auch die einfache menschliche HöMchkettsPflicht hätte dar ver- hindern müssen. Es scheint Mer, als ob diese Höflichkeit vielfach tn den Großstädten nur ein Produkt der Angst vor dem jetzt fehlend"--' Schutzmann oder sonstigen Auffichtsbeamte« war.
Bei oll^ ^m aber und bei aller Hochachtung, die unfern Feldgrauen, ob verwundet oder nicht, entgegengebracht werden mutz, darf doch auch billigerweise von ihnen gefordert werden, daß auch fie die Gebote des wohlanständigen Verkehrs und der Rückfichlnahme auf ihre Mitmenschen nicht allzu hart übertreten. Man wird es ihnen kaum hoch ankreiden, wenn fie auf der Eisenbahn, um nritbesördert zu werden, gelegentlich auch eine höhere Klasse benutzen. Aber sie sollten bedeuten, daß weder Frauen- noch Nichtraucherabteile ein Unterstand sind, in dem ein Tabak auch ein Genuß für die Nichtraucher darslellt. Auch der Nichtraucher der Heimat, darunter mancher, der seiner Pflicht im Felde genügt hat, dürfen mit Recht erwarten, daß der Soldat in dieser Beziehung Rücksicht auf seilte Mitmenschen nimmt. Und was hier von den Soldaten gesagt ist, gilt auch von den Zivilisten. Gewiß entschuldigt die Rot der Verkehrs- verhaltnisse manche Unzuträglichkeiten, läßt den Gebrauch der Ellenbogen häufig im mittleren Lichte erscheinen, aber er entschuldigt nicht Ungezogenheiten gegen Kranke, Verwundete, Greise, gegen die Mitndenschheit überhaupt. Wollen sich die Erwachsenen Mühe geben, die eigene Sittenverwilderung hintanzuhalten. sie hätten sicher weniger Grund, über die Derroh- uirg der Jugend zu klagen.
Erhöhung der MUchpreise?
Es ist auf das lebhafteste zu bedauern, daß die Entbehrungen des Städters im kommenden Herbst und Winter durch eine empfindliche Milchknappheit noch verstärkt zu werden drohen. Die Gründe sind darin zu suchen, daß die Kriegsver- hältnisie gerade auf die Milcheinbehaltung und Milcherzeugung mit der zunehmenden Kriegsdauer einen immer ungünstiger werdenden Einfluß ausüben.
Die billigen Friedenspreise für Milch waren nur dadurch möglich, daß bei intensivster Fütterung unter Zukauf billiger Kraftfuttermittel ausländischer Herkunft eine Höchstmenge von Milch produziert wurde. Mit dem Versagen dieser Futterquelle ging der Milcher trag schnell zurück, so daß schon durch diese Mindererzeugung die Milchproduktton sich ganz erheblich verteuert hat. Dazu kommt, daß die wenigen im Inland erhältlichen Kraftfuttermittel — ebenso das Rauhfutter — nur zu außerordentlich hohen Preisen zu kaufen sind, sowie daß die Löhne, weiterhin alle für die Milcherzeugung nötigen Bedarfsartikel ständig in schnell zunehmendem Maß anwachsen. Für di« Abmelkewirtschasten, welche die ergiebigste Milchquelle für die Großstädte darstellen, kommt sodann als.wichtigster verteuernder Umstand hinzu, daß die Preise für frischmelkende Kühe andauernd stark gesttegen sind.
Diesen ungünstigen Verhältnissen in der Milchviehhaltung sind die erlasienen Verordnungen und Preisfestsetzungen wohl aus sozialen Rücksichten auf die minderbemittelte Bevölkerung nicht gerecht geworden. Jetzt scheint der Zeitpunkt gekommen, an dem sich diese falsche Milchpreispolittk durch eine empfindliche Milchnot rächt. In dem kommenden Herbst und Winter kann ein weiterer Rückgang in der Milcherzeugung mit seinen unberechenbaren Folgen allein dadurch vermieden werden, daß der Preis für Molkereiproduktr durch eine erhebliche Erhöhung in ein den veränderten Erzeugungsöedingnngen und allen üb. rigen Preisen entsprechendes Verhältnis gesetzt wird.
Die „Frankfurter Nachrichten" bemerken dazu: Soweit
die Zuschrift aus landwirtschaftlichen Kreisen, die bekannte Erscheinungen erörtert, ab r nur wieder beweist, daß auch die kriegssozialistische Wirtschaft ihren Haken hat: sobald nämlich die Preise nicht genügend hohe sind, versagt die Erzeugung. Diese preistreibende Wirkung ist aber das stärtste, gegen die Wirtschaftsfreiheit während des Kriegs vorgebrachte Argument.
Zu der Einführung der ßkWlojkn Wochen
meldet die „Nordd. Allg. Ztg.", daß zunächst die Monate August, September und Oktober in Aussicht genommen worden sind. In jedem dieser Monate soll eine Woche ohne Fleischabgabe sein. Von maßgebender Stelle wird noch erklärt, daß eine Herab, setzung der wöchentlichen Fleischmenge selbst auf keinen Fall zu erwarten sei.
Aus dsr Heimat.
Die städtische Bekleidungsstclle sieht sich veranlaßt, die Gewerbetreibenden auf die Bekanntmachung Gr. .Kreisamts vom $0. Juni d. I. im Amtsverkündigungsblatt aufmerksam zu machen, wonach mit Wirkung vom 1. Juli d. I. ab nur noch die städtischen Vekleidungsstellen Friedberg, Vad-Rauheim, Butzbach und Vilbel zur Ausfertigung von Bezugsscheinen für Web-, Wirk-, Strick- und Schuhwaren berechtigt sind. (Formular AII). Den ländlichen Bürgermeistern sowie deren Beauftragten ist von nun an nur die Bescheinigung der Prüfung der Notwendigkeit gestattet, die Ausfertigung der Bezugsscheine erfolgt durch das Kreisamt. Hierfür ist Formular B II zu verwenden, wie es bereits für alle Orten des Kreises Büdingen seither schon der Fall war. Die Gewerbetreibenden miisien in ihrem eigenen Jnteree darauf sehen, daß diese Bestimmungen beachtet werden, da sie sich sonst unvermeidlicher Bestrafung aussetzen. Die Geschäftsinhaber, welche der allmonatlichen Ablieferungspflicht der ungülttg gemachten Bezugsscheine bis jetzt noch nicht entsprochen haben, werden hierdurch aufgefordert, dies noch umgehned nachzuholen.
Der hessische Ernst Ludwig-Verein in Darmstadt hat, wie bekannt, seit einiger Zeit die Herstellung von Möbeln für Kriegsgetraute und sonstige Minderbemittelte, wieder ermöglicht, und mit einer Reihe von Fabriken und Handwerksbetrieben Lieferungsverträge abgeschlossen. Er hat seit einigen Monaten in Darmstadt eine Ausstellung dieser Möbel veranstaltet. Um auch de» Einwohnern m Stadt
und Kreis Hriodiberg diese zitgängkg zu machen, Hat 6er Verein bei dem Möbelhäudler Reuß, Friedberg, einige Möbel zu festgesetzten Preisen ausgestellt. Die Verkaufs- bedingungen find bet Herrn Reuß zu erfahren.
Kreisziegenzuchtverei« Gieße«. Am Sonntag, den 7. Juki hielt der Kreisziegenzuchtvevein Gießen im „Eisenbahnhotel" in Gichen seine diesjährige Eene-raloersamm-lung ab. Es waren 70 Mitglieder anwesend. Als Vertreter des Lanldwirtfchafts- kammec-Ausschusses war Herr Sekretär Wagner zugegen. Aus dem von dem Vorsitzenden, Herrn Landtagsabgeordneten Fenchel-Oberhörgern erstatteten Bericht über das Geschäftsjahr 1917/18 entnehmen wir folgendes: Der Verein zählt rund IflOO Mitglieder, außerdem gehören 40 Gemeinden des Kreises Gießen dem Verein als korporattve Mitglieder mit einem Jahresbeitrag von je 10 Mark an. Als Zuwendungen erhielt der Verein vom Landwirtschaftskammer-Ausschuß 275 M. für Durchführung der Körungen und Jungviehaufnahmen. 300 Mk. von dem Kreis Gießen, 150 Mk. von der Bezirkssparkasse Gießen und 50 Mk. von der Bezirkssparkasie Erünberg. Durch die Vermittelungsstelle wurden im Ganzen 242 Zuchttiere mit einem Eesamterlös von rund 23 000 Mk. nach auswärts — Westfalen, Meklenburg, Elsaß. Rheinland, Anhalt und Provinz Brandenburg — abgefetzt. Die Nachfragen konnten nicht alle befriedigt werden. Gelegentlich der Körungen im Herbst 1917 wurden 10 Böcke und 246 Ziegen für das Herdbuch angekört. Erstmalig nur solche Tiere, die bereits in das Jungviehregifter eingetra- gen sind. In das Jungviehregister wurden in: Frühjahr 1917 94 männliche und 462 weibliche Lämmer ausgenommen. Die Ausgaben für Körungen und Jungviehaufnahmen betrugen rund 400 Mk. Für gute Haltung und Pflege der Gemeinde- ziegenböcke wurden an die Bockhalter in 1916 157 und in 1917 110 Mk. als Prämien verteilt. Bei Anschaffung von Milch- zentrifuqen bewilligte der Verein in Gemeinschaft mit dem Landwirtschaflskammer-Ausschuß 10 prozentige Zuschüsse und hat im Ganzen für diesen Zweck 548,65 Mk. ausgegeben. Die Lieferung des „Ziegenzüchters" an die Vertrauensmänner verursachte eine Ausgabe von 48,10 Mk. Weitere Ausgaben entstanden durch Herstellung von Drucksachen, Porto usw. Der Verein hat jetzt im Ganzen 1500 Mk. in Kriegsanleihe angelegt. Der'Jahresbeitrag wird auf 1 Mk. erhöht und von jedem neu eintretenden Mitglied soll 1 Mark Eintrittsgeld erhoben werden. Der Ortsziegenzuchtverein Rüddingshaufen wird aus dem Verein auszeschieden. Mit dem Wunsche, daß die nächstjährige Generalversammlung hoffentlich im Frieden abgehalten werden kann, schließt der Vorsitzende die angeregt verlaufene Versammlung um 6 Uhr nachmittags.
Der Verband zur Wahrung der Interessen der Krankenkassen im Grotzhcrzogtum Helfen hielt am 6. und 7. Juli d. Js. in Mainz feine Mitgliederversammlung, ab, die von etwa 50 Kassen aus allen Landestellen gut besucht war. Die Verhandlungen am Samstag wurden eingsleitet durch eine Besichtigung des neuen städtischen Krankenhauses unter Führung der Herren Geh. Medizinalrat Dr. Reißivger und Prof. Dr. Härter und zollten alle Besucher der Einrichtung, die als vorbildlich gelten darf, wie der Behandlung uud Verpflegung, die durch eigne Zucht- und Brrltstellen ergänzt ist, vollste Anerkennung. Hieran schloß sich ein Vortrag des Herrn Prof. Dr. Hürter- Mainz über Lichtheilverfahren, der in lehrreichen, fesielnden Ausführungen sowohl die bisherigen Erfolge, wie die durch hervorragende Neuerungen auf dem Gebiete der Nöntgologie über ganz wunderbare Heilungen berichtete, die man auf diesem Gebiete bis jetzt nicht für möglich hielt, die auch für die Zukunft vielversprechende Aussichten bieten. Abends 8 Uhc fand im Brauhaus zur Stadt Mainz die Vorversammlung statt, in der zunächst der Vorsitzende, Herr W. Schnellbächer« Darmstadt, die Anwesenden, darunter den Vertreter des Ober- versicherungsamtes Negierungsrat Krug v. Nidda und die übrigen Gäste begrüßte, worauf Herr Nechnungsrat Harth. Darmstadt den Geschäftsbericht über das abgelaufene Jahr erstattete, aus dem die umfangreiche auf alle Gebiete des Kran- kentassemvescns stch erstreckende Tätigkeit des Verbandes zu entnehmen war. Der Geschäftsbericht, sowie der von dem gleichen Redner erstattete Rechenschaftsbericht fand die Genehmigung der Versammlung. Es fand dann eine vorgeschlagene Satzungsänderung Genehmigung, nach der jetzt der Verband auf eine rechtsfähige Grundlage gestellt wird. Als Ort der nächstährigen Verhandlungen wurde zum Schluß Büdingen i. Oberhesien gewählt. In der am Sonntag im Kasino „Zur Stadt Frankfurt" stattgehabten Hauptversammlung dankte nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Schnellbächer der Direktor des Oberversicherungsamtes Regierungsrat Krug v. Nidda auch im Namen der Regierung und der Versicherungsämter, stellte die großzügige, weitblickende Tättgkeit des Verbandes fest, und gibt der Hoffnung Ausdruck, d-aß die hessischen Krankenkasien trotz der stürmischen Zeit nach einem hoffentlich baldigen „Schluß in Ehren" ihre Aufgaben voll erfüllen werden. In sehr übersichtlicher und verständlicher Weise erörterte hieraus - Herr Rechnungsrat H a r t h - Darmstadt an Hand von Entscheidung des Neichsversicherungsamles und anderer Gerichtshöfe eine ganze Anzahl praktischer Verwaltungssragen. Um 11 Uhr schloß sich dann eine öffentliche Versammlung an, zu der u. a. auch der Provinzialdirettor Geheiinrat Dr. Best. Oberbürger, meister Dr. E ö t t e l m a nn, Bürgermeister Günter sowie der Ausschuß für Krisgerheimstätten, an desien Spitze Geh. Kommerzienrat Bamberger und zahlreiche weitere Interessenten erschienen waren. Anstelle des am Erscheinen verhinderten Schriftstellers A. Damaschke-Berlin hielt der zweite Vorsitzende des Hamburger Hauptausfchusies für Kriegerheimstätten, Rud. W i e s e n e r - Hamburg, einen von warmer und herzlicher Begeisterung getragenen Vortrag über die Kriegerheimstättenbe- wegung und Krankenkasien. An Hand drasttger Beispiele von Wchnungselend in den Großstädten weist er die hierdurch verursachte gesundheitlichen Schädigungen und den Zusammenhang der sogen. Wohnungskrankheiten mtt den Krankenkasien nach, die das größte Interesse haben, die Ursachen dieser Krankheiten und Seuchen usw. zu bekämpfe». Gr stellt den innigen Zusammenhang zwischen Wohnungsfrage und Volksgesundhett fest, begründet dann die nach und nach entstandene Wohnungsnot^ '
dis aus oorausgegangenem Wohnungsmangel durch die wirtschaftliche Entwicklung, vor allem aber durch die während des Krieges fehlende Bautätigkeit hervorgerufen worden fei und die mit der Zurückkehr unserer Truppen noch größer werde. Durch fast unerschwingliche Verteuerung der Rohmaterialie« und ArbeitÄöhne sei zur Zeit eine regere Bautätigkeit kaum möglich und gelte es daher mit allen Kräften Zusammenarbeiten, um das kaum Mögliche zu überwinden und fei es in erster Lini« das Reich, dann die Bundesstaaten und die Gemeinden durch Sicherheitsleistungen die Garantie für die nöttgen Baugelder bieten. Lebhafter Beifall dankte dem Redner. Oberbürger, meister Dr. Göttelmann unterstützte diese Ausführungen und empfahl den Beitritt zu dein Ausschuß für Kriegerheimstätten oder der G. m. b. H. zur Errichtung von Kleinwohnungen, da beide da sgleiche Ziel verfolgen.
Aus Derheim wird uns geschrieben: Wie schwer es ein
zelnen Gemeinden oft fällt, sich von veralteten Bräuchen — und feien sie noch so unvorteilhaft — zu trennen, beweist unsere Nachbargemeinde Dorheim. Dort hat man trotz vier, jähriger Kriegsdauer und ungezählter Verfügungen den Ernst der Zeit scheinbar immer noch nicht begrfffen. In Dorheim werden nämlich alljährlich die Eemeindewiefen in Gestalt von sogenannten Gemeindelosen vergeben. Diese bestehen aus 220 Grasstücken, jedes in der Größe von 1000 Quadratmeter. Da diese Wiesen wahllos zur Verteilung kommen und niemand weiß, ob er im nächsten Jahre dasselbe Stück wiederbekommt, hat natürlich kein Landwrrt ein Interesse daran, seinen Anteil zu düngen. Die Folge dieser Mißwirtschaft ist natürlich eine stetige Schwächung des Bodens, die ihrerseits immer geringere Ernteergebnisse bedingt. Könnte sich die Gemeindeverwaltung nun entschließen, jedem seinen besttmmten Anteil aus die Dauer zu übertragen, so würde diesem Uebel bald zum Nutzen uad Segen der Gemeinde und der Allgemeinheit abgeholfen sein. Denn wäre der Mehrertrag bei 1000 Quadratmeter auch rau 1 Zentner — bei genügender Düngung wäre er sicherlich bedeutend größer so würde dies für die Gesamtfläche schon 220 Zentner ausmachen. Berechnet man den Zentner mit 8 Mark, was bei den heutigen Preisen noch nicht besonders hoch gegriffen ist, so würden auf diese Weise jährlich 1760 Mark mehr der Geineinde zufließen. Ganz abgesehen von diesem Vorteil, der dem Geldbeutel der einzelnen Ortsbürger zugute käme, wurde auch ein Mehr an Futtermitteln einen weiteren Fortschritt l» der Sicherstellung unserer Volksernährung bedeutet. Hoffent- lch finden sich in Dorheim noch ein paar einsichtige und tatkräf- tige Männer, die ihren ganzen Einfluß aufbieten, um diese rückständige Einrichtung zu beseittgen. Vielleicht sieht sich auch unsere hohe .Kreisbehörde veranlaßt, hier Wandel zu schaffen.
Vad-Rauheim. Sonderkonzert der Kurkapelle Donnerstag, den 11. Juli. Mittvirkende: Ran Gesterkamp-Hamburg (Violine), Raoul von Koczalskp (Klavier), Leitung: Hofrat Prof. Hans Winderstein. Der erstmalig in unserem Konzerthaus Lf. fentlich aufttetende Herr Jan Gesterkamp ist als ein ganz vorzüglicher Violinvirtuose in den weitesten Kreisen bekannt. Der Künstler nimmt in Hamburg eine hervorragende Stellung ein und ist als Solist und Kammsrmusikspieler erst kürzlich in Berlin mtt großem Erfolge aufgetreten. Jan Gesterkamp wird das Bethovsnsche Violinkonzert mit Orchesterbegleitung vortragew. Raoul von Koczalsky wird sein vor 2 Jabren hierorts zur Ur. aufführung gebrachtes Klavierkonzert in B moll auf vielfachen Wunsch wiederholen. So werden also zwei bedeutende Jnstru- Mentalkünstler um die Krone des Abends ringen. Professor Minderstein eröffnet das Konzert mit Goldmarks farbenprächtiger Saluntala-Ouverttire und beschließt es mit Siegfrieds Rheinfahrt aus Götterdämmerung von Richard Wagner.
FO. Frankfurt a. M., 8. Juli. Etwa 400 Straßenbahn fchaffner- und -Schaffnerinnen sind hier an der spanischen Grippe erkrankt. Um den Betrieb in seitherigem Umfange durchzu- fübren. mußten die Plattformschaffner, bezw. Schaffnerinnen forlfallen. Die meisten Erkrankten sind Frauen. Die Krankheit verläuft im allgemeinen harmlos.
BO. Frankfurt a. M., 8. Juli. In einer Fabrik in Oberrad waren in vergangener Nacht drei Diebe eingedrungen. Sir wurden gestört und ließen das bereits gemauste Leder im Werts von mehreren tausend Mark liegen und entkamen infolge der Dunkelheit.
AuS He sie ».Nassau.
FO. Aus dem Nhein-Maingebiet, 8. Juli. Die Gurkenernto verspricht einen geringen Ertrag. Auch die Bohnen haben durch die Ungunst der Witterung sehr gelitten.
BO. Ans Niederhesscn, 8. Juli. Der Elektrotechniker W. Pfaff aus Heinboldshaufen wurde auf dem Kalibergwerk Phi- livvsthal durch Starkstrom getötet. — Der Dienstknecht Mühlhäuser in Waldau geriet beim Holzfahren unter die Räder des Wagens und erlitt so schwere Verletzungen, daß er kurz darauf verstarb.
FO. Wicker, 8. Juli. Die Nachkontrolle fand bei einem hiesigen Milchhändler mehrere Klumpen verheimlichte Butter, 30 Schoppen Nahm und mehrere Töpfe Milch. Der Rahm wurde von der Polizei selbst gebuttert und die Butter zu 5 Mark das Pfund an die hiesigen Kranken verteilt.
FC. Hattenheim, 2. Juli. Durch ein Schadenfeuer - wurde heute Nacht dahier ein kleines Wohnhaus rmd Stal- lung des Winzers Nikolaus Becker und die Scheune des Johann Simon ein Raub der Flammen.
HumoriMchrs.
Ein Pferd, eine Kuh und ein Esel klagen sich ihr Los. Das Pferd: „Jmmer^ weniger Hafer gibt man uns, doch sollen wir stets mehr arbeiten!" Die Kuh: „Von uns verlangt man auch wirklich zu viel. Das Futter wird immer schlechter und doch sollen wir mehr Milch abgeben!" Da lachte verstohlen der Esel und meinte: „Da geht es mir aber anders: ich arbettO beim Kommunalverband!"
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Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Ottch Hirschel, Friedberg; für den Anzeigenteil: SR. Heyn er. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung^ A. G., Friedberg i. H


