Tiefe erreichte, der außer schweren blutigen Verlusten dein Peinde gewaltiges Kriegsmaterial, Gesckmtze und Beute kostete, als Anfangserfolg bezeichnet, ist nur dadurch zu erklären, daß sie fürchten muß. die Wahrheit werde von ihren eigenen Völkern nicht ertragen. Die deutschen Berichte würden sich nicht scheuen, einen so gewaltigen Erfolg deS Gegners, der in über fünfzig Kilometer Breite ähnliche Nefilltate erzielte, voll anzuerkennen.
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Der Kaiser an den Kronprinzen.
Berlin, 30. Mai. (WB. Amtlich.) Seine Majestät der Kaiser sandte an den Kronprinzen folgende Drahtung:
^Seiner Kaiserlichen Hoheit dem Kronprinzen. General der Infanterie und Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Kronprinz.
Angesichts der großen Erfolge, welche die tapferen und kampferprobten Truppen der Dir unterstellten Heeresgruppe in diesen Tagen unter Deiner Führung errungen haben, verleihe Ich Dir den Stern der Groß, komture des Hausordens von Hohenzollern mit Schwer- tern und spreche Dir zu dieser hohen und wohlverdienten Auszeichnung meine herzlichsten Wünsche aus.
gez. Wilhelm I. R."
Ilnifmle Stinten ;u dem deutschen Siege.
Bern, 29. Mai. Der Militärkritiker des „Bund" bespricht den ^ dritten Akt der Schlachtenfolge im Westen und schreibt: Die deutsche Heeresleitung habe aus der strategi- scheu Handlungsfreiheit den grötzten Nutzen gezogen und in kühnem Wechsel des Angriffsfeldes und des Angriffszieles, ober unter genauer Beobachtung des gegebenen Operation^ kreifes und der Zusammenfassung der Massen die Offensive vom briaschen auf den französischen Heeresfliigel übertragen Mit dieser Variante habe man rechnen müssen, seit es den Deutschen gelungen war, das britische Feldheer operativ zu lahmen und die freien Reservearmeen Fachs aus dem Zen- tratraum nach dem linken Flügel zu ziehen. Der jetzt an der Aisne erfolgte deutsche Vorstoß habe sich schon mahnend angskundigt, als die Deutschen am 5. April gegen die linke Alsnefianke vorgingen und die Franzosen zum Rückzug von Amicy und dem Plateau von St. Gobain zwangen. Man sckZilne allerdings in englischen und französischen Militär- kreisen bestimmt auf die Fortsetzung der deutschen Offensive gegen den englischen Heeresfliigel gerechnet zu haben. Der Angriff an der Aisne treffe nun auch nicht die Franzosen allein, sondern auch die hier als Ersatz für weggezogene Divisionen eingesetzten Engländer. Der deutsche Offensiv- stotz habe sich wiederum gegen eine Nahtstelle der feindlichen und einen Frontteil angegriffen, dessen strategische Bedeutung sehr hoch eingeschätzt war, da es sich um den dahinterliegenden wichtigen Abschnitt Reims- Soissons handelte, den die Franzosen unter allen Umständen hatten müßten. Der gewaltige deutsche Stoß zeuge wieder- um von überlegener Führung und mäßigem Angriffsgeist. Der Lntte Schlachtakt stehe den ersten Offensivstößen der Deutschen weder an Kraft noch an Tiefenwirkung nach und
das sei eigentlich das bezeichnendste Merkmal der'Ent- Wicklung.
f 3KüL 8u bet deutschen Offensive im schreibt der Milrtarkritiker des äußerst entente- freundlichen Blattes „Koebenhavn". daß die Schlacht an
J V tn t&rem . degmn sich zu einem großen Sieg für Ue Deutschen gestattete. Der Sieg, der durch Len Namen des Kronprinzen direkt an das Kaiserhaus geknüpft ist wme «7? angezweifett werden. Der ungeheuer gewatv
£ft W v m ™ Sr r° 6er ***** durchdrang, schont an Kraft sogar die Offensive vom 21. März zu übersteigen
CbMi^d 777 ^ Ü0T Stus™ hält, daß der Verlust des Chemin des Dames das schmale Talbett zwisck^i dem
mnk-7^777 ^bmFluß für die Alliierten unhaltbar machen r ^^.uulrch ist, daß die Deutschen ein bedeutendes Naturhmdern-s, wie den Aisneftuß, sofort überwinden
w 5 a “ B 'r, 29 ' ^ aL "Nieuwe Rotterdamsche Courant"
« 7 rim niederländischen Blätter der Of'ensive ausführliche Besprechungen widmet, sagt, der Zweck dieses ernsten A„g„ff,z fei eg< Me Reserven des Feindes auf den gewunAitcn Punkt hinzuziehen. Deshalb müsse auch der feindliche Angriff derart sein, daß der Fe7nd ge-wungen
liV 16 9lt ^ rben zu entsenden, ob er nun wolle oder mcht, selbst auf die Gefahr hin, anderweit große Vorteile zu verlieren. Das se, nun gerade der Fall gewesen und so sei eme Lage emgetreten. d,e die deutschen Führer bereits an-
nni k'? u a te "' n ? mlld> We ' die Reserven Fochz in W UT,b ^rgeschickt werden müssen «nd zwar um
die Ausbuchtungen der stark gebogenen Front herum. Auch
s->uuahme von Fismes schreibt der „Nieuwe Roller- damsche Courant" große Bedeutung zu.
. 29. Mae. MB.) „Het Vaderland" schreibt- Die
deut chen Armeen überschritten nicht nur die Aisne. sie er-
Mb 7L77 über die Veste. In einein-
7? Deutschen bei Fismes. an dem Orte
des Vesle-Ueberganges. bis zu einer Tiefe von 18 Km
diese^Oste mT en * &er ifnten ‘ e ift man der Ansicht, daß d-e^e Offensive nur eine Ableitungsoffensive ist, mn die
Reserven von Foch zu binden, und daß der Hauptswß an «ner anderm Stelle erfolgen wird. Wenn aber bereits die Ableitungsoffensive mit einer solchen Kraft geführt wird,
^ *777 '1 mÜ *"• Wl einer Gewalt
«NN ML Hauptstoß losbrechen wlrdj, * * '
30000 Tonnen versenkt.
Berlin. 29. Mal. (WB. Amtlich) Unseren U-Booten fielen lm Sperrgebiet uw England wiederum
30 000 Bruttoregistertonncn > V * J feindlichen Handclsschifsdraumes zum Opfer
Davon entfallen allein 27 000 Bruttotonnen auf Rech- nung des von Oberleutnant z. S. P a tz i g befehligten Boows. das an der Westküste Englands, vorwiegend in der ^rischen See und deren Zufahrtsstraßen sieben Dampfer und zwei Segler versenkte. Die Schiffe waren in großer Mehrzahl englischer Nationalität, darunter vier Kefbs» laüene Dampfer von 5000 Tonnen und darüber An Ladungen hatten die Schisse Vieb, Erz und Grubenbolz für England?» sowie Stuckgut für Amerika an Bord. Ein tief- beladener englischer Dampfer wurde aus einem großen stark gesicherten einlaufenden Geleitzug herausgeschossen. Na- ment, ich festgestellt wurde der englische bewaffnete Dampfe. „Medora (513o Bruttotonnen).
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Jivki NniMrillnngMia valentt
. Hang, 30. Mai. Reuter meldet aus London- Die Admiralität bricktet.- Das Transportschiff „Leasowe Castle" wurde am 25. Mai von einem feindlichen U-Boot im Mittel- meer versenkt. Neun Mann der Besatzung werden vermißt. Man vermutet, daß sie ertrunken sind. Unter ihnen be- findet sich der Kapitän und zwei Telegraphisten. Auch 18 Offiziere und .9 Soldaten des Truppentransports werden vermißt. Sie sind wahrscheinlich ertrunken.
. Basel, 29. Mai. Einer amtlichen Mitteilung des'japanischen Marineministeriums in der japanischen Presse vou Anfang April ist zu entnehmen, daß am Abend des 31. März ein Truppentransportdampfer im Mittelmeer aus einem von japanischen Torpedobooten gedeckten Geleitzug heraus- geschossen und so schwer beschädigt wurde, daß das Schiff nahezu sank. 400 Mann der an Bord befindlichen Truppen wurden von den japanischen Zerstörern gerettet.
Die Beschießung von Paris.
Paris, 29 Mai.. (WB.) Havas. Die Belchießung des Pariser Gebietes durch das weittragende Geschütz geht weiter Die Blatter melden heute: Zahlreiche Fußgänger fanden
gestern an verschiedenen Stellen der Stadt auf der Sttaße kleine zweizinkige Gabeln, äbnlich denjenigen, die im letzten ^ahre in den aus Amerika stammenden Säcken mit Ge- tretbe gefunden wurden, dag zur Ernährung der Pferde be- stincmt war. Die Herkunft der Gabeln kennt man nicht.
Der Pariser Gouverneur untersagte den Blattern auch rne leiseste Andeutung der Treffpunkte der deutschen Geschosse.
.8.0- Mai. Der französische Unterrichtsmimster prüft angeblich zur Zeit die Frage, ob die Pariser Schulen nrcht nach auswärts zu verlegen seien.
daß ihnen diese Tatsache mit Rücksicht" auf das gespannt« EhaltmS von den eigenen Offizieren verheimlicht wurde. — Ms die Gefangenen hörten, daß die Deutschen schon an der Aisne fiten. wurden sie sehr bedrückt, „c'est touiours l, m£me , sagte etner von ihnen. Unter den englischen Gefangnen bennden sich auch amerikanische Aerzte. Ein Zeichen für den im englischen Heere herrschenden Aerzte. Mangel.
Der Tiger ist sichtlich gerührt.
Paris, 30. Mai. SDer Ministerpräsident Clemenceau ist gestern abend 6 Uhr nach Paris zurückgekehrt. Wie der „Pro gras de Lyon" meldet, erklärte Clemenceau einigen ZeUungsvertretern: „Was soll ich Ihnen sagen? Ich Hab« Soldaten und Chefs in bewundernswertem Zustand ge- troffen Die Soldaten gehen mit Gesang in die Schlacht und sind prächtiger denn je." Die Meldung fügt hinzu: Clemenceau sagte dies mit sichtlicher Rührung. Seine Stimme zitterte und seine Augen waren feucht.
Dit rnlßlch-iikrainilihkli stieDkilMrhnnDlnlisim.
Kiew, 30. Mai. (WB.) Die öffentlichen irkrainisch- russi scheu Friedensverhandlungen sind noch nicht wieder auf. genommen, da die Kommissionsverhandlungen wegen der Demarkationslinie noch nicht abgeschlossen sind.
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Kiew. 30. Mai. (WB.) ..Kiewskaja Mysl" verösfenk- licht ein Protesttelegramm Tschitscherins an Josse wegen d"r bedeutenden . Grenzverschiebung auf der Donfront nach Osten, desgleichen wegen der Garantie, welche die deutsche Negierung für die Unantastbarkeit der russischen Delegation wahrend des Aufenthaltes in Kiew und auf der Hin- und Rückreise übernommen hat.
. Kiew, 30. Mai. (MB.) Zum Lcjkter des Pressebureaus beim Ministerim des Innern ist Schriftsteller Donzow er, nannt worden.
Englische Truppen im Konkasns.
Berlin, 29. Mai. (WB.) Aus Kiew wird vom 25. Mai gedrahtet: Die Kiewer Zeitung „Poslednije Nowosti" berich- tete aus Baku: Es kommt die Nachricht, daß vor drei
Wochen englische Truppen in Lastautos aus Mesopotamien den Kaukasus betreten haben. Eine starke Avantgarde sucht Verbindung mit der Kornilow-Abteilung. Die Halbinsel Apscheron und Baku sind von den Engländern besetzt. Das Vorgehen geschieht in der Richtting Tiflis—Alexandropol— Sarikamysch und Kars—Erzerum.
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Moskau, 24. Mai. (WB.) Meldung der Petersburger Telegraphenagentur. Die Kaukasische Republik hat durch 1 ie Vermittlung des Grafen Mirbach der Sowjetregierung vorgeschlagen. Vorbesprechungen bezüglich eines Vertrages zur Regelung der Verhältnisse zwisck)en Rußland und der Kaukasischen Republik herbeizuführen. Tschitscherin hat das Anerbieten angenommen.
Ein «iiheilvkrkiindl'nder Sfrilfirij.
Bei der Feier des englischen Nationalfestes (Empir« Oay), die kürzlich in der Pariser Sorbonne stattsand. tat der Festredner Marineminister Georges Leygues. um die Wichtigkeit dev Seegewalt historisch zu erweisen, u. a. den folgenden Ausspruch: „Es waren die Flotten Karthagos,
welche die Macht Roms in Schach hielten!" Sollte seinen Zuhörern. der unheilverkündende Klang dieser Worte entgangen sein? Wie lange denn haben die Flotten Karthagos ore Macht Roms im Schach gehalten? Doch wohl nicht langer, als bis Karthago zerstört wurde. Ist Herr LeygueS am Ende gar ein „Defaitist"? Auf jeden Fall haben die „Basler Nachrichten" recht, wenn sie bemerken, er hätte rm Interesse der Sache, die er vertritt, wohl besser getan, den Hinweis auf Karthago zu Unterlasten.
Die Ernte in Dulanriek-.
Sofia,^ 30 Mai. (WB.) Nach Blättermeldungen hak oie Ernte in den südlichen Gebieten begonnen. Die letzten Negenfälle -haben den aussichtsreichen Stand der Staaten im ganzen Lande noch bedeutend gebessert.
Mm Odafifehlghlibkr in Dm fHorfcrn.
Berlin, 30. Mai. (WB.) Der Kaiser ernannte der; Generalobersten v. Linsingen, bisher Oberbefehlshaber d^r Heeresgruppe Linsingen. mit dem 1. Juni fiir die fernes Kriegsdauer zum Oberbefehlshaber in den Marken.
Gkflinßkük am Chemin des Damm.
Die Gefangenen. Engländer und Franzosen, geb^n völlige Ueberraschung zu. Man verttaute aus die Unbe- zwinglichkeit der Bergstellungen. Ein alter Krieger aus der Bretagne nennt das deutsche Schlagfeuer das stärkste, das er im Kriege erlebt habe. Der Mann gehört zu dem bekannten tapferen Bretonen-Regiment Nr. 19. Er bewunderte die Organisation der deutschen Aittllerie, die in zwei Stunden vollbracht habe, wozu die Franzosen Tage ge- br.iucht hätten. — Der Winterberg wurde von der 50. englischen Division verteidigt. Auffallend junge Kerlchen in großer Menge. Es ist frischer uneingeübter Ersatz aus dem Mutterlande. Die Offiziere klagen über die Strapazen der Division. An der Somme focht sie als Eingreifedivision. Dann an den Kemme! in „Ruhe" gesteckt, wurde sie noch- mals abgekämpft, um nun auf dem Winterberg völlig zu verbluten. „Das war unsere zweit? Ruhe," sagten die Leute Bernerkenswert ist die große Anzahl von Verwundeten. — Auch dre französische 22. Division, die im Abschnitt AilleS— Cerny—Courtecon überrannt wurde, ist eine alte bekannte Division aus der großen Schlacht. Sie versuchte im März d. Js. beii Roye den Vormarsch aufzuhalten, kam aber zu spar, um die Niederlage der 10. Division zu verhindern und wurde in die allgemeine Flucht mit hi nein gerissen.
Daß die Franzosen von der Anwesenheit der Engländer tm Nachharabschnitt nichts wissen, läßt Darauf schließen.
Kein Wahlrcchtskompromist.
Berlin, 30. Mai. Der nat.-lib. Abgeordnete Lohmann nennt die Nachricht von dem Abschluß eines Wahlrechts- kompromisses a7s unbegründet. Die „Kreuzzeitung" erklärt für die konservative Fraktion ebenfalls die Unrichtigkeit dieser Nachricht.
Pie WiHinng einer nitrit forDmm/
©erlitt, 29 Mai. Der Bundesrat hat heute einen Ge» setzentwurf ü. cc ü? Heranziehung von Heeresunfäbigen zu militgnschemArbeitsdienst angenommen. Es handelt sich bei diesem Gesetzentwurf um die Frage, wie die mit Zuchthaus bestraften Personen während des Krieges zum Dienst für das Vaterland herangezogen werdet! können. In einer Zeit, wo jeder Arm gebraucht wird, erscheint eS nicht als gerechtfertigt, diese Personen freizulasten, und es gibt ge- nügend Beschästtgung im Deutschen Reiche, für die ihre Kräfte nutzbar gemacht werden können. Der Gesetzentwurf ich aber auch als Sicherheitsmaßnahme zu betrEen. In den Großstädten mit Mastenbevölkerung bat es sich heraus- gestellt, daß viele vorbestrafte und lichtsck)eue Elemente eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit bilden. Es bestand bi« jetzt keine gesetzlichje Handhabe, gegen diese Eleinente einzuschreiten. Nun soll die MöglickLeit gegeben werden, dies« zweifelhaften Personen aus den Städten zu entfernen und sie an geeigneten Plätzen in militärischem Arbeitsdienst zZ- verwenden.
Man wird zugestehen müsten, daß diese Vestimmuna eine durchaus vernünftige Maßregel ift. die übrigens i^ on; feindlichen Ländern schon längsh dmchgeführt &


