ausschüsse folgten dem blumengeschmücktcn Wagen. Auf dem Vahnhof erschien der Volksbeauftragte fiir auswärtige Ange­legenheiten Tschitscherin, um nochmals die tiefe Teilnahme der russischen Bundesrepublik zu Tode des edlen Mannes auszu­sprechen, der für die Sache des Friedens gestorben sei.

AenWands Geldaniprüche an Rußland.

DerVoss. Ztg." zufolge meldet das russische Blatt Nasche Slowo", daß am 2. Juli beim Kommissariat siir Handel und Industrie in Moskau eine Sitzung der Haupt- liquidiernngskommission des Brester Vertrages stattgeftm- den hat, bei der die Frage des Ersatzes der Kriegsschäden beurteilt wurde, die Deuffchland in diesem Krieg erlitten hat. Die allgemeine Summe der öffentlich-rechtlichen und privatrechtlrchen Anspriiche, die Deuffchland von Rußland erhalten soll, beträgt nach den Feststellung!: der Moskauer Konlmission sieben Milliarden Rubel, wobet Deuffchland, das starken Bedarf in ruffifchen Rubeln hat, darauf bestand, daß diese Ansprüche in allernächster Zukunjt liquidiert werden müssen.

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