Ausgabe 
6.6.1918
 
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Der Feind ans AmKlrm?CuLry rnrnckgemorfen. 12000 Tonnen versenkt.

Lohnerhöhnng für die ReichstagoakgeordneLen.

Unmmer 130

Donnerstag, den 6. Juni 1918

11. Jahrgang

Der deutsche Genrralstak L - : meldet: = %

W. T. K. Großes Kattplqnartier, den 5. Juni. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz. ; r

Heeresgruppe Kronprinz Ru pst recht. '

Erfolgreiche Vorstöße in Flandern brachten Gefangene ein. An der ganzen Front hielt rege Erknndungstätigkeit an. Der Artilleriekamps lebte vorübergehend aus.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

In Erweiterung unserer Erfolge auf dem Südufer der Aisne warfen wir den Feind aus AmbenyEutry zurück und nahmen seine Stellungen nördlich von Dommiers.

Oertliche Kampfhandlungen beiderseits des Ourcg- Flusses. Im übrigen ist die Lage unverändert. ' 1

Leutnant Löwenhardt errang seinen 26. Lustsieg.

^ Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

Abendbericht.

Berlin, 5. Juni, abends. (WB. Amtlich.) An der ikihlachtfront ist die Lage unverändert.

Der österreichische Generalstak ~ meldet: s

Wien, 5. Juni. (WB.)^ Amtlich wird verlautbart: Außer Artillerietätigkeit keine Kampfhandlungen von Belang.

- v \ ^ ; Der Ehef des Generalstabes.

Der bulgarische Generalstak meldet: -

Haag, 6. Ami. (WB.) Das Korr -Bur. teilt mit: Das FischerfahrzeugAnnieen Adrie" aus Vlaardingen ist in der Nordsee auf eine Mine gelaufen und in die Luft ge- flogen. Von der Besatzung wurden ein Mann getötet und zwei verwundet,

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Berlin, 4. Juni. WB.) Zwei neue feindliche Mini­sterreden beleuchten die durch den U-Bootkrieg geschaffenen Ernährungsnöte des Vielverbandes wieder einmal besser als je es Zahlen zu schildern vermögen. Nach demObserver" vom 28. 4. erklärte der englische Nahrungsmittelminister Lord Rholldda in einer Unterredung:Bisher ist die

deutsche Nahrungsmittelblockade unwirksam gemacht mit Hilfe der Vereinigten Staaten. Aber Amerika muß nicht denken, daß die Nahrungsmittellage des Verbandes nicht wirklich gefährlich sei. Sie ist sehr ernst. Wenn Amerika seine Nahrungsmittelerzeugung und den Bau von Schiffen nicht beschleunigt, werden die Verbandsmächte große Schwierigktziten haben. Der mäßige Hunger, den wir leiden rührt keineswegs von der knappen Welternte her. In Australien ist viel Weizen, in Südamerika viel Fleisch vor- Händen, aber wir können sie nicht herbekommen." Der Ernährungsminster der Vereinigten Staaten ermahnte 500 Vertreter des amerikanischen Hotelgewerbes zu äußerster Sparsamkeit im Verbrauch von Weizen und begründete diese Fordrung lautNew Dort Times" vom 20. März mit den folgenden Worten:Wir haben festgestellt, daß die ame­

rikanische Ernte hinter unserer Schätzung zurückgeblieben ist. Wir wissen heute, daß das amerikanische Volk seinen Weizen­bedarf um die Hälfte einschränken muß, wenn wir un­seren europäischen Verbündeten auch nur das Mindestmaß ihres Brotbedarfes liefern wollen. Es ist möglich, daß unsere Bevölkerung ihren Brotverbrauch eines Tages um mehr als die Hälfte einschränken muß. Eine weitere Schlvierigkeit liegt natürlich in der stetig wachsenden Schiffs­raumknappheit. Der Hunger drüben muß schon recht emp­findlich fein, wenn feindliche Minister so sprechen und wenn Lord Rhondda ihn sogar alsmäßig" bezeichnet.

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Sabotage ans framöslschen Handelsschiffen.

Sofia, 3. Juni. '(WB. Nichtamtlich.) GeneralstaüL- bericht.

Mazedonische Front: Im oberen Skumbi-Tale und bei Bratindol zerstreuten wir durch unser Feuer feindliche Sturmabteilungen. Im Eernabogen kurze Feuerangriffe auf seiten des Feindes. An der Front Gegend südlich des Dorfes Hums bis zum Wardar wurde das Artilleriefeuer auf beiden Seiten stärker. Im Struma-Tale glücklich verlaufene Patrouillenkämpfe.

Das türkische Hauptquartier meldet: ;

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Konstantinopel, 4. Juni. (WB. Nichtamtlich.) Gene­ralstabsbericht.

Palästinafront: Auflebendes Artilleriefeuer auf dem

Ost-Jordan-Ufer. Vorgeschobene feindliche Kavallerie- Patrouillen wurden hier vertrieben. Beim Gegner erkannte Bewegungen wurden von unserer Artillerie beschcssen. Re­bellenlager westlich Dschuruf wurden von unseren Fliegern aus geringer Höhe erfolgreich angegriffen. Auf den übrigen Fronten ist die Lage unverändert.

12600 Tonnen verdenkt.

Berlin, 4. Juni. (WB. Amtlich.) Durch die Tätigkeit Unterer U-Boote wurden im Sperrgebiet um England wiederum 12 000 Brt. versenkt. Unter den versenkten Dampfern befanden sich zwei mittelgroße belvaffnete Damp­fer, einer davon englischer Nationalität.

Der Chef des Admiralstabcs der Marine.

Gin englischer Zerstörer gesunken.

Haag, 5. Juni. Reuter meldet aus London: Ein

britischer Torpedojäger sank am 31. Mai nach einer Kollision. ES aaü keine Opfer.

Köln, 5. Juni. Der Sonderberichterstatter derKöl­nischen Volkszeitung" schreibt, daß kürzlich zwei große, im Hafen von Dünkirchen befindliche französische Dampfer der Agence Maritime du Nord durch Explosionen im Maschinen­raum völlig vernichtet wurden. Eine Anzahl anderer Dampfer wurde auf dieselbe Weise mehr oder minder stark beschädigt. Eine durch den Präfekten von Dünkirchen ein- geleitete Untersuchung ergab, daß es sich um systematisch aus­geführte Anschläge, handelt, deswegen verschiedene Matrosen englischer, französischer und spanischer Nationalität festge­nommen wurden. Trotz eifrigster Bemr'chungcn der franzö- sichen Behörden, die Tat wieder einmal als deutsche Mache hinzustellen, ist bekannt geworden, daß man es mit Sabotage der Mannschaften zu tun hat, weil Proteste wegen ungemein schlechter Verpflegung stets ohne Erfolg geblieben waren. Infolge der Verabreichung verdorbener Nahrungsmittel! waren in der letzten Zeit viele ernste Erkrankungen unter Vergiftungserscheinungen vorgekomii^n.

Die Schlacht im Westen.

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Das Ergebnis einer Woche.

Berlin, 5. Juni. (WB.) In einer Wochie besetzten die Deutschen während der Schlacht zwischen der Aisne und Marne über 3000 qkm feindlichen, teils fruchtbarsten Bodens mit zahlreichen Wiesen, Obst- und Weingärten. Ueber 200 Ortschaften, darunter 15 Städte mit mehr als 1000 Einwohnern, fielen in deutsche Hand. In ihnen ist nur ein Teil der Bevölkerung zurückgeblieben, der Rest, rund 75 000 Seelen, verliehen ihre Wohnstätten und flohen über die Marne. Diese Flüchtlinge fallen der französischen Regierung zurLast, die sie unterbringen und verpflegen muß

120 000 Mann feindliche Verluste.

Köln, 5 Juni. Der Kriegsberichterstatter derKöln. Ztg.", Prof. Wegener, berichtet von der westlichen Front u. a.: In der Gegend von La Fer6-Milon am Ourcqfluß stehen wir nur noch 70 bis 80 Kilometer von Paris. Die Ge- jamtziffer der bei denGefangenensammelstellen abgelieferten

englischen und französischen Gefangenen beträgt bis zum Abend des 4. Juni über 48 000 Mann und 1200 Offiziere. Schätzt man danach in dem erfahrungsmäßigen Verhältnis die Gesamtverluste des Feindes einschließlicb Verwundete l'Nd Tote so kommt man selbst bei vorsichtigster Annahme auf mindestens 120 000 Mann.

Deutsche Sturmwagen im Kampf.

Berlin, 5. Juni. (WB.) An der gleichen Stelle zwischen dem Winterberg und Berry-au-Bac, an der in der Früh­jahrsschlacht 1917 französische Tankgeschwader angrisfen und zusammengeschossen wurden, setzten am 27. 5. auch die deut­schen Sturmwagen zum Angriff an. Die Tanks die hier in der Morgendämmerung vorrasselten, bestanden in eng­lischen Beutetanks, die jetzt mit deutsch Besatzung zeigen konnten, was die Tankwaffe bei geschicktem Einsatz und rück­sichtsloser Führung zu leisten'imstande ist. Die jungen* Sturmtruppfiihrer, die so oft an der Somme, vor Arras und bei Cambrai die englischen Tankgeschwader feuerspeiend sich heranwälzen sahen, bis Volltreffer der deutschen Artillerie sie vernichteten, konnten jetzt als Tankkommandanten Schrecken in die Reihen der englischen Infanterie tragen. Mit ihnen wetteiferten Maschinengewehroffiziere, Ar­tilleristen und Offiziere der Kraftfahrtruppen in der Füh-, rung der Panzersturmwagen. In dem Augenblick, wo die Infanterie zum Sturm antrat, hatten die Tanks bereits die englischen Gräben erreicht. Stellenweise fuhren die Tanks ksts auf 1000 Meter vor der Infanterie her.

Ein Bataillon kam unter dem Schutze ihm vorausfah­render Tanks eine Strecke von 4 Kilometer bis an den Kugelberg fast ohne einen Mann Verlust vorwärts. Ein Sturmwagen fuhr bis Pontavers und machte mehr als 200 Gefangene, die er, aus ihren Gräben herausholend, der nach^ rückenden Infanterie in die Arme trieb. Vergeblich ver­suchten die englischen Batterien und Grabengeschntze den Sturmmarsch der deutschen Panzerwagen aufzuhalten. Von zwanzig Tanks wurden nur zwei durch Volltreffer außer Gefecht gesetzt, aber der überlebende Rest der Besatzung griff zu Karabinern und Handgranaten und kämpfte als Stoßtrupp mit der Infanterie weiter. Die Tanks, welche die Engländer auf ihrem Rückzuge gegen Amiens zu Dut­zenden nnd Hunderten zurückließen, leisteten uns gute Dienste.

Unter deutschem Feuer.

Zürich, 8. Juni. Meldungen von der Wesffront be­richten über die Forffetzung der Beschießung von Eompiögne und Reims, auch die Eisenbahn von Compi^gne nach Paris fei durch die Bombenwürfe gefährdet.

Köln, 5. Juni. Havas gibt nach derKöln. Ztg." zu. daß die französischen Truppen, die am 27. Mai die Ränder von Reims bewachten, sich im Laufe der letzten Woche nach und nach gegen die Vorstädte zurückzogen.

Unterbrochene Verbindungen.

Genf, 5. Juni. Nach Pariser Meldungen ist der Vor«- ortsringvelckehr von Paris nach Meoux eingestellt, Eins Angabe, ob die Einstellung wegen der Gefährdung Moaur durch die deutschen Linien bei Chateau-Thierry oder infolge- des letzten schweren deutschen Bombenwurfes auf Mtzaii^ erfolgt, fehlt. Die Räumung von Meaux von der Zivils bevölkerung und^den Behörden wird nunmehr vom Pariser Petit Journal" bestätigt.

Genf, 5. Juni. Die Pariser Blätter melden die Unter­brechung des Eisenbahnverkehrs von Reims nach Epernay. Die französische Grenzsperre ist Dienstag mittag in Kraft getreten.

Englische Sorge vor neuen Uebcrraschungcn.

Lugano, 4. Juni. Der Londoner Korrespondent deH Secolo" kann die Angst, die in ganz England herrscht, nicht verhehlen. Dank dem Eintreffen der französischen Reserven sei der deutsche Vormarsch ja allerdings stark verzögert und bald würden die Deutschen neuerdings zur Impotenz ver«- urteilt werden. Dennoch hege man in London andauernd schwere Besorgnisse, daß die Deuffchen in dieser kritische« 'Phase der Schlacht irgendwelche neuen Ueberraschungen auf die Verbündeten loslassen könnten, so etwa eine Offen* sive an irgend anderen schwach besetzten Punkten, um damit eine neue Bresche zu öffnen und die Verbündeten neuerding- zur Verschiebung ihrer Reserven zu zwingen und die rück- wärtigen Verbindungen noch mehr zu stören. Wenn nichts!