Wem nie dnrch Liebe Leid geschah.
Roman von CourfhS- Mahler.
27 ^ Nachdruck verboten.
„Ich werde mir lieber die Taschen voll Süßigkeiten stecken, wenn Tu mich zu ihnen führst, das wirkt besser als
Deine Empfehlung."
„Wer weiß. Aber auf alle Fälle kannst Du es tun. und ich werd- es riesig nett von Dir finden. Na überhaupt, bist doch ein goldiger Mensch, mein großer Bruder, und viel zu schade für Karla. Du — denke Dir. neulich habe ich sie meuchlings mit zu den Waisenkindern geschleppt. Ich wollte sehen, wie sie sich dabei anstellt. Na, da hättest Du etwas erleben können. So ein herzloses Ding! Das jüngste Blondchen wollte sie gleich zutraulich begrüßen. Da wich sie zurück, als hätte es Gift an sich. Nicht das gei ingste Mitleid hatte sie mit den armen Waisen. Sie fand es unerhört, daß ich mich mit den Kindern „so gemein" mache und daß diese sich wie Kletten an mich hängten. Geschüttelt hat sie sich, als ich das jüngste Flachsköpfck)en, ein liebes Dingelchen auf die dralle Wange küßte, und als wir ins Haus zurück, kamen, hat sie sich eine Flasche Kölnisches Wasser über die Hände gegossen, weil sie, wie sie sagte, den Armeleutegeruch nicht vertragen könne. Na, weiß Du, wo Dörte Ordnung hält, da gibt es weder ein Stäubchen, noch unreine Luft. i:ud die Kinderchen sind so sauber, wie aus dem Ei geschält. Na — ick. brauche Dir ja nichts mehr über Karla zu sagen. Du bist ja gottlos fertig mit ihr. Aber bringe es Mama reckll schonungsvoll bei, ja? Sie hat sich nun einmal von Karla behexen lassen und wünscht es so sehr, daß sie Deine Frau wird."
..Habe keine Sorge. Ursula, ich bringe es Mama ganz schonungsvoll bei," versprach Hans Ullrich.
Ursua küßte ihn und eilte davon. Sie suchte Mamsell, schleppte sie ohne Erbarmen in die Speisekammer und ließ sich ein Körbchen mit kleinen Kuck-en, Schokolade und Früch- ^ lt( fr ein Schüsselchen voll Schlagsahne schnurrte
ske noch rmv zog mit yren Schätzen beglückt Ärrch Sen Park noch dem KavalierhauS
Hans Ullrich ging zu seiner Mutter.
Frau Sabine von Frankenau saß in ihrem Arbeitszimmer. Dort hatte nicht nur ihr Schreibtisch sondern auch ein Nähtisch Platz gefunden. Dieser stand in einem Erkerausbau.
Sie war mit einer Näherei beschäftigt.
Eins der kostbaren Damasttischtücher mit den eigeweb- ten Wappen der Frankenau Kitte einen winzigen Riß be- kommen, und diese Arbeit vertraute sie keinem anderen Menschen an.
Als Hans Ullrich eintrat, sah sie froh lächelnd zu ihm Qlr f- ® r , sich zu ihr. Ein kleiner Hocker stand neben dem Nähtisch. Darauf hatte er als Knabe schon immer gesessen, wenn er der Mutter irgendetwas zu beichten hatte.
Frau von Frankenau ließ ihre Arbeit sinken.
„Schön ist es. Hans Ullrich, daß ich Dich wieder einmal da sitzen sehe — daß Du daheim bist — daheim für immer. Wenn Du erst eine junge Frau heimführst, dann ziehe ich mit Ursula hinüber ins Kavalierhaus."
Hans Ullrich faßte ihre Hand und sagte:'
,,Du bleibst in Deinen Zimmern hier und Ursula in den ihren, bis sie sich eines Tages verheiratet. Für eine junge Frau ist auch noch Platz genug in Frankenau, es stehen noch so viele Zimmer leer."
„Aber eine junge Frau wil5 doch Alleinherrscherin sein."
„Dafür wird meine kluge Mutter auch Verständnis finden, wenn sie in ihrer gewohnten Ordnung bleibt."
„Mienst Du?" fragte die alte Dame lächelnd.
„Ja, das meine ich, und ich lasse euch jedenfalls nicht fort."
„Nun. darüber können wir uns noch schlüssig werden."
„Ja, Mama, kommt Zeit, kommt Rat. So eilig ist es ja auch noch nicht."
Sie sah ihn forschend an. ^
-»Ist Dir Dein Entschluß etwa schon wieder leid?^
Er sah ihr in die Augen, wie er als Junge getan, wenn e-r etwas auf dem Herzen hatte. Liebevoll strich sie ihm über den Scheitel. Er war ein Mann geworden, flüchtig waren die Jahre vorüber gerauscht. Es schien ihr noch gar ntcht lange her, seit er als Knabe hier gesessen hatte.
Er atmete tief auf.
„Ich wollte Dir etwas sagen, Mama."
Sie legte ihre Arbeit fort. -
„Sprich. Hans Ullrich," ermunterte.Frau von Frankenau
Er nahm ihre Hände und küßte sie.
„Nimm es nicht schwer, Mama, aber ich kann Deinen Wunsch nicht erfüllen. Baroneß Haßbach ist nicht die Frau, die ich mir an die Seite stellen möchte. Ich könnte kein Vertrauen zu ihr fassen. Ihr Wesen erscheint mir unwahr und gekünstelt. Und nicht wahr, Vertrauen und Sympathie muß ich meiner Frau doch wenigstens entgegenbringen?"
Die alte Dame sah sinnend in seine Augen. Und dann nickte sie ernst und nachdenklich.
„Ja, Hans Ullrich, das muß sein. Eine himmelstürmende Liebe ist nicht immer ein Gewähr für ein glückliche Ehe; aber Mangel an Hochachtung und Vertrauen ist der sicherste Anlaß zu einer unglücklichen. Und in eine solche möchte ich Dich ganz gewiß nicht hineintreiben, da sei Gott vor. Ich habe zwar nie etwas Unwahres oder Gekünsteltes an Baroneß Karla gemerkt, vielleicht bildest Du Dir das nur ein. Aber schon die Einbildung allein genügt, eine Verbindung zwischen euch in meinen Augen unmöglich zu machen. Es tut mir leid, daß meinen Wünschen keine Erfüllung werden soll, mein Sohn; aber Deine Mutter ist doch keine unvernünftige Frau. Was nicht geht, das geht nicht. Wenn es nur nicht so schwierig für Mch wäre eine passende Frau zu finden."
Er preßte sein Gesicht auf ihre Hände.
„Du bist und bleibst die herrlichste Frau, die ich kenne, meine liebe teure Mama. Ich bin sehr froh, daß Du meine Erklärung so ruhig hinnimmst."
Bekanntmachung
. Für die städtische Verwaltung wlrd zum 1. Juli (evtl, später) ein
Gehilfe
gesucht. Erforderlich ist gründliche Erfahrung im Bürodienst. g»re Auffassungsgabe und Be- fähigung zu selbständiger Arbeit. Beahlun; - nach fe.lstehenden Tarifiätzen. Bei Bewährung Aussicht auf Anstellung. Militär, an-oärrer oder Kriegsbeschädigte erhalten bei gleicher Befähigung den Vorzug.
Selbstgeschriebene Angebote mit Lebenslauf und Zeu^nis- ab chri ten sind unter Angabe des Tages des frühesten Dienstein- trtils bis zum 20. ds. Monais an den Unterzeichneten zu richten. Friedberg, den 6. Juni 1918. Der Bürgermeister __I. V.: Dam m.
$rin Jillchm
zu ieiner goldenen Hochzeit
ein dreifaches, donnerndes Hoch,
daß es in Nodheim erschallt, in Friedberg u. Frank urt widerhallt.
-s ch. Kelter IX. Nodheim o.d. H.
Deutscher Volksabend
zum Besten der
uiifnitorf’S'piir!
3m Saalbau zu Friedberg, Montag, den 10. Juni, abends 8 Uhr:
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auf dem Gebiete der Gesangs- und der dramati chen Zäunst wre der Deklamation und des Lautenspiels.
Örr Wlflfef 1 * ^? arIett ' numeriert, 3 Mk.. Sperrsitz, nu- UCl 4"M. merrert. 2 Mk.. Saalplatz u. Balkon 1 Mk. Einlaßkarten im Vorverkauf sind in der Bindernagelschen Hofbuch. Handlung undiim Zigarrengeschäft Oppenheimer Nachfolger, woselbst auch dle Plane für die numerierten Sitze aufliegen, zu haben.
Der Gesamtertrag stiebt der Ludendorff-Spende
Einlaß: 7 '/- Uhr. ZU. Anfang: 8 Uhr.
Indem ich eine geehrte Einwohnerschaft von Friedberg mit der Zusicherung genußreicher Stunden höflichst einlade, bitte ich gleich- zei lg im Jntereffeun erer tapferen Kriegsbeschädigten, die Veran- staltung durch recht zahlreichen Besuch unterstützen zu wollen
Hochachtungsvoll Johannes Vreihol,. DPI«.
100 Wh. {Jrloljtinng
demjenigen. der mir den Täter namhaft mach:, welcher mir einen vor dreiß g Jahren gepflansten Apfelbaum oolliländig demolierte, damit ich den,elben gerichtlich üe^ langen kann.
Jean Fix, Kloppenheim.
!
Iu gen Leuieii beiderlei Geschlechts t>l Gelegenheil geboten, dle L cnographie zu ehernen. Anmeldun en zu einem demnächst statlfinden.en Kursus werden bis zum Sonntag, den 9. Juni, bei
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ges. Hotel Trapp. Friedberg
Raves MW
gesucht.
Frau Kögler. Tapelenhaus,
Friedberg.
D» §M- unl) SarleWiife Lber-MoWl,
e. (5. m. u. H.,
M durch Beschluß der Generalversammlung vom 2. Juni 1918 in eine
kkilvsstlischlift mit beschränkln WMcht
umgewandelt worden. Gläubiger, die mit diesem Beschluß nicht emverstanden sind, wollen sich bei der Kasse melden. Ob-r-Mockstadt, den 4. Juni 19l8.
Esm- niiD JarlkhMfse Mr-MchtM,
e. G. m. u. H.,
Wilhelm Wickel ll. Heinrich Wickel II.
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dem Gelegenheit gegeben das
Kochen zu erlernen, gegen Lohn gesucht.
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