Ausgabe 
5.6.1918
 
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Nummer 129

Mitlmoch. den 5. Juni 1918

11. Iahrganq

Erfolgreiche Kämpfe ans dem Küdnfer der Aisne. Einige taniend Gefangene eingedrachr. Schmierige Lage der Italiener in Tripolis. 29000 Tonnen versenkt.

Der deutsche Generalstak

meldet: =.s

M. T. Großes Zanptqnarrier, den

4. Juni. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplätze

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Artilleriekämpfe wedelnder Stärke. Rege Erkundungs- tätigkekt des Feindes und stärkere Vorstöße an verschiedenen Stellen der Front. Südwestlich von Merris hat sich der Feind in kleineren Grabenstücken festgesetzt.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Nördlich der Aisne entrissen wir dem Feinde in hartem Kampfe einige Graben. Der zähe Widerstand des auf den Höhen .westlich und südwestlich von Soissons sich anllam- mernden Feindes wurde gestern gebrochen. Die Höhen von Vauxbuin und westlich von Chaudun wurden genommen Nach Erstürmung von Pernant und Missy-aux-Bois war­fen wir den Feind aus die Linie Le SoulierDommierS zurück. Mehrere Batterien wurden erobert, einige tausend Gefangene eingebracht.

Französische Gegenangriffe beiderseits des Ourcq- Flusfes scheiterten unter schweren Verlusten. Nordwestlich von Chateau-Thierry haben wir im Kamps die Bahn BussiaresBourelches überschritten und feindliche Gegen­angriffe abgewiesen.

An der Marne, zwischen Marne und Reims ist die Lage unverändert.

Der Erste Generalquarliermeister: Ludendorff.

Alrendbrricht.

Berlin, 4. Juni, abends. (WB. Amtlich.) Erfolgreiche Kämpfe auf dem Südufer der Aisne westlich von Soissons

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Der österreichische Generalstak l .- meldet:

Wien, 4. Juni. (WB.) Amtlich wird verlautbart: An der ganzen Südwestjront anhaltende lebhafte Artillerie^ tätigkeit.

Der Chef des Generalstabes.

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Der bulgarische Gencraistav meldet: -

Sofia, 2. Juni. MB. Nichtamtlich.) Generalstabs- bericht.

Mazedonische Front: Zwischen Ochrida und Prespa-See nahmen unsere Patrouillen trotz hartnäckigen Widerstandes des Feindes Franzosen gefangen. Südlich des Dobropolje versuchten feindliche Sturmtruppen nach Artillerievorbe­reitung sich unseren Stellungen zu nähern. Sie wurden unser Verlusten abgewiesen. Südlich von Huma wurde das beiderseitige Artilleriefeer zeitweilig lebhafter. In der Ebene vor unteren Stellungen nördlich des Lahinos-Sees Patrouillengesechte.

Das türkische Hauptquartier == meldet: = = ===

Konstantinopel, 4. Juni. (WB.) Amtlicher Tages­bericht vom 3. Juni.

Palästinafront: An der Küste steigerte sich das beider- se'tige Artilleriefeuer zeitweise zu großer Heftigkeit. In der Nähe der Straße JerusalemNablus löste das Vorgehen unserer Patrouillen nachts starkes feindliches Artilleriefeuer ruL. Unsere Artillerie nahm Bewegungen des Gegners am Jordanbrückenkopf unter wirksames Feuer. Feiirdliche Ka­vallerie griff das Jordantal an. Unsere Flieger warfen er­folgreich Bomben. Eines unserer Seefluggeschwader be­legte die Signalstation und Baracken auf der Insel Mavro mit vielen Bomben. Es wurde gute Wirkung beobachtet. Unsere Flugzeuge kehrten unversehrt zurück. Mit dem

Eintritt Italiens in den Weltkrieg begannen unsere in die Provinz Tripolis entsandten tapferen Truppen in auf­opferungsvollen Kämpfen, auf die schwierige Verbindung mit der Heimat angewiesen, die Italiener schrittweise an die Küste zu drängen. Heute klammert sich der Italiener nur noch an einige von uns eng umschlossene Küstenpunkte, wo er unter dem Feuer unserer Batterien und U-Boote steht. Jeder Versuch, die Lage zu verbessern, wurde bisher glück­lich von uns unterbunden. Bei seinem letzten Ausfälle aus Suara am 12. April wurde er von uns in der Flanke gefaßt. Viele Gefangene, zahlreiche Waffen, Pferde und viel Kriegs- material blieben in unserer Hand. Auch mehrfache kleinere andre Zusammenstöße verliefen durchweg zu unseren Gunsten.

29000 Tonne» versenkt.

Berlin, 3. Juni. (WB. Amtlich.) Eines unserer U- Boote unter der Führung des Kapitänleutnants Werner hat im westlichen Teil des Aermelkanals und an der Küste Westenglands fünf Dampfer mit über 29 000 Bruttotonnen vernichtet.

Pon den versenkten Schiffen wurden namentlich festge­stellt der bewaffnete englische TransporterDenbigh Hall" (4943 Vrt.), der aus einem stark gesicherten Geleitzug herausgeschossen wurde, und das französische bewaffnete MotortankschiffMotricine" (4047 Brt.), dessen Kapitän ge­fangen eingebracht wurde. Bei der Versenkung eines mindestens 7500 Vrt. großen bewaffneten tiefbeladenen Fracbtdampfers aus einem stark gesicherten Geleitzug wurde infolge der entstandenen Verwirrung ein weiterer etwa 6000 Brt. großer Dampfer durch einen Zusammenstoß mit einem anderen Dampfer zum Sinken gebracht.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

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Rotterdam, 3. Juni. (WB.)Masbode" meldet: Der englische DampferGertie" (341 Brt.) ist nach einem Zu­sammenstoß gesunken. Der amerikanische SeglerTalona" (1739 Brt.) ist gesunken; die amerikanischen SeglerAbner Coburs" (1973 Brt.),Sar of Chile" (1001 Brt.) und Centennial" (1287 Brt.) wurden schwer beschädigt.

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12 Fischerboote versenkt.

London, 3. Juni. Reuter. Aus Belfast wird tele­graphiert, daß ein deutsches U-Boot am Donnerstag an der Küste eine Flotte von kleinen Fischerfahrzeugen angriff. Den Besatzungen wurde der Befehl gegeben, in die Boote zu gehen. Daraus ging ein Regen von Geschossen auf die Fischerfahrzeuge nieder. Von der aus 30 bis 40 Schiffen be­stehenden Flotte wurden 12 versenkt. Der Rest verdankte seine Rettung dem Umstande, daß das U-Boot bei der Arbeit gestört wurde und das U-Boot rasch tauchte. v

Die Schlacht im Westen.

Berlin, 4. Juni. (WB.) Die berühmte erste Woche der neuen Schlacht ist vorüber. Entgegen der Behauptung Clemenceaus und Fochs hat auch der erste Tag der zweiten Woche trotz verstärktem französischem Widerstand und zahl­reichen heftigen Gegenangriffen der Franzosen den Deut­schen weitere wichtige Erfolge gebracht. Wichtige Höhen und Dörfer wurden dem Feinde entrissen. Seine Truppen fluteten unter schweren Verlusten zurück. Allein westlich Soissons und südlich der Aisne wurden hierbei über 1500 Gefangene gemacht, zahlreiche Maschinengewehre und meh­rere Geschütze erbeutet. Eine Kompagnie nahm eine feuernde Batterie im Sturm, während bei Missy zwei Bat­terien. in Gegend der Werke Feuilly-Ferme eine weitere Batterie erobert wurde. Oestlich des Ostrandes des Waldes von Villers-Cotterets nahmen die Deutschen am 2. Juni über 1000 Mann gefangen und entrissen dem Feinde einen Hang sowie drei Batterien. Bei einem dicht massierten verlust­reichen Angriff am 3. Juni beiderseits des Ourcq verwand­ten die Franzosen zahlreiche Tanks und Kampfgeschwader. Unsere Batterien vernichteten eine auf der Strecke südlich Ferny ab fahrende feindliche Batterie. Deutsches Flakfeuer drallste durch Volltreffer einen Zug auf der Bahn südlich Villers-Cotterets zum Stehen, während deutsche Bombenge­lchwader auf dem Bahnhof Nanteuil zwei große Brände ver­ursachten. Wichtige Verkehrspmrkte. u. a. Annens, St. Juste

Breteuil, Campagne, Villers-Cotterets, lagen unter wirk­samem deutschen Feuer. Zahlreiche Brände und Explosionen wurden beobachtet.

Die Kämpfe vom 2. Juni.

Berlin, 3. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Von der Marne bis Reims verlief der 2. Juni ohne größere Kampf­handlung. Nach den blutig zusammengebrochenen Gegen­angriffen des Vortages verhielt sich die französische In» fanterie ruhig. Die Sülle des Sonntags wurde nur zeit­weise durch beiderseitiges Störungsfeuer auf die Infanterie- und Artilleriestellungen, sowie das Hintergelände unter­brochen. An einzelnen Stellen schob die deutsche Infanterie ihre Linien etwas vor. In den Fluahallen auf der Höhe 194 nördlich Boulcuk wurden nachträglich noch drei unbeschädigte Flugzeuge festgestellt. Die erheblichen Verluste der letzten Gefechte haben die Franzosen gezwungen, zwischen Marne und Reims zahlreiche neue Divisionen, u. a. die 28. und 40 Division, einzusetzen. Gefangene sagten aus, das Befehl gegeben worden sei. unter allen Umständen cl)\:c Rücksicht auf Verluste das Höhengelünde westlich Vrigny-Colommej zu halten. Auch vor Reims zwingt der anhaltende deutsch« Druck die Franzosen, immer neue Kräfte in die Stadt werfen, die durch das schwere deütsche Feuer in kurzer Zeit aufgebraucht werden. Der deutsche Vorstoß gegen das Fort Pompelle, der zur Gefangennahme der ganzen Besatzung führte, fügte den Franzosen besonders schwere Verluste zu. Hierbei wirkten deutsche Sturmwagen und englische Beute­tanks erfolgreich mit der deutschen Infanterie zusammen.

Vergebliche Gegenangriffe.

# In der Nacht vom 2. zum 3. Juni setzte im Abschnitt Bailleul-Merris stärkstes feindliches Feuer ein, dem ein An­griff gegen den Nordrand von Meterem folgte. Der feind­liche Vorstoß wurde unter schweren Feindverlusten blutig abgeschlagen. Nördlich der Lys, sowie beiderseits des La DaMe-Kanals wurde die Artillerietätigkeit ebenfalls leb­hafter. Auch hier versuchte der Feind nach ausgiebiger Feuervorbereitung gegen die deutschen Stellungen bei Vieux Bergmn vorzustoßen. Auch dieser Angriff scheiterte verlustreich. Nachträglich wird gemeldet, daß die Verluste des Feindes am 1. Juni nördlich Albert im Angriff außer­ordentlich schwer gewesen sind. Vor einem einzigen deut­schen Negimentsabschnitt wurden allein 160 tote Engländer gezählt. Noch am 2. Juni hielt der Derwundetentrausportz der Aigländer an.

Der Krasteverbrauch der Feinde.

Berlin, 3. Juni. (WB.) Im Westen und Südweste« von Soissons wird schon drei Tage hartnäckig gekämpft. Der Franzose wehrt sich tapfer und wirft Division auf Division dem Angriff entgegen. Eine bekannte ruhmreiche Re'ervedivisionen stand in schwerem Ringen um die gut aus­gebauten alten Stellungen bei Vauxbuin. Nicht weniger als sieben französische Divisionen, darunter EÜtetruppen hat diese tapfere Division in den letzten zwei Tagen zu be­kämpfen gehabt.

Berlin, 3. Juni. (WB.) Schon am 31. Mai war eine Kompagnie von Le Buisson in die westlichen Stadtteile von Chllteau-Thierry eingedrungen und bis an die Kirche vor­gestoßen. Am 1. Juni setzte die Division nach planmäßiger Artillerievorbereitung den konzentrischen Angriff fort. Am frühen Morgen des 2. Juni drang ein Bataillon von Bresle im Osten und Le Buisson her in die Stadt. Während die Artillerie die feindlichen Batterien jenseits der^Marne in Schach hielt, folgte Truppe gegen Truppe, Mann gegen Mann der Nahkampf. Um 8y% Uhr morgens wurde der iiberragende Schloßpark südlich der Eisenbahnstation ge­stürmt. Die ersten Handgranaten wurden über die Gleise der Balm ParisChalonsVerdun geworfen. Es däm­merte schon, als die ersten Deutschen die Ufer der Marne erreichten die die südliche Stadt durchströmt. Die Brücke ist unversehrt, nur die Eisenbahnbrücke ungefähr zwei Kilo- meter westlich b^t der Feind um 7 Uhr abends gesprengt. Zwei Offiziere mit vier Mann stürmten über die Brücke. Sie kamen glücklich hinüber und stellten starke französische Barrikaden fest. Kaum waren sie zurückgekehrt, flog die steinerne Brücke in die Luft. Dies geschah um elf Uhr nachts, als noch diesseits des Flusses gekämpft wurde.

Chü.teau-Thierry ist der südwestliche Eckpfeiler des deut­schen Einbruchs. Die Stadt lieg auf holbem Wege zwischen dem Chemin des Dames rmd Paris. Kein Wunder, daß Franzosen um jeden Preis sie zu halten versuchten.