Ausgabe 
10.6.1918
 
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9lfm nie durch Liebe Leid ge-chah.

Roman von Courths.Mahler.

28) Nachdruck verboten.

Hast Du es anders erwartet?"

Ich fürchtete, Dir wehe zu tun. Ich bitte Dich, gönne mir noch eine letzte kurze Frist der Freiheit. Diesen Soimmer laß noch vergehen, denn hier in der Nachbarschaft ist doch keine Frau für mich zu finden. Im Winter gehe ich mit Dir und Ursula nach der Residenz, uüd da werden wir dann gemeinsam Ausschau halten nach einer passenden Frau für mich. Urselcken will auch dabei helfen."

Frau von Frankenau lächelte.

Unser Wildfang? Na, auf diese Hilfe bin ich gespannt. Also müssen wir wohl oder übel noch bis zum Winter warten Da Du Baroneß Karla nicht heiraten willst, wird uns ohne­dies nichts anderes übrig bleiben. Uebrigens wird die Baronesse sehr enttäuscht sein, wenn Du Dich nicht um sie bewirbst Sie- scheint doch stark darauf zu rechnen."

Fa, Mama, das dürfte der richtige Ausdruck sein sie rechnet darauf. Du hast Dich doch in keiner Weise zu irgendwelchen verbindlichen Worten ihr und ihrer Mutter gegenüber verleiten lassen?"

Ganz gewiß nicht, Hans Ullrich, das hätte ich nie ge­tan, ohne Deiner sicher zu sein. Freilich habe ich die junge Dame viel in n>eine Nähe gezogen, um sie möglichst genau kennen zu lernen, aber nie habe ich ein Wort fallen lassen, warum ich das tue. Vielleicht haben es die Damen selbst herausgefühlt, aber das verpflichtet doch nicht."

Das ist mir lieb, Mama. Ich möchte nicht, daß von unserer Seite Hoffnungen geweckt worden waren, die ich nicht erfüllen kann. Ich werde ohnedies sehr vorsichtig und taktvoll sein müssen, um der Baronesie gegenüber den rechten Ton zu finden, zumal zwischen Frankenau und Birkenheim ein lebhafter Verkehr stattfindet."

Die alte Dame sah nachdenklich vor sich hin.

Ja ich werde wohl gelegentlich der Baronin gegen­über eine Bemerkung fallen lassen, daß Du im Winter nach der Residenz auf die Brautschau gehen willst. Das wird sie hoffentlich verstehen."

Hans Ullrich stimmte bei. * .4 t 't ~ / \

Ja, das tue, liebe Mama.^

t Sie nahm nun ihre Arbeit wieder aus. Er sah eine Weile ihren fleißigen Händen zu. Und dann fiel ihm eine kleine Szene aus der Vergangenheit ein. Als er auf der Schwelle zwischen dem Knaben und Jünglingsalter ge­standen hatte, da hatte sich in seinem Herzen zum erstenrnal ein seltsames Gefühl geregt ein Gefühl, gemischt aus Anbetung und Schwärmerei das erste scheue Empfinden für eine Frau. Nie vorher und nachher hatte ihn ein ähn-' liches heiliges und überwältigendes Gefühl ergrifien, und es hatte ihn hierhergetrieben, zu den Füßen seiner Mutter. Er hatte den Kopf in ihren Schoß geborgen und hatte sich streicheln lassen. Die Mutter hatte kein Wort gesprochen, auch er nicht, und doch hatte er sich verstanden gefühlt. Daran mußte er denken. Und er erinnerte sich nun auch, daß er. als er damals den Kopf gehoben hatte, über dem Näh­tisch der Mutter die Photographie jener jungen Dame hatte

hängen sehen, der seine erste, scheue schwärmerische An­betung gehört hatte.

Von seiner Erinnerung getrieben sah er lächelnd auf und wirklich da hing das Bildchen noch in dem schlichten ovalen Rahmen. Es war eine Photographie in Kabinett- große und stellte eine reizende junge Dame dar.

Als er seinen Blick jetzt darauf ruhen ließ richtete er sich plötzlich auf und sah mit weitgeöffneten Augen in das schöne Mädchengesicbt. Er beugte sich vor, um es genauer zu be- trachten. Und da wurde ihm plötzlich klar, an wen ihn Christa Hellmut erinnert hatte. Dies weibliche Bild halt» denselben eigenartig geschwungenen Mund mit den zarten weichen Mundwinkeln, die sich beim Lächeln zu reizenden Grübchen vertieften. Er erhob sich, nahm das Bildchen von seinem Platz und sah darauf nieder. Ja, das war die Aehnlichkeit, die er gesucht hatte, als er in Christa Hell­muts Gesicht gesehen hatte. Sie hatte ihn erinnert an seine erste scheue Jugendliebe, die er längst vergessen gehabt und die nun in seiner Erinnerung wieder lebendig wurde. Seine Mutter sah fragend zu ihm auf.

Was hast Du mit dem Bild, Hans Ullrich?"

Er ließ seine Augen nicht davon.

Nichts. Mama, ich sehe es mir nur einmal wieder art W hat mir immer so gut gefallen. Nickst wahr, das Original dieses Bildes ist Maria von Birkenheim, die Herrn von Platens Gatfin wurde?"

Ja, Hans Ullrich."

Sie muß ein bildhübsches Mädchen gewesen sein.* Fortsetzung folgt.

Frankfurter Hypothekenbank.

Pfandbriefuerlosung am 3. Juni 1918.

Bei der am 8. Juni 1918 vor Notar stattgehabten Verlosung sind von unseren

3 72% pfirndl-riefen der Serien 13, 13. 15, 19 und 4°/o Pfandbriefen der Serien 14, 16, 17 «nd 18

die folgenden Nummern zur Rückzahlung auf den 1. Oktober 1918, mit welchem l'^nfKnci endigt, gekündigt worden. Es beziehen sich diese Nummern auf

sämtliche Serien und Literae, also auf alle Stücke, welche eine der Nummern tragen.

Olno 9Jr 284 383 406 933 "IO 1290 1608 1625 2399 2118 2606 2815 3160 3196 3305 3889 4353 4408 4790 4814 5029 5084 5292 6270 6694 7128 7447 7526 7594 8188 8204 8410 9158 9260 9345 9454 9717 9871 9996 10119 10247 10443 st 223 st 99 5 12156 12391 12706 13097 13341 13586 13777 14231 16197 16524

oonn? ITT! 4 18106 18712 10003 20110 20468 20637 21120 21193 22363 22929

230 °1 23266 23888 24151 25416 25878 26383 26828 28466 28772 29250 29608

30287 31214 31300 31339 31742 31767 32089 32764 32796 32850 32962 33887

33964 35726 36278 36332 36705 36706 36798 36804 36849 36972 37126 37527

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40113 40379 40919 41371 42788 42794 42800 42878 43106 43495 43898 43935

44799 44829 46107 46594 46695 47233 47303 47317 47332 47651 47792 49855

5 014 50847 50858 50916 51250 51300 51343 52205 52316 52389 52834 53181

53925 54989 55054 60190 61398 61479 61546 61579 61601 62224 62278 62935

639U9 64821 65915 66489 67049 67159 67177 67521 68283 68422 69432 69789

69997 70228 70968 71380 71576 71641 71711 71858 71902 72449 72631 72651

73104 73818 74775 74846 74980 75293 75402 77412 77651 77872 78097 78456

80C64 80151 80707 80887 81344 81806 82502 82695 83448 83559 83637 83657

84871 84963 85980 86036 86587 86754 87226 87809 100488 100614 100743 102628 120488 120915 122247 122538 123508 124307 124913 125325 125385

125498 125785 125789 126180 127861 128725 129432 129587 129731 129802

13U422 130640 131220 131540 132048 132696 133075 134007 134197 134205

134497 135U64 135347 135756 137423 137624 137802 138534 139134 139606

140704 141506 142293 144063 144409 145063 145234 146325 148094 148459

l4 °029 150618 150694 151065 151880 152345 152791 152875 153024 155048

166526 loa978 156765 158319 158724 159554 159562 159564 159876 160533

1°0oo6 161142 162062 162154 163195 163237 163282 164259 164470 166635

1° 7 °1 3 167370 187802 168618 169811 202341 202920 203144 203964 204137

20o3G0 205589 207085 207797

9lücf3afjlung biefer heute gekündigten Pfandbriefe erfolgt vom 1. Oktober 1018 ab. Auf solche Stücke, welche erst nach dem 31. Oüober 1918 zur Einlösung gelangen w.rd für die Zeit vom 1. Oktober 1918 ab bis auf weiteres ein 2°/oiger Depojrtal ins vergütet. a

Aus früheren Verlosungen find noch rückständig:

Zeichnungen auf vre

litt m

Ser. 12, Lit. N Nr. 240, 6506 P 16227

., 0 - 16214

Set 13, Lit. 0 Nr. 77281, 101890

.. ,. ? ,. 60261, 68168, 102111

23558

>> >. Q * 20709, 29229, 65005,

72064

' 15, Lit. O Nr. 86007

, L,l. O Nr. 143* 3, 145574 P 14199:., 145419

n n tt R 140074

Set. 14, Lit. N Nr. 32847, 51560

O 31224 P

»» 1 t»

R

34200, 38127, 42064, 47416 31797

Q 32847, 38631, 46611. 50037

Ser. 17, Lit. dl Nr. 162493 w O 123919, 160333,

200009

18, Lit. N Nr. 131552, 156367 O151787 Q 130662, 139487,

153687

. Einlösung erfolgt in Frankfurt a. M. an unserer Kasse, auswärts bei -banth iu,ern, die sich mit dem verkauf unserer Pfandbriefe und Kom- munal-LMi.Mionen beschäftigen.

^, e j )e! ba ! el6 ' t w-rd auf Wunsch der Umtausch der verlosten Pfandbriefe aeaen gabelms"besorgl^^" Serien, die rmr zur Zeit ausgeben, zu dem jeweiligen Ab-

Die Kontrolle über Verlosungen und Kündigungen unserer Pfandbriefe Lber- kostenfreif Antragsformulare, aus welchen die Bedingungen werde»? ^ tonnen on unserer Kasse sowie bei unseren Einlösungsstelien bezogen

«übernehmen wir kostenfrei die Verwahrung von Pfandbriefen Kom- munals-Obligationen und Aktien unserer Bank in offenem Depot.

Frankfurt a. 2JL, den 5. Juni 1918.

Frankfurter Hypothekenbank.

werden bei uns entgegengenommen.

Der Zeichnungspreis beträgt für die

ÖV 2 % auslosbar zu 100 Kronen binnen

40 Jahren auf Kronen 92.50 abz. 1 / 2 % Provision, 0.46 Zinsvergütung, Kr. 1-3772 Vergütung des am 1. Sept. ds. Js. fälligen, bereits jetzt zur Einlösung gelangenden, Zinsscheins ---

K. 90.16 V//»

5v 2 % Slantsfchahscheine vom Inhaber ab 1. Sept. 1923

halbjährig zu 100 K. kündbar, auf 96.00 abz. 1 / 2 % Provision K. 1.37y a Vergütung des am 1. Sept. ds. Js. fälligen, bereits jetzt zur Einlösung gelangenden, Zinsscheins

K. 94.12V//.

Die laufenden Zinsen sind ab 1. Juni zu entrichten. Zinsscheinsälligkeit: 1. März und 1. September. Zeichnungsfrist: 28. Mai bis 2. Juli ds. Js.

Die Bezahlung kann in österr. Zinsscheinen, Noten oder in Mark zum jeweiligen amtlichen Kurse, derzeit 66,65, erfolgen.

Landgräflich Hessische eene. Landeshank

Filiale Friedberg.

Mobiliarversteigerung.

Mittwoch, den 12. Juni, nachmittags 1% Uhr anfangend. versteigere ich im Austrage der Erben von dem verstorbenen Rentier Ludw. Falk im Hause Kaiserstr. Nr. 32 gegenüber der Reichskrone freiwillig gegen bare Zahlung:

1 Pianino mit Stuhl, 2 Sofa, 2 Sessel, 1 Kleider- fchrank, t vollft. gutes Bett, 1 Regulator, 1 silb. Taschenuhr, Spiegel, Bilder, Borhänge, Gallerten, Borlagen, I Badeofen, 1 Badewanne, Tische, Stühle, 1 Nachischrank mit Marmorpl. 1 kleinen Schrank, 1 Waschtisch mit Marmorpl., Gläser, Porzellan, 1 GaSherd, I Ofenschirm, 1 Kommode und noch sehr vieles andere.

Nuppel,

_ _ beeid. Taxator und Auktionator.

Am Donnerstag, den 13. Juni 1918, vormittags 11 Uhr be­ginnend. wird im RathauS zu Rendel das diesjährige Heu- u. Grummetgras der gräfl. Wiesen öffentlich versteigert.

Heusenstamm, den 7. Juni 1918. Gräflich von Schöuborn'Icheg Rentamt.

Eine gebrauchte

GrllsmalMajchjne

(Cormick) und ein Tiesschnitt- batten zu verkaufen.

Karl Bickel, Ilbenstadt.

Simmentaler Butte

(Herdbuchtier) gekört. 18 Monate alt, zu verkaufen.

Rudolf Rieh,

sHeuchelheim, Kr. Büdingen.

fe u.

Strickgarne

in enormer Auswahl.

Clenientine Stern,

Friedberg, Kaiserstraße Nr. 51, gegenüber der Engel-Apotheke.

la. Schmieröl

für landwirtschaftliche und Dreschmaschinen.

I». Cylimleröl la. Wagenfctt Ia. Le«9erictt

empfiehlt

Jos. Derseld.

Friedberg, Kaiserstraße 116.

Es zeichneten ferner: Bezirks» sparkaffe Mathildenstift 5000 Me. Aktienzuckersabrik Wetterau 1000 Mk., Wilhelm Häuser 50 Mk^ Profeffor Dr. Stromann 20 Mk^ Jean Abplanalp 30 Mk . Fra^ Ph. Windecker Wwe. 200 Mk^. Nathan Stern 20 Mk., P. Dietz 30 Mk., PH. Steinhäußer 50 Mk., Marg. Bachmann 1 Mk., Fried,. Elbert 10 SHt, Wilh. Faatz 10 Mk. Marg. Kern 1 Mk.. Frau Petrus 1 Mk., eine Deutsche in Amerika 50 Mk., I. Engelter 20 Mk^ Gustav E. Brake 100 Mk., A. Ungelenk 20 Mk.. G. M. Reuß 100 Mk., BigeliUs 2 Mk.. Kart K. Müller 20 Mk.. Frl. C. Eon- radi 10 Mk., W. Schönberg 20 Mk.. Dr. med. Nompf 100 Mk., Julius Aletter 20 Mk., Aug. Ball zer 10 Mk.. Reichsbankv. Fromme 50 Mk.. Ehr. Brückmann Wwe. 100 Mk., N. N. 50 Mk.. Frl. Schön 3 Mk., Frl. Klein 3 m. p N. N. 3 Mk.. Aug. Dietz 4 Mk.

Allen Spendern herzlichen Dank!

Weitere Gaben nehmen die hiesigen Banken, die Sparkaffe und die Geschäftsstellen der hie­sigen Zeitungen entgegen.

Der Ortsausschuh.

Haushälterin

mit 4jähr. Kind, sucht Stelle in Landwirtschast oder Gärtnerei. Frauenloser Haushalt bevorzugt. Angebote unter Nr. 1147 an die Geschäftsstelle derNeuen Tages« zeitung."