Wem nie durch liebe leid geschah.
Roman von Courths-Mahler. tO) Nachdruck verboten.
„Das kann sogleich geschehen, wenn Sie wünschen, ich brauche keine Erholung."
Er wehrte ab.
„Ich will nicht, daß Sie sich überanstrengen. Gehen Sie ins Freie, die Sonne scheint hell und warm. Ich will, daß Sie sich ein wenig ausrrchen."
Christa erhob sich.
„Sie sind sehr gütig, Herr von Virkenheim," sagte sie dankbar.
Er lächelte.
„Es ist nur Egoismus, Fraulern Hellmut. Ich will, daß Sw frisch und gesund bleiben, damit Sie recht lange Ihres Amtes walten können."
Sie sah ihn mit einem warmen Blick an.
„Es soll mich sehr freuen, Herr von Virkenheim, wenn das Ihr Wunsch ist."
Er nickte lächelnd.
„Es ist mein Wunsch. Ich lasse Sie nicht wieder fort von Virkenheim, wenn Sie nicht selbst danach verlangen."
Sie verneigte sich und ging hinaus.
Er sah ihr eine Weile versonnen nach. Dann trat er an seinen Schreibüsch und öffnete ein kleines Fach. Aus demselben entnahm er einen Brief, einen schlichten goldnen .ülng und eine Photographie. Auf dies Bild sah er herab, ins ihm die Augen schmerzten. Seit langen Jahren hatte er es nicht mehr angesehen, weil der Anblick alle Schmerzen und Bitterkeiten in ihm aufgewühlt hatte. Heute vermochte ^.es zum erstenmal wieder ruhig anzusehen. Es war das Bildnis Maria von Platens aus der Zeit, da sie noch Maria von Virkenheim hieß und seine Braut war.
... ^ine Augen forschten in diesem lieblichen schönen Ge- sicht und er verglich den feinen, geschwungenen Mund im Geiste mit dem Christa Hellmuts.
.3 /s war genau derselbe süße, weiche Mund, und
es wollte ihm scheinen, als sei auch sonst eine leise Aehnlich- kert zwischen diesem Bilde und seiner jungen Vorleserin.
„Eine Laune der Natur. Sie hat etwas so entzückendes, wie diesen Mund, noch einmal schaffen müssen, um sich genug zu tun," sagte er leise vor sich hin
er oft ln dieser Weife mit
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Die hiesigen Landwirte, blc oylmderöl, Schmieröl und kon- siltenies Feit für Dreschmaschinen oder Schmieröl für andere landwirtschaftliche Maschinen oder Wagen- und Lederfett in den kommenden Sommermonaten benötigen, wollen ihren Bedarf bis zrim I. Juni ds. Jahres bei dem Kaufmann 2ofef Terfeld dahier zur Anmeldung bringen.
Fiedberg, den 25. Mai 1918.
Der Bürgermeister.
2. V.: Damm.
Wenn er allein war, sprach
sich selbst.
Langsam ließ er die Photographie sinken. Seine Hand glitt tastend über den goldenen Reifen, der einst als Verlobungsring Marias Hand geschmückt hatte.
Dann faßte er nach dem Brief und entfaltete ihn. Trotzdem seine Augen noch brannten, las er ihn durch. Er lautete:
„Lieber Heinz! Sei mir nicht böse, wenn ich fetzt etwas tue, was Dir schmerzlich ist. Ich muß Dir den Verlobungs- nng zuruckschicken, muß unsre Verlobung auflösen. Ich bin zu der Ueberzeugung gekommen, daß ich Deine Frau nicht werden kann. Tante Anna hat Dich und mich zu dieser Verlobung beredet, nicht unsere Herzen haben uns zu einander geführt. Tante Anna hat es gut gemeint, aber trotzdem hätte sie es nicht tun sollen. Du warst mir immer üeb und teuer, wie ein guter Bruder, und eine Weile dachte rch. Dir mehr sein zu können. Aber nun sehe ich doch ein, daß es nicht geht. Verzeihe mir, daß ich Dir das sagen muß. Um^ uns peinliche Lagen zu sparen, reise ich heute noch ab, in aller.Stille.. Du wirst diesen Brief wohl erst erhalten wenn ich ins Süft zurückgekehrt bin. Das soll nur für kurze Zeit geschehen. Ich will Dir gleich heute sagen, daß ich mein Herz einem Mann geschenkt habe, dessen Frau ich werden will. Ich folge ihm in kurzer Zeit ins Ausland und wir werden uns vielleicht nicht mehr Wiedersehen'. Verzeche mir! Ich hoffe und wünsche, daß Dir'bald ein neues^ schönes Glück erblüht an der Seite einer Frau, der Du eine echte Liebe entgegenbringen kannst, wie wir sie uns nicht schenken konnten. Dann will ich mich Deines Glückes freuen und für Dich beten. Leb Wohl, Heinz! Derne Kusine Maria."
Heinz von Birkenheim snh lange ans die letzten Worte herab. *
„Lebe wohl, Heinz!"
Ihm war plötzlich, als höre er diese Works ganz deut- Ilch von erner tränenerstickten Stimme an sein Ohr dringen
„Lebe wohl, Heinz!"
^ SU .l er °uf?iese Worte herabsaff, entdeckte er plohliH, was ihm bisher entgangen war, neben denselben einen runden, matten Fleck auf dem glänzenden Papier. Das sah
£f\ öI§ ! e * eine Träne darauf niedergefallen. Hatte Marra gewernt, als sie diesen Brief schrieb?
Er atmete gepreßt.
BM-AiikM.
Die Gemeinde Ockstadt be- absichiigt einen junaenZuchtbullen im Aller von i2MslO Monalen (Simmentaler Nasse) anzukaufen. Besitzer solcher Tiere wollen ihre Offerten bis zum 5. Juli bei der Unterzeichneten Stelle einrcichen.
Ockstadt, den 27. Mai 1918. Erofjh. Bürgermeisterei Ockstadt M ö r l e r.
Llkllms-Verkklgkriing.
Donnerstag, den 30. Mai ds. Is., soll die diesjährige Heuernte von den der Stadt Jsriebbcra, gehörenden Wiesen öffentlich meistbietend versteigertwerden u. zwar:, vormittags 10 Nhr von den Wieien der Gemarkung Friedberg im Saal des städtischen Museumsaebäudes,Haagstraße 16.
mittags 18 Uhr von denjenigen, der Gemarkung des Stadtteils Fauerbach, im Stadthause daselbst.
Friedberg, den 21. Mai 1918 Ter Bürgermeister.
I. V.: Damm.
zu haben bei
Cuffno Schneider,
Erund-Schwalheim.
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Keklmntmnchlmg.
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frische Land-Eier.
farten ohne die betreffenden Marken berechtigen nicht zum Bema ' einzeln abgeirennie Marken sind wettlos. ^ 3 3 9 '
Friedberg, den 28. Mai 1918.
Der stellvertretende Bürgermeister.
(Stadt. Lebensmittel-Ausschuß)
I. A: Langsdorf.
: . Möglich, daß sie geweint hatte, weil sie wußte, daß sie ihm wehe tun mußte. Wie sehr wehe sie ihm getan, das hatte sie wohl niemals recht begriffen.
Hatte er doch sein heißestes Fühlen in sich verschlossen, um sie nicht zu erschrecken, weil er onnahm, daß sie ihn nicht so liebte, wie er sie. Manchmal, wenn ihn die Sehnsucht nach ihr befiel, da hatte er ihr die glühendsten Liebesbriefe geschrieben, um sie ihr am nächsten Tage, wenn er sie wie- dersah, zu geben. Aber dann hatte er sie stundenlang mit sich herumgetragen, ohne den Mut dazu zu finden. Und immer wieder hatte er die Briefe dann zerrissen und in seinen Papierkorb geworfen. Später hatte er oft gedacht, wie gut das gewesen war. Ta Marias Herz ihm nicht ge-' horte, durfte sie diese Briefe nicht lesen.
Er war überzeugt, daß sie nur aus Dernunftgründen und auf Tante Annas Drängen hin sich hatte bereit finden lassen, ihm ihr Jawort zu geben, während ihr Herz Herrn von Platen gehörte. Und ihre Liebe zu diesem Mann hatte sie dann doch bestimmt, die Verlobung mit ihm zu lösen.
. Ihr Untreue hatte ihn bis ins Herz gettoffen, hatte fern Leben einsam und freudlos gemacht. Nie hatte er sein Herz einer anderen Frau zuwenden können. Aber seine Bitterkeit galt nicht Maria, sie galt nur sich selbst. Er glaubte nicht fähig gewesen zu sein, die Liebe dieser Frau zu erringen. Es tat ihm weh, daß er auch ihr hatte Kämpfe und Sorgen bereiten müssen, denn er wußte, sie hatte ihm nicht leichten Herzens die Treue gebrochen, wenn sie auch nicht ahnte, wie ttef sie ihn damit verwundete.
Was mochte aus -ihr geworden sein? Bisher hatte er es ängstlich vermieden, sich diese Früge vorzulegen. Er wollte nicht an der alten Wunde rühren. Nie mehr hatte er etwas von ihr gehört. Er wußte nur, daß sie ihrem Gat- ten nach Schweden gefolgt war. Absichtlich hatte er nicht mehr nach ihk- gefragt und geforscht. Sie sollte tot sein für ihn, und er dachte ihrer nur wie einer Toten, die er betrauerte im tiefsten Herzen.
Still und freudlos hatte er sein Leben weiter getragen, nachdem sie von ihm gegangen war. Aber in seiner Seele brannte der Schmerz um ein verlorenes Glück.
Wie seltsam, daß ihn das fremde Mädchen an die verlorene Geliebte mahnte, und daß von diesem Mädchen ein Zauber auf ihn ausströmte, der die Bitterkeit aus seiner Seele löste und süßen Frieden hinein senkte.
Fortsetzung folgt.
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