Ausgabe 
27.6.1918
 
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Jtafrter am Vellen Lage medergrschoffea. Die Unrstehen-e, hätten nichts getan, um den Tater festzunehmen. In Bally ka.n es infolge der Verhaftung zweier Jünglinge wegen un­erlaubten Exzerzierens zu einem regelrechten Straßenkampf Zwischen der Polizei und der Bevölkerung. In Dublin und anderen Plätzen gchen trotz strenger Verbote die militärischen Hebungen weiter. 23 deswegen verhaftete Männer zeigten dem Gerichtshof ihre Verachtung und verweigerten die An­gabe des Namens. Wegen der gleichen Straftat in West- Port Verhaftete weigerten sich, das Gericht anzuerkennen. In Ballymoe flüchtete ein Sinnfeinführer, gegen den ein Haftbefehl erlassen worden war, vor Gendarmen mit dem Zweirad. Er feuerte auf die entgegenkommenden Gen­darmen und entkam. Der Dubliner Berichterstatter des Daily Chronicle" behauptet, daß die in Irland herrschende Anarchie vielfach die Folge einer beispiellosen Einschüch- terung durch die Sinnfeiner sei. Ihr seien u. a. der Be­schluß der Nattonalistenführer, dem Parlament fernzu- bleiben, die vielen Falle des Boyketts gegen Leute, die sich dem Widerspruch gegen die Wehrpflicht nicht angeschlossen haben, und dE Hohen Beiträge für den Verteidigungsfonds tzuzuschreiben.

Immer wieder die amm^mlche Me!

Lloyd George sagte in einer neuesten Rede: Man wisse,

wieviel Verstärkungen jede Partei herangezogen habe. Es spielten da immer mancherlei Faktoren mit, die unmöglich ge­nau berechnet werden könnten. Da aber fortgesetzt amerika­nische Truppen ankämen, so sei es sehr wahrscheinlich, daß die Entente den Deutschen an der Westfront summarisch überlegen sein werde. Es fei erstaunlich, wie schnell die amerikanischen Streitkräfte hercmkämen. Er köirne mich hier keine gencnwn Zahlen nennen, aber er könne sagen, es kämen so viel Amerika­ner, dag die Verbündeten dadurch ermutigt, die Feinde aber noch schwer enttäuscht werden würden. Die Deutschen seien btt ihren letzten Reserven angelangt, die sie in den nächsten Mo- rurten würden einsetzen müssen. Sie könnten keine neuen Re­serven bilden, es sei denn durch drastische Maßnahmen z. B. dadurch, daß sie aus kriegswichtigen Betrieben dienstpflichtige Männer herauszögen, und es scheine, daß sie dazu bereits ihre Zuflucht nähmen, was ein neuer Beweis für ihre schweren Der. lüste während der letzten Monate sei. Die nächsten Monate würden Ursache zu Besorgnissen geben, aber er dürfe versichern, ohne irgendwie bluffen zu wollen, daß die Heerführer ver­trauensvoll in die Zukunft sähen. Wir sichen am Vorabend großer Ereignisse. Es wird vielleicht in den nächsten Stunden, sicher aber in den nächsten Tagen eine große Schlacht beginnen, die das gesamte Ergebnis des Krieges entscheidend beeinflußen kann, aber die Verbündeten, waren niemals bester vorbereitet, den Stoß aufzufangen, als jetzt. Der letzte Angrift der Deut­schen auf die französischen Truppen ist mißglückt. Der Feind hat sein Ziel nicht erreicht. Er hofft«, bis Tonrpiegn« vorrücken zu können, aber er kam nur bis Villers-Totterets. Wir haben zu sehr auf die deutschen Erfolge geachtet und zu wenig auf unsere eigenen.

Lloyd George sprach dann über die Ereignisse an der ita­lienischen Front. Es sei nicht nur eine militärische Niederlage, welche Oesterreich erlitten habe, sondern eine Niederlage, die wichtige Folgen auch auf politischem Gebiete haben könne. Denn Oesterreich sei das Land, das am allerwenigsten eine solche Niederlage ertragen könne. Es habe sich mit seiner gan­zen Kraft auf die Italiener geworfen. Ueber 50 Prozent seiner Wehrkraft seien ins Feuer gebracht worden. Die Oesterreicher hätten die Piave überquert, einen sehr bedeutenden Teil des Montello erobert, und hätten sie diesen Berg ganz erobert, so waren sie vielleicht in den Rücken der Stellungen der Alliierten gefallen, was für diese katastrophal gewesen wäre

DerKara!orrs"-Orde,r.

Bern, 20. Juni. Das GenferFeuille d'Avis" bringt aus ^emFeuille d'Avis de Lausanne" vom 8. Juni folgende No­tiz: Ein englischer Offizier der Handelsmarine, der mit einer Zungen Neufchatelerin verheiratet ist, wurde soeben dem König von England vorgestellt und erhielt die hohe Auszeichnung für die kürzlich erfolgte Versenkung eines deutschen Unterseebootes. Das Handelsschiff, durch das U-Boot angegriffen, überwältigte das U-Boot durch Geschützfeuer. Das U-Boot sank schnell mit der Besatzung. Trotz derKamerad"-Rufe seitens der Be. fatzung des Unterseebootes nahm der englische Offizier von der Rettung der Mannschaft Abstand, die in den Wellen umkam. Feuille" bemertt dazu: Die deutschen Unlerseebootsmann-

fchaften sind oft getadelt worden, daß sie sich ihrer Opfer nicht annahmen. Man hat aber noch niemals gehört, daß sich Unter- feebootsmannschaften öffentlich damit gebrüstet hätten und' die- serhalb dem Kaiser vorgestellt oder ausgezeichnet worden wä­ren. (Diese neueste Ruhmestat reiht sich denen ebenbürtig an, die die Leute desKing Stephen" und ihre Kameraden, die den deutschen Oberleutnant Crompton mißhandelten, vollbrachten. Wir schlagen dem König von England vor, die hohe Auszeich­nung. niit der er solche Taten belohnt, alsBaralong-Orden" zu bezeichnen. D. Red.)

Deutscher Reichstag.

(Sitzung vom 26. Juni 1918.)

Abg. Hauß (Eff.): Das V erfasst, ngsgesetz für Effaß-Loth- Nngen wird dauernd durchbrochen. Der Volksverttetung wer­den dauernd Fesseln angelegt An den militärischen Maßnah­men darf nur in vertraulichen Sitzungen Kritik geübt werdem Staatssekretär W a l l r u f: Nicht weit von der Haupt­

stadt Elsaß-Lothringens steht die deuffche Westfront auf effaß. üthringischem Gebiet, und die Grenze kann jeden Tag wieder der Schauplatz ernster Kampfe werden. Deshalb ist die Zeit noch nicht ^kommen, wo über die zukünftige Gestaltung des Landes öffentliche Erörterungen zugelassen werden können

D»e verbündete« Megfets«ee« habe« einen Beschluß «och nicht gefaßt. Da der Reichstag dabei Mitwirken wird, werden auch die Interesse» der effaß-lothringffcheri Bevölkerung Berücksich, ttgnng finden. Die Vlamenfrage berührt den ganzen Komplex der Westfragen, sie findet aber bei uns volle Würdigung und Sympathie. In den besetzten Gebieten kann die militärische Verwaltung nickt entbehrt werden. Die litauische Bevölkerung wird allmählich zur Verwaltung herangezogen werden. Das Ziel, das uns dort vorschwebt. ist nicht die Vergewaltigung der dortigen Bewohner, sondern die Sicherstellung ihrer Ordnung und Freiheit.

Abg. N o s k e (Soz.) kann das Geschrei nach dem Sieg nicht vertragen und hält es besser, wenn der Kaiser nicht so viel tele­graphieren und reden würde.

Abg. Frhr. v. Richthofen (Ntl): Ich bedauere, daß es bisher noch nicht möglich war. die Frage des preußischen Wahl­rechts aus der Welt zu schaffen, zumal ich ein unbedingter An­hänger des allgemeinen, gleichen und unmittelbaren Wahl­rechtes bin.

Abg. Graf P o s ad o w s k y- W e h ne r (D. Fr.): Auch ich teile einen Teil der Bedenken, die gegen den Staatssekretär geäußert worden sind. Es gibt Dinge, die man wohl im engen Kreise erörtert, die man aber nicht öffentlich von der Redner- ttibüne des Hauses verkünden darf, bezüglich der Schuld Ruß­lands an dem Kriege bin ich jedoch der Meinung des Staats­sekretär v. Kühlmann. In Italien stand die Monarchie vor­dem Kriege auf ziemlich schwachen Füßen. Die Jrredente trieb schließlich das Land zu dem schändlichen Verrat. Dadurch, daß gegenüber den Verleumdungen unserer Feinde unsere Regierung nicht immer rasch geantwortet hat, hat sich der Aberglaube bei unseren Feinden festgesetzt, daß nur die Schänder der Kultur seien. Dank der deutschen Siege haben sich die Randvölker be­freit. Man sollte es diesen Völkern überlassen, aus eigener Kraft ihre Zukunft aufzubauen, sonst übernehmen wir eine schwere Verantwortung. Die österreichisch-polnische Lösung kann für uns schwere Folgen haben, aber der Ausgang der Verhand­lungen hängt von den Waffen ab. Das deutsche Volk hat den Glauben an den Endsieg und muß ihn haben, sonst karrn es die Opfer nicht erttagen. Diese Siegeszuversicht im Volke darf die Regierung nicht zerstören.

Abg. Graf v. Westarp (Kons.): Herrn Roskes Kritik

an der Person des Kaiser müssen wir zurückweisen. Unsere Meinung ist. daß wir eine Politik nicht für richtig-halten kön­nen^ die dazu bestimmt ist, die Sozialdemokratie unter allen Umständen an der Stange zu halten^ Mit den gestrigen Aus­führungen des Reichskanzlers sind wir völlig einverstanden. Wir haben nie einen Hehl daraus gemacht, daß wir die Frie- densbcschließung bekämpfen rnussen. Die militärischen Erfolge haben die Lage so verändert, daß wir vou der Entschließung frei geworden sind. Wir haben die Zuversicht im deutschen Volke zu erhalten.

Abg. Haase (Unabh. Soz.): Das Auftreten des Herrn

Neske beweist, daß die Politik der Regierungssozialisten voll­ständig zufammengebrochen ist.

Damit schließt die allgemeine Besprechung. Der Haushalt des Reichskanzlers, der Reichskanzlei und des Auswärtigen Amtes werden genehmigt, ebenso ohne wesentliche Erörterung der Haushalt des Reichs militärgerichtes. des Rechnungshofes des Deutschen Reiches der Schuldenverwaltung und der allge­meinen Finanzvrrwaltung. Damit ist die zweite Lesung des Haushaltes beendet. Schluß ?<6 Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch, 3. Juli, 2 Uhr, nachmittags. Tagesordnung: Dritte Lesung des Haushaltes.

Die piüfdjimfljflnnö der prmoferatrf.

Heute wird die Demokratie angepriesen .als ob sie ein Patenttertss Heilmittel wäre. Statt die einfache Wahrheit zuzugestehen, daß der Krieg die Demokratie auf die Probe stellt, singen unsere Politiker ihr Lobgesänge, als ob sie allem genügte, uni aller Welk Frieden und Glück zu bringen Sre geben sich kerne Mühe, die Demokratie näher zu be­stimmen, und es wäre schwer zu sagen, ob sie sie als ein Re- gierungssyftem oder eine Art Elementarkraft wie etwa die Schwerkraft anichen. Darüber aber sind sie sich alle einig, daß ihre bloße Erwähnung genügt, um die wildesten gesetzt geoenscheu Ausschweifungen zu rechtfertigen. Ihre Tugen- den sind über jeden Zweifel erhaben; ihre Verfechter halten es für unnötig, sie zu rechtfertigen oder zu erläutern. Also müssen die Forderungen derDenwkratie", wie immer sie sein mögen, sofort erfüllt werden, unddemokratisch" ist ein lobendes Beiwort geworden. Für den Augenblick scheint alles gut zu gchen, aber die Umschmeichelung der Demokratie wird, wenn sie aitcfji benutzt wird, alle unsere Refornwersuche zu entschuldigen, schließlich die Neaktton herbeiführen. Selbst ihre beredtetsten Anhänger können nicht ganz ohne irgend­welchen Argwohn sein, und dieser steigert ihre Tätigkeit. Sie müssen die letzte ihnen gebotene Möglichkeit ausnutzen, um das geduldige Werk der Vergangenheit zu zerstören. Denn sicherlich wird das übermäßige Lob des Dinges, das Demokratie" genannt wird, und das die Wähler nur teil­weise verstehen, schließlich die Wirkung haben, daß die Menge den Geschmack daran verliert. Die Athener sandten Aristides ins Exil, weil sie es müde waren, ihn denGerechten" nen­nen zu hören, und nnr werden es erleben, daßdie Demo­kratie" vom Volke mit Füßen getreten wird, aus dem vor­trefflichen Grunde, daß das Volk es müde ist, der Litanei ihrer Vollkommenheiten znznbö'."^"

(Aus dem Juniheft 1918 vonDlackwoods Magazine"^

Wie ks feindliche Ausland urteilt.

ImBayerischen Kurier", dem leitenden Münchener Zentrumsblatt, lesen wir:

Unter der ÜberschriftErzberger contra Ludendorff" bespricht ein italienisches Blatt, der (katholischeCorriere d'Jtalia") in Nmnrner 150 die bekannte Aktion des Abgeord­

neten Erzberger und begrüßt sie. Erzberger sei zusam- ment mit Scheidemann einer von jenen jeiher üüzii- wenigen. Welche in Deutschland in der Richtung der Unter- minierung des Vertrauens zur Heeresleitung arbeiten und es ist wahrscheinlich, daß ihre Tätigkeit für den Fall, daß die deutsche Offensive im Westen innerhalb dieses Jahres nicht die erwartete Entscheidung zugunsten der Mittelmächte bringt, einen radikalen Stimmungswechsel in den feind­lichen (deutschen) Reihen herbeiführen wird. Anzeichen wie das Auftteten Erzbergers müssen als beginnende Reaktion gegen die imperialistische Trunkenheit entsprechend beachtet werden.Wenn trotz der Erfolge Hindenburgs die An>- zeichen sich mehren an Zahl wie an Wichtigkeit, so ist es natürlich, daß wir sie verfolgen müssen."

Mit grimmigem Behagen serviert das Blatt sodann die Erbergersche Erklärung in derGermania" und sucht zu zei­gen, daß sie sich im Grunde genommen gegen dieAlldeut­schen" richte, welche, wie dieKölnische Volkszeitung" (das führende rheinische Zentrumsorgan) darauf hoffen, daß die Opfer, welche der Krieg fordert, den Frieden, und zwar den Hindenburgfrieden bringe (worunter das Blatt einen mit Waffengewalt erkämpften versteht). Diealldeutsche" Presse sei wütend über diese Erklärung Erzbergers, der das Organ des Reichskanzlers Aufnahme gewährt habe: zrmr Glücke sei dem Angegriffenen aber im Abg. Scheidemann ein Ver­teidiger erstanden.Das Einvernehmen zwischen diesen beiden Männern ist ein vollkommenes" undBeide wollen das Gleiche". Es ist notwendig, von diesen Kundgebungen Nottz zu nehmen, denn sie beweisen, daß mitten in voller Entwicklung der Kaiserlichen Offensive die Strömung wieder zum Leben erwacht, welche die einzige Möglichkeit, den Krie- zu beenden,-in einem Kompromiß erblickt.

Der Artikel verrät unverkennbar, welch große Hoff­nungen im feindlichen Auslande auf Erzberger und seine Aktton gesetzt werden. Mag Erzberger mit seinem letzten Vorstoß gegen den Reichskanzler auch eine solche Wirkung zweifellos nicht gewollt haben, so mag die Besprechung doch ein wervoller Fingerzeig sein. Lchrt mich der Freund, was ich kann, so lehrt mich der Feind, was ich soll oder nicht soll!^

Die Meßsugermmre der Z.-G.-G. >

Die Z.-E.-G. hat bei ihrem letzten Jahresabschluß einen Verdienst von 563 Millionen Mark zu verzeichnen gehabt. Das Ergebnis kann nicht befremden, wenn man bedenkt, daß die Zentral-Einkaufs-Genossenschast einen Milliarden-Umsatz hat und gewalttge Preisarrfschläge für die aus dem Arrs- lande bezogenen Waren nimmt. Befremden kann das Er­gebnis nur insofern, als bei Gründung all dieser Kriegs- Gesellschaften die Zrfficherung gegeben wurde, es sei bei den­selben außer auf Verzinsung des Anlage-Kapitals auf keiner­lei Gewinn abgesehen, d<r diese Gesellschaften ja einem ge­meinnützigen Zwecke dienen und das Durchhallen erleichtern sollten. Wenn nun aber durch unverhältnismäß'ae Ver­teuerung der Waren so riesige Gewinne zunächst 3

dem Volke herausgezogen werden, so fragt man siä da die Gemeinnützigkeit bleibt und ob das wirk. Durchhalten dient! Es ist auch begreiflich, wenn .. inännische Kreise, die z. T. durch die Z.-E.-G. ihres Erwerbes beraubt sind, unwillig auf diese Erscheinung blicken. Ist es nicht in der Tat geradezu unverantwortlich, einer einzigen Gesellschaft eine solche Verdienst-Möglichkeit zu schaffen, während Hundertiausende von Betrieben die Berechtigung zur Weiter-Existenz in jahrzehntelanger Arbeit bewiesen haben und jetzt einfach zu Grunde gehen müssen? Es ist höchste Zeit, daß ein Gesetz kommt, das dem Bundesrat die Möglichkeit nimmt, die Kriegsgesellschaften nach freiem Eruressen weiter schalten zu lassen. Es wäre Zeit, daß der Reichstag ein Wort in dieser Sache spräche. Es ich nicht an­gängig, daß solche Werte dem Handel und Wandel zunächst doch einmal entzogen werden, wenn sie später durch andere Kanäle auch wi<Her dahin zurückflietzen sollen. 563 Mil^ lionen Mark, das ist wahrhaftig kein Pappensttl. Und doch gibt es Leute, die auch diesen Betrag noch für viel zu niedrig gegriffen halten und bchaupten, der Verdienst der Z.-E.-G. sei ein noch wesentlich höherer. Zu ihm gehört beispielsweise die in Berlin erscheinendeKolonialwaren-Woche", deren Schriftleitung man eine gute Sachkenntnis kaum wird- streiten könne,:. Leider ist sie nicht in der Lage, konkrete Zahlen über den 563 Millionenbetrug hinaus anzugeben.

<Und doch wäre es so wünschenswert, daß die Allgemeinheit über dieseKleingkeiten", die sie doch recht ernst angehen, einmal ein wenig ausführlicher und exakter Mterricktet' würde. . , . .

Eine Tenenlnßsdkbalte im Gerichlslaal.

Köln, 25. Juni. Durch einen Zufall kamen die Metall­diebstähle eines Schmelzers an das Tageslicht, der in einer Fabrik in Kalk bei Köln beschäfttgt ryar. Der Mann erlitt eines Tages einen Schwindelanfall, fodaß er besinnungslos wurde. Seine Arbeitskollegen bemühten sich sorgfältig um den Ohnmächtigen, beorderten die Krankenbahre der Fabrik und wollten den armen Kollegen ins Krankenhaus schaffen. Da entdectte jemand, daß aus den Taschen des auf der Bahre Lie, genden allerlei Metallstücke herausfielen. Man sah näher M und fand, daß es Zinkblech war. insgesamt an 20 Pfund, da» der Schmelzer sich unbefugter Weife angeeignet hatte. Ditz Folge war eine Verhandlung vor dem Schöffengericht, das gegen den Schmelzer wogen Diebstahl verhandelte. Der Lln* geklagte berief sich auf die große Teuerung z» seiner Entlastung und seine sieben Kinder. Mit seiirem Verdienst sei er damitz nicht ausgekommen. Wieviel verdienen Sie? fragte der Vor-, sitzende: 11 Mark 7 Pfennige oro Tag, gab der Angeklagte a^, Er erzählte weiter, daß er jetzt eine andere Stelle habe, tn det er pro Tag 19 Mark verdiene. Der Nicht« erklärte