Ausgabe 
31.5.1918
 
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Ans dev Heimat.

Friedberg. Morgen beginnt die zmn besten der Luden- dorff-Spende Veranstaltete Opferwoäie, deren beide ersten Tage auch bei uns eine Haussammlung bringen werden. Wer auch nur ein Fünkchen Von Dankespflicht im Herzen trägt, wird diese Gelegenheit nicht vorübergehen lasten, um seine Gaben darzubringen für die Kriegsbeschädigten, die ihr Blut Hingaben, um unsere Heimat vor dem Feinde zu schützen. Die jungen Sammler und Sammlerinnen, die uns die Sammelliste entgegenstrecken, sollen nicht umsonst gebeten haben.

Zur Ludendorfs-Spende. Ludendorsfs Name glänzt über eine neue Mahnung an das deutsche Volk, über die Mahnung, der Männer zu denken, die ihre Gesundheit, ihre Glieder für Deutschland verloren haben. Den Kriegsbe­schädigten gilt das hochherzige Werk. Alle, die gesund und blühend in den Kampf zogen und herrliche Taten zu Deutschlands Ehre und unser Wohl verrichteten, und die im Tosen der Schlacht wund und krank wurden, sie alle sollen wissen, wie Deutschland ihnen dankt. Die Glieder, die sie verloren, sollen ihnen durch künstliche ersetzt werden, ihre Krankheiten sollen heilen, ihre Wunden vernarben. Dazu wurde die Ludendorfs-Spende geschaffen! Aus allen Teilen Deutschlands müssen Summen zusammenströmen, damit den tapferen Helden, unseren Vätern, Söhnen. Brüdern ge­holfen werden kann, damit jeder Einzelne der Tapferen wie­der dem wabren Leben, seiner Arbeit zurückgegeben wer­den kann. Was bedeutet Geld gegen die Taten, gegen die Leiden unserer Kriegsbeschädigten? Nichts! Es ist nur ein kleines äustres Zeichen unseres Dankes, aber dieses Geld soll zum Glückspender werden. Die Ungezählte, die der Krieg aus der Werkstatt, aus d?n Bureaus, von der Feldarbeit fortrief und die nun wund und krank heimkehrten, sie alle müssen ihrer Tätigkeit wieder zugeführt werden. Ihnen die wahre Heimat, für die sie bluteten, wiederzugeben, das will die Ludendorff-Spende, llnd das wäre ein schlechter Deutscher, der seine Brüder leiden ließe. Im ganzen Deut­schen Neicbe wird jeder freudig seine Gabe bringen, muß jeder seinen Dank bezeugen, daß wir glücklich sind und daß wir leben in unserem unversehrten, unangetasteten deutschen Vaterland, das danken wir ihnen. Die Ludendorff-Spende soll ihnen sagen, wie tief wir ihnen danken, wie groß unsere Liebe zur heimatlichen Scholle ist, die wir ihnen zum glück­lichen Hafen bereiten woelln.

Ostheim. 29 Mai. Diebstahl ohne Ende. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag wurden einem hie­

sigen Einwohner seine sämtlichen Hasen, 4 Muttertiere, darunter 2 mit 12 Jungen Säuglingen gestohlen. Die Tiere, wahren PrackKexernplare, zweijährig, repräsentierten einen Wert von etwa 200 Mark. Den Umständen nach waren die Diebe mit allen Einbruchswerkzeugen versehen. Der Drahtzaun vom Garten war mit einer scharfen Zange durchbrochen, um durch die Oeffnung einzudringen, die Schlösser der Stallungen mit denselben Zangen gewaltsam zerstört.

sr.Hanan, 28. Mai. In der Marienkirche zu Hanau fand heute aus Anlaß, der vor 100 Jahren vollzogenen Ver­einigung der Lutheraner und Reformierten im Fürstentum Hanau, dem kurhessischen Anteil an dem Fürstentum Isen­burg und dem Großherzogtum Fulda eine Gedächtnisfeier statt unter Anteilnahme der Behörden, der Universität Marburg und benachbarten Kirchengemeinschaften. General­superintendent Fuchs aus Kassel hielt die Festpredigt, Metropolitan Henß aus Windecken sprach über die Vorgänge auf der damaligen Synode, die die Vereinigung beschlossen hat. Tie theologische Fakultät der Universität Marburg hat dem Generalsuperintendenten Fuchs in Kassel und dem Metropolitan Henß in Windecken, dem Verfasser der aus Anlaß der Hundertjahrfeier herausgegebenen Festschrift, die Doktorwürde verliehen. Im Namen der Nassauer, Frankfurter und Heisen-Darmstädter Kirche beglückwünschte Geh. Reg.-Rat Dberkonsistorialpräsident Nebel aus Darm- stadt die Gesanltsnnode und der Gesamtsnnodal-Ausschuß in Kasses spendete 3000 Mark zum LViedrausieben der Bibelgesellschaft.

Ans Nheinbessen.

# FC. Worms, 29, Mai. Der 22 jährige Taglöhnex Philipp Müller und der 16 jährige Fabrikarbeiter Ludwig Hartmann, beide von hier, rösteten gestern an dem Leininger Weg hinter der Elefanten Brauerei im freien Felde Kar­toffeln, wobei Funken auf einen Strohhaufen, der zur Her­stellung von Futtermitteln bestimmt war. flogen und dielen in Brand setzten und einäscherten. Ein Schaden von 40 000 Mark ist dadurch entstanden. Die Täter wurden festge- nommen.

FO. Wiesbaden, 28. Mai. Bei Winzern, bei Würzburg arbeitete das Servierfräulein Wilbelm von hier zwischen November bis Februar d. Is. Da sie hier ihren festen Wohnsitz hatte, kam sie öfters während dieserZeit wieder nach hier und brachte bei dieser Geleaenbeit sich Lebensmittel aus dem Bayerischen mit. Auf Bitten und Drängen gab sie einigen Bekannten öfters von den gebamsterten Lebens­mitteln ab. GuteFreunde" machten der Polizei die Mit­

teilung, daß die Wilhelm einen schwunghaften Hand-ck mit Lebensmittel betreibe. Hierauf begab sich ein Beamte, nach den Wohnung in der Kirchgasse, und traf die eben abermals aus Würzburg angekommene Wilhelm an, als sie ihre mit­gebrachten Herr lichte iten auspackte. Sie gab dem Beamten' zu, öfters aus dem Bayerischen Lebensmittel mitgebracht und an Bekannte abgegeben zu haben. Hierauf bekam sie einen Sttafbefehl der aus 14 Tage Gefängnis lautete, weil sie Lebensmittel eingeführt und unerlaubten Handel damit bettieben hvbe. Gegen diesen Strafbefehl legte die Wilhelm Berufung ein. Das Schöffengericht setzte die Strafe auf fünf Tage herab. Auf eine andere Strafe konnte nach dem neuen Gesetz vom März d. Is. nicht erkannt werden.

FO. Nastätten, 28. Mai. Eine bedeutende Menge Ge­treidevorräte wurde bei dem Landwirt Philipp Wilhelm in Buch durch die Getreide-Aufnahme-Kommission aufgefunden Dem Landwirt halfen die versäüedensten Ausreden nichts, er wurde in eine Geldstrafe von 300 Mark genommen.

FO. Limburg, 27. Mai. In hiesiger Gegend hat die Kornblüte eingesetzt. Die Frucht steht dicht, Halm und Aehren haben sich prächtig entwickelt.

FO. Aus dem Untertaunus, 29. Mai. Der bekannte Gastwirt Philipp Anton Bester in Bärstndt ist im 69. Le­bensjahre plötzlich gestorben. Der Verstorbene war vor einigen Tagen von einer Fliege ins Gesicht gestochen wor­den, wodurch eine Blutvergiftung entstand die seine» schnellen Tod zur Folge hatte.

FO. Braubach, 29. Mai. Am hellichten Tage stiegen in Filsen in eine Wirtschaft Diebe ein und stahlen aus einer Kasette über 2000 Mark und zwei Taschenuhren. Als Täter stehen ein Feldgrauer und ein Zivilist im Verdacht.

^rbfitömnrUtaninarrltrr^re^ÄTu^^uS^:

Offene Stellen:

Mehrere §KIssdienst pflichtige. auch Frauen, fürs besetzte Ce- biet, 2 Tagelöhner, 2 Arbeiieftamilieo, 10 Knechie. 1 Wärter, 2 Hefter, 1 Müller. 1 Hausbursche. 1 Knechteiamilie, 4 D-enst- möobe. 9 Hausmädchen, 1 Flickerin für Herr ichastshaus, 1 Wirt­schafterin, 1 Melkerin, 1 Näherin für Bataillon.

Stellensuchende:

1 Verwalter für Hofgut, mebrere Melkerfamilien und ledige Melker. 3 Fräulein für Büro, 1 Eutssekretärin.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!. Friedberg: für den Anzeigenteile R. H eti n er. Friedberg. Druck und Verlag derNeuen Tageszeitung", A- G.. Friedbera i H

Bekanntmachung.

Nächsten Montag, den 3. Juni, findet in der alten Post der Verkauf von

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für folgende Bezirke statt:

vormittags

von 610 Uhr für die Nummern 501800 des Bezirks II 1011 8011100 ll

1112 1101 aufwäri» m U

nachmittags

von 34 Uhr für die Nummern des Bezirks Hl.

Die abmgebende Menge beträgt für Familien

von 12 Personen 7io Liter und kostet 0.75 Mt. von 25 Personen 2 / 10 Liker und kostet 1.50 Mk. von über 5 Personen */ 10 Liter und kostet 2 25 Mk.

Die Lebensmittelkarten sind als Ausweis vorzule"en Rituell lebende israeli i che Familien und Haushaltungen, die geschlachtet haben, sind vom Bezug aus-eschlossen.

Gefätze sind mitzubrmgen; das Geld ist abgezählt bereit zu halten.

Friedberg, den 30. Mai 1918.

Der stellv. Bürgermeister.

(siädt. Lebensmittel-Aus chutz.)

____ I. A.: L a n g s d o r f.

DeKamrtmirchmlz.

Am 29. Mai 1918 ist eine Bekanntmachung Nr. 0. 760/5. 18 K. N. A., betreffend ^-Beschlagnahme und Bor- .ratserbebung von Eumnffbereisuirgen für Kraftfahrzeuge jeder Art", erlassen worden.

T t Wortlaut der Bekanntmachung ist in den Amts­blättern und durch Anschlag veröffentlicht worden.

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Besichtigung findet Sonntag den 2. Juni 1918, nachmittags von 27 Uhr statt.

Bad Homburg v. d. H.» den 27. Mai 1918.

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