Rotterdam, 8. Juli. Aus Paris wird gemeldet: Ko- rei^kij hielt am 6. Juli in einer Versammlung der Kam- mermrtglieder der vereinigten Sozialistenparteien eine Rede, in der er sagte, Rußland betrachte sich noch immer als rin Kriegszustände mit Deutschland befindlich Die Bande, dre Rußland mit den Alliierten verbänden, seien nicht zerrissen und könnten nicht aufgelöst werden durch eine Re- ELerung, die von Rußland niemals anerkannt wurde.
Der Friede von Brest-Litowsk habe Rußland in eine verzweifelte Lage gebracht. Der deutsche Einfluß werde nach und nach stärker. Der Vertrag von Brest-Litowsk werde von dem Lande nicht anerkannt. Die Ententemächte könnten Rußland bei seinem Bestreben, den deutschen Einfluß auszuschalten, sehr unterstützen, aber die zur Errich tung dieses Zustandes notwendigen militärischen Operationen durften nur von russischen Streitkräften ausgeführt werden.
Tereschtschenko.
• Auch ein anderer Busenfreund Kerenskij's, der Mini- fter des Aeußern im Kabinet Kerenskij, der mehrfache Millionär aus Odessa, Tereschtschenko ist aus der Versenkung wieder aufgetaucht. Wie die „Voss. Ztg." meldet, befinde* er sich augenblicklich auf dem Weg nach England in Bergen in .cor-wegen, flüchtete aus Rußland über Myrman. Er will mit Kerenski in London Zusammentreffen. Man nimmt an, daß Kerenskr seine alte Negierung in London versammeln will, um mit Hilfe der Entente ein bewaffnetes Einschreiten gegen die Bolschewisten über Wladiwostok vorzubereiten.
Der bolschewistische Vormarsch.
Moskau, 7. Juli. (WB.) Meldung der Petersbllrger Tel.-Agentur. Die Tschecho-Slowaken haben die Stadt Sysran beseht und gehen in großer Zahl zusammen mit der Meißen Garde rn der Richtung auf Kuznezk und Pensa vor. Die Nachricht von der Besetzung von Pensa durch die Tscheck»- Slowaken bestätigt sich nicht. In der Gegend der Station Ufa haben die Sovfetabteilunaen mehrere Dörfer besetzt und dnngen weiter vor. Zwischen dem Tagilfluß und der Fabrik Nowoyaßk hat sich ein Kampf zwischen weißer Garde und Sovfetstreitkräften entsponnen. Die Schlacht dauert bereits mehrere Tage. 600 Mann mit vier Panzerautomobilen und ernem Panzerzug nehmen daran teil. Auf der Uralfront haben die Sovjetstreitkrafte die Tschecho-Slowaken geschlagen und Kaßlin, 120 Werst von Jekaterinburg und 160 Werst von^ Tscheljabinsk, besetzt. Dieser Erfolg verschafft den Sovjettruppen die Herrschaft über die größte Hälfte der Eisenbahn Jekaterrnbukg— Tscheljabinesk.
Moskau, 7. Juli. (WB.) In Moskau ist der Belagerungszustand erklärt worden. Die gestern nacht von den linkeir Sozialrevolutionären besetzte Telephon- und Telegraphenstation ist von den Bolschewiki einigeStunden später zurückerobert worden. Die Sozialrevolutinäre sollen sich auch mit der Aufforderung zum Streik an die Eisenbahner gewandt haben, Haben aber anscheinend eine Absage erhalten.
Die Gerüchte, daß in Petersburg, Jaroslaw und anderen Städten der Aufstand losgebrochen sei, werden von der Regierung als unbegründet bezeichnet.
Die Linkssozialrevolutionäre haben gestern nacht ein Bulletin herausgegebe'n, worin sie mitteilen, daß Graf Mirbach von der Terroristensektion der Linkss^ialrevo- lutionäre getötet worden sei. Nach einer Mitteilung der Negierung haben die bisher verhafteten Führer der linken Sozialrevolutionäre, unter denen sich Spiridonowa befindet, eingestanden, daß das Attentat mit Wissen der Parteileitung ausgeführt worden ist, um den Bruch des Brester Friedens zu erzwingen.
Soweit bisher festzustellen ist', hat dis Attentat und die . von den Gegen rcoolntionären ausgegcbene Parole: „Krieg gegen Deutschland!" diesen viele Anhänger und Helfer abwendig gemacht. Daher besteht begründete Aussicht, daß die Bolschewiki in Moskau der Lage Herr werden.
Moskau, 8. Juli. (WB.) Die Kampfe in Moskau sind bisher zu Gunsten der Bolschewiki abgelausen. Die „Prawda" veröffentlicht über die Ermordung des Grafen Mirbach einen Auffuf, in dem es u. a. heißt: Gegen 3 Uhr nachmittags sind zwei Agenten des russisch-englisch-französischen Imperialismus zum deutschen Gesandten, dem Grafen Mirbach auf Grund einer gefälschten Unterschrift des Genosien Dferjinski mit falschen Be- xlaubigungspapieren vorgedrungen und haben unter dem Schutze dieses Dokuments den Grafen Mirbach ermordet. Einer dieser Hallunken, der diese provokatorische Tat beging, die schon seit langem und verschiedentlich in der Sowjetpresse mit der Verschwörung der Monarchisten und der Gegenrevolutionäre in Zusammenhang gebracht worden ist, ist nach den vorhandenen Nachrichten ein Links-Sozialrevolutionär und ein Mitglied der Kommission von Dserjinski, das sich verräterischer Meise von dem Dienst der Sowjetregierung losgesagt hat und zum Dienst bei den Leuten übergegangen ist, die Rußland in einen Krieg zu verwickeln trachten und damtt die Wiederherstellung der Negierung der Gutsbesitzer und Kapitalisten sichern wollen. Ruß- 8cvnd bestndet sich augenblicklich durch die Schuld von Hallunken Ars den Reihen der Links-Sozialrevolutionäre, die sich auf den Weg Sawinkows und seiner Genosien verleiten ließen, auf Haaresbreite vor einem Kriege. Schon die ersten Schritte der kowjetregierung in Moskau zur Ergreifung des Mörders und senior Helfershelfer wurden von 'den Links-Sozialrevolutio- «ären damtt beantwortet, daß sie einen Aufstand gegen die Eowjetregierung begannen. Sie besetzten zeitweilig das Kom- mr^arrat Dfirsinski, verhafteten den Vorsitzenden Dfersinski
r Q n-S l ^l leD £ °* ks ünb ble hervorragenden Mitglieder o", c r 7? lommumstijchen Partei der Bolschewiki. Die
'Ti“ 110 "“* sich sodann der Tele-
nen 77 ein * *** militärischer Handlud.
1* b 7 if mW b-m-Mnete-- Ätaften «inen kleinen Teil Mos. laus beichten und di. Sowjel-Automobtle abzu,on»-n bcgan.
nen. Die Sowjet-Regierung hat als Geiseln alle im Großen Theater befindliche» Delegierten des fünften Kongresses aus den Rechen der Links-Sozialrevolutionare feftgehalten und alle Maßregeln getroffen, um die Pläne der Weißen Gardisten sofort zu unterdrücken und zu liquidieren. Alle, die den Wahnsinn und das Verbrechen sinfehen, wodurch Rußland jetzt in einen Krieg verwickelt würde, unterstützen die Sowsettegierung. Da- ran. daß der Aufstand schnellstens liquidiert wird, besteht auch nicht der leiseste Z-welfel.
Alle auf ihre Posten? Alle zu den Waffen! Rieder mit den Dienern der Weißen Garde!
UtlßjindWing machen den englischen und sranMichen Freimaurern.
Amsterdam, 2. Juli. Aus einer in der „Times" er- ichienenen Nachricht erhellt daß zwischen den beiden Groß- lcaen von England und Frankreich eine Verständigung an- gesttebt werden soll. Das Blatt berichtet darüber: Am
vergangenen Dienstag fand in der Daplowloge im Hol- bornrestaurant zu London eine Versammlung der führenden Spitzcn der beiden Logen von England und Frankreich statt. An die Einführnngsrede des Großmeisters knüpfte sich der Ausd-rnck des allgemeinen Wunsches, daß zwischen den beiden Logen möglichst bald eine Annäherung erstrebt würde.
Schon lange hotte die französische Loge diese Annäherung an die englische erstrebt. Bisher sind die englischen Logen in diesem Kriege noch nicht öffentlich ausgetreten, während die kriegshetzerische Haltung der französischen und italienischen Logen allgeniein bekannt ist. Besonders haben sich ja „der große Orient" von Frankreich und die Großloge von Frankreich an Schmähungen und Verleumdungen gegen Deutschland gegenseitig überboten. Die jetzt angestrebte Verständigung ist wahrscheinlich auf Bestrebungen der italienischen Freimaurer zurückzuführen, die schon lange in dieser Richtung gearbeitet haben. Die englischen Logen werden also möglicherweise bald ans ihrer bisher beobachteten Reserve heraustreten.
WordgklnZe eines amerilranijchtn OWerg.
Von der Westfront wird geschrieben: „Daß die weißen
und farbigen Ententebrüder sich an deutschen Verwundeten vergriffen haben und sie in tierischer Weise mißhandelten, ist zu wiederholten Malen bewiesen und durch Augenzeugen erhärtet worden. Kaum an die Front gekommen, haben jetzt auch Amerikaner, zunächst Offiziere, kolonial-französisch-englische Niedertracht sich gelehrig zu eigen gemacht. Folgender Fall beweist, wie wenig man in sittlicher Beziehung auch von diesen zu erwarten hat.
Ein Grenadier aus Oberschlesien war bei einem erfolgreichen Erkundungsvorstoß schwer verwundet werden. Neben ihm lag ein durch Bauchschuß verwundeter Amerikaner .... Als dieser eine amerikanische Patrouille, bestehend aus einem Offizier und einem Gemeinen, nahen hörte, machte er sich bemerkbar. Der amerikanische ffizier geriet beim Anblick des deutschen Soldaten in maßlose Wut und versuchte ihn blindlings mit seinem Revolver niederzuschieben, obwohl er an den blutüberströmten BBnen sah, daß es sich um einen Schwerverwundeten und völlig Wehrlosen handelte. Rur den Bitten des verwundeten Amerikaners, der selbst am eigenen Leibe erfahren und gesehen hatte, wie die Deutschen ihn nach seiner Verwundung als Kameraden behandelt hatten und dem energischen Auftreten des anderen amerikanischen Gemeinen, der deutsch sprach, ist es zu danken, daß der Offizier den bereits erhobenen Revolver ab. fetzte. Sie konnten aber nicht hindern, daß er den lautaufstüh- nenden Grenadier mit Fußtritten von ferner Bahre herunterstieß und ihn hohnlachend seinem Schicksal überließ. Am Abend wurde dann der Grenadier durch eine deutsche Osftziers- pattonille rn die eigenen Linien zurückgeholt, doch war seine Verwundung durch die unmenschliche und rohe Behandlung so verschlimmert, daß sein Bein im Feldlazarett amputiert werden mußte."
Die „Varalong"-Mörder und die zahlreichen französischen Quäler wehrloser Deutscher haben in diesem „Gentleman" aus Amerika einen würdigen Genosien erhalten!
Ans dem §Mi>e des hMbngs.
In Amerika finden gegenwärtig Wanderausstellungen von französischen Greuelbildern statt, die von den Blättern als „amtlich" bezeichnet werden, weil sie zumeist von einem gewissen Eoeldry im Auftrag des französischen Kriegsministeriums gemalt sind. Nach den von den Zeitungen wiedergegebenen Mustern sind die 137 (!) Bilder, die in Europa nicht mehr zu gebrauchen, aber für den Export offenbar noch gut genug sind, dem Geschmack der Lynchliebhaber von Arizona und anderer Orte in der Tat durchaus angemessen. Der französische Botschafter, der die in Ncwyork unter dem hohen Protektorat von „Oberst" Cornelius Danderbilt eröffnet* Ausstellung mit seinem Besuch boehrte, hat sich gewiß seine eigenen Gedanken über die nach dem Versichern der Blätter „sensationelle" Wirkung der blutrünstigen Fabrikate gemacht, über deren Art und Herkunft er sicherlich nicht im Zweifel ist.
Der § ' ttag
erledigte gestern die SB-v«. > üb-? die Neueinteilung der Wahl, kreise, insbesonders d -rineyrung der Mandate für die großen Städte. Graf ^estarp erklätte sich grundsätzlich dagegen, einmal weil dadurch den Großstädten wiederum ein vermehrter Einfluß zugestanden wird und zweitens, weil feine Partei gegen die Verhältniswahl fei und Gefahr bestände, daß sie auf das ganze Reich übertragen würde.
Sie bleiben die Alten.
F» länger der Krieg dauert, um so nachhaltiger unterstreicher die Meinung derjenigen, die der Auffassung von Anfang an ungläubig gegenübergestauden haben, daß die Sozialdemokratie sich aus ihrer verneinenden Hcvltung herausgelöft habe und sich zur Mitarbeit uM> Verantwortung am staatlichen Geschehe« dauernd bekennen rve-pde. Keltt mit noch so groben Mitteln erpreßtes, kein freiwillige» Zugeständnis gutgläubiger Ministe, hat vernwcht, die Sozialdemokratie aus einer Revolution spar- tei in eine Reformpartei zu wandeln. Und auch die Spaltung brachte keine Aenderung in ihrer Haltung zuwege. Sie bleibe« die alten. Nur im Ton spielen sie abgestimmte Instrumente. Die „Warnungen" der Scherdemann-Leute an dre „herrschenden Klassen" werden im Munde der Ledebour- und Haase-Männer zum unverhüllten Aufruf zum Massenstreik und zur Revolution. So auch am Mittwoch im Reichstag In der Ablehnung de» Reichshaushaltsplans aber sinken sich die anscheinend verzankten Brüder gerührt in die Arme, überlassen den arrdoren Parteien die Verantwottung und gefallen sich in der Kritik. Und in was für eine Kritik!
Daß Herr Scheidemann, im Nebenamt Repräsentant des Deutschen Reichstages, in seiner Eigenschaft als Parteiführer sich zum Verteidiger des Herrn von Kühlmann aufwirft und wie dieser der Verständigung mit unfern Gegnern, besonders England, das Wort redet, ist nicht weiter verwunderlich. Von ihm als einem der Mitväter der Hungerftiedensentfchließung kann man nicht gut erwarten, daß er „vom Irrtum zur Wahr- heit reisen" werde. Aber daß er im Verharren zum Anwalt feindlicher Beschuldigungen wird, das muß mit Recht tiefe Empörung auslöfen. Und nichts anderes als eine Bekräftigung der feindlichen Lügen und Schlagworte stellt die Mittwoch-Rede des Abg. Scheidemann dar. Sie wird als solche im Ausland« empfunden werden und damit, genau wie die Aeußerungen des Staatssekretärs von Kühlmann nicht die Neigung der Gegner zu einem Verhandlungsfrieden, sondern die Neigung zum endgültigen Schwertsiege belehren. Scheinen doch die Scheidemann. schen Ausführungen die Unterstellungen Wilsons und Lloyd Georges zu unterstreichen, die von einem Seufzen des deutschen Volkes unter dem Militarismus und Absolutismus sprachen, sie lassen die der Welt verkündete Vefreierrolle der Ententemächte gegenüber dem sich nach dem Frieden um jeden Preis sehnenden deutschen Volke glaubhaft erscheinen. Umvilltürlich fragt man sich, ob Herr Scheidemann seine Rede dem Ton der Reden Wilson, oder dieser seine Ausführungen dem Empfinden Scheidemanns anpaßt. So sehr gleichen sie sich. Beschämender aber sind des deutschen Sozialdemokraten Worte, denn sie gebe« nicht des deutschen Volkes Auffassung wieder, ja sie stehen zu ihr im direkten verletzenden Gegensatz und rufen die lautest« Entttistung wach, daß sich die Krittk eines Parteiführers an di» Männer der obersten Heeresleitung heranwagt.
Wer ist denn dieser Herr Scheidemann, der es wagen kann, sich jum Richter über politisches Verständnis aufzmverfen? Nichts, weder Herkommen noch Taten berechtigen ihn. sich als Politiker zu fühlen. Und in der Kunst der Handhabung demagogischer Wortmittel errungene Führerschaft unzufriedener, verhetzter Massen erschöpft sich das Wesen der Polittk wahrhaftig nicht. Ersprießlicher, wirksamer als diese Sötte Polittker haben sich denn doch im allgemeinen die heimischen Generalkommandos erwiesen, und die besetzten Gebiete sind Beispiel und Zeugnis genug, daß dem sogenannten militärischen Absolutismus die Fähigkeiten auf dem Gebiete der polittschen und zivilen Verwaltung im höheren Maße eigen sind, als den stHialdemo- kratijchen Politikern. Des Generalfeldmarschalls Hindenburg Siedlungserlaß für Kurland hat jedenfalls mehr Wett, als Herrn Scheidemanns Reden zusammen oder .seine Moabiter Taten. So sind es dem: nicht nur eine Handvoll „Alldeutscher", sondern weite Kreise des Volkes, die es fteudig begrüßen würden, wenn endlich die Ratschläge und Ansichten der obersten Heeresleitung im Reiche beherzigt würden, und es würden nur wenig Tränen vergossen werden, wenn endlich „Schluß ge. macht" würde, aber Schluß mit diesem Reichstag, der wie ein Gifthauch auf die Einigkeit des Volkes und auf seine Sieges- hoffnung wirkt. Denn nachgerade erkennt man allenthalben, daß die schreierische Kritik der Sozialdemokratie nur erhoben wird, um sich reinzuwaschen von den Folgen der Zustände, die während des Krieges infolge der übertriebenen Beachtung sozialdemokratischer Wünsche eingctreten sind.
Wer hat denn anders als die Scheidemann und Genossen auf die Gestaltung der Dinge im Osten maßgeblichen Einfluß gehabt? Wessen Wege wurden in der Ernährung und Versorgung des deutschen Volkes eingeschlagen, wenn nicht die sozialdemokratischen? Jetzt aber, wo dqs theoretische Selbftbe- stimmungsrccht in vernunftgemäßer Anwendung der Praxis Segen für einige deutsche Stämme bttngen soll, wo die Unzu- länglichleit der Sozialisierung des deutschen Wirtschaftslebens offen am Tage liegt, glaubt Herr Scheidemann sich frei machen zu können von der Deraittwortung. Das verrät nicht politische Fähigkeiten. Und was es mit der politischen Kunst des Herrn Scheidemann und feiner Freunde in bezug auf die Verweigerung des Etats auf sich hat, das mußte ihm sein demokratischer Weggenosse. jetzt Vizekanzler, Herr v. Payer sagen. An der Zustimmung, die der Vizekanzler empfing, als er die Angriffe auf die oberste Heeresleitung zurückwies, kann Herr Scheidemann jedenfalls ermessen, daß höchstens noch die wenigen um Erzberger seine Vereinsamung teilen. Das deutsche Volk will sich feine Heerführer, als die einzigen, die es besitzt, da die politische« Führer versagen, nicht begeifern lassen. Es hofft, mag Her, v. Payer auch noch immer mit den Resten der einstigen Mehr- hett „den Frieden der Verständigung" anstreben, daß Hindenburg und Ludendorff die Gegner zuvor mit der Schärfe de» deutschen Schwertes zu Verstand bringen und daß dann auch bei unseren Politikern der allzu lang vermißte Verstand und die Klugheit wiederkehren werden. Co kann man dem Vizekanzler Anstimmen: es gilt zu warten, bis unsere Gegner sich innerlich gewandelt haben. Dis zu diesem Zeitpunkt sollte wenigstens Herr Scheide mann aus politischem Takt und Verständnis sich Schiveigen auferlegen. Er diente damit der schnelle» Herbeiführung des Friedens besser.


