Wien und Moskau künftig Friede und Freundschaft Herr- schon solle. Wer aber aus den Blättern die Vorgänge in Moskau und auf der Berliner russischen Botschaft mit einiger Aufmerksamkeit verfolgt, wird über die unvermindert feindselige Gesinnung der Herren Bolschewiki und ihres Berliner Beauftragten keinen Zweifel hegen. Infolgedessen charakterisiert sich auch die andauernde Eooeration des Führers der deutschen Sozialdemokratie mit Herrn Joffe als eine vollkommen planmäßige Zusammenarbeit des Abg. Scheidemann mit dem Feinde; gerichtet gegen das eigene Volk und dessen höchste nationale Interessen. Der Abg. Scheidemann betätigte die gleiche Intimität bereits mit Herrn Sewrjuk, dem vormaligen Berliner Vertreter der alten sozialistischen Kiewer Rada, der hier gegen unsere wie gegen seine eigene Negierung intrigierte und dem Abg. Scheidemann das Material zu dessen Vorstoß gegen die Oberste Heeresleitung und den Grafen Hertling lieferte, weil durch diese der Sturz der alten Regierung erbeige- führt worden sei. Auch der neuliche Kiewer ^ rief des „Vorwärts" mit seinen Einzelheiten über die Tätigkeit der neuen ukrainischen Regierung dürfte von dem tüchtigen Herrn Sewrjuk, dem Anhänger der alten Negierung, dem „Vorwärts" geliefert worden sein. Außerdem ist neulich aus Kiew berichtet worden, daß gelegentlich der Haussuchung bei einem verhafteten ukrainischen Minister ein Telegramm an Herrn Sewjruk gefunden wurde, in dem der frühere ukrainische Ministerpräsident den Gesandten ersucht, bei der deutschen Negierung wegen des Eingreifens Eichhorns in ukrainische Angelegenheiten Protest zu erheben, Schutz bei dm deutschen Sozialdemokraten zu suchen und die Abberufung des Generals v. Eichhorn zu verlangen.
Es mag bei uns immer noch rückständige Leute geben, die in diesem Treiben nichts anderes als qualifizierten Landesverrat sehen; zum mindesten die „ehrliche" Absicht zu solchem, wenn er sich juristisch auch schwer fassen läßt und zum Teil auch wohlweislich unter dem Schutze der Immunität verübt wird. Aber was hinsichtlich der Ukraine noch unter den neuen Begriff des parlamentarischen oder parteipolitischen, jedenfalls „tolerabeln" Landesverrats fallen mochte, das hört auf, tolerabel zu sein, sobald es sich um die Sicherheit unserer eigenen, künftigen Nordostgrenze, um die baltischen Provinzen handelt, die im Osten für den Kriegsausgang von ähnlicher, lebenswichtiger Bedeutung sind, wie im Westen die flandrischen Küstengebiete. Und wenn die Zusammenarbeit des Abg. Scheidemann mit dem Feinde auch hier den ungestörten Fortgang nimmt, wie bisher; wenn keine der verantwortlichen Stellen die deutschen, sozialdemokratischen Führer daran zu hindern wagt, daß sie die Geschäfte ihrer bolschewistischen Gesinnungsgenossen betreiben, — Geschäfte, die darauf hinauslaufen, die Angliederung der zu uns gehörigen und zu uns hin- strebenden Baltenländer an das Deutsche Reich durch Winkelzüge und illoyale Vertragsauslegung auf jede Weise zu Hintertreiben, dann wird es Zeit, daß der „Arbeiterführer" Scheidemann vor dem ganzen Lande und den eigenen Wählern gebrandmarkt und an den Pranger gestellt wird. Denn es kostet letzten Endes neue Ströme von Arbeiterblut, wenn dem Abg. Scheidemann das gelingt, was er neuerdings in dem heißen Bemühen, die Heimat zu schädigen, mit dem Bot- ^cbafter Joffe ausgeheckt hat: der Verbleib der baltischen
Küste bei Rußland hat die dortige Festsetzung der Engländer zur sofortigen Folge, die dann den neuen, noch blutigeren Krieg um so aussichtsreicher vorbereiten können. Wenn Herr Scheidemann so die „Vertretung der Arbeiter- interessen" versteht, so wird man ihn (wenn ihm nicht anders das Handwerk gelegt wird) im Lande wißen lassen, daß man darin nichts anderes sieht, als den Verrat der Arbeiterschaft und des Landes, daß sie mit den schwersten Opfern verteidigt haben." —
Ein Provinzial-Kriegerdenkmal?
Wir haben in unserer letzten Nummer einen Aufsatz ge- bracht, des Herrn Pfarrers Rühl, der sich in bitteren Worten gegen ein Provinzial-Kriegerdenkmal insbesondere und gegen die Denkmalswut überhaupt richtet. So sehr wir den Gedankengang unseres hochverehrten Mitarbeiters würdigen und begreifen können, so meinen wir doch, er hätte über das Ziel hinaus geschossen. Es sind, uns inzwischen Aufklärungen über das Schottener Denkmal zugegangen, die den Plan doch in einem anderen und helleren Licht erblicken lassen. Vor allem soll es sich bei dem Denkmal, das auf dem Wartberg bei Schotten errichtet werden soll, nicht um ein Denkmal in F^ld-, Wald- und Wiescnstil handeln, es soll auch keineswegs schon jetzt ein Siegesdenkmal errichtet und damit dem Schicksal schon vorausaegriffen werden. Nein! es soll sich um ein Mal handeln, auf den: die Namen aller im Kriege für das Vaterland gefallenen Oberhesien für ewige Zeiten eingemeiselt stehen. Derjenige von dem der Gedanken ausgegangen ist, hat das »roßte Blntopfer gebracht, das ein Vater bringen kann, )hm liegt es wahrlich fern, ein Stein zu errichten, an dem später rauschende Feste beim schäumenden Bier gefeiert werden sollten. Ihm lag einzig am Herzen, den gefallenen Helden ein schlichtes Mal auf freier Vergeshöh im Schatten des deutschen Waldes zu errichten. Gewiß sollen unsere Gefallenen in erster Linie dadurch geehrt werden, daß für ihre Hinterbliebenen Sorge getragen, und ihnen einigermaßen Ersatz für den verlorenen Ernährer geboten wird. Aber man kann das eine tun und braucht das andere nicht zu lassen. Helfen wir alle mit, daß den Hinterbliebenen unserer Hel-, den eine sichere Zukunft, fern von Sorgen geboten werde — jetzt z. B. ist schon bei der Ludendorsf-Spende Gelegenheit dazu! — aber das soll uns nicht abhalten, auch der gefallenen Voterlandskämpfer in schlichter Weise zu gedenken, dadurch, daß wir ihre Namen verewigen. Wie dereinst die
Lakedämonier dem Andenken ihrer Sohne bei den Th er- mopylen einen Stein geweiht hatten, der dem Wanderer die Namen der Gefallenen verkündet hat, so soll das Denkmal auf dem Wartberg späteren Geschlechtern die Namen derer nennen, die in dem großen Kampf um des deutschen Reiches Sein ihr blühendes Leben lassen mußten.
Daß damit.nicht bis zum Ende des Krieges gewartet wurde, hat zweierlei Ursachen. Erstens bedarf es dazu längerer Vorbereitungen. Auch die H e l d e n h a i n e, gegen die doch der verehrte Herr Einsender gewiß nichts ein- znwenden hat, werden schon jetzt angelegt und sollen späteren Geschlechtern zum Andenken an die schwere Zeit des Krieges dienen. Und zweitens wissen wir, daß gegenwärtig die Opferfreudigkeit heute mehr vorhanden ist, als später nach dem Kriege.
Also der Gedenkstein bei Schotten soll nichts gemein haben mit Denkmalswut oder gar voreiligem Siegestraum, er will das Gedächtnis der Braven ehren, die ihr Leben für uns alle gelassen haben. Wir meinen, das ist ein Werk, zu dem fick alle Oberhessen in ernstem Streben die Hand reichen sollten.
Ans der Hermtt.
Pferdeversteigerung. Dienstag, den 4. Juni, von vor- ' mittags 10% Uhr ab kommmen aus dem Hofe des Jagdschlosses Kranichstein 50 Stück über 2 Jahre alte holländische ! Fohlen zur Versteigerung. An der Versteigerung können nur hessische Landwirte teilrrehmen, die sich durch Bürgermeistereibescheinigung als solche ausweisen können und zu Gespannzwecken noch dringend Zugtiere bedürfen. Die Versteigerung erfolgt gegen Barzahlung. Die näheren Verkaufsbedingungen werden vor Beginn der Versteigerung bekannt gegeben.
D. VII. Kriegsanleihe. Die Stücke zu der 7. Kriegsanleihe sind jetzt sämtlich erschienen und können bei den Zeichnungsstellen abgeholt werden.
Das Seenbachtal im Kreise Schotten. Ein schönes Tal, aber auch ein stilles abgestorbenes Tal ist es, durch das sich der Seen-Bach vom Oberseenerhof hinab nach dem Dorfe Freienseen hinschlängelt. Vier Dörfer lagen einst in diesem Tal, Oberseen, Baumkirchen. Kreuzenseen (Kreuzseen) und Mittelseen. Sie sind verschwunden, eingegangen, ihre Felder zum großen Teil zu Wald geworden. Drei nahe bei den Dörfern gelegene Mühlen, die Baumkircher-, die Streb- katz- und die Sack- (jetzt Löbsack)-Mühle blieben erhalten, Oberseen wurde ein Gutshof. Unterhalb der Sackmühle liegt noch eine alte Schlagmühle und zwischen ihr und der Dorfmühle bei Freienfeen steht noch die Glashütte, wo einst Glas geschmolzen ward. Die kleinen Häuschen, die bei dieser Hütte standen, sind auch verschwunden. Tie Plätze, da die Kapelle zu Kreuzseen und die Kirche zu Baumkirchen standen, kann man noch deutlich erkennen, der Baumkirchner Friedhof um das Kirchlein, von alten Buchen bestanden, ist noch scharf umgrenzt. Die letzten Sandsteine dieser Kirche nahm man vor etlichen Jahrzehnten zum nahen Straßen- bau, die letzten Steinplatten und andere Reste aus der Kreuzseener Kapelle wurden anfangs der 80er Jahre nach Laubach ins Gräslicke Museum verbracht. „Am Lackhaus", das an der alten Straße, die von Baumkirchen nach Laubach mitten durch die Wiesen zog, mußte noch lange Jahre nach dem Untergang der Dörfer der Laubacher Pfarrer alljährlich einmal predigen. So erzählte uns ein alter Mann und er gab noch folgendes zum Besten: Laubach war ftüher
blos ein Raubschloß, war noch kein Dorf und keine Stadt. Da soll ein Raubgraf einen Äann gedungen haben, der in einer dunklen Nacht, die vier Orte der Reihe nach ansteckte. Als er schließlich auch das zu unterst gelegene Dorf Freienseen in Brand stecken wollte, kam der Tag über ihn und das weiße Hündchen, das er mit sich führte, verriet ihn. 'Freienseen blieb erhalten. Die Bewohner der eingeäscherten Orte aber siedelte der Graf zu Laubach an, ihr früherer Besitz siel in des Grasen Hand, und ein Graf Hans Jörg leitete den Seenbach von Baumkirchen unterhalb der dortigen Mühle (auch Heresmühle genannt) durch einen Graben der heute noch zu sehen und zu verfolgen ist, ab nach Lau- kach zu. Das setzte bei den talabwärts gelegenen Müllern böses Blut. Sie wehrten sich und zuletzt ging der Dorf- rnüller auf Schusters Rappen nach Darmstadt oder gar Berlin, um sein Recht m suchen. Bei seiner Ankunft trat er den Grafen, der ihm auf die Achtel klopfend sagte: ' „Geht wieder heim, und wenn ihr heimkommt, soll Eure Mühle wieder laufen." Und so geschah es. der Bach hat Zeinen glten Lauf behalten. Ein Teil der Wiesen in der alten Gemarkung Baumkirchen aber ist heute noch Eigentum der Nachfahren der nach Lauboch verpflanzten Bewohner der sogenannten Sankt Blasiusgesellschäst daselbst. So erzählte uns der Mann und fügte hinzu, das Dorf Ruthartshain beim Jägerhaus im zweiten Tal von hier wurde selbigmal in jener Nacht ebenfalls abgebrannt, auch es ist vom Erboden verschwunden und wo sein Kirchlein stand, das weiß man heute noch. Wie singt doch der Dichter?
Wo sind sie, deren Lied aus deinem Schoß,
O Kirchlein, einst zu Gott emporgeflogen?
Vergessend all ihr trübes Erbenlos?
Wo sind sie? Ihrem Liede nachgezogen!
Fürwahr, welch Leben hat sich einst dort abgespielt, wie still ist cs geworden. Eine kurze geschichtliche Schilderung des Seenbachtales, seiner Dörfer und Bewohner aber von kundiger Hand, wäre sicherlich eine wertvolle und dankbare Aufgabe.
FC. Schotten, 31. Mai. Bürgermeister Schleunig in Altenhain hat wegen Erkrankung das Amt als Bürgermeister rriedecgelegt, Der Beigeordnete Diering ist mit der;
Fuhrrmg der Bürgermeistereigeschäfte beauftragt worden. — In sämtlichen Gemeinden des Kreises sollen demnächst Stichproben vorgenommen werden, ob die Hühnerhalter dis Hühnerbestände richtig angemeldet haben.
Aus Starkenburg.
RMK. Darmstadt. 100 000 Mark verspielt. Eine recht eigentümliche Auffassung über seine Rechte scheint der Teilhaber eines hiesigen Geschäftes zu besitzen, der gemeinsam mit einem anderen vermögenden jungen Mann ein hiesiges Geschäft, das auch für die Stadt und das Militär größere Lieferungen hat, käuflich erwarb,»und ohne selbst Vermögen zu besitzen, die Buchführung und einen Teil der geschäftlichen Arbeiten übernahm. Nach kaum einviertel- jährigem Bestehen, erhielt der andere Teilhaber von seinem Bankhause die Mitteilung, daß der Bankkredit von etwa
40.000 Mark bedeutend überschritten sei. Die weiteren Ermittelungen ergaben, daß der aus Frankfurt stammende Teilhaber das Bankkonto glatt abgehoben, eine Reihe größerer Posten einkassiert und nicht abgeliefert hat, sodaß nach bisherigen Feststellungen ein Betrag von etwa
100.000 Mark fehlt, über den der Ungetreue keine Auskunft geben kann. Die Bücher enthalten keinerlei Eintragungen. Das Firmenregister meldet, daß dieser Teilhaber jetzt auS der Firma ausgefchi^den ist. Man muß über die Leichtgläubigkeit des anderen Teilhabers staunen, der einfach auf Grund einer guten Auskunft, dem Anderen volles Vertrauen schenkte bis er plötzlich aus seiner Duselei aufgeweckt wurde. Der saubere Geschäftsgenosse aber, der angibt, datz Geld verspielt zu haben, lebt jetzt fidel von dem Ertrag seiner Darmstädter Tätigkeit in Frankfurt a. M.
UNK'. Darmstadt, 31. Mai. Das Großherzogliche Paar hatte für Donnerstag Nachmittag im Neuen Po laisgarten über 100 Verwundete und Rekonvaleszenten aus Hessen, die in den hiesigen Lazaretten gepftegt werden zu Kaffee, Tee, Gebäck eingeladen und unterhielten sich die hohen Herrschaften bei hübschem Militärkonzert auf das liebenswür- digste mit ihren tapferen Gästen. — Das aus einem russischen Blatte, das unter deutscher Vorzensur erscheint aufgetauchte Gerücht, wo nach einer Meldung aus Kiew zufolge der Großherzog von Hessen zum Generalgouverneur aller von Deutschland noch besetzten Gebiete im Osten, die ehemals zu Rußland gehörten, ernannt werden solle, bestätigt sich nach Erkundigungen an maßgebender Stelle bis jetzt nicht. Die Nachricht klingt auch aus den verschiedensten Gründen sehr unwahrscheinlich.
Darmstadt. Fünf Treibriemendreh- welche in der Sylvesternacht ans dem Anwesen der Firma Nungesser in Griesheim fünf Treibriemen stahlen,in Stücke schnitten, und verkauften, hatten sich heute vor der Sttafkammer zu verantworten. Sie waren im Allgemeinen geständig bis aus den etwa 30 Jahre alten vorbestraften Schlosser Jakob Sanderbeck von hier, der schon vielfach vorbestraft und von verschiedenen ärztlichen Sachverständigen als geistig minder- werttg, als geistig gestört beurteilt wurde, während Ander/ ihn für die Taten verantwortlich halten. Das Gericht nahm auch heute seine geistige Minderwerttgkeit an, was ihn vor dem Zuchthaus bewahrte und erhielt er eine Gefängnisstrafe von 5 Jahren und 1 Monat, der 23 Jahre alte Arbeiter Aug. Hansel von hier 3 Jahre Gefängnis, der Schlosser H Massing aus Griesheim zwei Jahre, der Schreiner Ad Helsman aus Griesheim 1 Jahr 3 Monate, der Heizer Phil. Schwarz aus Griesheim zu 6 Monate und die Ilona Kuhn, welche Wache stand 9 Monate Gefängnis, auch tritt entsprechender Ehrenverlust ein. Der Althändler Muhry, ein Oesterreicher, der seit einiger Zeit hier ansässig ist, hat die Riemen angekanft und wird wegen gewerbsmäßiger Hehlerei zu 1 Jahr 6 Monaten Zuchthaus verurteilt, er ist wegen Hehlerei von Treibriemen kurz vorher auch bestraft worden.
FC. Von der Bergstraße, 31. Mai. Die Obstbäum? geben hier nur ein geringes Erttägnis, während die Weinberge einen noch größeren Ertrag als 1917 versprechen.
Aus Rhcinhesscn.
RMK. Mainz, 31. Mai. Die Landtagswahl fiir den 7. rheinischen Wahlkreis Gonsenheim—Nieder-Olm, die für den zurückgetretenen Abgeordneten MoltI im Zeichen des Burgfriedens stattfand, ergab für den Kandidaten der Zen- trumspartei einstimmige Wahl und gilt Herr Lehrer Jos. Schorn-Mainz als gewählt.
Aus Hksscn.Nassau.
FC. Geisenheim, 31. Mai. Heute früh gegen vier Uhr war in dem Oekonomiegebäude deL Zwirleinerhofes Groß- teuer ausgebrochen, das dieses und das Kelterhaus in Asche legte. Die in dem Oekonomiegebäude wohnende Familie des Schreiners Thum rettete sich mit knapper Not aus den Flammen. Thum verlor durch den Brand sein ganzes Hab und Gut, er war nicht versichert.
FC. Aus dem Kreise Wetzlar, 31. Mai. 19 Landwirte in 12 Orten des hiesigen Kreises wurden gerichtlich mit Geldstrafen von 1000 Mark bis 50 Mark, ingesamt mit 3430 Mark, besttaft wegen Verheimlichung von Vrotgetteide. Ueberschreitung der Höchstpreise, Verweigerung der Butterabgabe, heimlichen Schlachtungen usw. An der Spitze marschiert der Landwirt Wilhelm Petty aus Reiskirchen, der wegen Beiseiteschaffung von beschlagnahmtem Roggen. Weizen, Gerste, Hafer, Erbsen und Rapssamen 900 Mark Geldstrafe und wegen Verfütterns von Vrotgetteide eine solche von 100 Mark erhielt.
Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e l , Friedberg; für den Anzeigenteil: R. H e y n e r. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung* A- Friedberg i K,


