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Mm nie Lurch Liebe Leid geschah.

Roman von C o u r i h S - M a h 1 1 r.

Nachdruck verboten.

Zum mindesten wird man mir Mitteilen, wohin ich mich wenden muh, sie zu erhalten."

Und wenn Maria von Platen noch lebt und davon er­fährt?"

Das wäre nicht schlimm. Sie wird dann höchstens erfah­ren, datz eine Baronesse Hatzbach sich nach ihr erkundigt hat."

Eine Weile überlegte die Baronin, dann sagte ste auf- atmend:

Das könnte wirklich gehen. Weißt Du schreibe sobald als möglich."

Zch werde cs noch heute tun."

Siehst Du nun, wie gut es ist, datz Du offen mit mir sprichst? Mir kannst Du ja doch nichts verbergen."

Die Baronin sah nicht auf in die Augen ihrer Tochter. Etwas gab es in ihrem Leben, das ihr doch die Schamröte ins Gesicht getrieben hätte, wenn sie es ihrer Tochter hätte gestehen müssen. Denn das hatte sie getan, ehe Karla am Leben war. Alles andere entschuldigte sie vor sich selbst und ihrer Tochter da­mit. datz sie sagte, sie habe es nur für diese getan. Es mutzte ewig ihr Geheimnis bleiben.

,Zch wollte mit diesen Dingen nicht unnötig Dein Gemüt belasten."

Karla warf den Kopf zurück.

«7 ^'bbe Mama im Kampf ums Dasein gibt es nur eine Rücksicht, die auf sich selbst. Wir sind arm und auf das Erbe an­gewiesen. das uns Onkel Heinz einst hinterlassen wird. Ich fche nicht ein, warum wir nicht alles tun sollen, was in unserer Macht steht, uns dieses Erbe zu erhalten."

Etwas lebhafter sah die Baronin aus.

Nicht wahr, Karla, ich brauche mir keine Gewissensbisse ?v machen über das. was ich getan?"

Nein, sicher nicht. Warum war Maria von Platen so tö­richt, den reichen Freier aufzugeben, um dem armen Freiherrn von Platen zu folgen? Cie hätte es anders haben können. Und wir wollen nicht umsonst Onkel Heinz gehegt und gepflegt und seine Launen ertragen haben. Es ist nur recht und billig daß er uns zu seinen Erben einsetzt. Eigentlich hätte er längst ein Testament machen können, damit wir unsere Ruhe haben."

_ . "® r be , n f t wohl nicht daran. es jetzt schon zu tun. L-etn Augenleiden abgerechnet, ist er ja noch ein gesunder, rüstiger Mensch, der nicht an dag Sterben denkt. Daß er in Dir seine Erbin sieht, hat er doch klar und deutlich ausge- jprodyen Gott sei Dank, auch einmal in Frau von Frankenaus Gegenwart.» Im Grund können wir ganz sorg­los fern, sobald wir wissen, datz Maria von Platen nicht mehr am Leben ist. Sorge aber jedenfalls dafür, daß Du möglichst bald Frau von Frankenau wirst dann sind wir auf alle Falle geborgen, selbst dann, wenn uns Onkel Heinz mit seinem Testament einen Strich durch die Rech- riung machte."

Karla nickte.

Das ist auch meine Meinrmg, Mama. und deshalb werde ich alles tun, was in meiner Kraft steht, dies Zie/ zu erreichen. Doch nun laß uns diese Unterredung ab­brechen. Es ist Zeit, Onkel Heinz aus seinem Mittags- schläfchen zu wecken. Ich gehe hinüber zu ihm und komme dann mit ihm hinunter ins Teezimmer."

Es ist gut, Karla."

Die Baronesse verließ das Zimmer. Als sie auf dem langen Gang nach dem andern Flügel hinüber ging, hätte kein Mensch hinter dem sanft lächelnden, lieblick)en Gesicht einen so herzlosen und berechnenden Charakter gesucht.

Die Zimmer des Freiherrn von Birkenheim lagen am anderen Ende des Ganges. Baroneß Karla schritt leise durch ein Vorzimmer in ein durch dichte Vorhänge ver­dunkeltes Gemach.

Hier saß Herr von Birkenheim in einem hohen, de- quemen Lehnsessel. Er hielt die Angen geschlossen und war in eine warme Decke gehüllt. Ganz still und reglos saß er da: man konnte nickst sehen, ob er wachte oder schlief. Die Baronesse trat leise ein imb schritt an den Sessel heran. Mit einem süßen, lieben Lächeln beugte sie sich herab.

Onkelchen liebes Onkelchen," sagte sie halblaut, um ihn nicht zu erschrecken.

Er schlug sofort die Angen auf und sah zu ihr empor.

' schlafe nicht, Kar ld, v sägte er. _

5T>* Sie machte ein ganz unglückliches Gesicht.

Oo weh, mein armes Onkelchen hast' nicht schlafen können? Schmerzen Deine Augen so sehr?"

Nein, Karla, diesmal hielten mich nicht Augen­schmerzen Mach. Ich habe auch ein Weilchen geschlafen. Aber dann hörte ich unten einen Wagen Vorfahren und wachte auf. Und da hatte ich ein seltsames Gefühl, so, als sei jemand leise zu mir ins Zimmer getreten. Ich saß in einer Art Halbschlaf uuö hatte ein wohliges, friedliches Empfinden, das mich nicht wieder einschlafen ließ."

Ach wie schade!"

,Nein, Du brauchst mich nicht zu bedauern, Karla, ich war m einer sehr angenehmen Traumstimmung. Ich hatte ein Gefühl, als müsse ich mich über etwas herzlich freuen, wenn ich auch nicht wußte, über was. Ich habe mich lange nicht in einer so freudigen Stimmung befunden, wie heute."

Das macht mich glücklich, liebes, teures Onkelchen. Und wenn es Dir ndjt ist. dann kommst Du nun mit mir hinüber zum Tee."

Ist es schon so spät?"

Ja, Mama erwartet uns. Und Fräulein Hellmut, Deine Vorleserin, ist eingetroffen und soll Dir vorgestellt werden. Natürlich nur, wenn es Dir recht ist."

Herr von Birkenheim erhob sich.

Ach so! Dann war es wohl der Wagen, der Fräulein Hellmut, welcher mich im Schlaf störte".

Sicher, denn sonst ist kein Wagen vorgefahren."

Habt ihr die Dame schon gesehen?" fragte der alte Herr, eine graue Brille aufsetzend, ohne die er nie sein vor grellem Licht geschütztes Zimmer verließ.

,,^za, Mama und ich haben sie schon gesprochen."

Nun was hat sie euch für einen Eindruck gemacht?" Karla lächelte lieblich, so schwer es ihr auch ankam.

^O, einen sehr überraschenden Eindruck, Onkel Heinz,

^zch furchte. Graf Steinau hat da ein wenig unbedacht ge­wählt."

Daß ist sonst nicht seine Art. Weshalb meinst Du

Die Dame ist noch sehr jung."

Es zucste ungeduldig in seinen Zügen.

Was heißt das, sehr jung? Drücke Dich doch bitte etwas präziser auö.

Also ich taxiere.sie höchstens auf zwanzig bis zwei'und- öwanztg Jahre. Sei scheint mir höchstens so alt, als ich zu sein."

So jung noch? Nun. schließlich ist das kein Fehler, wenn sie sonst die nötigen Eigenschaften besitzt. Die Hanpt- mye ist mir, daß sie ein sympathisches Wesen und ein ange­nehmes Organ hat. Davon werde ich mich gleich selbst überzeugen. Graf Steinau kennt mich zu genau, als daß ich annchmen könnte, daß er schlecht gewählt hat. Also komm Karla, wir wollen Deine Mutter nicht warten lassen."

Die Baronesse schob zutraulich ihre Hand in seinen Arm und verließ mit ihm das Zimmer. Sie fand, daß der Onkel Heinz heute ganz besonders friedlich und zugänglich war. Scheinbar war er in selten guter Stimmung

Herr von Birkenheim war eine sehr schlanke, vornehme Erscheinung, reichlich mittelgroß. Er hatte graues Haar, das über der hohen Stirn schon etwas gelichtet war, und feine, angenehme Züge. Das Gesicht erschien im Kontrast zu den blauen Brillengläsern ettvas bleich. Seit fünfzehn Jahren quälte ihn schon sein Augenleiden, und er hotte einen Arzt nach dem andern konsultiert, ohne daß ihm einer hätte helfen können. Nachdem er vergeblich hundert Mittel angewandt, hatte er sich ins Unvermeidliche ergeben.

War er schon vorher ein stiller, ernster Mensch gewesen, dem die Untreue der Frau, die er geliebt hatte mit der ganzen heißen Innigkeit seine Empfindens, zum freudlosen, einsamen Manne gemacht hatte, so hatte ihn sein Augen- leiden noch mehr verbittert. Er zog sich fast von allem Der. kehr zurück lind hatte zuweilen so trübe Stimmungen, daß er keinen Menschen sehen mochte. Deshalb kamen Gäste nur nach Birkenheim, wenn sie direkt gebeten wurden. Man nahm Rücksicht ans ihn und wollte ihm nicht lästig fallen. Nur mit den Frankenanern, den nächsten Nachbarn von Birkenheim, farrd noch ein zwangloser Verkehr herüber And hinüber statt.

Für Frau Sabine v. Frankenau hegte Herr von Birken- heim eine auf warmer Verehrung gegründete Freundschaft.

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Ortsgruppe Friedberg i. H. und Umgegend.

Samstag den 25. Mai 1S18, abends 8V 2 Uhr. RestaurationZum Mainzer Rad (Sempf), am neuen Bahnhof, im Nebenzimmer:

Mitglieder - Versammlung.

Tagesordnung: 1 . Brolokollverlesung. '

2. Ausnahme neuer Mitglieder.

!). Mitteilungen des Bundes.

4. Verschiedenes.

Vollzähliges Erscheinen der Mitglieder sehr erwünscht.

Der Vorstand.

Sie war ihrtt sehr sympathisch, wie allen Mensckien mit hm* rIT- « fnm - Auch Ursula von SraTnau erfr^U l \L et - ne n Rollens, wenn er auch an manchen Tagen mcht imstande war ihr quecksilbernes Wesen zu ertragen.

Ursula wußte das sehr wohl, und deshalb hatte sie in ihrer freimütigen Art zu ihm gesagt: '

k, . ich Ihnen auf die Nerven falle, Herr v. Birken-

tZ' brauchen S.e nur die Hand zu heben. Dar

£ Qnn ® ebe ® ldj h'"weg, Plaudertasche.

Unö Jann verschwinde ich prompt aus Ihrer Nähe -^b brauche dann nicht immer in Sorge zu sein, daß ich Ihnen lustig falle, und Sie müssen mich nicht ertragen, wenn Sie mS. ' * T St-mmung danach sind. Mamuschka schickt

Ich?wob^den7 ' *°*' lmb ick, kann mir

sehr wohl denken daß ich mit meiner Unruhe für schvachc Nerven unerträglich bin." 1 7 *

^ geschah selten, daß Herr von Birkenheim dies Verabredete Zeichen gab. Meist erfrischte ihn Ursulas frei-

uw IO p § ® e ^ rauber / lmb ihr gelang es sogar zuweilen, ihn zum Lachen zu bringen.

Die Baronin erwartete ihren Vetter und ihre Dochter bereits am Teetisch. Sorglich hatte sie die Vorhänge am Fenster zugezogen damit das Helle Lickst seine Augen nickst

" " lM w

bann^ {)Iauberte einc Weile mit ihm und fragte

Wenn es Dir recht ist, Heinz, dann lasse sch jetzt lernstherunterholen, damit Du sie kennen

Herr'We"^ 6ittcn Helene," erwiderte der alte

Baronin klingelte und gab dem erntretenden Diener Weisung, den Ankömmling herunterzubitten.

Q ;, SBe,li0 m a 7 mtt(m s^ter betrat Christa Hellmut das Zimmer. Rank und schlank stand sie dem alten Herrn

gegenüber rn ihrem schlichten und doch vornehm wirkenden Anzug.

Unwillkürlich erhob er sich aus seinem Sessel und be- grüßte sie wie eine Dame aus feinen Gesellschaftskreisen, ^eine Augen sahen mit einem ungläubigen Staunen auf das jdyone, junge Geschöpf.

^ J? en m ' xd > cin wenig überrascht und erstaunt,

Fräulein Hellmut. Ich habe nicht geahnt, daß ich eine so junge und schöne Vorleserin bekomme. Von einem so alten Herrn, wie ich bin, wird Ihnen dieser Ausspruch hoffentlich nicht ungehörig erscheinen."

Chnsta hatte ihre Augen mit einem großen, ernsten Vizck auf dem alten Herrn ruhen lassen.

«Ich hoffe, Herr von Birkenheim, daß es mir gelingen wird, trotz meiner Jugend Ihre Zufriedenheit zu erringen, jedenfalls will ich mir große Mühe geben, es zu tun " sagte sie.

Unter dem Blick ihrer großen schönen Augen kam ein selten wohliges Gefühl über ihn. Es war etwas Unerklä» stches, was er empfand. Manchmal erwacht zwischen zwei Menschen beim ersten Sehen eine starke Sympathie, die durck, nichts zu erschüttern ist und das Verhältnis zweier Menschen zu einander für alle Zeiten bestimmt. Eine solche starke Sympathie erfüllte die Herzen dieser beiden Menschen sie sahen sich an, als grüßten sich verwandte Seelen.

Herr von Birkenheim mußte daran denken, daß ein so seltsam frohes Behagen über ihn gekommen war in dem Augenblick, da er durch den Wagen, der Fräulein Hellmut brachte, aus dem Schlummer gestört worden war. Sonst machte ihn eine solche Störung nervös und verstimmt. Heute war das ganz anders gewesen. Mit der Minute, da dies junge Wesen sein Haus bettat, war ein wohliges und warmes Gefühl über ihn gekommen.

Und noch etwas berührte ihn angenehm Fräulein Hellmuts warmes, dunkles Organ. Sie besaß eine weiche Altstinime. Er liebte diese weichen, dunklen Frauenstimmen die aus einem reichen Herzen zu kommen scheinen. Ein helles, schrilles Organ konnte ihn nervös machen und ihn unerträglich quälen. Er sagte sich gleich, daß es ein Genuß sein müsse, sich von dieser warmen, klaren Mädchenstimme vorlesen zu lassen. Und zugleich war ihm zumute, als habe er diese Stimme nicht zum erstenmal gehört.

__ Fortsetzung folgt.

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werden uns oft über die Inserations- erfolge ausgesprochen, die selbst mit kleinen Anzeigen in derNeuen Tageszeitung" erzielt werden. Wenn Sie Irgend etwas anzubieten, zu verkaufen oder zu kaufen haben, so be­dienen Sie sich vorteilhaft unseres Blattes.