Ausgabe 
29.5.1918
 
Einzelbild herunterladen

Numm er 123 _ Mittwoch, de» 29. Mai 1918 _ 11. Jahrgang.

Ueu

Tage

*fi

___V»

DieNeue Tayes?eituug" erscheint reden Werktag. Negeimätzige BeilagenDer Kauer ans Hessen",Die Spinnst«»»-", hinzu tritt noch das Bestellgeld; bei den Aaenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: GrundzeUe 25 Psg., totale erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Schriftleiturrg und Verlag Friedberg (Hessen), Hanauerftraße 12. Ferniprecher 48.

Hemgspreis: Bei den Postanstalten ofeclelfährlich Mk. 2.40 20Pfg^ Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahme Bostjheck-Eonto Re. 4859. Amt Frankfurt a. M.

Ire Aisne und die Desle überschritten. Pinsn, Chavignon, Kerry au Kar, UaiSly, Sorvre und Fismes genommen. Kis jetzt 15000 Gefangene. Reiche Gefchützbente in Aussicht.

Morgen geht's weiter!"

Der deutsche Generaistav ^ . meidet: =-.. . .s

W. T. K. Geoßes Karrptqnartier» den 28. Mai. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Am Kemmel und an der Lys, auf dem Schlachtfeld zu beiden Seiten der Somme und an der Avre haben sich die Artilleriekämpfe gestern morgen verschärft. Zwischen Voormezeele und Loker stießen wir in die französischen Linien vor und brachten mehr als 300 Gefangene ein.

Der Angriff des Deutschen Kronprinzen südlich von Laon führte zu vollem Erfolge. Die dort stehenden franzö­sischen und englischen Divisionen wurden vollständig ge­schlagen.

Die Armee des Generals v. Böhn hat den Ehemin des Dames erstürmt. Ter langgestreckte Bergrücken, an dem der große DurMruchsversuch der Franzosen im Frühjahr 1917 zerschellte und den wir aus strategischen Gründen im Herbst vorigen Jahres räumten, ist wieder in unserer Hand.

Nach gewaltiger Artillerievorbereitung erzwang unsere unvergleichliche Infanterie im Morgengrauen zwischen Dauxaillon und Eraonne den Uebergang über die Ailette und drang weiter östlich zwischen Eorbeny und der Aisne in die englischen Linien ein. Völlig überrascht, leistete die Be­satzung der ersten feindlichen Linien meist nur geringen Widerstand. Schon in den frühen Morgenstunden waren Pinon, Ehavignon, Fort Malmaison, Eourtecon, Eerny, der Winterberg und Eraonne, der Viller-Berg und die ausge­bauten Werke bei und nördlich von Berry au Bac erstürmt.

. Gegen Mittag war unter steten Kämpfen zwischen Dailly und Berry au Bac die Aisne erreicht. Vailly wurde genommen. Das Trichterfeld der vorjährigen Frühjahrs­und Hecbstkämpfe war in unaufhaltsamem Angriffsdrang überwunden.

Am Nachmittage ging der Angriff weiter. Zwischen Dauxaillon und Vailly stehen wir auf den Höhen bei Neu­ville, Laffaux und nördlich von Eonde. Zwischen Vailly und Vcrry-au-Vac haben wir die Aisne überschritten und den Kampf in das seit 1914 vom Krieg unberührt ge­bliebene Gebiet hineingetragen. Von den befestigten Wald- höhen auf dem Südufer des Flusses wurde der Feind erneut geworfen. Wir haben zwischen VailIy und Bcaurieux die Höhen hart nördlich der Vesle erreicht.

# Die Armee des Generals von Below Writz)' warf den Feind aus seinen starken Stellungen zwischen Sapigneul und Vrimont über den Aisne-Marne-Kanal zurück und er­stürmte auf dem Westufer des Kanals die Orte Eormicy, Eauroy und Loivre.

Bisher wurden 15,000 Gefangene gemeldet.

Zwischen Maas und Mosel und an der Lothringer Front lebte die Gefechtstätigkeit auf. Vorstöße in die feind- lichen Linien brachten mehr als 150 Gefangene franzö­sischer und amerikanischer Regimenter.

Der Erste Eeneralquarliermeister: Ludendorff.

Abendbericht.

Berlin, 28. Mai, abends. (WB, Amtlich!.? Fn Fort­führung unseres Angriffes über die Aisne wurden die Er­folge des gestrigen Tages erweitert. Wir stehen im Kampf um den Abschnitt der Vesle zwischen Soissons und westlich von Reims und haben zu beiden Seiten von Fismes das Südufer genommen.

I Der österreichische Grneralstab meldet:

^ 8öi«t, 28. Mai. (WB. Amtlich! wird verlautbart: Die Kampftätigkeit am Tonale-Abschnitt flaute geste der Italiener, weiter vorzudringen, wurd ®. n Teil unseres am Eresema-Gletscher eine 'bauten MateruüK M m FeiudeLhand.

Durch heftiges Artillerie- und Minenfeuer unterstützte starke Erkundungsvorstöße südlich Eapo Sile brachten den Italiener in den Besitz eines unwesentlichen Teils unserer vordersten Linie.

Der Chef des Eeneralstabes.

Der bulgarische Grneralstab

meldet:

Susia, 26. Mai. (WB. Nichtamtlich.) Genewlstabs- bericht.

Mazedonische Front: Im Westen und im Norden von Bitolia war die Feuertätigkeit auf beiden Seiten heftiger. Eine französische Angriffsabteilung versuchte sich unseren Gräben östlich von der Straße Prilep-Bitolia zu nähern, wurde jedoch durch eine unserer Patrouillen angegriffen, wobei sie mehrere Gefangene in unseren Händen ließ. Am Dobropolje und südlich von Huma verstärkte sich die Tätig­keit der Artillerie auf Seiten des Feindes. Oeftlich von der Tscherna lebhafte feindliche Luftätigkeit. Feindliche Flieger lvarfen Bomben auf eines unserer Lazarette bei dem Dorfe Nolnitza ab, das als Lazarett deutlich erkennbar war.

Das türkische Hanptgnartier . meldet:

Konstantinopcl, 28. Mai. ralstabsbericht.

(WB. Nichtamtlich.^ Gene-

Palästinafront. Im Küstengebiet lag auf unseren Batterien stärkeres Artillerieseuer des Gegners als sonst. Auf der iibrigen Front das übliche Störungsfeuer. Süd­westlich von Rafat drang eine unserer Patrouillen durch das feindliche Drahthindernis in die englische Stellung ein und vertrieb die dortigen Postierungen. Im Jordantal wurde feindliche Kavallerie abgewiesen. Ein von uns gegen den südlichen Teil des feindlichen Brückenkopfes am Jordan ge­richteter Erkundungsvorstoß führte bis an das Drahthinder- nis des Gegners. Feindliche Postierungen und Patrouillen wurden im Vorgelände überall zurückgeworfen. Unsere Flieger bewarfen das Rebellenlager Madi Hesa erfolgreich mit Bomben. Dardanellen: Lebhafte beiderseitige Flie­gertätigkeit. Mesopotamien: Unsere linke Flügelgruppe be­setzte Kekkuk, der Engländer zieht nach Süden ab.

15000 Tonnen versenkt.

Berlin, 27. Mai. (WB. Amtlich)' Neue U-Bootserfolge im Sperrgebiet um England: 15 000 Bruttoregistertonnen. Zwei tief beladene Dampfer wurden an der Ostküste Eng­lands aus gesicherten Geleitzügen herausgeschossen.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Der Sikg m Dmmkg.

Berlin, 28. Mai. Der deuffche Erfolg am Damenweg ist ein außerordentlich bedeutungsvoller Sieg. Die neue Schlacht bedeutet eine organische Fortsetzung unserer großen Offensive im Westen, nicht etwa der letzten großen Schlacht, sondern der ganzen Kampfhandlung, die seit März an der Westfront eingesetzt hatte. Der Erfolg ist außerordentlich gleichwie ob nur örtliche oder weiter gesteckte Ziele gesteckt sein sollten. General Foch hatte nach wie vor seine ganzen Reserven nach der Nord-Front zusammengezogen und etwa zwischen Kemmelberg und Amiens massiert. An die Mitte der Front hat im französischen Hauptquartier offenbar nie­mand gedacht, was schon daraus hervorgeht, daß Foch südlich von Laon abgekämpfte englische Truppen als Ablösung ein­gesetzt hat. Die Franzosen haben anscheinend noch kräf­tigeren Widerstand geleistet, aber schon am ersten Tage war von den Unsern ein Spielraum von durchschnittlich 12 Kilo­metern durchschritten worden, schon am Vornzittag war die Aisne erreicht und am Nachmittag überschritten. Schwierig wird in diesen Fällen wieder unser Nachschub sein, weil alle

Wege, seit Monaten zerstört sind, auch eine Bahn von Nor- den nach Süden nicht vorhanden ist. Unsere Verluste sind, wie gesagt worden ist, am gestrigen Tage über alles Er­warten gering gewesen.

Berlin, 28. Mai. (3SÜ5.J Die am 27. Mai begonnene Schlacht am^Chemin des Dames hat in wenigen Stunden zu gewaltigen Erfolgen geführt. Aufs neue haben die Fran­zosen und mit ihnen englische Divisionen bereits am ersten Sturmtage eine schwere Niederlage erlitten. Die feindliche Berichterstattung wird, wie bisher, auch hier versuchen, den großen deutschen Erfolg herabzumindern und bald die volle Bedeutungslosigkeit der wichtigen verlorenen Höhen­stellungen feststellen. Welche außerordentliche Wichtigkeit jedoch die Franzosen im Jahre 1917 dieser Stellung bei­maßen, beweisen die französischen Funkspr^.che, in denen die Franzosen ihren Erfolg aller Welt verkündeten. Der 'Eiffelturmbericht spricht am 24. Oktober 1917 von einem äußerst glänzenden Sieg und der Eroberung gewaltiger deutscher Befestigungen. Er rühmt.die Tiefe des Vorstoßes von Sy? Kilometer. smal erreichte der deutsche Vorstoß vom 27. 5 1918 bereite bis zum Abend des ersten Tages eine Tiefe von weit über 12 Kilometer. {der Lyoner Funk­spruch spricht am 26. Oktober 1917 von einer gewalttgen Niederlage, die die kaiserlichen Elitetruppen am Ehemin des Dames erlitten hätten. Am 29. Oktober ergeht er sich in einer langen Schilderung der besetzten Stellung, die von größter Wichtigkeit sei, da der Ehemin des Dames das sumpsige Ailettetal beherrsche und die Franzosen über die Sttaße von Largon bis in das Gebirge von Laon blicken könnten. Damals schrieb dieWestminster Gazette": Der französische Sieg bedeutet für die Deutschen eine Niederlage von allergrößter Schwere. Die deutsche Kraft ist zerschmet­tert worden. Von allen Seiten wurden Gliickwunschtele- gramme an den Präsidenten der französischen Republick ge­sandt und mehrere Generale zu Großoffizieren der Ehren­legion ernannt.

Man darf nunmehr gespannt sein, mit welchen Mitteln die Franzosen die Schwere der neuen gewalttgen Niederlage verheimlich m und der Welt die völlige Bedeutungslosigkeit, des deutschen Sieges beweisen werden.

In dauerndem Fortschreiten.

Berlin, 28. Mai. (WB.) Der deuffche Angriff ist in dauerndem Fortschreiten. Am ersten Sturmtage war -bereits um 10 Uhr vormittags der Aisne-Kanal an zwei Stellen überschritten, nachdem die gewaltigen Bergstellungen und die Befestigungen der Franzosen in kürzester Zett im glänzendsten Sturmlauf genommen waren. Der Feind war in keiner Weise aus den Angriff vorbereitet. Die efft kürz­lich hier eingesetzten englischen Divisionen waren völlig überrascht. Die Franzosen hatten nur örtliche Angriffe er­wartet. Bereits sind von 6 Divisionen Gefangene einge- bracht, darunter zahlreiche Engländer der 50. und 8. eng­lischen Division. Nachdem der steile Winterberg schon um 4 Uhr 13 Minuten in deutscher Hand war, wurde der Ehemin des Dames vom Westen her flankiert. Um 11 Uhr 20 vormittags waren deutsche Sturmttuppen im Besitz der Linie BauxaillonHameret FermeHöhe 151 nördlich SoupirNordrand MoussyPaissy VascogueGraonelle. Um 11 Uhr 20 vormittags waren der Kugelberg und Biller Berg^rstürmt. Wiederum wurde mit erstaunlicher Schnellig. keit Arttllerie nachgezogen und sofort in Stellung gebracht. Bei Cerny war die Sttaße durch einen Erdruffch versperrt, jedoch nach einer Stunde wieder freigemacht. Die von den Divisionen gemeldeten Gefangenenzahlen wachsen beständig. Schon sind in großer Zahl erbeutete Geschütze gemeldet. Die eigenen Verluste sind gering. Die feindliche Arttllerie antwortete stellenweise nach dem deutschen Wirkungsschießen nicht mehr. Das Wetter an der Kampffront ist ün Gegensatz- zu den Vortagen sonnig und schön. ' ^ v

Unermeßliche Beute. k

Berlin. 28. Mai. (WB.) Die artilleristische Leistung Ser Deutschen am ersten Tage der Schlacht um den Ehemin des Da­mes ist ein ballistisches Kraftstück efften Ranges. Das Feuer der deutschen Batterien mutzte unausgesetzt über Berg und TaL gefilhrt werden. Glänzend lösten die Battetteführer ihre Auf­gaben. Die feindlichen Verbindungen wurden zerstört und fast «Ul« Kabel zerschossen. Das Sturmreifschießen der teindlichenl