französischen Sturmes, ©dt dem ^ Mot verblute» sich tztzß Franzosen, die kr Flandern mit ihre» beste» Dtvtsione«» darum- ter des berühmte 20. eiserne Korps, eingesetzt haben, tn immer neuen vergeblichen Angriffen gegen den Kemmel. Es ist bezeichnend, daß England durch die wiederholte Drohung seiner Presse, England liege nichts an seiner Kontinent« lstelkmg, und cs sei gerne bereit, sich auf den Seekrieg zu beschranken, Frank- reich dazu vermocht hat, um ein rein englisches Ziel, um das mit dom englischen Prestige so eng verknüpfte Ypern und um das englisch gewordene Calais, seine besten Truppen zu opfern, die es vielleicht an anderer Stelle noch einmal bitter nötig brauchen kann.
Feuerkampf der deutschen Artillr
Berlin, 22. Mai. (WB.) Am 21. Mai führte die deutsche Artillerie mit großer Wirksamkeit ihren Feuerkampf durch. ^ Sie hielt geplante Angriffe des Feindes im Kem- melgebiet durch ihr Abwehrfeuer nieder und rief durch zahlreiche Treffer in den feindlichen Batterien mehrfach Munitionsbrände hervor. Hazebrouck, Moorbeque, der Schacht X von Bethnne und das Stahlwerk Grenay wurden erfolgreich mit schwerem Kaliber belegt. Unsere Bomben- geschwader verursachten gleichfalls schwere Schäden in den Unterkunstsorten des rückwärtigen feindlichen Gebietes. Bei Sprengung des großen Munitionslagers Blargies wurden ungeheure tageshelle Explosionen beobachtet. Me infolge der Explosion entstandenen Brände des zweiten feindlichen Munitionsdepots dauerten noch nach 2 Uhr morgens an. 3000 Meter hohe Rauchwolken waren lange Zeit sichtbar.'
Ein iDflfrrrr £r: ^ 'iu rniltidrrn hinterttls.
Eine von den Engländern, namentlich in den Offensiv- Lagen bei nächtlichen Nahkämpfen, häufig angewandte Hinterlist bestand darin, deutsche Stahlhelme aufzusetzen und unseren Truppen die Nummer des Regiments, mit dem sie gerade im Kampf lagen, oder die von Anschlußregimentern entgegenzurufen. Z. B.: „Hier Regiment 63! Nicht schießen!" Infolgedessen kam es mehrfach vor, daß feind- lrcke Maschinengewehre in der Flanke oder gar im Riicken unserer vorstürmenden Truppen liegen blieben und dann ihre Feuer eröffneten. Ein besonders bezeichnender Vorfall dieser Art wurde beim Kampf um Ervillers am Abend des 24. März beobachtet. Die Bataillone eines niedersäch- sischen Regiments hatten den Feind aus der ersten Stellung geworfen, als sie plötzlich von der Flanke her starkes Ma- fchrnengewehrfeuer erhielten. Leutnant D., Führer der 4. Kompagnie des Reserve-Jnfanterie-Regiments Nr. näherte sich mit einer kleinen Abteilung den Maschinengewehren, die sofort das Feuer einstellten. Er sah deutlich rm Hellen Mondlicht die deutschen Stahlhelme der Bedienung, und seine eigene Regimentsnummer wurde ihm entgegengerufen. Mit den Worten: „Schießt doch nicht in eure ergenen Leute!" zog er sich beruhigt zurück. Als unsere Truppen weiter vordrangen, erhielten sie plötzlich wieder von den Maschinengewehren, die nun fast in ihrem Riicken lagen, schweres Feuer. Sofort vorbrechende Abteilungen fanden die Maschinengewehre nicht mchr vor, da die Engländer durch die wenig gesicherte Flanke nach rechts das Weite gesucht hatten. Leutnant V. ist bereit, seine Wahrnehmung eidlich zu bekräftigen.
Bei der Häufung derartiger Fälle und dem verhältnismäßig guten Deuffch der einfachen englischen Mannschaften
ist koümtz auVtaetz«-»,
Geftchr «f diese» Trick verfiel, sonder» eher eine von höherer Okdle angeordnete methodische Kampfesart z» vermuten. Die niederträchtige Gesinnung, die aus dieser hin- terlfftigen und gemeinen Handlungsweise spricht, reiht sich würdig bem Mißbrauch des Roten Kreuzes, Flaggenschwindel zur See und anderen ruhmreichen Taten der Engländer au.
Ktktniilnisj'e emg anittilranWn OWerg.
Ein vor kurzem von uns eingebrachter amerikanischer Berufsoffizier erzählte offenherzig, daß er sich die Tätigkeit der Amerikaner in Frankreich ganz anders vorgestellt hatte, als sie sich innerhalb seiner Truppe abspielte. Er hatte er- wartet, gerade „zum letzten Rennen" gekommen zu sein und den Deuffchen den Gnadenstoß mit versetzen zu können! Denn^ „als wir in Frankreich landeten, sagte man uns, daß die Deutschen angegriffen und bis hinter ihre Grenzen zurückgeworfen wurden!" Die Enttäuschung des amerikanischen Offiziers war groß, als er die Situatton mit eigenen Augen schauen konnte: zu den ihm gewordenen verheißungsvollen Begrüßungsworten in Frankreich be- mertte er resigniert: „Jetzt spricht man hiervon nicht
mehr! (Vom Zurückwerfen der Deutschen.) Im Gegenteil man muß. sich wehren, und unsere Soldaten, die darauf rechneten, hier Lorbeeren zu ernten, müssen nur eine Niederlage verhindern." (Das ist in der Tat sehr traurig.)
Aber als prakttscher Amerikaner ttöstete sich der Gefangene mit den bezeichnenden Worten: Was uns Ame
rikaner angeht, so werden wir uns immer an Mexiko schadlos halten, um unsere Kriegskosten zu decken. Die Europäer mögen sehen, wie sie miteinander fertig werden." Und sich gleichsam enffchuldiaend, fügte er leise hinzu: „Wir hatten keine genügend große Armee, um in der Welt Respekt einzuflößen. Die Kriegserklärung war ffir uns nur der Vor- wand, eine solche zu schaffen: jetzt, wo sie gebildet ist, muß sie notwendig die Kosten derselben einbringen. „Busineß is Busineß!" Auch wir können dazu nur sagen: „Geschäft ist Geschäft!"
^er Flieaerangrilf auf Köln.
Köln, 22. Mai. Von den beim letzten Fliegerangriff Verwundeten sind inzwischen weitere 10 Personen ihren Verletzun- gen erlegen, so daß die Zahl der Toten sich auf 3b erhöht. Die Zahl der Verwundeten beträgt nach endgültiger Feststellung 8b.
Flikgkrangnffe aus psijWe Aiidlk.
Karlsruhe r. 22. Mai. Von zuständiger Seite wird mitgeteill: Heute nacht wurden Ludwigshafen und
Pirmasens von feindlichen Fliegern mit Bomben beworfen, die zum größten Teil nur in freies Gelände fielen und keinen bedeutenden Sachschaden anrichteten. Personen wurden nicht verletzt. Ein feindlicher Flieger mußte in unserem Abwehrfeuer niedergehen. Seine Insassen — drei Engländer — sind gefangen.
Aln Pfingstmontag wurde die offene Stadt Landau von feindlichen Fliegern mit mehreren Bonrben beworfen, die zwei Frauen und ein Kind töteten und einigen Häuserschaden anrichteten.
Wkm «c durch Liebe Leid gr|djali.
Roman von Courthß-Mahler.
*0) Nachdruck verboten.
Die Baronin wurde sehr bleich und sah sich ängstlich um.
Dann schrie sie auf:
"Um Gotteswillen Karla — wie kannst Du so etwas
sprechen!"
Die Baronesse hob die Hand.
„Unbesorgt, Mama, wir sind ja allein, und ich spreche so leise, daß selbst ein Lauscher nichts hören würde. Spiele doch nicht Verstecken mit mir. Jch^veiß doch ganz genau, warum Du nicht willst, daß Onkel Heinz Briefe von Deiner Kusine, seiner einstigen ungetteuen Braut, erhält. Du willst ^eben ^rhüten, daß sie sich miteinander aussöhnen."
„Ich will ihm Aufregungen ersparen," suchte die Baronin sich zu verteidigen.
Baconeß Karla lächelte schlau.
„Natürlich, Mama — wir müssen Onkel Heinz vor jeder Arffrcgung behüten. Daß er mit Maria von Platen nie mehr in Verbindung treten darf, ist sicher. Du kannst ganz offen mit mir darüber sprechen. Ich billige und verstehe Dein Verhalten vollkommen."
Die Baronin tupfte sich nervös die Stirn mit ihrem Taschentuch.
„Ich hätte es lieber gesehen, wenn Du nichts von die- len Briefen gewußt hättest. Aber da Du es nun einmal, ich weiß nicht wie, ansgekundschaftet hast, so magst D.u es curch wissen. Deines Schweigens bin ich ja sicher."
„Das ist doch selbstverständlich."
„Ich weiß es, und was ich tue, geschieht alles für Dich ,mfi in Deinem Interesse. Also ja, Maria hat v-rWedent- ltd> an Onkel Heinz geschrieben. Ich lese ihm ja alle Briefe f° ist es selbstverständlich, daß ich den Schlüssel zur Posttasche rn Verwahrung habe. Das wird für alle Fälle Mich m Zukunft so bleiben. Wenn ich nun einen Brief von Marra in der Posttasche fand, was einigemale der Fall 2""i.der Jahre, ließ ich ihn mit dem Vermerk: „Aoressat verweigert die Annahme" zurückgehen. Der letzte dfi^fvon ihc traf ungefähr vor drei oder vier Jahren ein.
Adresse tvar aber von einer fremden Hand geschrieben.
und der Absender war nicht auf dem Brief vennerkt. Der Posfftempel Stockholm machte nlich darauf aufmerksam. So behielt ich ihn zurück."
„Und Du hast ihn gelesen?"
„Ja, ich habe mich dazu entschlossen."
„Und wie war der Inhalt?"
„Mußt Du das wissen?"
„Aber Mama, siehst Du denn nicht ein, daß es besser lst, wenn rch genau unterrichtet bin. Wir ziehen doch an emem Strang." ^
Die Baronin überloztt. Dann sagte sie unsicher:
„Nun wohl — sie schrieb in jenem Brief, daß sie leidend sei und noch ein letztesmal versuchen wolle, an ihn zu schreiben. Da ihre Briefe uneröffnet zurückgeschickt hätte, habe sie sich entschlossen. die Adresie von einer fremden Hand schreiben zu lassen. Cr möge ihr doch den Treubruch verzeihen und ihr ein eu^lgesmal nur schreiben. daß er ihr nicht mchr zürne. Sie habe schwer gebüßt, daß sie ihm die Treue gebrochen habe, und sie sei so leidend, daß sie kaum noch lange zu leben haben werde, or ihrem .rode mochte sie seine Verzeihung noch erlangen."
Baroneß Karla beobachtete ihre Mutter scharf. Die Unsicherheit derselben fiel ihr ailf. W f U
"Hast Du den Brief noch?" fragte sie.
Die Baronin sah nicht auf.
„Warum?"
„Weil ich ihn gern lesen möchte."
Ern helles Rot schoß in das Gesicht der Baronin. Sie ver- mochte ihre Tochter nicht anzusehen. Was Maria von Platen chrem ehemaligen Verlobten in jenem Brief geschrieben hatte durfte Karla nicht wissen - das durfte kein Mensch erfahren! Tre Baronin hatte damals eine wenig fchötie Rolle gespielt — sie selbst war es gewesen, T»ie Maria von Birkenheim zum Treubruch und zur Flucht getrlebe-n hatte.
„Fch habe den Brief natürlich sofort vernichtet." sagte sie
hastig.
Ihre Tochter beobachtete sie mtt einem kauernden Bttck.
Aber |ie sagte ablenkend:
„U»6 seitdem tft also fein Brief mehr von Maria von Platen gekommen?" '
„Rein".
Kaiser Karl in Konstantinapel.
Äonftalrtinopel, 21. Mai, (WTB.i Bei der SWttaf.r j.
*** bultau tn seinem Trinksprach da, österreichisch, Kaiserpaar «Is Gäste in der Hauptstadt willkom.
,® r meS , We freundschaftlichen Beziehungen des oster, reichtsch-ungar^chen und de- türkischen Herrscherhauses, auf di. gegenwärtige Sympathie, di« Wertschätzung der beiden Völker, die Eemetn-s-rvik-tt der Interessen der beiden Reich- und aus b£ von den verbündeten tapferen Heeren gemeinsam errungenen Erfolge hin und sagte weiter: Ihrer Rechte bewusst und von Heldenmut und Selbstverleugnung beseelt, sind unser- Völker in SEaffen entschlossen, das ihnen von ihren Vorfahren »ermachr« moralische und territoriale Erbe in voller Unvcrsehrheit zu ver.
““ besinn.dieses gigantischen Krieges nur die Verteidigung unserer Rechte verfolgen, laa cs uns stets Blutvergießen durch den Abschluss eines ge- chten und ehreiivollen Frieden- zu verhindern. Die Verträge von Brest-Lltowsk und Bukarest, die den Kriegszustand zwischen den Verbündeten einerseits „nd Russland und Rumänien am dererseits so glücklich beendeten, bilden einen unleugbaren Ve> weis für unseren Wunsch, diesem mörderischen Kriege ein Ende zu setzen. Stark durch unser Recht und im Vertrauen auf den göttlichen Schutz, warten wir mit Zuversicht den endgültigen Triumph unserer gerechten Sache ab. die wir gemeinsam mit unseren tapferen Verbündeten verteidigen.
Kaiser Karl erwiderte mit Worten des Dankes für die eben- so herzliche wie glänzende Aufnahme und die Verleihung der Wurde eines Marschalls. Der Kaiser sagte weiter: Das zwi. schen der Türkei und Oesterreich-Ungarn glücklicherweise be- stehende Bündnis, das sehr alten Ueberlieferungen entspricht und durch das Blut unserer Helden geweiht ist. gemeinsam ver. gossen auf den Schlachffeldern. auf denen die osmanischen Sold«, len ihre allererste Tapferkeit bewiesen, ist die kostbare Bürgschaft für den glücklichen Ausgang des großen Ringens, das unser« Lander, vereinigt mit ihrem treuen Verbündeten, für ihre Un. Versehrtheit und Sicherheit bestehen. Mit Hilfe des Allmächtigen naht der Tag. wo unsere Völker für ihre Opfer durch einen ge- rechten und ehrenvollen Frieden belohnt werden.
Konstantinopel, 21. Mai. (WB.) Der gestrige Abend- empfang im Dolma Bagdsche-Palast tvar für Konstantinopel ein außerordentliches Ereignis, da seit der Anwesenheit des Deutschen Kaisers und der Kaiserin im Jahre 1899 keine Herrscherin den türkischen Hof besuchte und somit kein Anlaß für eine solche Festlichkeit vorhanden war. Viel bemerkt wurde, daß bem Empfang des Herrscherpaares auf dem Bahnhof auch die Damm des kaiserlichen Harenls in be- sonderen Wartesälen beiwohnten, was eine Neuerung > türkischen Gesellschaftsleben bedeutet.
Rückreise Kaiser Karls.
Konstantinopel, 21. Mai. (WB.) Das österreichisch- ungarische Herrlcherpaar hat hellte abend die Rückreise angetreten.
3
Sofia, 21. Mai. (WB.) Den Blättern zufolge haben Abgesandte der Dobrudscw anl 18. Mar dem Kaiser mtb König Karl durch Vermittlung des Ministers des Aenßern Grafen Vurian eine Memorandum des Nationalrats von Babadagh Überreicht, worin sie ihrem Wunsch nach der Vereinigung der ganzen Dobrndscha mit Bulgarien Ausdruck geben. Das Memorandum war von einer Adresse an den Monarchen begleitet.
.Dann ist doch wohl anzun«hmen, daß sie nicht mehr am Leben ist."
„Wer weiß? Sie sandte auch früher ihre Briefe in langen Zwischenräumen. In den ersten Jahren ihrer Ehe hat sie nichts von sich hören lasten. Die erste Nachricht von ihr kam. als ihr Mann gestorben war. Ich las es zufällig in einer Zeitung, die ich -uni Glück vor Onkel Heinz verbergen konnte. Bald darauf lam ihr erster Brief an. den ich sofort zurückgehen ließ. Denn sicher hatte sie die Absicht, den einstigen Verlobten, nun sie Witwe war. ein zweitesmal zu betören. Und das wollte ich nicht zulasten."
„Damit hast Du sehr recht getan. Mama. Es wäre sehr leicht möglich gewesen, daß Onkel Heinz sich abermals betöre» ließ. Er muß sie unsinnig geliebt haben."
„Ja — das hat er getan." seufzte die Baronin. >,
..Und dann hätten wir das Nachsehen gehabt," erwiderte Karla höhnisch.
Die Baronin atmete ttef auf.
„Ja dann wäre für uns nicht mehr Raum in Birkenheim gewesen. Und was hätte aus uns werden sollen? Dein Vater hat uns ja leider in den drückendsten Verhältnissen zu- riickgelassen. Du begreift, daß ich Maria von Platen nicht .wie. der in Onkel Heinz' Nähe lasten durste." .
„Und wenn sie mm eines Tages selbst gekommen wäre? Was hättest Du dann getan?"
Die Baronin zuckte die Achseln.
„Ich war sicher, daß sie das nie tun würde, ohne von Orckef Heinz aufgefordert zu werden. Dazu war sie zu stolz und zu scheu. Ich kannte sie ja genau."
..Das ist für uns sehr günstig gewesen. Sonst hätte sich doch wohl eine sehr heikle Lage ergeben."
„Wenn ich meiner Sache nicht sicher gewesen wäre, hätte ich imttirlich nicht so ein gewagtes Spwl getrieben. Aber recht ruhig und sicher kann ich natürlich erst sein, wenn ich weiß, daß sie nicht mehr am Leben ist."
„Du solltest Dir darüber Gewißheit verschaffen."
HM.,Aber wie?"
Klara lächelte überlegen
„Soll ich Dir diese Gewißheit verschaffen?"
„Wie willst Du das tun?"
„Sehr einfach, ich frage in Stockholm bet der Polizei an.'
«Meinst Du, daß Du da Auskunft erhältst?"
Fortsetzung folgt.


