Ausgabe 
28.6.1918
 
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Ukraine.

K«w. 26. Juni. (WB.) Der aus Kiew zurückgekehrlr Ge­neral Swetfchin erklärte, daß die politisch-wirtschaftlichen Ver­handlungen des Dons mit der Ukraine aus bestem Wege sind. Taganrog wird eine freie Stadt. Zn den Verhandlungen des Generals Knoerzen mit Vertretern der Tagonroger Stadtver­waltung ist die Unterordnung sämtlicher in der Stadt befind­licher staatlichen Behörden unter die Munizipalität vereinbart.

Explosion in Kiew.

Basel, 27. Juni. Haoas berichtet aus Moskau: Eine Ex­plosion in Kiew hat Artillerie. mrd Pulverdepots zerstört. 206 Häuser flogen in die Luft. Infolge der Katastrophe wurde der Belagerungszustand verhängt.

KrrenSkis Wühlarbeit.

London, 25. Juni. (WB.) Reutermeldung: Kerenski er­

schien heute nachmittag auf der Arbeiterversammlung, wurde von Henderson der Versammlung vorgestellt und mit lebhaftem Beifall empfangen. Er sagte:

Ich betrachte den Empfang, der mir zuteil geworden ist, nicht als eine Zuneigungskundgebung für mich, sondern für die ruffische Demokratie, die für das uns allen so teure Ideal kämpft. Ich komme unmittelbar aus Moskau und halte es für meine Pflicht, als Staatsmann und Sozialist dem englischen Volke und den Völkern der ganzen Welt zuteilen, daß das russische Volk und die russische Demokratie gegen die Tyrannei (wessen?) kämpfen. Das ruffische Volk kann nicht gebrochen und unterdrückt werden Ich glaube, ja ich bin besten sicher, daß das russische Volk sich Ihnen bald für die große Sache der Freiheit anschließen wird."

Als Kerenski seine Rede beendet hatte, fragte ein Vertre­ter, als weffen Vertreter Kerenski spreche und fügte hinzu: Wenn Kerenski hat kommen können, weshalb durfte Troelstra nicht kommen?" Der Vorsitzende erklärte, daß eine solche Frage gegenüber einem Manne wie Kerenski nicht nur eine Beleidig­ung, sondern sogar eine große Beleidigung sei. Ein großer Tu­mult entstand. Endlich wurde fast einstimmig beschloffen, daß der Vertreter, der die Störung verursacht hatte, Weggehen müsse.

Köln, 27. Juni. Kerenski legte in einer Unterredung mit einem Vertreter desDaily Ehronicle" dar, die Politik des Verbandes müsie jetzt klar gegen die Bolschewisten Stellung nehmen. Von bestimmten Teilen des Heeres und der Arbeiter der Städte abgesehen, sei die Stimmung durchweg den Bolsche­wisten feindlich gesinnt, vor allem bei den Bauern, aber das Volk könne sich nicht auflehnen, da die Bolschewisten über die Artillerie und die Eisenbahnen verfügten. Die Einmischung müsse rein militärischer Art sein, d. h. dem Kampfe gegen die Deutschen gelten und nicht der inneren russischen Politik. Die Verbandsmächte erkennen den Brester Vertrag nicht an, die große Mehrheit der Russen ebenso wenig. Im Augenblicke wendeten sich alle Glieder der rückschrittlichen Kreise den Deut­schen als den einzigen, zu, die eine Erlösung von den Bolsche­wisten bringen könnten. Diese Bewegung werde sich weiter ausbreiten, wenn die Verbandsmachte keine größere Stütze ge­währten.

Die Wiener Sowjetregierung.

Aus Wien wird derDeutschen Zeitung" geschrieben:

Oesterreich ist wieder einmal dem Deutschen Reiche um eine Pferdelänge voraus. Seit dem letzten großen Aus­stande im Januar d. I. besteht in Wien der sozialdemo­kratischeArbeiterrat", der sich dank der Schwäche der Regie- rung allgemach zu einer regelrechten Nebenregierung aus­gebildet hat und ganz nach dem Rezepte der bolschewikischen Sowjets arbeitet. Die plötzlich über Wien und große Teile des Reiches hereingebrochene Brotkrise hat den Machthabern der Wiener Sozialdemokratie, die zum weitaus größten Teile Artgenossen der Herren Trotzki und Lenin sind, Ge­legenheit geboten, wieder von sich reden zu machen. Der Arbeiterrat" hält täglich seine in der WienerArbeiter­zeitung" angekündigten Sitzungen ab und verhandelt mit der Regierun-g von Macht zu Macht.

Am 22. Juni konnte das genannteZentralorgan der deutsch-österreichischen Sozialdemokratie" seinen Leitaufsatz mit folgenden Sätzen eröffnen:

In Ausführung des Punktes 2 der Beschlüsse des Wiener Arbeiterrates" mit diesen Worten beginnt die offizielle Mitteilung, die das Ministerirrm des Aeußern ver­schickt.Es ist dem Grafen Burian nicht an der Wiege ge° sungen worden, daß er mit den Vertretern der Arbeiterschaft über Krieg und Friedgn verhandeln wird. Es mag ihm, der nichts weniger als eine Denwkrat ist, nicht sehr sym- pachisch sein, die Fragen, die die Vertrauensmänner der Arbeiterschaft an ihn gerichtet haben, beantworten zu müssen Aber die Notwendigkeiten der Stunde sind nun einmal stärker als alle die Gepflogenheiten und Ueberlieferungen einer Diplomatie, die es nur schwer und allmählich lernt und dennoch lernen muß, auch den Willen der Völker in ihre Rechnung zu setzen."

Der Inhalt der amtl. Erwiderung auf die sozialdemo­kratische Anzapfung ist völlig gleichgültig, entscheidend ist, daß es der Minister für nötig gehalten hat, sich überhaupt mit den genannten .Herren in Erörterung einzulassen. Damit ist die Nebenregierung des Wiener Sowjet in aller Form anerkannt und man kann begreifen, daß dieAr­beit erzeitung" in einen wahren Taumel des Größenwahnes verfällt.

Tie Lage wird noch dadurch erschwert, daß die Öster­reich. >che Sozialdemokratie eine ganz unverhüllte Stirn? rnungsmache gegen das Bündnis mit dem Deutschen Reiche betreibt. In der glichen Nummer, die den Bericht über

den Besuch der Führer des WienerArbetterrateS" detnr Grafen Burian enthält findet sich unter dem ObertitelDie halbe Bratration" eine Notiz:Deutschlands Recht­

fertigung", in der das Deutsche Reich schlechthin ftir ver­pflichtet erklärt wird, Oesterelchs Brotversorgung zu ver­bürgen und die Wahrheit der von General Ludendorff selbst gefertigten ablchnenden Antwort, soferne die dort gegebene Begründung in Betracht kommt, bezweifelt wird. DieAr­beiterzeitung" schreibt:Diese (die reichsdeutsche) Dar«

stellung des Sachverhaltes ist unrichtig. Die österreichischen Vertreter haben den von den deutschen Unterhändlern ver­langten Konzessionen nur zugestimmt gegen die vorbehalt­lose Verpflichtung Deutschlands, unser Getreidedefizit zu decken. Das ist der wahre Sachverhalt. Die Verpflichtung Deutschlands zur Lieferung der vereinbarten Mengen an Mehl und Getreide steht fest." Man sieht förmlich, mit welchem Hochgenuß das edle Blatt die Gelegenheit ergreift, gegen das Deutsche Reich zu hetzen, das einfach als ver­tragsbrüchig hingestellt wird!

heißen, und die drei Schlachten des Jahres tm Westen habe« diesen Glauben so gestärkt, daß die alte Juli-Mehrheit irre wurde und selbst der Fortschritt sich auf den Sieg einstellte. Soll nun die Flaumacherstimmung vom Juli 1917 ersetzt werden durch eine solche vom Juni 1918? Vielleicht nur, weil es Herrn v. Kühlmann nach diplomatischen Lorbeeren gelüstet, die er an den Verständigungstischen mit England zu pflücken gedenkt? Herr v. Kühlmann hat Volk und Vater­land keinen Dienst mit dieser Rede erwiesen. In die Sieges­hoffnungen, in das Vertrauen auf die eigene Stärke warf ei den Zweifel und das Mißtrauen. Und so hat Herr v. Kühl- mann unfern Feinden einen Sieg erstritten, der geeignet ist, die Früchte der drei Frühjahrsschlachten verloren gehen zu lassen, zumindest in moralischer Beziehung. Trotzdem aber wird, so ist zu hoffen, die Rede des Herrn v. Kühlmann ein Ende ihrer Wirkung finden an unseren Heeren, die unter Hindenburgs und des Kaisers Führung uns den Sieg er­streiten werden, so wie es der konservative Sprecher, Gras Westarp, Ausdruck gegeben hat.

Juli 1917 Juni 1918.

Trotz aller unverblümten Absagen, den die wiederholten mehr oder minder verschämten Friedensbereitsschaftserklä- rungen verantwortlicher und unverantwortlicher deutscher Politiker bei den Gegnern gefunden haben, sind die Juli- Hoffnungen in gewissen Kreisen nicht zum Absterben zu bringen. Zwar ist die Entschließung des Reichstags vom Juli 1917 als wertloser, das Ansehen des Reiches schädi­gender und das Vertrauen des Volkes schwächender Plunder erkannt, aber die Bethmännerei nimmt kein Ende. Es ist als ob Balfour, Asquith, Wilson und die französische Kammer. seit die Juli-Resolution in die Welt ging, nie kriegshetzerische Reden gehalten hätten, Hindenburg und Lirdendorsf die deutschen Truppen nicht einen Schritt vor­wärts geführt hätten, so unverrückt stehen in bemerkens­werter Harmonie die Sozialdemokratie und Herr von Kühl­mann im Zeichen des, sagen wir es beschönigend, Klein­muts. Von dem großen Tag der Erörterung des Reichs­tags über den Haushalt des Reichskanzlers und Aus­wärtigen Amtes glaubte derVorwärts" fordern zu kön­nen, daß er, um das Prädikatgroß" zu verdienen, eine Rede des Reichskanzlers, bringen müsse, die einewirkliche Tat" darstellt, eine Tat in dem Sinne der Eröffnung eines klar umgrenzten neuen Friedensangebotes, wie es die Mehr­heit vor nun fast Jahresfrist forderte. Die Hoffnung der Sozialdemokratie hat sich erfüllt. Zwar war es nicht der Reichskanzler, der zurTat" im Sinne der Juli-Leute schritt, sondern Herr v. Kühlmann belastete sich mit der Täterschaft der gründlichen Vernichtung des Siegerwillens der Erschütterung des Glaubens an die Möglichkeit des Durchhaltens bis zur endgültigen Niederwerfung der Feinde.

Den militärischen Führern Hindenburg und Ludendorff die durch Wort und Tat dem Volke begründete Ursache an das Vertrauen auf den Endsieg gaben, glaubte Herr von Kühlmann den verdienstvollen Generalstabschef von 1870/71 entgegenstellen zu können. Er zitierte dessen Ausspruch aus den 80er Jahren, daß der nächste Krieg gewaltigen Umfang nehmen müsse und eine sieben, ja auch dreißigjährige Dauer haben rönne. So Molkte gleichsam als Kugelfang vor sich haltend, schritt der diplomatische Sieger von Bukarest und Brest-Litowsk zur Tat und erfüllte die Juli-Hoffnung des Vorwärts". Und diese Tat bestand in einer Entschuldungs- aktion für England von der Last der Kriegsanzettelung, die ans ein erneutes Erstochen um Verständigung hinauslief und der Absage auf die Hoffnung durch Entscheidung der Waffen Bei der Zahl und Größe der in den Krieg verwickelten Mächte könne ein Ende ohne diplomatische Verhandlungen kaum erwartet werden. Und wie für diese Behauptung Moltkes Ausspruch von dem sieben oder dreißigjährigen Kriege Herrn v. Kühlmanm gerade passend erscheint, um die Hörer im Lande für eine Verständigung zu erweichen, so mußte ihm Napoleon dienen, um England reinzuwaschen von dem Vorwurf der Weltherrschaftsbestrebungen. Napoleon, der bekanntlich vor 100 Jahren den gleichen Versuch machte, wie jetzt Deutschland, die Fesseln der englischen Weltherr­schaft von Europa abzustreifen. Im Unschuldskleide steht England da: Napoleon und Herr v. Kühlmann haben es fteigesprochen und die ftüheren russischen Machthaber waren die Anstifter des Krieges. Was hindert nun noch das schuld­lose England mit dem schuldlosen Deutschland in den Saal der Verständigung zu treten?! Der verantwortliche Leiter des Auswärtigen Amtes wird es nie begreifen. Nicht das hindert, was Herr v. Kühlmann positiv für Deutschland will, den alten Besitzstand, Kolonien, fteien Seehandel, das wäre kein Grund für England, den Krieg ins Ungemessene fortzuführen. Nein, England ist beherrscht vom Willen zum Sieg, der hindert es und den stärkte Herr v. Kühlmann, in­dem er den Glauben in Deutschland zu vernichten bemüht ist, daß eine reine militärische Entscheidung möglich sei. Niedergeschlagenheit, Zweifel, Mißstimmung muß diese be­dauerliche Rede des Staatssekretärs auslöfen, und die Frage entstehen lassen, wessen Anschauungen richtig sind, die des Staatssekretärs oder die der militärischen Führer. Sind wir nicht fähig, die Feinde venücktend zu schlagen, sind wir am Ende unserer Kraft, sind d ?: : teden des Herrn v. Kühi- mann nur darauf berechnet. dem Gegner deutsche Stärke vor­zutäuschen? Wenn dem sv ist, dann sollte Deutschland in der Tat sich bedingungslos unterwerfen und damit dem Ver­bluten ein Ziel setzen. Aber verdienen denn, an wirklichen Taten gemessen, die Reden des Staatssekretärs v. Kühlmann mehr Vertrauen als Hindenburg? Ist nach den Siegen in Rußland und Rumänien, angesichts der rastlosen Arbeit der U-Boote, eine militärische Entscheidung wirklich unmöglich? Hindenburg unb Ludendorff haben sie mehr als einnml ver­

Wie die Demskralie den Dollar verieidift

Einen fesselnden Beitrag zu dem vortrefflichen Kaiserwort von dem angelsächsischen ..Götzendienst des Geldes" liefern ei­nige Anmerkungen der linkssozialistischen StockholmerPoli­tiker" über die Art, wie Nordamerika fürZivilisation und Kultur" und ftir dieFreiheit" der k lernen Völker kämpft.Wir alle wiffen. so heißt es darin, daß die Auswanderer in Amerika nicht willkommen sind, das heißt nicht alle: Ruffen, Polen.

Italiener, Slowaken, Ruthenen. kurz alle Völker, die für Hun-gerlöhne arbeiten und sich geduldig ausplündern lasten, die dankbar die Hand lecken, die sie peitscht die sind besonders willkommen. Aber leider befinden sich unter der Hefe auch Schweden und andere Skandinavier, damned dutchmen die ihr Recht als Menschen fordern. Diese sind dem Dollar­fürsten stets ein Dorn im Auge gewesen. Als nun Amerika seinenzaristisch-demokratischen" Führern in den Krieg folgte» hielt der Kapitalismus die Zeit für gekommen, dieselästigen Schmarotzer" los zu werden. England hatte die Methode ein­geführt, neutrale Schiffe zu beschlagnahmen. Amerika war nicht bester, esschrieb zwangsweise neutrale Untertanen aus." Im übrigen folgte es dabei nur einem schon während des Frei­heitskrieges gegebenen Beispiel. Mit Hilfe des Gesetzes, das man selbst so grausam mit Füßen getreten hatte, wurde kürzlich ein Schwede wegenWehrpflichtsverweigerung" zu 22 Jcchren Strafarbeit verurteilt. In einem gleichen Prozeß wurden 5 Skandinavier (keine amerikanischen Bürger) zu zusammen 60 Jahren Strafarbeit verurteilt. Auch dieshalf" offenbar nichts. Man sah sich daherleider" gezwungen, mit Maffen- avsweisungen zu drohen. Man hat lange glauben wollen, daß solche Mitteilungen deutsche Propagandamärchen wären. Aber die jetzt hier eingetroffenen schwedisch-amerikanischen Zeitungen zerstreuen auch diese letzten Zweifel. In denselben findet sich nämlich ein hierher gehörender Gesetzvorschkag abgedruckt, der dem Kongreß unterbreitet wurde und bestimmt, daß alle was. fenfähigen Ausländer, die sich nichtfreiwillig" -1 ist sehr

demokratisch in dieamerikanische" Armee ein-, ü-»

sen, das Land sofort verkästen sollen. So handelt da. -u

tische Amerika, wenn der Dollar in Gefahr ist. Un ivr- Be­sitzer des Dollars zieht die Offiziersuniform an und stot.-.iert auf den Straßen von Paris, bewundert vom schönen Geschlecht» das er körperlich und moralisch ansteckt. Wir sind zwar ge­wohnt, uns fast in jeden Ueb ergriff zu finden, sobald die Krieg­führenden mit einem Geste a la Cyrano de Bergerac erklären, daß die Maßnahme aus kriegerischen Rücksichten notwendig war." Wenn jedoch Millionen Skandinavier, Tausende und aber Tausende von Schweden von dem Dollarkapitalismus ia dieamerikanische" Armee gepreßt und als Schlachtvieh über den Ozean transportiert werden, um gerade die Millionen zs verteidigen, um die man sie geplündert hat, um für dieZivtli- fation und Kultur" (lies Dollar) zu kämpfen dann ist es still. Nicht ein Lufthauch ist zu spüren. Der schwedische Ar­beiter ist kein Mensch, er ist höchstens ejnamerikanischer" Freiwilliger! . ..

Um den Siegespreis.

Der Antrag Dr. N o e s i ck e ist im Reichstags-Ausschuß gefallen. Aber er wird wiederkehren, mehr noch, er wird nicht mehr aus der öffentlichen Erörterung verschwinden. Denn es ist die einzige Brücke, auf der wir uns aus dem Hungerfozialis. mus herausretten können. Er will dem freien Handel einen Teil des Marktes zurückgeben. Aber die linksliberalen Par­teien gegen Handel und Freiheit wollen nicht.

Unsere Feinde sagen in ihrer Proste ständig: Wenn di» Deutschen auch siegen, wir haben eine Waste, mit der wir ihnen noch am Verhandlungstische den Sieg entwinden: die Zurück­haltung der den Deutschen unentbehrlichen Rohstoffe und Nah-, rungsmittel; die Deutschen geben selbst zu, daß sie diese nicht entbehren können, je länger der Krieg dauert, um so schärfe, wirkt diese Waffe. Die Entente rechnet also darauf, daß die Freiheit der Meere und die Ueberseeversorgung für uns un­entbehrlich und darum der Endsieg ihr sicher sei. Für uns folgt daraus, daß wir den Sieg sicherstellen, beschleunigen, verds?- peln, wenn wir uns auf unserer kontinentalen Basis so ein­richten, daß wir zunächst die überseeischen Güter nicht gebrau­chen; an dem Tage erst ist unser Sieg vollständig und der Friede ist da.

Wir haben die Kornkammern Europas, Ungarn, Rumanle« und die Ukraine dem deutschen Acker zu gelegt. Auf dieser ver­breiterten Grundlage muß es gehen; es kann gehen, aber vor allen Dingen: es muß gehen; aber freilich mit der gewaltsame« Erfastung nicht, sondern nur mit der Wiederherstellung des freien Handels. Dazu ist der Antrag Dr. Roestcke der erst» Schritt.

Herr von Waldow sagt: Es ginge nicht, es sei eben wenig da. Wird denn nun durch eine allgemeine Beschlagnahm» die Ernte größer? Nein! Gleichgültig, -b vieL Kd« wenig dtz