Wem nie durch Fiede Leid geschah.
Roma« von C o u r t h s - M a h I e r.
^ Nachdruck verboten.
"AH ^ es voraus, mein Junge, daß du auf eine Verlängerung deines Urlaubs nicht rechnen durftest. Unter uns
in Oesterreich macht man mobil in aller Stille. Und was das für Deutschland heißen will als Verbündeten Oesterreichs — das wirst *m als Offizier wissen."
„Du denkst an einen Krieg, Onkel Rudolf?*
,»3ch sehe voraus, daß man uns zu einem solchen zwingen wird. Deshalb sage ich dir — sei auf alles gefaßt und vorbereitet."
Infolge dieser Unterredung hatte Graf Joachim mit sehr gemischten Empfindungen von seiner Braut Abschied genommen.
Ursula war ahnungslos, weshalb ihr Verlobter beim Ab- fchred so ernst war. Wieder und wieder umfaßte er seine junge Braut und küßte sie so heiß und innig, daß sie erschauerte und Mlt grogen, bangen Augen zu ihm aufsah.
„Wird dir der Abschied so schwer. Joachim? Wir sehen uns doch bald wieder. Ich komme im November mit Mamma nach Verlm um Weihnachtseinläufe zu machen. Und Weihnacht erhältst du doch sicher Urlaubs
Er atmete tief auf.
..Ja, mein Urselchen. daran wollen wir glauben. Aber ich lasse dich jetzt — gerade jetzt — mit schwerem Herzen zurück."
Ste schmiegte sich an ihn.
„Dein böser Oberst hätte dir auch noch einige Wochen Urlaub gewähren können."
Cr strich ihr zärtlich das blonde Kraushaar aus der Stirn und küßte sie.
..Ja — der böse Oberst," sagte er.
Frau von Frankenau hatte bestimmt, daß das junge Paar im nächsten Fvühjahr Hochzeit halten sollte. Sie konnte nicht wissen. boß das Schicksal vorhatte, dasselbe auf eine längere Wartezeit zu setzen.
Mit Christa Hellmut hatte Graf Rudolf auch noch eine kurze Unterredung gehabt. Er hatte sie gebeten, ihm Nachricht SU geben, wann sie ihre Mission erfüllt hätte, und wie sich alles fügen wurde. Er gab ihr auf alle Fälle seine Adresse in Wien.
, Und nun waren die beiden Grasen abgereist. Christa nahm ihr gewohntes Tagwerk wieder auf. Solange Graf Steinau dagewesen war, hatte sie viel freie Zeit gehabt, weil dieser Herr von Birkenheim oft Gesellschaft geleistet hatte.
4*™ muh ich Sie wieder mehr in Anspruch nehmen, Fräulein Hellmut, sagte Herr von Birkenheim zu ihr.
Christa lächelte.
f
Statt Harten,
Ihre am 30. Juni 1918 atattgehabt«
Vermählung
beehren sich anzuzeigen
Walter Kipping Emilie Kipping
geb. Wörner.
Hof-Dauernheirn, Im Juli 1618 .
Bekanntmachung.
n Hen L-sigen Kol-mialwareng-schäft-n ist gegen Abschnitt „Kaffee-Ersatz* der letzten Brotkatte
. ., X U Pfund Kaffee-Ersatz
zu beziehen. v
Friedberg, den 9. Juli 1918.
Der stellvertretende Bürgermeister
(ftädt. Lebensmittel-Ausschuß)
. ___ 2. A.: Langsdorf.
Schlafzimmer, Speisezimmer,
HiichSü stehen zum Verkauf.
G. M* ißlifl, Friedberg,
Kaiserstrasse 87, alte Post.
> „Sie brauchen das rrichss einem fo Hebauernibe» To« za ßayeri. Herr von Birkenheim. Ich vt» dessen sehr froh, devu wenn Sie meiner Dienste nicht bedürfen, komme ich mir sehr Überflüssig hier vor und MH nicht, was ich mit memsk ftöien Zeit anfangen soll*
„Darm brauche ich mir also keine Vorwürfe zu machen, ßaß ich Sie wieder den ganzen Tag in Anspruch nehme?*
„Nein, das brauchen Sie sicher nicht."
So las Christa dem Gutsherrn am Vormittag wieder vor und schrieb darauf Briefe für ihn. Nach Tisch, während Herr von Birkenheim Mittagsruhe hielt, ging sie in den Park. Dort saß sie jetzt oft lange in dem kleinen Pavillon und sah in Gedanken verloren vor sich hin. In ihren Träumen spielte Hans Ullrich von Frankenau eine große Nolle. Aber heute Imchte sie nur an das. was sie nach Birkenheim geführt hatte — an die Erfüllung ihrer Mission Und sie ftagte sich, was dann weichen sollte, wenn sie ihre Mission erfüllt hatte.
Aber den Gedanken schob sie schnell wiekwr von sich.
Zur Teezeit kehrte sie ins Haus zurück. Nachdem sie mit den Herrschaften den Tee eingenommen hatte, bat sie Herr von Birkenheim aus der Bibliothek ein bestimmtes Buch zu holen und ihm dann in sein Arbeitszimmer zu geben.
Christa tat, wie ihr geheißen wurde. Als sie in der Bibliothek nach dem Buch suchte, trat dort die Baronin ein.
„Nun. Fräulein Hellmut. jetzt werden Sie bald mehr Gelegenheit habe,:, mit meiner Tochter allein zu sein. Und ich hoffe, es ergibt sich nun bald eine Gelegenheit für Sie, mit ihm über die Angelegenheit zu sprechen, auf die ich Sie aufmerksam machte"
Christa wußte sofort, was sie meinte.
„Frau Baronin meinen Sie die Angelegenheit mit dem Testament?"
„Ja, Fräulein Hellmut. Es liegt mir doch sehr am Her. zen, daß es bald geschieht. Meines Dankes sollen Sie sicher sein. Ich würde es an einer entsprechenden Belohnung nicht fehlen lassen."
Christa stieg das Blut zu Kopfe.
».Ich habe jetzt fast nie ungestört mit Herrn von Birkenheim sprechen können. Graf Steinau war viel bei ihm."
Die Baronin nickte hastig.
„Ja, ja, Graf Steinau pflegt immer da zu fein, wo man ihn nicht brauchen kann," entfuhr es ihren Lippen.
Christa preßte die Lippen zusammen, damit ihr kein unbedachtes Wort der Entgegnung entfuhr. Dann sagte sie, so ruhig sie konnte:
„Es wird sich nun eine Gelegenheit finden — wenn ich nur besttmmt weiß, daß ich nicht gestört werde."
Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß mein guter, braver Mann, unser treubesorgter Vater, mein lieber Sohn, unser Bruder, Schwager und Neffe
Wilhelm Lind
Landsturmmamr
nach 3 jähriger tteuer Pflichterfüllung im Alter von 42 Jahren an den Folgen emer schweren Krankheit, von der er während seines Urlaubs befallen wurde, im Friedberger Bürger-Hospttal plötzlich verstorben ist. *
Wölfersheim, den 8. Juli 1918.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen t
Luise Lind geb. Bauer und Kinder.
Die Beerdigung findet Donnerstag.d. 11. Juli, nachm. 2'/ 2 Uhr ln Wölfersheim statt.
^ «Dafür werde ich sorgen, liebes Fräulein. Bisher ist auH «reine Tochter zuweilen hinüber gekommen, um nach ihrem geliebten Onkel zu sehen. Aber in den nächsten Tagen werde ich fie zurückhatten — im Jntereffe der guten Sache, denn es Legt mir doch am Herzen, daß mein Vetter testiert, damit ich «ach feinem Tod gewiß sein kann, in jeder Beziehung nach sei- mm Willen zu handeln. Gott erhalte ihn mir noch recht lange.
Christa neigte das Haupt. Sprechen konnte sie nicht. Sie kam sich selbst falsch und hinterlistig vor, weil sie der Baronin nicht ihre wahre Meinung sagen durfte. Und jetzt war Gras Steinau nicht da, mn ihr immer wieder zu sagen, daß man dis Baronin mtt ihren eigenen Waffen schlagen müsse. Sie entfernte sich nun schnell mit einem stummen Gruß. Das Buch hatte sie gesunden.
Schnell ging sie in das Arbeitszimmer des Hausherrn.
Dieser faß, in Gedanken verloren, im Seffel vor seinem Schreibtisch. In der Hand hielt er eine Photographie — das Bild Maria von Platens.
Christa ging an ihm vorüber, auf den Seffel zu, in dem fie immer zu fitzen pflegte, wenn sie ihm vorlas. Dabei gewahrte fie das Bild in seinen Händen. Sie warf einen Blick darauf und blieb plötzlich wie gebannt stehen. Ein ttefer Atemzug hob ihre Brust.
Herr von Birkenheim wandte fich nach thr um. Er sah ein blasses, erregtes Gesicht.
„Was ist Ihnen, Fräulein Hellmut?" fragte er besorgt.
Sie strich sich das Haar aus der Stirn. In ihrem Innern war das sichere Gefühl, das jetzt die Stunde gekommen war, a« die Erfüllung ihrer Mission zu gehen. Das war eine Gelegen« heil, wie fie vielleicht nie mehr wiederkehrte.
„Verzeihen Sie, Herr von Birkenheim — aber dies Bild in Ihrer Hand — ich kenne das Original dieses Bildes — ein gleiches ist in meinem Besitz — das ist Maria von Platen,* sagte fie erregt.
Langsam erhob sich der alte Herr und sah mit großen, unruhig forschenden Augen in ihr Eeflcht.
„Was ist das? Sie nannten einen Namen, der in meinem Leben eine große Rolle gespielt hat. Sie kennen — kannten Frau von Platen?" ftagte er heiser.
„Ja» Herr von Birkenheim."
„In Schweden — in Stockholm?*
«Sie waren dort?*
«Ja*
«Und -r
Es lagen lausend Fragen ln diesem Und.
Christa atmete tief auf.
Fortsetzung folgt.
Dekanritmachmrg
Die Stadt Friedberg beabsichtigt einen kräftigen, sprungfähigen
Faselochsen
16 —18 Monate alt, anzukaufen.
Schriftliche Angebote werde« bis zum 16. ds. Mts. an de» Unterzeichneten erbeten.
Friedberg. den 8. Juli 1918. Der Bürgermeister.
I. V.: Damm.
Durch die Materialknappheit und schwierige Beschaffungsmöglichkeit müssen defekte Maschinenteile wieder hergestellt werden.
Ich übernehme deshalb die
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Hain!
Carl ReilD, Friedberg
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Die Bietungsregeln und Pacht-Bedinguugeu können gegen Einsendung von Mk. 2.00 von der Unterzeichneten Stelle bezogen worden.
Rüdesheim, den 18. Juni 1919.
Die Eiiterverwaltrmg der Freiherren von Ritter zu Gruensteyn.
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