Ausgabe 
5.6.1918
 
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Utm nie dAch Liebe Leid ge-chay.

Roman von Courths-Mahler.

25) Nachdruck verboten.

Baroneß Karla konnte ihren Aerger kaum verbergen. Hans Ullrich merkte ihr an, daß sie nicht mit Fräulein Hell­muts Erscheinen einverstanden war, und ahnte ihre Beweg­gründe. Deshalb beschloß er, sehr vorsichtig zu sein. Fräulein Hellmut durfte nicht den Eifersüchteleien der Baronesse ausgesetzt werden.

Er merkte sehr wohl, wie scharf ihn die Baronesse be­obachtete, als nach einer Weile die Sekretärin eintrat, und hatte sich in der Gewalt. Kühl und gelassen verbeugte er sich zum Gruß, als Christa vorgestellt wurde und am Tisch Platz nahm. Sie wurde am Ende der Tafel zwischen Ursula von Frankenau und der Baronesse plaziert. Christa war mit der ruhig vornehmen Sicherheit ihres Wesens eingetreten und ließ ihre Blicke ohne Befangenheit auf der Tischgesell­schaft ruhen. Herr von Birkenheim sprach einige scherzende Worte niit ihr, auf die sie lächelnd antwortete.

Frau von Frankenau war erstaunt über die Jugend und Schönheit der jungen Dame. Diese gefiel ihr aber sehr gut. Sie merkte, daß Christa ein feines, wohlerzogenes Mädchen war und betracMte sie mit freundlichem Interesse. Selbständige Frauen, die fest und sicher im Lebenskampf standen, hatten immer ihre Synrpathie für sich und außerdem liebte die alte Frau schöne Menschen und freute sich ihrer.

. Ursula aber, die zu den Menschen gehörte, die sich schnell darüber klar sind, ob sie einem Menschen sympathisch oder unsympathisch gegenüber stehen, war von der jungen Sek­retärin restlos entzückt. Sie sah immer wieder bewundernd in Christas schönes, feines Gesicht. Und da sie außerdem merkte, daß Baroneß Karla die junge Dame mit wenig freundlichen Augen betrachtete und keines Wortes würdigte, war es bei ihrer Veranlagung selbstverständlich, daß sie ihr Wohlgefallen an Fräulein Hellmut besonders betonte. Und sie begann sofort mit ihr zu plaudern in ihrer heiteren, sonnigen Art.

Christa ging mit einem warmen Lächeln darauf ein. Sie hatte seit gestern ein eigenartiges, stilles Glücksgefühl im Herzen seit sie wußte, daß Hans Ullrich von Frankenau weder verlobt noch verheiratet war, und seit er ihr im Park so bedeutungsvolle Worte gesagt hatte.

Da sie sieb ihm gegenüber fremd und formell zeigen mußte, war es ihr eine Freude, mit seiner reizenden, jungen Schwester zwanglos plaudern zu dürfen.

Hans Ullrich hätte seiner Schwester dankbar die Hände küssen mögen, weil sie Christa so freundlich entgegenkam. Es war ihm eine Wohltat. Er merkte auch erfreut, daß seine Mutter Wohlgefallen an der jungen Dame fand. Um- somehr schmerzte es ihn, daß er selbst gezwungen war, Christa zu ignorieren. Er wagte es kaum, das Wort an sie zu richten, um Karla keinen Anlaß zum Aerger zu geben. Diese Vorsichtsmaßregel war auch sehr wirksam. Die Baronesse beruhigte sich schnell, als sie merkte, das Hans Ullrich keinerlei Notiz von Christa nahm und sie kaum zu beachten schien.

Sie ließ alle Minen springen, um Hans Vllrich für sich zu erobern. Das fiel Christa auf. Zuweilen ruhte ihr Blick verstohlen forschend auf Hans Ullrich und seiner Nachbarin. Me Baronesse saß neben ihm. Ihre Mutter hatte sie wohl­weislich bei Tisch so plaziert.

Christa mußte daran denken, was ihr Herr von Frankenau gesagt hatte bezüglich seiner Vermählung. Sollte Baroneß Karla vielleicht die künftige Gemahlin des Freiherrn von Frankenau werden? Ein wenig schmerzhaft zuckte es dabei doch an ihrem Herzen, Aber dann sagte sie sich:

Wenn seine so schnell erwachte Neigung für mich zu einer echten, wahren Liebe vertieft, dann wird er doch nicht von mir lassen, dann wird er allen Majeratsbedingungen zum Trotz nicht um eine andere werben. Tut er es dennoch, dann habe ich nichts an ihm verloren. Ein Mann, dem ich mich fürs Leben anvertrauen sollte, der müßte unentwegt zu mir halten, und wenn sich die ganze Welt dagegen auf­lehnte!"

Und bei diesem Gedanken traf ihr Blick mit einem warmen Aufleuchten in seine Augen, so daß er seine Sehn­sucht nach ihr kaum bezwingen konnte.

Baroneß Karla erreichte mit all ihren süßen Blicken und lockenden Worten nichts. Hans Ullrich blieb in der Reserve, höflich und artig, aber kühl bis ans Herz hinan.

Darüber war niemand vergnügter als Ursula. Sie war von einem übersprudelnden Frohsinn, und ihre Mutter mußte einigemale energisch bremsen, wenn sie ihrem Heber- mut gar zu sehr die Zügel schießen ließ.

Als die Frankenauer am Nachmittag wieder nach Hause zurückfuhren, machte Ursula ihrem Entzücken über Christa Hellmut Luft. Diese hatte ihr junges Herz im Sturm er­obert.

Wie gern hätte Hans Ullrich so recht aus vollem

He^en in Lieses Loblied mit eingestimmN Aber er ichwiea doch lieber, um seine Mutter nicht zu beunruhigen

Als Hans Ullrich mit seiner Mutter und seiner Mwester wieder daheim war und er sich mit Ursula allein rm Zimmer befand hing sich diese an seinen Hals.

Nun sag mir, Hans Ullrich, wirst Du Baroneß Karla zu Deiner Frau machen?" fragte sie sehr eindringlich

Er lachte leise.

M ich mir schon jetzt darüber klar sein, Urselchen?^

Sie nickte energisch.

Ja das mußt Du. Und sag es nur ehrlich. Du bist es auch schon. Ich habe es Dir doch angemerkt, daß Du sie nrcht magst."

Warum fragst Du mich denn, mein kluges Schwester­chen?"

Weil ich es von Dir bestättgt haben will."

Er drückte sie an sich.

Nun denn offen heraus nein, Urselchen, Baroneß Karla wird nicht meine Frau."

>,Ganz bestimmt nicht?"

Nein, ganz bestimmt nicht."

Da umfaßte ihn Ursula stürmisch.

Ach, Gott sei Dank! Gott sei Dank! Ich wäre tod- unglücklich gewesen, wenn Du Dich mit ihr verheiratet' hättest. Hast Du bemerkt, wie böse sie war, als Fräulein Hellmui zu Tische kam?"

Er wich ihrer Frage aus.

Meinst du. daß sie böse war?"

Freilich, Hans Ullrich, bitterböse war sie. Sie mag es nicht leiden, wenn jemand schöner ist als sie. Und daß Fräulein Hellmut viel liebenswerter ist als sie, das muß sie doch auch gemerkt haben. Ach, Hans Ullrich, dies Fräulein Hellmut ist ein wundervolles Geschöpf."

Hans Ullrich sah gedankenverloren vor sich hin und frug Ursula:

Hast Du das so schnell herausgefunden?"

Ursula holte tief Atem.

Na, weißt Du, das ist doch nicht schwer. Uebrtgens habe ich doch einen berühmten Instinkt, den selbst Mamufchka anerkennt. Wenn es mich zu jemand hinzieht, wie zu Fräulein Hellmut, dann weiß ich bestimmt, daß dieser Jemand ein wertvoller Mensch ist. Und wenn mich mein Jnsttnkt vor einem Menschen warnt, dann ist dieser Mensch ganz sicher ein Greuel."

Fortsetzung folgt.

Mit grosser Freude zeigen wir die glDcklich« Geburt eines strammen Jung6H an.

Ernst Lmcke

Reg.-Baumeister, Oberleutnant der Res., z. Zt, Maina

Frau Emmy Lincke

gab. Georg«

Darmstadt, den 5. Juni 1018.

Lukasweg 23, li.

J

Bekanntmachung.

Nächsten Samstag, den 8. d. Mts. verkaufen wir in der alten Post, durch die hiesigen Kolonialwarenhändler

Camcmbcrtkäfe.

vormittags

von 910 Uhr für die Nummern 1350 des Bezirks 1 1011 von 351 aufm. I

.. 11-12 1500 des Bezirks I»

Für jede auf der Lebensmittelkarte verzeichneie Person werden 58 Gramm zu 23 Pfennig verabfolgt.

Die Lebensmittelkarten sind als Ausweis vorzulegen; das Geld ist abge'ählt bereit zu halten.

Friedberg, den 4. Juni 1918.

Der stellv. Bürgermeister (städt. Lebensmittel-Ausschuß)

_ I. A.: Langsdorf.

Die Erfassung der diesjährigen Obsternte ist für den Kreis Fried» berg der von der

LaMoWesse

für M CrHeiWtim Mn, DarmftM,

Geschäfts-Abteilung in Friedberg. Hanauerstr. 22, errichteten

Bezirks-Geschäftsstelle

übertragen worden.

Den gewerbsmäßigen Ankauf von Frühobst beim Erzeuger dürfen gemäß den diesjährigen Bestimmungen für Frllhobstbewirtschastung nur die von vorgenannter Stelle bestellten und mit einer roten Ausweiskarte (Jahr 1918/19) versehenen Ankäufer vornehmen.

Landesobststelle

für das Erohherzogtum Hessen, Darmstadt.

Kekanntmachnng.

Nächsten Donnerstag, den 6. Juni, findet in der alten Post der Verkauf von

Walnuß-Oel

jtatt:

vormittags

von 1011 Uhr für die Nummern 1300 d^s Bezirks I.

Die o.b;ugebende Menge beträgt für Familien

vsn 12 Personen Vio Liter und kostet 0.75 Mk. von 25 P-rsonen 2 / 10 Liier und kostet 1.50 'Ahf. von über 5 Personen Liter und kostet 2.25 Mk.

Die Lebensmiltelkarten sind als Ausweis vorzulegen Rituell lebende istaeti i che Familien und Haushaltungen, die geschlachtet haben, sind vom Brzug ausgeschlossen.

Gefäße sind mitzubringen; das Geld ist abgezählt bereit zu halten.

Friedberg, den 4. Juni 1918.

Der stellv. Bürgermeister.

(städt. Lebensmittel-Aus chuß.)

.___ I. A.: Lang s d o r f.

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Vilbel.

Die Stücke der

I/II. Kriegsanleihe

können in den Geschästsstunden bei unserer Kasse in Empfang genommen werden; die Kassenbücher sind vor­zulegen.

Vilbel, den 3. Juni 1918.

Der Vorstand.

Ortsgruppe Friedüerg.

Donnerstag, den 6. Juni abends 7Va Uhr

Zusammenkunft bei Ellermeier.

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