Wem nie HM Me Leid geschah.
Roman von CourthS-Mahler.
24) Nachdruck verboten.
„Sie müssen nicht traurig sein, Herr von Frankenau. Ich bin es auch nicht, obwohl — nun ja — obwohl ich eigentlich soviel Ursache hätte, als Sie. Aber wenn Sie mir gut sind — wirklich von Herzen — und wenn eine ehrliche, tiefe Liebe in Ihrem Herzen für mich spricht, — dann ist das so schön, daß man nicht traurig fern darf. Wer weiß, wie es das Schicksal fügt. Wahre Liebe kann Berge versetzen — warum sollte sie nicht auch die Macht haben, einem bürgerlichen Mädchen zu einer erforderlichen Ahnenzahl zu der- Helfen?"
HanS Ullrich atmete schnell und erregt.
„Sie können scherzen, mein gnädiges Fräulein, Sie machen sich lustig über mich Erst erwecken Sie durch Ihre Worte in mir ein heißes Glück, eine Hoffnung, daß auch ich Ihnen teuer geworden sein könnte — und dann treiben Sie ihren Spott mit mir."
Sie schüttelte den Kopf und wurde wieder sehr ernst.
„Nein, das tue ich gewiß nicht. Ich werde nur ein wenig übermütig — weil mich Ihre Worte trotz allem sehr froh und glücklich gemacht haben. Das will ich Ihnen nicht verhehlen. Ich kann nicht traurig sein, denn in mir lebt die feste Ueberzeugung, daß wahre Liebe alle Hindernisse besiegen kann. Ich lege mein Hoffen und Wünschen zu Füßen einer höheren Macht, die alles fügen kann, wenn es auch noch so unmöglich scheint. Und wenn uns nichts bleibt, als das Gedenken an diese Stunde — sie war schön, sehr schön und wert, gelebt zu werden."
Er faßte rasch ihre Hand und drückte sie, Don seinem Gefühl überwältigt, an seinen Mund, an seine Augen und an sein Herz.
Sie zog die Hand zurück.
„Lassen Sie uns auseinandergehen, Herr van Frankenau. Ich muß ins Haus zurück, mein Dienst ruft, ^-ben Sie wohl, Herr von Frankenau."
Er sah sie mit brennenden Augen an. t „Geben Sie mir zum Abschied noch einmal Ihre Hand, gnädiges Fräulein, so — als wenn sich gute Freunde Lebewohl sagen."
Sie legte ihre Hand in die seine, und er umschloß sie fest und warm und sah darauf nieder.
„Wie gern hielt ich sie fest — fürs ganze Leben!" stieß er heiser hervor.
Sie sah ihn mit großen, leuchtenden Augen an.
„Vielleicht ließ ich mich gern sesthalten, Herr von Frankenau, wenn nicht eine unüberwindliche Kluft zwischen uns wäre."
Er seufzte auf.
„Und eben sagten Sie noch so überzeugungsvoll: Liebe kann Berge versetzen. Sehen Sie wohl, Sie glauben selbst nicht daran."
Sie ließ ihre Augen fest in den seinen ruhen.
„Doch, ich glaube, datz die Liebe allmächtig ist — aber nur die echte, wahre Liebe, nicht das, was Sie vielleicht dafür halten. Aber nun muß ich gehen. Leben Sie wohl, Herr von Frankenau — und wenn Sie können, vergessen sie diese Stunde."
Damit ging sie schnell davon
„Das kann ich nicht — niemals!" klang es ihr aus seinem Mund nach
Sie wandte sich noch einmal nach ihm zurück und sah ihn an. Und dieser Blick drang ihm tief in die Seele.
Er sah ihr nach, bis sie verschwunden war, und in seinem Herzen war ein Gefühl, wie er es nie empfunden hatte. Ost schon hatte in seinem Leben eine Frau eine Rolle gespielt, aber was er für Christa Hellmut empfand, war etwas anderes. Schon gestern, als er plaudernd mit ihr im Zuge zusammen saß und im hellen Entzücken ihr schönes Antlitz betrachtete, war dies neue, starke Gefühl in ihm erwacht. Und als er sie in dem Birkenheimer Wagen davon fahren sah, war ein Jubel in seinem Innern, weil er hoffen durste, sie wiederzusehen. Auf dem Weg nach Birkenheim hatte ec sich ganz ernsthaft heute gesagt: „Wenn dieses schöne Mädchen stir mich als Frau in Betrackch kommen kann und wenn es mir gelingt, ihre Zuneigung zu gewinnen, dann soll sie meine Frau werden — und an ihrer Seite werde ich glücklich sein."
Und nun war ihm diese Hoffnung zerstört, und es tat ihm weh, viel weher, als er für möglich gehalten hätte, zumal er aus ihren Worten hatte entnehmen können, daß sie ihm im Herzen nicht stemd und kalt gegenüber stand.
Seufzend bestieg er sein Pferd und ritt nach Hause.
Er gab sich vergeblich Mühe, den Gedanken an Christa zu verbannen; aber nach einer Weile gab er es auf und überließ sich . willig der Erinnerung an die eben erlebte Stunde. Christas Bild hob sich in leuchtenden Farben von seiner Gedankenwelt ab.
Und mit einem Gefühl großer Abneigung dc^te er daran, daß er sich verheiraten sollte. Es bedrückte ihn, daß er seiner Mutter das Versprechen gegeben hatte, es bald zu tun.
*
2lm nächsten Mittag waren die Frankenauer tzerr- schaften Tischgäste in Virkenheim. Baroneß Karla begrüßte Hans Ullrichs Mutter und Schwester mit überströmender Liebenswürdigkeit Ursula machte sich aber ziemlich unsanft aus ihrer Umarmung los. Sie trat zu Herrn von Birkenheim und plauderte mit ihm in ihrer lebhaften, freimütigen Art.
Baroneß' Karla widmete sich nun vorwiegend Hans Ullrich. Die beiden Mütter überließen die jungen Leute mit großer Geslissentlichkeit einander. Hans Ullrich zeigte sich aber heute entschieden kühler und zurückhaltender als gestern.
Ursula beobachtete Karla und ihren Bruder und stellte mit Genugtuung fest, daß Hans Ullrich durchaus nicht von Karlas Reizen bezwungen schien.
Als man zu Tisch ging, reichte Herr von Birkenheim Frau von Frankenau den Arm, und Hans Ullrich führte die Baronin. Die beiden jungen Damen folgten. Karla wollte ihren Arm um Ursula legen, doch diese machte sich hastig los. Ihrem ehrlichen Herzen widerstand es, Komödie zu spielen.
Man nahm an der reich gedeckten Tafel Platz.
Herr von Birkenheim sah sich suchend um.
„Wo bleibt Fräulein Hellniut, Helene?" fragte er.
Die Baronin wandte sich ihm mit ihrem sanften Lächeln zu.
„Sie speist natürlich heute auf ihrem Zimmer, da wir Gaste haben," sagte sie, als sei das selbstverständlich.
Niemand bemerkte, daß bei diesen Worten Hans Ullrich! das Blut in den Kopf stieg.
Auch Herr von Birkenheim war sehr unangenehm -berührt durch diese Anordnung seiner Kusine.
„Verzeih, liebe Helene, wenn ich das nicht so natürlich stnde und Deine Bestimmungen durchkreuze. Ich wünsche, daß Fräulein Hellmut in meinem Hause als Dame behandelt wird. Da ich den größten Teil des Tages in ihrer Gesellschaft verbringe, weiß ich, daß sie unbedingt Dame ist. Ich möchte nicht, daß sie wie eine Dienerin auf ihrem Zimmer speist, wenn wir Gäste haben. Die junge Dame wird jeder Gesellschaft zur Zierde gereichen. Also, bitte, schicke einen Diener hinauf und lasse sie herunter bitten."
Die Baronin ärgerte sich sehr» daß ihr Vetter ihre Bestimmungen umwarf. Sie fand es sehr unnötig, daß sich die schöne Sekretärin neben ihrer Tochter zeigte. Aber nichts, als die roten Flecken aus ihren Wangen verrieten ihren Aerger.
„Ganz wie Du wünschest, lieber Vetter. Ich glaubte nur in Deinem Sinn zu handeln. Man ist doch immer etwas geniert durch das junge Mädchen," sagte sie sanft.
„Sie ist doch sonst auch bei Tisch unsere ständige Hausgenosiin. Warum soll sie dann gerade im Beisein von Gästen stören. Die junge Dame weiß so klug unb anmutig zu plaudern, daß sie für jede Gesellschaft ein Gewinn ist. Außerdem könnte sie es als Kränkimg auffassen, wenn man sie bei Gesellschaft ausschließt. Also, bitte, lasse sic herunter holen."
Die Baronin machte jedoch mit der sanftmütigsten Miene noch einen Versuch, ihren Willen durchzusetzen. Sie wandte sich an die Gäste.
„Es ist ihnen doch nicht unangenehm, wenn die Sek< retärin meines Vetters bei Tisch erscheint?"
Hans Ullrich konnte sich kaum noch bezwingen. Er war Herrn von Birkenheim im Stillen so dankbar, daß er für Fräulein Hellmut eintrat. Der Baronin hätte er am liebsten eine schroffe Antwort gegeben. Zum Glück nahm seine Mutter das Wort.
„Aber keineswegs, liebe Helene. Im Gegenteil, es ist mir sehr interessant, die junge Dame kennen zu lernen."
So mußte die Baronin sehr gegen ihren Wunsch den Diener zu Christa schicken.
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