!Dte Dene Tageszeitung" erscheint jeden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der flauer ans Hessen", „Die Spirmssube". Bezugspreis: Bei den Postanstalten merteliährlich Mk. 2.40 bimu tritt noch das Bestellgeld' bei den Agenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Grundzeile 2b Pfg., lokale 20Pfg^ Anzeigen von auswärts werden durch Poitnachnahme erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Schriftt-ttuirg und Verlag Friedberg (Hessen), yanaueritraße 12. Fern.precher 48. Postj check. Conto Nr. 4859. Amt Frankfurt a. M.
Wimmer 118__ Donnerstag, den 23. Mai 1918 _ 11. Jahrgang.
Im April 65288V Tsmmi «rjriilii.
Neue Angriffe am Semmel gescheitert. — Erhöhte KampftätigKeit an der italienischen 5 orft.
Luftangriffe auf Paris und London.
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Der deutsche Generalstab !== meldet: _ -= s
W. T. D. Großes Aattplquaetier, der,
33. Mat. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Im Kemmel-Gebiet hielt lebhafte Feuertätigkeit an. Nördlich vom Kemmel und südlich von Loker scheiterten am Abend starke feindliche Teilangriffe.
Beiderseits der Lys und am La Bastee-Kanal lag unser rückwärtiges Gelände wiederum unter starkem Feuer. Auch zwischen Arras und Albert war die feindliche Artillerie am Abend sehr rege.
Zwischen Somme und Oise lebte die Gefechtstätigkeit nur vorübergehend auf.
An der übrigen Front nichts von Bedeutung.
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Eines unserer Bombengeschwader vernichtete in der Nacht vom 20. zum 21. Mai die ausgedehnten französischen Munitionslager bei Blargies.
Leutnant Menkhoff errang seinen 27., Leutnant P ü t- * • r seinen 23. und 24. Luftsieg.
Der Erste Geueralquartiermeister: Ludendorfs.
Abendberkcht.
Berlin, 22. Mai, abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der österreichische Genrralstab
meldet:
(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver-
Wien, 22. Mai. kautbart:
An der italienischen Gebirgsfront hält die erhöhte Kampf- läiigkeit an.
In der Nacht zum 21. Mai drangen zwei feindliche Kompagnien in unsere Stellungen nordwestlich des Col del Roffo ein und wurden durch Gegenstoß unter großen Verlusten zurück- geworfen.
Der Chef des Generalstabes.
Dos türkische Hauptquartier : Meldet: —
Konstantinopel 21. Mai. Amtlicher Tagesbericht.
Palästinafront: Die feindliche Artillerietätigkeit hielt sich ln mäßigen Grenzen. Unsere Artillerie nahm feindliche Batteriestellungen und Lager an der Straße Nablus-Jerusalem unter Feuer und bekämpfte wirksam feindliche Bewegungen. An mehreren Stellen der Front unternahmen unsere Patrouillen erfolgreiche Vorstöße. Eigene Aufklärungsabteilungen drangen bis zur Jordanmündung vor. Auf den übrigen Fronten ist die Lage unverändert.
Die April-Heule derll-Hoote 652 000 Tonnen!
Berlin. 21. Mai. (WTB. Amtlich.) Im Monat April sind insgesamt
652 600 Bruttoregistertonnen
des für unsere Feinde nutzbaren Handelsschiffsraumes vernichtet worden. Der ihnen zur Verfügung stehende Welthandels- schiffsraum ist somit allein durch kriegerische Maßnahmen seit KriegSbeginn um rund
17 116 600 Bruttokegiftertonnen verringert worden.
Der Chef des Admiralstabs der Marine. /
^ Berlin. 21. Mai. (WTD.) Mit KÜ2 00« Brt. reiht sich das April-Ergebnis in die seit dem Herbst vorigen Jahres stetige IlKurve der früheren Monatsergebnisie ein. Wir können daraus ^ientnohmen, daß es den gesteigerten Abwehrmaßnahmen unserer ^Gegner bisher nicht gelungen ist, die Erfolge unserer Unterfeesboote zu drücken. Andererseits zeigt der April, daß es der un. ^errmidltchen Tatkraft unserer U-Boote zu danken ist, wenn die ^ßnonatlicken Derienkunasziffern wieder eine stattliche Löhe er
reicht haben. Dabei verdient besondere Berücksichtigung die auch nach feindlichem Eingeständnis geradezu erdrückende Steigerung der durch Angriff der deutschen Unterseeboote beschädigten Handelsschiffe. „Biele von ihnen," sagt das „Journal of Commerce" am 23. März, „werden während des ganzen Krieges überhaupt nicht mehr Verwendung finden, alle aber sind auf lange Zeit hinaus außer Betrieb." Geddes sagte Mitte März im Unterhaus: „Die Reparaturarbeiten im Schiffbau haben die bemerkenswerte Höhe von einer halben Million Brt. pro Woche erreicht, und mit den Leuten, die man jetzt für Schiffsausbesterungen verwenden muß, könnte man in einem Jahre eine halbe Million Tonnen neuen Schiffsraumes bauen." Zur Bestätigung der bekanntlich nicht immer zutreffenden Aussagen englischer Minister stimmt wie gerufen eine Meldung des „Temps" vom 2. Mai, derzufolge in der ersten Hälfte des April d. I. 133 Fahrzeuge mit 350 890 Brt. zur Ausbesierung französische Werften aufsuchen mußten. „Die Ausbesserung aber." so meldet „Verlingske Tidende" unter dem 24. April, „geht sehr langsam vor sich, weil die französische Heeresverwaltung die nötigen Arbeiter nicht freigibt." Auch in England fehlt es an gelernten Werftarbeitern. Zur gerechten Würdigung unserer U-Booterfolge reicht mithin nicht aus, nur die Versenkungen zu betrach, ten, sondern in demselben Umfange, wie dem Feinde durch Ausnutzung seiner Abwehrmittel die Bergung schußverletzter Schiffe und dadurch scheinbar eine Verminderung seiner Cchiffsverlusie gelingt, steigt die Zahl der beschädigten Schiffe und kürzt sich der Schiffsraum, der betriebsfähig zu seiner Verfügung übrig bleibt.
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Kopenhagen. 21. Mai. Aus Kristiania wird gemeldet: Wegen der fortgesetzten deutschen Torpedierungen im Eismeer hat das Handelsdepartement telegraphisch den Amtmann in Finnmarken ersucht, eine Expedition nach den Fangstellen zu entsenden, um Mannschaften eventuell versenfter Schiffe auszunehmen und die übrigen zu warnen. Zwei Walfängerboote wurden zur Verfügung gestellt.
Luftangriff auf London.
Berlin, 22. Mai. Starke deutsche Bombengeschwader griffen in der Nacht vom 19. zum 20. Mai wiederum London an. Die Unternehmung gestaltete sich durch die große Anzahl Flugzeuge, die London erreichten und die Menge der aus die Mitte der Stadt abgeworfenen Bomben« zum größten aller bisher durchgeführten Angriffe auf London. Einwandfrei wurde die starke Wirkung unserer Bomben in der City zwischen Admiralität und Westindien-Docks beobachtet. Bier große Brände brachen im Innern der Stadt aus. Mit demselben guten Erfolge griffen andere Bombenflugzeuge Dover, Chelmsford, Chatham und Southend an.
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Der englische Bericht.
London, 22. Mai. (Reuter. Amtlich.) Nach Berichten sind vier von den feindlichen Flugzeugen, die London und das Süd- ostgebiet in der letzten Nacht angegriffen haben, zum Absturz gebracht worden. Es scheint ein Angriff größeren Stils gewesen zu sein. Eine beträchtliche Anzahl Bomben wurde abgeworfen. aber bis jetzt liegen noch keine Berichte Mer Verluste und Beschädigungen vor. U\ .
Neuer Luftangriff auf Paris.
Basel, 22. Mai. Wie Havas amtlich meldet, warfen deutsche Flugzeuge am Dienstag abend erneut Bomben auf verschiedene Oertlichkeiten in der Umgebung von Paris üb. Ueber die Wirkung des Angriffes schweigt sich Havas aus. Dagegen behauptete die Agentur, daß ein deutsches Flugzeug brennend zum Absturz gekommen sei.
Der „Temps" veröfferftlicht in einer seiner letzten Nummern folgende vielsagende Bemerkung: Wenn der letzte Luftangriff so viele Opfer gekostet hat, so liegt die Schuld hauptsächlich daran, daß die Bevölkerung viel zu spät alarmiert worden ist.
Englische Flugzeuge über Holland.
Berlin, 22. Mai. In der Nacht vom 16. zum 17. Mai griffen feindliche Flugzeuge Brügge Mer Holland an. Gegen 12 Uhr nachts warfen sie außerdem noch zwei Bomben auf holländisches Gebiet bei Sluis östlich von Brügge. Die Holländer beschosten die Flugzeuge erst, als sie schon außer Reichweite waren. Ein neues schönes Beispiel des britischen Kampfes für die klel. nen Nationen!
Die Kriegslage.
Es war vorauszusehen, daß der Feind uns gerade zu Pfingsten nicht in Ruhe lassen würde. Mit diesen erneuten französisch-englischen Angriffen mußte man daher unbedingt rechnen. — Die blutige Abfuhr der Feinde hat ja gezeigt, wie sehr man bei rms auf dem Posten ist. Die erneuten Feindesangriffe beweisen, für wie unsicher die Entente ihre eigene strategische Lage hält und daß sie um den Preis jeden Opfers eine Aenderung herbeiführen möchte. Daß der Kemmel hierbei eine besonders große Nolle spielt, versteht sich nach unseren frühern Darlegungen über die Bedeutung des Berges von selbst. Der Gedankengang der feindlichen Führung ist unschwer zu verstehen. Man ist drüben in begreiflicher Unruhe vor dem Kommen/en und möchte durch irgendeinen gelungenen Hieb uns gerne das Konzept verderben; aber das ist gerade an unseren besonders starken Schlachtfronten auch besonders schwer. Und doch versucht es die feindliche Führung aus wiederum begreiflichen Gründen gerade dort: Weil sie, wie wir neulich schilderten, ihre Kräfte in diesem Raume maffierl hat, wahrend sie an anderen Stellen geschwächt ist. So wird jeder dieser opfervollen feindlichen Gegenangriffe zu einem rein örtlichen, frontalen Unternehmen, das niemals zu einer großen Operation aus- wachfen kann, sondern sich — für den Feind — günstigsten- falles mit einer kleinen, eng umgrenzten Einbruchsstelle begnügen muß, die dann von unserem konzentrischen Artillerie- feuer derart bearbeitet wird, daß sie fast immer wieder geräumt werden muß. Aber die feindlichen Angriffe verfolgen wahrscheinlich noch den weiteren Zweck, Zeit zu gewinnen. Man rechnet drüben vielleicht so, daß jeder feindliche Angriff an den Schlachfronten uns zu großem Munitionseinsotz zwingt, daß wir Kräfte und Material abnützen, daß wir in möglichen Vorbereitungen aufgehalten werden, so daß sich neue deutsche Operationen noch hinausschieben lassen könnten. Vielleicht kämpft man drüben angriffsweise um Zeitgewinn, damit hinter dem Rücken der feindlichen Front neue Anlagen weiter gefordert werden können, damit vielleicht auch die amerikanische Hilfe unterdessen durch Ausbildung der Truppen mehr ins Gewicht fallen kann.
Aber es ist ein großer Irrtum, wenn die Entente hofft, uns damit das Konzept verderben zu können. Unsere Arbeit geht ganz folgerichtig weiter und wird eines Tages ihre Wir» kung schon cmslösen. — Man hört über gerade in letzter Zeit vielfach die Ansicht, daß die feindliche Kraft doch noch gewaltig sein mäste, wenn fast täglich seit drei Wochen feindliche ■' n< angriffe größeren und kleineren Stils unternommen w ' n. Da ist zunächst zu erwidern, daß selbstverständlich Millionenheere nicht auf einen Schlag hin zertrümmer. r können. Es werden immer Momente eintreten, in de > :r Feind nach Verlust selbst von weit über hunderttausend Kef'w genen, nach einer blutigen Einbuße von weit über K Million Menschen und nach Verlust wertvollen Kriegsmaterials hinter den besonders bedrohten Stellen im Laufe von Woch n ein Wtderstandsnetz spannt, das durch herangeführte Kräfte uird frischen NachschM jeder Art in die Tiefe hinein an Widerst' ds- fähigkeit zunimmt. Wir legten ja auch früher schon eingehend dar, daß es eben gerade der Zweck unserer ersten Schlüge war. die feindlichen verfügbaren Kräfte dorthin 311 ziehen, wo sie jetzt find. Das Wettere werden wir ja sehen.
Die englischen Angriffe über Pfingsten bei Hulluch, an der Ancre, der französische Angriff gegen den Kemmel sind für uns lediglich der Beweis, daß der Feind in seiner strategischen Zwangslage nicht warten kann, sondern irgendetwas unternehmen muß; wir können warten, weil wir viel mehr Zeit haben als unsere Feinde — dank der allgemeinen strategischen Lage. Und wollen unsere Leser daran erinnern, daß wir zur Erzwingung des Ostftiedens über 3^ Jahre gebraucht haben. D» wird man schon Mwarten können, wenn jetzt einmal eine Pause in der Schlachthandlung drei Wochen dauert. Um so bester kommt es dann auch! Die Spannung im Westen ist gleichmäßig stark geblieben und wird so bis zur Auslösung neuer Creigniste
bleiben. . v ,
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Berlin, 21. Mai. (WTB.) Bei dem mißglückten großen französischen Angriff am 20. Mai auf den Kemmel blieben zahl» reiche Gefangene von verschiedenen ftanzösischen Divisionen in deutscher Hand. Uebereinstimmend sagten diese aus, daß auch englische Divisionen, die in dritter Linie bereitstanden, an dem Angriff hätten teilnehmen sollen. Allein zu ihrem Einsatz lass es gar nickt infolae des vollkommene« Zusammenbruch» dol


