Ausgabe 
10.6.1918
 
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than" (4588 Bruttoregistertonnen)' wurde am Mittwoch, .torpediert und sank. Die Besatzung wurde gerettete

Kopenhagen, 7. Juni. (W. T. B. Nichtamtlich.)' Nach einer Mitteilung des Ministeriums des Aeußern ist die dänische SchonerbriggArgus" am 2. Juni im Atlan­tischen Ozean versenkt worden. Die Besatzung ist m Ga» leay gelandet worden.

Haag, 8. Juni. Holländisch Nieuwsbureau meldet aus Newyork: Ein U-Boot hat am Freitag morgen den

norwegischen DampferVinland" versenkt. 15 Ueber- lebende sind gelandet.

Stockholm, 9. Juni. (WB.)Stockholms Dagblad" mel- det aus Kristiania: Gestern kamen 14 Mann von dem schwe­dischen VarkschisfAnton" an. das aus der Reise nach West- hartlepool mit einer Halzladung bei Lindesnaes von einem deutschen U-Boot durch Brandbomben versenkt worden war. Die Besatzung brachte 23 Stunden im Boote zu.

Rotterdam, 9. Juni. (WB.)Maasbode" meldet: Der amerikanische AmpferO. B. Jennings" (10 290 Brutto­registertonnen) stieß am.24. März an der englischen Küste mit dem englischen DampferWar Knight" (7591 Brt.) zu­sammen. 37 Personen kamen dabei ums Leben. Weiteres wird über das Schicksal des Schiffes nicht gemeldet. Der englische DampferBasiol" (3223 Brt.) ist nach Zusammen­stoß mit dem DampferMargaux" gesunken. Der englische Dampfer ..Alcincus" (6743 Brt.) ist mit dem Dampfer Artenis" zusammengestoßen und wurde schwer beschädigt. Der englische DampferAntenor" ( 5319 Brt.) lief, nachdem er im Mittelländischen Meer torpediert worden war, schwer beschädigt in den Hafen von Algier ein. Der englische DampferDemodocua" (6689 Brt.) ist schwer beschädigt in Malta eingelaufen.

London, 9. Juni. (WB.) Reuter. Am Sonntag kam in einem irischen Hafen ein im Sinken begriffener Bel- faster Dampfer mit drei Toten an. du durch ein deutsches Unterseeboot nach seiner Abreise aus einem englischen Hafen torpediert worden war.

Zinn llntfrgang du .Jotiiitp ftwntfö.

Kristiania, 7. Juni. (WB.) Die Nordens Handels­og Sfoefartstidende vom 25. Mai bringt folgende Warnung:

Ein größerer norwegischer Dampfer, der soeben in Rot­terdam angekommen ist, telegraphiert seiner Reederei, daß dem Schiff eine Menge treibender Minen auf der Strecke nördlich der Doggerbank bis Hoek van Holland begegnet sei.

Rotterdam, 7. Juni. (WB.) DerNieuwe Rotter- damsche Courant" meldet, daß die Hospitalschiffe vorläufig nicht mehr fahren werden, weil sich herausgestellt hat. daß die Fahrrinne nicht frei ist. Die Fahrten werden erst wie­der ausgenommen werden, wenn die Fahrrinne wieder frei ist und wenn sich herausgestellt hat, warum sie es diesmal nicht war.

Amsterdam, 7. Juni. (WB.) In der Direktion des Rotterdamschen Lloyd wurde demHandelsblad" milgeteilt, daß die Verwundetentransporte jetzt eingestellt werden. Von den Offizieren des HospitalschiffesSindoro" erfährt Handelsblad", daß der Geleitzug um 12 Uhr 3 Minuten einpassierte und daß man nach dem Unglück an noch zwei weiteren Minen vorüberkam. v

Nicht torpediert.

Berlin, 8. Juni. (W. B. Amtlich.)' Nach Nachrichten aus Holland sollen mehrere Leute der Besatzung des hollän­dischen DampfersKoningin Regentes" behauptet haben, daß das Scbiff torpediert worden sei. Nach der mit Holland von der deutschen Regierung für die sichere Ueber- whrt der Austauschdampfer getroffenen Vereinbarung und den demgemäß den Unterseebooten erteilten Anordnungen ist es vollkommen ausgeschlossen, daß dieKoningin Re- genles" von einem deutschen Unterseeboot angegriffen und beschossen worden ist. Daher müssen die übrigens im Wi­derspruch zu den Auslassungen anderer Beobachter stehen­den Verdächtigungen in einem Teile der holländischen Presse, als ob ein deutsches U-Boot schuld an dem Verlust des Dampfers und mehrerer Menschenleben sei, auf das nachdrücklichste zurückgewiesen worden.

Haag, 8. Juni. (W. B.) Wie das Korrespondenzbüro erfährt, machten die ersten amtlichen Berichte, die den Ma- rinebehorden anläßlich der Versenkung derKoningin Re- gentes" eingereicht worden sind, jetzt eine nähere Unter­suchung durch eine besondere technische Kommission in Middelburg notwendig.

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Die Keschießmig von Paris.

Bakel, 8. Juni. Wie Havas amtlich aus Paris meldet, wurde die Beschießung der Gegend von Paris durch ein weit- tragendes Geschütz gestern fortgesetzt.

Paris, 9. Juni. (WB.) Havas. Die Beschießung des Pariser Bezirkes durch das weittragende Geschütz wurde am Samstag forgesetzt. '

Berlin, 8. Juni. (WB.) Der französische Funkspruch erhebt in den.letzten Tagen mit geflissentlichem Eifer immer wieder die Beschuldigung, die Deutschen hätten am Fron­leichnamsfest mit ihren Ferngeschützen Paris beschossen, wäh- i-end die britische Negierung erklärt hätte, an diesem Festtage von der Front entfernt liegende Städte nicht zu bom­bardieren. Er behauptet, Deutschland sei sogar verpflichtet gewesen, an diesem Tage auf Paris nicht zu schießen, und der deutschen Negierung werde kein anderer Ausweg bleiben, als dis Schuld auf den deutschen Generaljtab abzuwälzen.

Es genügt, hierzu die Tatsache festzustelleu, daß' die Deutschen das französische Fronleichnamsfest ebenso respek­tiert haben wie die Engländer das deutsche. Die Franzosen feiern nämlich das Fronleichnamsfest nicht wie die Deutschen an dem eigentlichen Festtag, sondern am darausfolgenden 'Sonntag. Das Aussetzen der Beschießung geschah auf einen besonderen Befehl der Obersten Heeresleitung. Wenn sich die französische Presse und der französische Funkspruch im Anschluß an diese falschen Beschuldigungen wieder die grüß« ten Beschuldigungen gegen die Deutschen erlaubt, so ist dies nur eine scheinheilige Entrüstung, denn gerade die Franzosen haben die Heiligkeit der Festtage mit Füßen getreten, als sie am Karfreitag 1918 Laon mit schwersten Kalibern beschosien und am Fronleickmamstag 1916 in Karlsruhe zahlreiche Kinder durch Fliegerbomben töteten. Noch heute trägt als Zeichen dieser Verachtung jedes christlichen Gefühls die Fahne des französischen Bombengeschwaders die Inschrift Karlsruhe".

Pentlche Flieger nhtv Paris.

Zürich, 8. Juni. Aus Paris wird gemeldet: Fast

1^ Stunden blieben deutsche Fliegerstaffeln über Paris und Umgebung tätig. Die Abwehr durch Geschütze und die Verfolgung der über 30 Flugzeuge blieb vollkom­men ergebnislos. Den Sachschaden, dessen Umfang verschwiegen wird, schreibt man vornehmlich einer neu­artigen Orientierung der deutschen Flieger zu.

Englischer Monnschottsmongel.

Zürich, 8. Juni. Der Schweizerische Prcßtelegraph meldet aus London: Sir Geddes, der Minister für natio­

nale Verteidigung, erklärte daß heute die Regierung dring- ftcher als je an das Land einen Appell richten müßte, der Armee die nötigen Soldaten zu verschaffen. Die Regierung sei gezwungen, aus den Pnvatindustrien, aus den Berg­werken und ans den Mnnitionswerkstätten Soldaten zu requirieren. Die Regierung .habe die Tragweite dieses Beschlusies wohl erwogen, ehe sie ihn gefaßt habe.

Ueue Musterung in Amerika.

Washington, 6. Juni. (WB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Eine Million Amerikaner, die eben 21 Jahre alt geworden sind, wurden gestern für den Militärdienst eingeschrieben. Gleichzeitig wurden die Mobilmachung von 200 000 eingeschriebenen Männern angeordnet. Damit wächst die Gesamtzahl der bisher nach dem Selectiv- Service-System Aufgerufenen aus 1575 704 Mann.

Rußland.

Kiew, 5. Juni. (WB.) Nach Meldungen der Mos­kauer Presse ist der Belagerungszustand in Moskau auf die Vororte im Umkreis von 20 Kilometer erweitert worden. Muraloff hat außerrdentliche Vollmachten erhalten. Die Stimmung im Rate der Volkskommissare ist ruhig und zu* versichtlich. Vieles belastende Material gegen die gegen­revolutionären Parteien, darunter besonders gegen den Ver­band zur Verteidigung des Vaterlandes und der Freiheit, ist aufgefunden worden.

Die Explosion in Kiew.

Kiew, 7. Juni. (W. B.) Die Zahl der Toten bei dem gestrigen Explosionsunglück ist noch nicht festgestellt, be­läuft sich aber wohl aus rund 100. die Zahl der Verwun­deten auf angeblich 600700-, davon sind über 500 durch Glassplitter verletzt worden.

Kämpfe in Ostasren.

Haag, 8. Juni. Reuter meldet aus Schanghai: Ein

Telegranim vom 2. Juni aus Charbin betagt: General

Semenow meldet, daß die Bolschewiki über den Onon ge­zogen sind und dann heftige Angriffe ausführten, die jedoch znrückgeschlagen wurden.

Die Nachrichtenogentur des Ostens in Charbin meldet, daß Semenow infolge entstandener Meinungsverschieden­heiten am 29. Mai aus Charbin nach Sibirien abgereist sei. Es verlautet, er werde seine Truppen innerhalb einer Woche nach Hause schicken und selbst nach der Mongolei flüchten.

Rumänien.

Bukarest, 7. Juni. (WB.) Bei den Wahlen für das rumänische Parlament, das aus zwei Senatskollegien und drei Kammerkollegien gebildet wird, wurden gestern für das erste Kammerkollegium 66 Regierungskandidaten, drei Carpisten, und zwar Peter Carp, sein Sohn Gregor Carp und der ehemalige Minister Nenitescu, sowie General Ave- regelt als Unabhängiger gewählt. Die Wahlen verlaufen ruhig ohne Zwischenfall. Die Parlamentssitzungen, die am 17. Juni beginnen sollen, werden im Jassyer National- theater abgehalten.

Die VerhlNi-IvW gegen das pslnßche Hilfskorps.

Wien, 7. Juni. (WB.) Meldung des Wiener K. K. Telegraphen-Korrespondenz-BureauS. Am 8. Juni beginnt in Marmacos-Sziget die Haupwerhandlung gegen eine An­zahl Angehöriger des aufgelösten polnischen Hilfskorps. Die Vorgänge, die die Veranlassung dazu bilden, sind die folgenden:. Der größte Teil des im Bereiche der Ostfront

disloziert gewesenen polnischen Hilfskorps ist om 15. Februar 8 Uhr abends nach der Zerstörung von Eisenbahnen Telegraphen» und Telephonlinen in Snigyn, Czernowitz . und Luzan Kotzmann aus den Kontonierungsstationen west­lich Czernowitz eigenmächtig nach Osten abmarschiert mit der offenbaren Absicht, sich über unsere Linien nach der Ukraine durchguschlagen. Dank geeigneter Maßnahmen un­terer Truppen ist es gelungen, trotz versuchter Gegenwehr den größten Teil des polnischen Hilfskorps am Abmarsch zu verhindern. Etwa 120 Offiziere und 3500 Mann des pol­nischen Hilfskorps wurden entwaffnet und nach Huszt^ge­bracht, wo die gerichtlichen Erhebungen mit aller Beschleu­nigung eingeleitet wurden. Auf Grund dieser Erhebungen wird die Anklage gegen 91 Offiziere und 84 Monn erhoben, die sich vor dem Kriegsgericht zu verantworten haben wer­den. Etwa hundert Angehörige des Hilfskorps werden als Zeugen vernommen werden. Die übrigen Angehörigen des Hilfskorps wurden, soweit sie österreichisch-ungarischer Staatsangehörigkeit sind, einer Musterung unterzogen.

Das lh!nk!l!llj-japani!l!;e WlilärMginineii.

Tokio. 30. Mai. (W. T. B. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die japanische Regierung hat eine Mitteilung über das chinesisch-japanische Militärab- komnien veröffentlicht. Die Noten über dieses Abkommen wurden am 25. März ausgetauscht, als'Japan die Versiche­rung gab, daß die japanischen Truppen, die sich, um eine Defensiv-Operatwn gegen den Feind auszuführen, aut chinesischem Gebiet befinden, vollstä.,d!g zurückgezogen würden sobald der Krieg beendet sei. Die- heutige Note fügt hinzu, daß'im Mai zwei Abkommen abgeschlossen seien, in denen die Art und die Bedingungen des Zusammen­wirkens der Armeen beider Länder bei der gemeinsamen Verteidigung gegen den Feind auf der Grundlage der aus» getauschten Noten festgelegt seien. Die Mitteilung stellt nachdrücklich alle Gerüchte in Abrede, wonach Japan beab­sichtige, die Aufsicht über die Eisenbahnen, Arsenale und Finanzen Chinas zu übernehmen.

Amerikanische Erpressungen.

Den Vereinigten Staaten von Nordamerika ist jede- Mittel recht, um den Mittelmächten neue Feinde zuzusühren. Die Behandlung der europäischen Neutralen hat zur Genüge die 'Schärfe des Drcks gezeigt, den Nordamerika anwendet, um sie der Entente gefügig zu machen. Mit ähnlichen Mit­teln arbeitet Wilson auch auf feinem eigenen Kontinent. Erst kürzlich sind einige mittelamerikanische Staaten zun, Anschluß an die Feinde Deutschlands gezwungen worden. Wie die nordamerikanische Regierung arbeitet, kann auS einem Druckversuch ersehen werden, den sie gegen Mexiko ausgeübt hat. In diesem Falle ist es allerdings bei dem Versuch geblieben und noch dazu ist er bekannt geworden, was den Nordamerikanern doppelt unangenehm sein muß. Mexiko brauchte für seine Finanzen dringend 300 Millionen Goldpesos und verhandelte über deren Beschaffung mit den Vereinigten Staaten. Als Bedingungen bot Mexiko an: einen Ausgabekurs von 100 Prozent, eine Verzinsung von 5 Prozent, daneben eine Kommission von y? Prozent und eine Tilgung in 30 Jahren, abgestuft in drei Raten mit zehnjährigem Zwischenraum. Diese Bedingungen waren ge­wiß für die mexikanischen Verhältnisse etwas günstig. WaS ober bot Nordamerika dafür? Ein Darlehen von 3000 Millionen Goldpesos, davon 100 Millionen in Maschinen, einen Ansgabekurs von 86 Prozent, eine Provision von 3 Prozent. Wir lernen hier Wilson altz den gemeinsten Wucherer kennen, von der Sorte, die ihte armen Opfer zwingen, gänzlich überflüssige Waren mit in den Kauf z» nehmen. Hauptbedingung aber war: sofortiger Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Deutschland. Wirtschafts­krieg und baldige Kriegserklärung an Deutschland. Damit wird außer der üblichen amerikanischen Auswucherung, auch hier die amerikanische Absicht offenbar, durch Gewährung oder Verweigerung von Darlehen den Rest der neutralen Möckite zum Krieg gegen Deutschland zu zwingen. Bei Mexiko hat dieser Versuch keinen Erfolg gehabt. Die nord­amerikanischen Bedingungen wurden von Carranza glatt abgelehnt. Man kann sich aber nun denken, wie Guatemala und Nicaragua zur Kriegserklärung gegen Deutschland ge­kommen sind.

Deutscher Reichstag.

Der Reichstag hat mm sein neues Präsidium, rn dem nun glücklich der Scheidemann sitzt. Es wäre auch schade, weckn's nicht wäre. Nachdem das Zentrum den NeiclKkanzler gestellt hat, ist eg nicht weiter verwunderlich, daß es auch den ersten Reichstagspräsidenten liefert. Ein Freisinniger und ein Sozialdemokrat stehen ihm zur Seite und der National­liberale Paasche unterscheidet sich nicht viel von den Beiden. Der neue Präsident heißt Fehrenbach, er hielt die üb­liche patriotische Festrede, sprach von unserem unüberwind­lichen Heere, der unbezwingbaren Ausdauer des deutschen Volkes und die Auguren des Reichstages klatschten ihm Beifall. Damit war die Komödie beendet und dashohe Haus" setzte seineBeratungen" fort. ^

Die Majorität!"

Wir lesen in der Deutschen Zeitung:

Von hochgeschätzter Seite wird uns geschrieben:

. Der Reichstag ist zu neuer Tätigkeit zusammengetreterL) Thiers begrüßte einmal seine Deputiertenkammer mft de» Worten; Herren! Das, Larch bestndet sich allemal