Ausgabe 
11.6.1918
 
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Die Froiyojen über Denrmont und Morenil zinückgeworfen. 8000 Gefangene und Gjchühvente. ItaUenijche Dorstötze an der venetiauischen Gebirgsfront abgemiesen. 13500 Tonnen versenkt.

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Der deutsche Generalstab _ meldet:-. s

M. T. K. Großes ß tit^tqttaviicr, den 10. Juni. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Zwischen Arras und Albert, südlich der Somme und an ?>er Avre lebte der Artilleriekampf auf. Rege Erkundungs- tätigkeit hielt an.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

In kräftigem Angriff brachen wir gestern rn das Hohen- tzelände südwestlich von Noyon ein.

Westlich der Matz nahmen wir die französischen Stel­lungen bei Mertenier und Orvillers und stießen über Cuvilly-Ricguehourg hinaus vor. Oestlich der Matz wurden die Höhen von Gury erobert. Trotz zähen feindlichen Wider­standes erkämpfte Infanterie den Weg durch die Wälder von Ricauebourg und Lamotte und warf den Feind über Veurmont-Mareuil zurück. Südlich und südöstlich von Lassigny drangen wir weit in den Wald von Thiescourt ein. Heftige Gegenangriffe der Franzosen wurden abgewiesen. Wir machten etwa 8000 Gefangene und erbeuteten Geschütze An der Front von der Oise bis Reims ist die Lage unver­ändert. Lattiche Kämpfe nördlich der Aisne, nordwestlich von Chateau Thierry und bei Vrigny brachten Gefangene ein.

Gestern wurden 37 feindliche Flugzeuge und sechs Fesselballone abgeschossen. Leutnant Kroll errang seinen 27. und 28., Leutnant Udet seinen 27., Leutnant Kirftein seinen 23. Lnftsieg.

Der Erste Generalqnartiermeifter: Ludendorff.

Abendder?cht.

Berlin, 10. Juni. (Amtlich) Südwestlich von Noyon wuchten wir im Kampfe mit neuherangeführten Kräften Fortschritte.

! Der österreichische Generalstab > =. - meldet: = ,

Wien, 10. Juni. (WB.) Amtlich wird verlautbart:

Feindliche Vorstöße bei Capo Silo und gegen mehrere Stellen der venetianischen Gebirgsfront wurden, wie an den Vortagen, abgewiesen.

Eines unserer Bombengeschwader erzielte bei einem Angriff auf die italienischen Flugplätze von Treviso und Monte Belluno zahlreiche Treffer.

Das Artilleriefeuer, das der Feind seit längerer Zeit gegen die hinter unserer Piavefront liegenden Ortschaften richtet, kostet täglich italienischen Staatsbürgern das Leben.

Der Chef des Generalstabes.

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Der bulgarische Generalstab =r-~-= meldet: =====*

den 9. Juni. (WB. Nichtamtlich.) Ge- neralstabsbericht.

Mazedonische Front: We'tlich vom Ochridasee zer­streuten wir durch unser Feuer mehrere feindliche Er­kundungs-Abteilungen. Im Eernabogen zeitweilig lebhaftes feindliches Artilleriefeuer. Oestlich von der Tscherna drangen unsere Angriffsabteilungen in die feindlichen Stellungen ein und kehrten mit serbischen Gefangenen zurück. Südlich von Gradeschnitza und bei Tarnowe kurzes feindliches Trommelfeuer, dem unsere Artillerie mit Erfolg antwortete. Südlich von Huma lebhafte Feuertätigkeit auf beiden Seiten.

Die Schlacht im Westen.

Berlin, 10. Juni. (W. B.) Erfolge südwestlich von Noyon. Südwestlich von Noyen wurde der Feind am 9. I,ni erneut angegriffen. Nach starker zusammen­

gefaßter Artillerievorbereitung in der Nacht vom 8. zum 9. trat Infanterie in der ganzen Linie zwischen Mont­didier und Noyon zum Sturm an. Nach kurzem Kampfe war Orvillers genommen und Mortemer erstürmt. Die feindliche Artillerie antwortete nach unserer Feuervor­bereitung nur schwach. Bon allen Seiten trafen Mel­dungen ein: Stafetten und Autos kommen, und gehen, Flieger und Brieftauben befördern die Meldungen, bald treffen die ersten Gefangenen ein, es sind etwa 500 Mann der 125. französischen Division, alle vom Regi­ment 113. Sie geben an, daß man den Angriff er­wartet habe, trotzdem ist fast das ganze Regiment auf­gerieben oder gefangen. Bald hüllt dichter Staub und Rauch die ganze Gegend in undurchdringlichen Schleier, von rückwärts traben die Munitionskolonnen auf den Straßen in südlicher Richtung. Die gesamte erste feind­liche Stellung ist in unserer Hand. Das von vielen Flußläufen und Tälem durchzogene Gelände ähnelt dem des Chemin des Dames. Um 8 Uhr vor­mittags ist Biermont genommen. Um die Mittagszeit wird bereits reiche Beute, darunter Geschütze, gemeldet. Ueber Mortemer und Orvillers geht der Stoß hinaus. Euvilly und Ricquebourg sind in unserer Hand. Auch östlich der Matz wurde die erste feindliche Stellung genommen und die Höhe von Cury, Mareuil und Thies­court wurden erstürmt.

Die Verluste der Amerikaner.

Berlin, 10. Juni. (W. V.) An der Front von Chateau Thierry nach Nordwest verblutete sich der Feind seit 5. Juni in nutzlosen, mit starken Kräften unter­nommenen Gegenangriffen. Am 7. Juni ging hier zum ersten Male eine amerikanische Division zum Angriff vor. Im Brennpunkt des Kampfes stand der Wald von Belleau. Hier hatte ein deutsches Regiment unter persönlicher Führung des Regimentskommandeurs den Amerikanern ungewöhnlich schwere Verluste beigebracht. Es -warf den Feind, der bis an den Rand des Waloes vorgekommen war. im Kampf Mann gegen Mann mit Handgranaten und Bajonett zurück. Als trotz dieser blutigen Abfuhr Teile der amerikanischen Division, und zwar der Marinebrigade, in der Frühe des 8. Juni nochmals in mehreren Wetten hintereinander zum Sturme vorgingen, ließ sowohl die deutsche Artillerie wie die Infanterie den Feind nahe herankommen. Dicht vor dem Walde wurden seine Sturmkolonnen frontal und von beiden Flanken her vom wirksamsten zusammen­gefaßten Maschinengewehr- und Artilleriefeuer über- * schüttet. Nur wenige Amerikaner konnten sich in die Gefangenschaft oder durch eilige Flucht retten. In dichten Hausen blieb die Masse der Amerikaner tot vor dem Belleau-Waloe liegen.

Gescheiterte feindliche Angriffe.

Berlin, 10. Juni. (W. V.) Aus Flandern wird nachträglich gemeldet, daß am 7. Juni gegen Mitlag zwei feindlicheAbteilungen überraschend zwischen Meteren und Merris angriffen. Sie wurden verlustreich abge­wiesen. Am 8. Juni griff der Gegner um sechs Uhr vormittags nach starker Feuervorbereitung unsere Stell­ungen bei Boormezeele in breiterer Front an. Auch hier scheiterte der Angriff unter hohen Feindoerlusten. In den rechts und links anschließenden Abschnitten hielt unser äußerst wirksames Vernichtungsfeuer das an diesen Stellen ebenfalls beabsichtigte Vorgehen des Feindes nieder.

Am Abend desselben Tages setzte auch auf unsere Stellungen nördlich Albert schlagartig starkes Feuer ein. dem ein feindlicher Angriff in Linie Veaumont-Hamel bis ein Kilometer südlich des Dorfes folgte. Nur an einzelnen Stellen vermochte der Feind vo-übergehend in unsern vordersten Graben einzudringen. Im übrigen brach sein Angriff restlos blutig in unserem Maschinen­gewehr- und Infanteriefeuer zusammen. Die Stellungen sind sämtlich fest in unserer Hand. Durch feindlichen Bombenabwurf auf Niederjeutz bei Diedenhofen wurden fünf Kriegsgefangene getötet und sechs verwundet.

12500 Tonnen versenkt.

Berlin, 9. Juni. (WB. Amtlich) Neue IflBootserfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplatz: 12 500 Bruttoregister- wnnen Handelsschiffraum. Unter anderem wurde ein

mittelgroßer französischer Dampfer aus einem durch vier Zerstörer gesicherten Geleitzug herausgeschossen.

Der Chef des Admiralstabes der Marine»

Die H-Doot-Gefatzr für Amerika.

Basel, 10. Juni. Aus Neuyork wird gemeldet, daß am Freitag mittag die Zahl der versenkten Schiffe an der Börse mit 23 angegeben wurde. Im Kongreß wurde zugegeben, daß die U-Bootgefahr noch bestehe. Lansing erklärte, daß ein Ergebnis der Maßnahmen gegen die U-Bootgefahr noch nicht vorliege. Man müsse damit rechnen, daß noch eine vorüber­gehende Steigerung eintrete.

Ein 13 000 Tonnen-Dampfer versenkt.

Berlin, 10. Juni. DieB. Z. a. M." meldet aus Stock­holm: Aus Washington wird berichtet: Der englische

DampferEarpathia" (13 603 Br.-R.-T.), Eigentum der Cunard-Linie, wurde am 5. Juni versenkt. Die Besatzung wurde gerettet.

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Gin deutsches Rekerveschiff.

Karlsruhe, 10. Juni. TerZürcher Anzeigers meldet: In amerikanischen Marinekreisen ist man neuerdings der Ansicht, daß die für weite Entfernungen bestimmten deutschen U-Boote von einem Reserveschiff begleitet werden, aus dem sie ihre Vorräte ergänzen können, ähnlich wie bei der Hoch­seeflotte, die auf weiten Fahrten von einer ganzen Reihe von Hilfsschiffen begleitet wird. Man ist deshalb im Zweifel, ob es sich bestätigt, daß die deuffchen U-Boote an der ame­rikanischen Küste selbst gewisse Schlupfwinkel besitzen.

Karlsruhe, 10. Jrnn. Wie dieZüricher Morgenztg." vernimmt, ist trotz gegenteiliger amerikanischer Ver- sicherungen der Transport der amerikanischen Soldaten und amerikanischen Materials nach dem europäischen Kriegsschau. Platz infolge der Tätigkeit der deuffchen U-Boote an der atlanffschen Küste seit einiger Zeit auf das empflndlichste gestört. Zwischen den Regierungen der Entente haben Ver­handlungen begonnen, um die Frage zu erwägen, was ge­schehen soll, falls durch die Wirkungen des neuerlich ver­schärften U-Bootkrieges die Recht nng der Alliierten auf eine volle Ausnütznngsmöglichkeit der amerikanischen Hilfe nickst stimmen sollte.

Die Keschiestnno von Poris.

Köln, 10. Juni. DieKöln. Volksztg." meldet: Wir

erfahren aus zuverlässiger Quelle, daß die Geschosse auf unfern weittragenden Geschützen in Paris auch an militärisch wertvollen Objekten Schaden eingerichtet haben, u. a. am Ostbahnhof, am Bahnhof St. Lazaire rmd auf. dem Quai d'Orsay; ferner wurde der Jusffzpalast getroffen.

Explosion in kiner JJnlufrfaiiril?.

Rom, 10. Juni. (WB.) Reutermeldung. Gestern fand in der Pulverfabrik Castellozzo bei Bollate in der Provinz Mailand eine Erplsion statt, durch die 35 Personen getötet und IOC« verletzt wurden. Dagegen ist der angerichtete Sach­schaden sehr gering.

Deutsche Helden in Ostofriko.

Berlin, 10. Juni. Nach den neuesten Meldungen aus Deutsch-Ostafrika sind die Truppen des Generals Lettow» Vorbeck südlich von Turur zurückgegangen und haben sich allem Ansckieine nach der feindlichen Umklannnerung ent- zogen. General De Vender, der augenblicklich die Operaffonen gegen die deuffchen Streitkräfte in Deuffch- Ostafrika leitet, hat bereits am 2. April in derLondon Gazette" einen Bericht veröffentlicht, der die Ereignisse bis zmn Dezember 1917 schildert und der eine Anerkennung für unsere deutsch-ostafrikanischen Helden bedeutet. Man scheint schon damals erkannt zu haben, daß die Erledigung der deut­schen Streitkräfte nicht so schnell vor sich gehen wird, wie die Ententepresse nach den überschwänglichen Worten des Gene* rals Levcock erhofft hatte. Bedenkt man, daß sich der Feind dem deutschen Häuslein gegeniiber in einer Uebermacht von 16:1 befand und noch befindet, so kann man sich ein größere- Lob für die Deutschen picht denken.