Ausgabe 
28.6.1918
 
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Unrnmer 149

Freilag. den 28. Imii 1918

11. Jahrgang.

Vxc »$tut Tag-srel1m.a" erscheint reden Werktag. Regetmähige BeilagenDer Kauer aus Kessen".Die Spinnssude". Serrrgspr-is: Bei den Postanstalten otcrteliäbxlicb Mk 2 40 ® ,n8U lritt "Och das Bestellgeld: bei den Agenten monatlich 85 Pfg. einschliehlich Trägerlotin. Anzeigen: GrundzeUe 2b Pfg., lokale 20 Pig^ Anzeigen von auswärts werden durch Postnachn'adme

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erhoben. Erfüllungsort Friedberg.

Me Ermordung des GrMrrN?

Uergedliche Angriffe der Italiener. Feindliche Flieger Liber Karlsruhe. Offentrnrg. Kndwigshaftn

und dem lothringischen Indnstriegediet. 16000 Tonnen versenkt.

Der deutsche Generalstab meldet: ==~--

M. T. §. «ratzes

37. Juni. AmNich.

KauptstnarUsr.

derr

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppen Kronprinz RupprechL und Deutscher Kronrinz.

Die Lage ist unverändert.

^ Rege Tätigkeit des Feindes nördlich der Scarpe und l^omme, westlich von Soissons und siidwestlich von Reims. Aus der Kathedrale von Reims wurden erneut Beobachter des Feindes erkannt. Während der Nacht nahm die Ar- tillerretätigkeit auch an oot übrigen Front zwischen User und Marne in Verbindung mit Erkundungsgefechten der Infanterie wieder zu.

Heeresgruppe Gollwitz

Auf dem östlichen Maasufer führten wir erfolgreiche Erkundung durch. Nördlich von St. Mihiel wurde ein starker Vorstoß des Feindes abgewiesen.

«

Aus feindlichen Bombenstaffeln, die in den beiden letzten Tagen Zum STnoriff Qeaert Karlsruhe. Offenburg und das lothringische Industriegebiet vorstießen, wurden 6 Flugzeuge abgeschossen.

Unsere Bombenge sckMader griffen gestern Paris und auf dem Wege dorthin Bahnknotenpunkte und Flugplätze des Feindes an.

Leutnant Rumey errang seinen 25. Lustsieg.

Der Erste Generalquarliermeister: Ludendorff.

Abendbericht.

Berlin, 27. Fum, abends. (WB. Amtlich.) Von den Kampffronten nichts Neues.

, Der österreichische General stab !! - - -- meldet: -"

Wien, 27. Juni. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Bei Vezecca im.Etschtal und auf der Zugna scheiterten italienische Erkundungsvorstöße. Der heiß umstrittene Col del Rosso, am 16. Juni von der Edelweißdivision im Sturm genommen und seither in den schwersten Kämpfen siegreich behauptet, wurde gestern vormittag' nach schwerem Trom­melfeuer abermals durch starke Kräfte angegriffen. Es war für den Feind ein vergebliches Beginnen, seine Kampf­fähigkeit nnt der unserer Salzburger, Kärtner, Ober- und Niederösterreicher zu messen, an deren Tapferkeit alle An­griffe zerschellten. Die jungen Regimenter 107 und 114, von der Artillerie in allen Gefechtsphasen mustergültig unterstützt, haben sich eines Geistes mit ihren altbewährten Sturmtruppen, den S9ern, "7ern, Ilern und 49ern gezeigt. Der Feind erlitt schwere Einbuße an Toten und Verwun­deten und ließ zahlreiche Gefangene in unserer Hand. Bei Ponte di Piave versuchte der Italiener in Booten unser Ufer zu gewinnen. Er wurde zusamniengeschossen.

Der Ehes des Gencralstabes.

46 000 Tonnen versenkt.

Berlin, 26. Juni. (WB. Amtlich.) Auf dem nördlichen Kriegsschauplatz wurden durch unsere Unterseeboote wieder­um 16 000 Bruttotonnen feindlichen Handelsschiffsraum vernichtet. Zwei Dampfer wurden im Westausgang des Kanals aus stark gesicherten Geleitzügen herau^geschossen.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

*

Berlin, 26. Juni. (WB.) Durch den U-Bootkrieg fehlt es unseren Feinden an'allen wichtigen Rohstoffen. Unter Ihnen nimmt auch die Wolle einen nicht unbedeutenden Platz ein. Wie knapp das britische Jnselreich daran ist, er­klärte kürzlich lautAorkshire Post" der Vorsitzende des Robbaumwolle-Komitees in einer Versammlung in London.

Er betonte, daß die durchschnittliche monatliche Zufuhr zur Zeit höchstens 13 500 Tonnen betrage. Die Lage zeige eine Neigung zu besorgniserregenden Schwankungen für den Fall, daß im Schiffahrtsverkehr irgend ein weiterer, wenn auch noch so kleiner Rückgang erfolgen sollte. DieserchUm- stand sei umso unbefriedigender, als Frankreich fortwährend o.uf Beistand dränge. Bis jetzt sei Großbritannien nicht in der Lage gewesen, diesem Drängen Folge zu geben.

Unter dem deutschen Feuer.

Bern, 26. Juni. Der Frontberichterstatter des "Echo de Paris" meldet, Amiens werde sehr energisch weit-r beschossen. Bisher habe man über 10000 Einschlagstellen von Granaten gezahlt. Der Schaden ist unberechenbar. Jedes 27. Haus sei zerstört, jedes 7. Haus beschädigt. Doul. lenZ, Saint Pol und Abbebille hätten durch unablässige Beschießung gleichfalls schweren Schaden erlitten. Bethune brenne immer noch und gehe wie Arras vollkommenster Zerstörung entgegen.

Berlin, 27. Juni. (WB.) Am 20. Juni wurden Est- rees-St. Denis und Marguy -nit schwerstem dentsch-n Flachfeuer beschossen.

Vom ifüüNiMjnt Kriegsschauplatz.

Blutig gescheitert.

Wien, 27. Juni. (WB.) Aus dem Kriegspreflequar t,er wird gemeldet: Die schweren Kämpfe auf der Hock

flache der Sieben Gemeind«,, und östlich der Brenta dauerte am_ 24. , 5 utu noch bis in die Dunkelheit fort. Um jede Preis wollte d-r Feind sein- am 15. Juni verlorene Stellungen wlcdergewinnen. Heftige, stellenweise zur Trommelfeuer gesteigert« Artillerretätigkeit leitet« fern Unternehmungen ein. die überall erfolglos blieben. A, Col del Rosso wies das Infanterie-Regiment Nr. 114 zw« starke feindliche Angriffe ab. Am Monte Asolone, wo de Feind in den Abendstunden zum siebenten Male gegen unser Linien vorstürmte, warf ihn ein Gegenstoß unserer Rc serven unter sckstoersten Verlusten restlos zurück. An de: anderen Abschnitten der Gebirgsfront konnten unsere Feld wack)en nach erfolgreichem Kampfe merklich vorgeschobe, Sallfe bet lackst brachen mehrere feindlich Lorstoße beiderseits der Brenta schon im Abwehrfeuer zu stimmen. In diesen Kämpfen machten wir einige hunder Gefangene. Infolge der erlittenen außerordentlichen Ver nickst toleb<Ut otte 2-°'nd am 25. Juni feine Angriff

flow MgttailM auf Karlsruhe.

Karlsruhe, 27. Juni. Amtlich wird gemeldet: !

26. Juni mittags griff eine größere Anzahl feinMi. Sieger dre offene Stadt Karlsruhe erneut an. < toorfen dabei mehrere Bomben ab, von denen die meis ln den Wald oder auf freies Feld fielen. Im übri wurde^ nur leichter Sachschaden verursacht. Menschen w den nicht verletzt. Ein feindliches Flugzeug wurde z Absturz gebracht. 0

Der Fitfla,,griff ans Uaris.

Genf, 27 .Juni. Nach einer amtlichen Pariser Mit­teilung vom 27. Juni wurden gestern Zlbend mehrere Gruppen feindlicher Flugzeuge in der Richtung auf Paris gemeldet. Der Alarm wurde um 11 Uhr 16 Min. gegeben Die Verteidigung trat mit allen Mitteln sofort in Tätigkeit Dre Wachtposten eröffneten ein heftiges Sperrfeuer. Man meldet, daß einige Bomben abgefallen sind, die Sachschaden verursachten. Der Alarm der Bevölkerung ging heute früh 12 Uhr 36. Min. zu Ende.

Graf Drilling im Hauptquartier.

Reichskanzler Graf Hertling begibt sich, wie wir erfahren, heute zu wichtigen Besprechungen ins Große Hauptquartier '

Die fmorhog I« fejutrn?

Ermordet oder nicht?

Rotterdam, 27. Juni. DieMorningpost^ meldet ans Petersburg, man sei bis Mittwoch früh ohne jede Nachricht, ob die Meldung von der Ermordung des Zaren sich be­stätigt, jedoch werde durch Petersburger Zeitungen bekannt, daß der Zar in seinem jetzigen Aufenthaltsorte Jekaterin­burg mehrere Fluchtversriche unternommen habe, die durch die Wachsamkeit der Räte verhindert wurden. Der letzte Fluchtversuch sei vor vier Wochen vorgekommen. Die Morningpost" schreibt, daß der Zar mehrere Briefe an die englische Botschaft in Moskau gerichtet und darin um Zu­sendung von Lebensmitteln und Büchern gebeten habe. Der Wunsch des Zaren sei arrch selbstverständlich erfüllt worden.

Das StockholmerDagbladet" berichtet ans Petersburg: Die Sonderblätter über die Ermordung des Zaren wurden von den Rätebehörden nicht beanstandet, obwohl die Zei­tungen hinzufügen, daß bis jetzt keine Bestättigung der Nach­richt vorliege. Man glaubt, daß die Behörden über die Er­mordung näher unterrichtet sind, als sie zugeben. Auch Gorkis BlattNowaja Schifn" spricht von der Ermordung des.Zaren als von einer Taffache. Die Einzelheiten \mv:a noch nickst aufgeklärt. Nach dem Bericht eines Augenzeugen lväre die Ermordung in einem Eisenbahnwagen erfolgt in dem der Zar in Begleitung von vier roten Gardisten gesessen habe. Er soll über seine Fortschaffung und schleckst? Behandlung aufbrausend geklagt haben und dabei mit seinen Begleitern in Streit geraten sein. In, Verlaufe dieses Streites sei der Zar erschlagen oder erschossen worden. Wo sich seine Leiche befindet, und was mit ihr geschehen i'st wisse man nicht. Seine Töchter hätten in einem bene - barten Wagen in Begleitung von Beauftragten der Re ' gesessen. Das Schicksal der Töchter und des Thronfolgers sei unbekannt.

Nach einer Londoner Drahtung melden dieTimes" aus Petersburg: Die Boffchaster des Verbandes in Mos- kau erhielten den Auftrag, in einem gemeinsamen Schritt bei der Bolschewistenregiernng Aufklärung über die Um­stände zu fordern, die znm Tode des Zaren geführt hätten

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In Darniftadt noch keine Nachricht.

Darmstadt, 27. Fum. Die Meldung, der großher-om liche Hof in Darmstadt habe ans Moskau eine von Tscküt- fcherin Unterzeichnete Drahtung erhalten, nach der der Zar ermordet worden sei, ist falsch. Nach Erkundungen an zu­ständiger Stelle ist dem großherzoglichen Hose keine der­artige Drahtung zugegangen.

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Auch der Zarewitsch tat?

Stockholm, 27. Juni. Nach Meldungen desDagbla- det" aus Helsingfors erhalten sich in Petersburg die Ge­rüchte über die Ermordung des Exzaren. Die Sovjep regierung läßt Extrablätter über den Tod des Zaren ver­breiten. Nach Meldungen der PetersburgerWremia" soll der Zarewitsch Alexcil nach langjähriger Krankheit gestor­ben sein; seir^Tod stehe aber mit der Ernwrdung des Za- ren in keinem Zusammenhangs

Rußland.

Die Schwarzmeerslotte.

Berlin, 26. Juni. (WB.) Ein Teil der Schwarzmeerffolk« mit dem LinienschiffWolja" kehrte aus Noworofsifk nach Ca- wastopol zurück. Ihr Kommandant, Admiral Seablin, hat sich nach Moskau begeben. Der in Kiew weilende Bolschewiki-De- legierte Beglow erfuhr vom Autzenkommissär Tschitscherin, daß die Matrosen der Schwarzmeerflotte nach Eintreffen des Mos. kauer Funkspruchbefehls, die Flotte nach Sewastopol zu schaffe^ zur Feststellung der Richtigkeit dieses Befehls eine Delegation nach Moskau sandten. Die mit der Bestätigung des Befehl« nach Noworofsifk entsandten Sowjetdelegierten seien von Ko» saken abgefangen worden. Tschitscherin dementiert das Gerücht über die Verpachtung von zwei Linienschiffen der NoworofsiskeR Flotte an Deutschland.

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