Ausgabe 
27.6.1918
 
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11. Jahrgang

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Unmmer 148

Donnerstag, den 27. Juni 1918

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Die ..Nene Taoesreitung" erscheint jeden Werttaq. Regelmäßige BeilagenDer Kauer aus Hessen".Die Spiunssubs". Ke?ugspreis: Bei den Postanstatten rneneliährlich Mk. 2M hinzu tritt noch das Bestellgeld: bei den Anenten monatlich 85>Pfg. einschließlich Trägertotin. Anzeigen: Grundzeile 2d Pfg., lokale 20 Big.. Anzeigen von auswärts werden durch Poi'tnachnahmL erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Kchriftteitnng und Derlaq friedberg (Hessens, ^anauerltratze 12. Ferniprecher 48. Posti tzeck-Loato Nr. 48 *9, ll-nt Frankfurt a. M.

Cngliicher Angriff Indlich der Scarpe und ein französischer Teilangriff bei Chatean-Tlsierry ab gemieden. Erfolg am Dhone-Marne-Kanal. Die Kämpfe in Italien. 18800 Tonnen versenkt.

Der deutsche Generalstad «-= meldet: - =

W. T. K. Großes Hauptquartier» dcsr 26. Juni. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz RupprechL

Südlich der Scarpe griff der Engländer gestern früh mit mehreren Kompagnien in breiten Abschnitten an. Bei Fonchy und Nenville-Vitasse wurde er im Gegenstoß hurückgeworfen. In den Nachbarabschnitten sck>eiter- ten feine Vorstöße in unserem Feuer.

Am Abend lebte die Artillerietätigkeit fast an der gan­zen Front auf. Zwischen A r r a s und Albert und bei­derseits der Somme blieb sie auch während der Nacht lebhaft. Mehrfach stieß der Feind zu starken Erkundungen vor. Er wurde a b e e w i e s e n und ließ Gefangene in unserer Hand.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Zwischen Avre und Marne zeitweilig auflebende Gefechtstätigkeit. Westlich der Oise erbeuten wir in Vor- seldkämpsen französische Maschinengewehre. Ein feind­licher Teilangriff nordwestlich von CHateawLhierry wurde abgewiesen.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

Nördlich voni Rhone -Marne- Kanal brach bayerische Landwehr in die französischen Stellungen nord­westlich von Bures ein und brachte zwei Offiziere und 40 Mann gefangen zurück.

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Ans einem feindlichen Geschwader, tzas *am 24. 6. östlich von Soissons bis zur Aisne zum Bombenwurf Vordrang, wurden fünf Flugzeuge abgeschosfen.

Gestern wurden 12 feindliche Flugzeuge und drei Fes­selballone zum Absturz gebracht.

Leutnant 1l d e t errang feinen 33.. 34. und 36., Leut­nant K i r s ch st e seinen 27.. Leutnant R o m e y seinen 24., Leutnant V o l t j e n 6 feinen 23., Leutnant B i l l i k sei­nen 21. Luftsieg.

Der Erste Generalquarliermesiier: Ludendorsf.

Aliendlier ^ \

Berlin. 26 Juni. abends. (WB. Amtlich) Don den Kampffronten nichts Neues. *

Der österreichische Generolstal» ! meldet: -

Wien, 26. Juni (WB.) Amtlich wird yerlautbart:

An den Fronten westlich der Etsch war die Gesechtstätig- ?eit in den letzten Tagen wieder lebhafter. Auf dem Zugna- Rücken schlugen wir starke, durch heftiges Geschützfeuer einge­leitete Vorstöße unter schweren Feindverllusten ab. Auf der Hochfläche von A s i a g o und zwischen Brenta und Piave verlief der gestrige Tag wesentlich ruhiger. Das erbitterte Ringen vom 24. Juni hat ftir die Italiener mit einem vollen Mißerfolg geendet, der am klarsten dadurch in Erscheinung trat, daß in den meistumstrittenen Kampfgebieten aus dem Aso- lone und dom Monte Pertico unsere dem Feinde folgenden Ab­teilungen beträchtliche Abschnitte seiner vordersten. Linie in Be­sitz nahmen. So sind demnach dank oer Tapferkeit und dem herzhaften Zugreifen unserer in ungebrochener Kampfkraft fech­tenden Truppen alle italienischen Anstrengungen, das am 15. Juni rtngebüßte Gelände zurückzuerobern, blutig geschei­tert. Bei der Heeresgruppe des Feldmarschalls Boroevic keine besonderen Ereignisse.

Der Chef des Gencralstabes.

9 n

.Der bulgarische Gcncralstab meldet: == = == _

Sofia, 24. Juni. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabs- Lericht.

Mazedonische Front'. Westlich des Och-ida-S-oes zerstreuten Lviere vorgeschobenen Einheiten durch Feuer verstärkte franzö­

sische Infanterie-Abteilungen. An der Tschervena Siena östlich Tscherno kurze Feuerangrisfe des Feindes. Südlich Huma und westlich Doiran war das Arlilleriefeuer auf beiden Seiten zeit­weise ziemlich lebhaft. In der Gegend vor unseren Stellungen westlich Serres machten unsere Patrouillen griechische Ge­sungene. Im Wardartal trafen unsere Luftabwehr-Geschütze ein feindliches Flugzeug, das brennend vor unseren Graben abstürzte.

- 8 -00 Tonnen versenkt.

B-r!ü>, 25. Juni. (WTB. Amtlich.) Neue U-Boot erfolge im Sperrgebiet um England:

18,800 Bruttorcgistertouncn.

Von den versenkten Schiffen wurden drei bewaffnete Dampfer an, der Ostküste Englands aus stark gesichercken Geleitzügeu heransgeschossen.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Berlin, 25. Juni. (WTB. Nichtamtlich^ Welcher Ladungswert oft selbst mit den kleinsten Segelschiffen ver­senkt und durch unsere U-Boote vernichtet wird, geht aus felgendem Beispiel hervor: Einer unserer U°Kreuzer hielt

an der westafrikanischen Küste, ein wenig nördlich des Aeqnators, einen kleinen portugiesischen Segelkutter an,

der nur 29 Registertonnen groß war. Er war von Free- tcwn (Liberia) nach einein anderen afrikanischen Küfken- platz unterwegs. Er wurde durch eine Sprengpatrone ver­senkt. Seine Ladung bestand ans 136 Körben mit Kola­nüssen, die ein Gewicht von 6800 Kilogramm hatten und einen Wert von 11,000 Mark darstellten.

Kikstnangriff nnf Karlsruhe uni) Wnburg.

Karlsruhe, 26. Juni. Amtlich wird gemeldet: Am

Dienstag morgen nach 7 Uhr griff eine Anzahl feindlicher Flugzeuge die o'i'ne Stadt Karlsruhe an. Es wur­den dabei mehrere Bonrben geworfen, durch die einiger Häuserscbaden angericbtet wurde. Eine Person wird ver­mißt. In G r ü n w i n k e l wurden-Kirche und Pfarrhaus beschädigt.

Die offene Stadt Offenburg wurde gleichfalls von einer größeren Anzahl feindlicher Flieger mit mehreren Bomben angegriffen. Häuser wurden nicht beschädigt, Menschen nicht verlebt. Es entstand leichter Matei iab- schaden. Ein feindlicher Flieger wurde zum Absturz ge- bracht.

int Westen.

Berlin, 26. Juni. (WB.) Heute vormittag wurden im Lstteile Verduns zwei Explosionen beobachtet, die größere Brände zur Folge halten.

An den in der Nacht zum 26. Juni beiderseits der Straße Arras Gambrai gescheiterten englischen Angriffen waren nachweisbar Teile von drei verschiedenen Divisionen, darunter einer kanadischen, beteiligt. Auch am 25. Juni griff die Entente wiederum an vielen Stellen der Front von der Scarpe bis Chateau.Thierry. zum Teil mit stärkeren Kräften an. An allen diesen täglichen Angriffen und Erkundungsvorstößen, die sämtlich unter schweren feindlichen Verlusten ergebnislos ver­liefen. zcigrc sich Unruhe und Unsicherheit der Entente vor neuen Ereignisien in Nachwirkung ihrer letzten großen Nieder­lagen zwischen der Aisne und Marne und zwischen Montdidier s, d Noyon. Die ungeheuren Verluste der Entente, die allein in der kurzen Zeit von drei Monaten eine Million betragen, werden durch die täglichen vergeblichen Anstreugungen der Eng­länder. Franzosen und Amerikaner weiterhin echeblich ge­steigert

3m öUmfidiÜifien MW in Ifnlirn.

Italienische Warnungen.

Karlsruhe, 26. Juni. DerCorriere della Sera" schreibt zum österreichiMn Rückzug, ein allzngroßer Op­timismus sei gefährlich und verfrüht. Andere Schlachten, die gewonnen oder verloren werden können, ständen bevor.

DerSecolo" meldet von der Front: Die erste Phase der großen Schlecht ist abgeschlossen, aber man dürfe keines­

wegs glauben, daß die Gefahr der Angriffe für das italie­nische Heer nunmehr vorüber sei.

Das Hochwasser in Venetien.

Basel, 26. Juni. DieMorning Post" meldet, daß die Piave ihren höchsten Stand seit 1850 erreicht habe. Das Hochwasser hemme sowohl die Angriffe der Oesterreich i als auch die Gegenmaßnahmen der Italiener.

Rußland.

Die Lage in Petersburg.

Karlsruhe, 26. Juni. DieNeue Korrespondenz" meT 'l aus Moskau, daß der Sowjet von Petersburg an alle Eist.- bahnorganisationen ein Manifest richtete, in dem er darr, f hinweist, daß die Nahrrmgsmittelversorgung in Petersbvi erneut äußerst schwierig geworden sei und daß die Be­völkerung der Stadt an Hunger zu sterben drohe. Wir nähern uns einer der kritischsten Perioden, so heißt es in dem Manifest, und dio Eisenbahnorganisationen werden dringend gebeten, ihr Möglichstes zu tun, um die Stadt bis zur näcb-sten Ernte zu retten und Getreide und Kartoffeln zu schicken.

Ciir Gerücht von der Ermordunq des Zaren.

DasBerl. Tageblatt" meldet aus Lugano: Der Stock- holnrer Vertreter desCorriere della Sera" meldet das un­bestätigte Gerücht von der Ermordung des Exzaren Nikolaus Nach diesem hat die Sowjetregierung befohlen, den Exzaren wegznbefördern. Die Behörden hatten den Befehl mißver» standen und angeblich den Zaren ermordet.

Kopenhagen, 26. Juni. Ueber die Ermordung des früheren Zaren, die immer noch nicht einwandfrei be» glaub!gt ist. liegt heule folgende Meldung vor: Die letzte aus Petersburg eingetroffene Nummer des russischen Blattes Dijr" enthält die Mitteilung, daß ein bolschewistischer Sol­dat den Zaren Nikolaus in Jekaterinburg ermordet habe. Als das Gerücht umging, daß sich die tschechisch-slowakischen Truppen der Stadt näherten, entstand in der Stadt Beun­ruhigung, und es hieß, daß die Truppen den Zaren be­freien wollten. Der Soldat drang in das Hans des Zaren und schoß ihn mit einem Revolver nieder.

Moskau, 26. Juni. (WB.) Nach einer Meldung de- Presse soll sich der entflohene Großfürst Michael Alerandro- witsch an die Spitze der neuen sibirischen Regierung gestelT und einen Aufruf an das russische Volk erlassen haben. In der Stadt Tankbow ist die Ruhe wiederhergestellt. Z hl- reicke tschechische Kosakenkräfte sind längs der Bahn Sy m Miasma festgestellt worden.

Die Zarenfannlie soll nach Perm gebracht worden Der Verbleib des friiheren Zaren selbst ist nach Bern .i der Blätter unbekannt. Die Nacknüchten über feine Err düng in Jekaterinburg mehren sich.

Nie tihrainilf!{=niifildifn frirtfnstiiTlirtiiMtiniw,.,

Kiew. 25. Juni. (WB.) In den ukrainisch-russischen Frie- dcnsverhandlungen ist Uebereinstimmung über den Grundsatz siir die Grenzen dahin erzielt worden, alle nach Friedensschluß , entstehenden Streitigkeiten durch ein Schiedsgericht zu schlich­ten. Beide Delegationen sind bereit, bei der Grenzfestsetzung jeden Gedanken an Annexionen und Vergewaltigungen auszu- schl'.eßen. Daher ist unter Berücksichtigung politischer, wirt­schaftlicher und sonstiger Jnteresien das ethnographische Prinzip für die Grenzfestsetzung maßgebend Nur in einzelnen im Frie­den sver trag aufzuführenden strittigen Gebieten soll zu einer unbeeinflußten Befragung der Bevölkerung geschritten werden.

Krrenskij in England.

London, 26. Juni. (WB.)Central News" meldet: Ke- renskij ist in England angekommen.

Krawalle in Irland.

Bern, 25. Juni. (WB.) Der Dubliner Bericht erstattet derMorning Post" meldet vom 16. Juni, daß die Fäll< von Unbotmäßigkeit und Auflehnung gegen die englischcv Behörden in Irland neuerdings wieder stark zugenonuner^ In Tralee wurden zwei vom Gericht konlwende Polizeiko»-