Mm nie durch Liebt Leid geschah.
Roman von Court Hs- Mahler.
42 ) Nachdruck verboten
©taf Rudolf lehnte sich in feinen Sesiel zurück.
».Du weißt, daß ich in einer diplomatischen Sendung ehte Anse nach Schweden unternahm. Ich hielt mich einige Wochen in Stockholm auf. Maria von Platen hatte durch Bekannte von meiner Anwesenheit erfahren, und eines Tages schielt tch ein Kärtchen von ihr. Warte — tch will es dir zeigen."
Er entnahm seiner Brieftasche einen schmalen Briefumschlag und zog eine Karte daraus hervor. Diese reichte er dem Freund hin.
Der sah darauf nieder und las:
„Lieber Graf? Ob Sie sich meiner noch erinnern, weiß ich Nicht. Aber ich erinnere mich Ihrer noch sehr gut und weiß, daß Sie der beste, treueste Freund meines Vetters. Heinz von Birkenheim, waren. Ich habe eine große, inniae Bitte an Sie. Würden Sie mir eine halbe Stunde Ihrer kostbaren Zeit wid- nren und mich, sobald es Ihnen möglich ist, besuchen? Verzeihen Sie, wenn ich Sie dränge, recht bald zu kommen, aber ich fürchte, daß meine Tage gezählt find. Ich bin sehr krank. Einer Sterbenden werden Sie den innigen Wunsch nicht versagen. Deshalb hoffe ich bestimmt auf Ihr Kommen. Meines heißen Dankes dürfen Sie sicher fein.
Ihre
Maria v. Platen geb. Freitn v. Birkenheim."
Heinz von Birkenheim schloß einen Moment die Augen, lkcil sie wie Feuer brannten.
„Und du gingst zu ihr?" fragte er heiser.
Graf Rudolf nickte.
»,Ia ich suchte sie auf. Sie bewohnte mit ihrer einzigen Tochter eine sehr kleine, bescheidene Billa vor der Stadt."
..Maria hat eine Tochter?" fragte Herr von Birkenheim hastig.
„Ja — ihr einziges Kind. Diese Tochter empfing mich. Mit traurigen Augen sagte sie mir. daß ihre Mutter, die schwer trank sei. mich sehnlichst erwarte. Sie dankte mir herzlich, daß ich gekommen sei, weil das ihrer Mutter eine Wohltat sein würde, und dann führte sie mich zu ihr. Ich habe nie eine so rührende, dem Tod geweihte Erscheinung gesehen, als diese Frau. Roch auf ihrem Sterbelager war sie schön. Ihre Augen
glanzte» überirdisch, mrd chr VlÄches, feines Gesicht Dndete chre Erregung. Eie streckte mir die Hand entgegen und umklammerte dann die meine, als muffe sie sich daran halten."
Und dann fragte sie mich nach dir — nach der alten Heimat — nach allem, was sie hier zu-rückgslaffen hatte. Ich habe ihr erzählt, was ich wußte, und sie las mir die Worte schon vom Munde. Hauptsächlich, was ich ihr von dir erzählte, erregte sie sehr. Und nie habe ich auf eines Menschen Antlitz einen tieferen Schmerz gesehen, als auf dem ihren, als ich ihr berichtete, was für ein einsames, freudloses und verbittertes Leben du geführt hast. Und als ich ihr alles gesagt hatte, — da legte sie mir eine förniliche Lebensbeichte ab. Au<H davon sprach sie, wie es gekommen war, daß sie dich verließ"
Hier schwieg Gras Rudolf und sein Freund atmete schwer und bedrückt. *
Lange Zeit blieb es sttll. Endlich fragte Heinz von Bir- kenheim heiser: „Unb — bald darauf ist sie gestorben?"
..Ja, Heinz, wenige Tage, nachdem ich bei ihr gewesen war, meldete mir ihre Tochter ihr Ableben. Ich weilte noch in Stockholm und habe ihr die letzte Ehre erwiesen. Denn diese Frau verdiente, geehrt zu werden — trotzdein sie dir die Treue brach — brechen mußte."
Herr von Birkenheim nickte.
„Ja. ich weiß es, sie war trotz ollem ein edler, guter Mensch, und verdammt habe ich sie nie. Aber nun sage mir — in was für Verhältnissen hat sie gelebt? War sie vor Rot und Sorge», geschützt? Platen war nicht vermögend, wenigstens nicht neu- * nenswert."
„Sie lebten in bescheidenen, aber durchaus gesicherten Ver- hältniffen. Sie bezog eine Pension, und außerdem hatte sich ihr Gatte gleich nach seiner Verheiratung mit einer ziemlich hohen Summe in eine Lebensversicherung eingekauft. Die Zinsen dieser Summe und ihre Pension sicherten ihr und ihrer Tochter ein sorgenloses, wenn auch bescheidenes Leben."
„Und ihre Tochter? Was ist aus ihr geworden?"
Sie blieb mit einer alten treuen Dienerin in der kleinen Villa wohnen, bis sich ein Käufer gefunden hatte. Als einzige Erbin ihrer Mutier verfügte sie über etwa hunderttausend Mark, und dann erhielt sie noch gegen fünszigtausend Mark für die kleine Villa."
„Du bist gut orientiert."
„Ja. ich wollte die junge Dame nicht a>us den Augen verlieren. weil ich mir denken konnte, daß du dich vielleicht für
sie interessieren könntest. Immerhin ist sie dir doch nahe verwandt — ebenso nahe wie Baroneß Karla"
Wieder entstand eine Pause. Heinz von Birkenheim nahnr Maria von Platens Bild auf und sah darauf nieder. Darm legte er es still wieder hin und sah den Freund an.
„Weilt die junge Dame noch in Stockholm?"
„Nein, vor einigen Monaten ist sie nach Deutschland ge kommen. Sie ist befreundet mit der Tochter des Barons Herber, der in Stockholm der Gesandtschaft zugeteilt war. Baro, Herder ist vor einigen Monaten nach Deutschland zurückgekom. men mit seiner Familie und hat seinen Wohnsitz jetzt in Ber. lin aufgeschlagen. Die junge Freiin von Platen hat ihvr> Freundin begleitet und fand bis auf weiteres Aufnahme 116 Hause des Barons Herder. Dort habe ich sie wiedergefehen"
Heinz von Birkenheim strich sich über die Sttrn.
„Ich möchte sie kennen lernen. Glaubst du wohl, daß stz eine Einladung nach Birkenheim annehmen würde?"
„Das würde sie sicher tun, wenn sie nur wüßte, daß sie dk* angenehm wäre."
Herr von Birkenheim erheb sich.
„Ich muß das dann gleich mit meiner Kusine Helene be^ sprechen, Rudolf. Vielleicht ist es bester, die Einladung geh«, von dieser aus."
In Graf Rudolfs Augen blitzte es seltsam auf. >
„Willst du mir einen Gefallen tun, Heinz?"
„Unbedenklich jeden, Rudolf."
„Dann sprich, bitte, vorläufig noch nicht mtt der Baronltß Haßüach über das, was ich dir eben erzählt habe."
Erstaunt sah Herr von Birkenheim den Freund an.
„Warum soll ich das nicht tun. Rudolf?" Schließlich ist doch die junge Freiin von Platen ebenso nahe mit der Baronin- und ihrer Tochter verwandt, als mit mir."
„Dgs wohl, aber trotzdem bleibe ich bei meiner Bitte. Nenne es eine Laune von mir — ater sprich mit der Baronin und ihrer Tochter nicht von Maria und ihrer Tochter. Nur noch einige Zeit verschweige es ihnen. Ich habe meine triftigen Gründe dafür."
Heinz von Birkenheim schüttelte verwundert den Kops.
„Ich verstehe dich nicht, lieber Freund."
Graf Rudolf legte ihm die Hand auf den Arm.
Fortsetzung folgt.
Die glückliche Geburt eines gesunden
Mädchens
zeigen hocherfreut an
Apotheker Brill
und Frau
geb. Henney.
Reichelsheim J. W., den 26 . Juni 1913.
Bekanntmachung
der Mmim LtlskriHiktnkasst sür Dm Kreis Wedberg.
rt)lf y . laut Bekanntmachung des Großh. Kreisamts. Verfich.-Amt Friedberg vom 10 6.1918.
M.^unr besonders Hinweisen. ber Wert der Sachbezüge vom 1. Juli 1918 ab eine Erhöhung er- überzuführen^em <l ” i)ec in Frage kommenden versicherten Personen in eine höhere Lohnjtuse
werden den Herren Arbeitgebern in der Weise von einer Aenderung der Lohnstufe 9! be "’ auf den Beillagsanforderungen für Juni, die in der ersten Hälfte des Juli zur ßotmitu cn hinter den Namen der versicherten Personen verzeichnet werden. Wo ein solcher Bermerk nicht gemacht ist. bleibt die seitherige Zuteilung bestehen. rirf . JrV; Surren ^rteit eber tüoüeii diese Vermerke beachten, damit sie in der Lage find, den nchtlgen Beitragsameit der Versicherten mit die en verrechnen zu können.
^ 1s* auch der Ortslohn erhöht worden. (Gekanntmachung Eroßh.Kreis-
'fc mteS F^dberg vom 10. 6. ls.) Demgemäß ändern sich für unständig beschäftigte m!.^-'"s;^^" b E''üewerbe be,chaftigten Personen sowohl die Beitragssätze wie anch die Leiftvngen, welche sich vom 1. Jul» 19ld wie folgt stellen: *
Nachruf.
Den Heldentod fürs Vaterland starb unser treues Mitglied
Vizefeldwebel
Philipp Lahm.
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1.86
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Friedberg, den 27. Juni 1018.
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Friedberg, den 27. Juni 1918.
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