Ausgabe 
22.5.1918
 
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tcumspresse. fomett ste a«f die EPE (die von Erzoerger herausgogebene Zentrums-Parlanlents-KorrefpondenK. D. C.) angewiesen ist, stand <rm Hirmnelfcchrtstage und a-uch am Freitag, 10. Mai. vor einem vollen Vakuum, sie nmß^ sich lediglich aus der gegnerischen Presse orientieren. Wir be­dauern den Vorstoß des Abg. Erzberger, dessen sonstige Ver­dienste wir stets loyal anerkannt haben, von ganzem Herzen und können der Zentrumsfraktion des Reichstages nur ein- dringlichst wiederholen, daß es die höchste Zeit ist, Maßnah­men zutreffen, daß solche Dinge verhütet werden. Wie lange denn will man die Geduld unserer Wähler solchen Belastungs­proben aussetzen?" «

DieKölnische Volkszeitung" verpflückt seinen in der Vossischen Zeitung" veröffentlichten Rechtfertigungsversuch und schreibt dazu:

Dieser Darstellung gegenüber ist nur ganz wenig zu sagen, denn sie trifft nicht den Kern der Sache. Eine Kritik an den Verhältnisfen und an unserer Politik in der Ukraine wird niemand verwehrt, auch nicht dem Abg. Erzbcrger. Wie aber liegen die Tatsachen? Den Mitgliedern des Ausschusses war von der ukrainrschen Gesandtschaft in Berlin Material gegen das deutsche Militär und gegen die deutsche Regierung in der Ukraine geliefert worden. Scheidemann fußte bei seinem scharfen Vorstoß gegen die Negierung auf diesem Material ebenso auch der Abg. Erzberger. Scheidemann for­derte zum Schluffe seiner Rede rundweg den Rücktritt Payers und des Reichskanzlers. Erzberger sprach als Redner des Zentrums nach Scheidemann auch mit einer so ungewöhnlichen Schärfe, daß seine Rede und der von ihm für die Vollversamm­lung des Reichstages angekündigte Antrag sofort von maß­gebender Stelle der Fraktion als Ministerstürzerei aufgefaßt und ausdrücklich als solche bezeichnet worden ist. Der Abg. Gröber zog den beabsichtigten Antrag zurück oder beffer. ver- yinderte die Einbringung des beabsichtigten Antrages. Er er­klärte angesichts der Rede Erzbergers sofort deffen Ein­bringung für unmöglich. Er erblickte ebenso wie der Abg. Fehrenbach an dem Vorgehen Erzbergers, in der Rede Erz- bergers und in dem damit verknüpften Antrag eine Aktion, welche zum Ministersturz führen mußte. Das gleiche sah der Vizekanzler von Payer sowohl in der Rede als in dem ange- tündigten Anträge Erzbergers.

Es bleibt dabei und ist nicht durch noch so viele künstliche Nebel aus der Welt zu schaffen: Die Rede Erzbergers und der in Verbindung damit angekündigte Antrag bleibt eine Aktion \ gegen die Regierung die Oberste Heeresleitung. So ist sie ' von maßgebender Stelle der Regierung und der Fraktion auf- gefaßt worden. Deshalb ist sie verhindert worden. Nicht weil Erzberger sie nicht mehr machen wollte, oder weil die Frei­sinnigen den Antrag nicht unterzeichnen wollten."

Damit ist Herr Erzberger in seiner ganzen engelreinen Harmlosigkeit gekennzeichnet. Welche Lage sich daraus für die Partei und die Fraktion ergibt, darüber sagt dasWestfälische .Volksblatt" in Paderborn:

Erzberger hat aus den Jutivorgangen des vergangenen Jahres, die er noch heute als eine Aktion bezeichnet, nicht das mindeste gelernt, und es ist auch keine Hoffnung vorhanden, daß er je einmal andere Wege gehen wird. Um so eher darf man vielleicht heute eine klare und unzweideutige Stellung­nahme der Fraktion erwarten. Ist ihr daran gelegen, die Zentrumspartei zu erhalten, muß sie endlich ein Machtwort sprechen, das auch der Abgeordnete Erzberger nicht mißver­stehen kann, von dem aber auch die Oeffentlichkeit erfährt; vielleicht wäre es am besten für das Zentrum, wenn Erzberger eine Fraktion für sich gründete; denn gehen die Dinge so weiter, so wird er unfehlbar zum Totengräber der Partei. Man täusche sich nicht, auch solche Eigenvorstöße Erzbergers werden letzten Eirdes doch der Fraktion und der Gefamtpartet zur Last gelegt."

Diese Aufforderung läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Rur hält die Erzbergersche Epidermis schon Eeschoffen von ganz erheblichem Kaliber st-a,ü>.

UilliiNdtiMMM aus der liiilitiite beichlMahm.

DerVorwärts" schreibt: Im Reichstage gelangte

die von uns schon behandelte Anfrage der Genossen Keil und Meerfeld zur Beantwortung, wonach sich Privatunter­nehmer beim preußischen Kriegsministerium die Lieferung von Ersatztürklinken derart gesichert haben, daß ungerecht­fertigte Gewinne von vielen Millionen Mark dabei erzielt werden.

Der Vertreter des Kriegsministeriums erwiderte darauf, das Kriegsministerium habe bis jetzt lediglich Probe­aufträge auf Ersatztiirklinken erteilt, ,lm Erfahrungen zu sammeln. Massenvergebungen seien noch nicht erfolgt, eben­sowenig seien Privatunternehmern Zusicherungen gemacht

Das Kriegsministerium scheint danach von gewissen Dingen, die im Gange sind, nicht unterrichtet zu sein. Wir wissen von Plänen, gegen welche der Millionen gewinn der v. Behr-Pinnowschen Sacknaherei als Bagatelle erscheint. Wie wollen der Negierung verraten, daß es sich nicht nur, 4)ie die Anfrage der Abgg. Keil und Meerfeld es ausdrückt. Amviele Millionen", sondern um eine bis anderthalb Milliarden Mark handelt, die zwei findige Unternehmer sls Gewinn aus dem Geschäft herauskalkuliert haben, wobei es sich übrigens nicht nur um Ersatz der Türklinken, sondern auch der Fensterriegel handelt. Ihre Gewinnkalkulation beruht auf der Basis: Kosten pro Ersatzstück 4 Mark, Ge­winn pro Ersatzstück 2 Mark, so daß auf jeden Sozius i Mark entfällt. Die tüchtigen Geschäftsleute sind Baurat Lentz, Berlin, Unter den Linden 13, und sein Kompagnon, ein gewisser Lachmann. Lentz würde mit dem Türklinken­zug nicht den ersten Kriegsgewrmr machen, der Krieg hat Mm bereits diverse Millionen eingebracht. r Das deutsche Volk hat jedenfalls ein dringendes In­teresse daran, W ersichren, wie weit es seine TürÄnken

-um Nutzen des Vaterlandes'und wie wert zmu Herren Lentz und Lachmann abliefert.

Wir find hier ausnahmsweise in der Lage demVor­wärts" bei-ustinrmen. Wenn der Staat Rohstoffe braucht, dann möge er dcchin sorgen, daß der schlechte Ersatz nicht teurer kommt, wie die ursprüngliche gute Ware. So ist es bei der Beschlagnahme der Kupserkessel gÄvefen. Wir mußten die guten Kupferkessel hergeben, bekamen einen schofelen Ersatz, der aber mit Knöpf und Kameelgarn schließ­lich mehr wie der Kupferkessel gekostet hat. Der Lieferant aber hat einen schönen Verdienst gehabt. Oder soll das der Zweck der Uebung sein?

Die tmifit KekinrnuuMil für die FraüMiilk.

Als man im Dezember 1908 die Mädchenschulreform in Preußen durch führte, die dann auch in Heffen und anderen Bun­desstaaten bald Nachahmung fand, schuf man bekanntlich in den oberen Klaffen einen doppelten Weg der Weiterbildung. Der eine ist die Studienanstalt, die zur Universität führt, der andere die Frauenschule, die vornehmlich die Ausgaben des praktischen Lebens im Auge hat. Für die letztere Schulart wurden 1908 noch keine näheren Bestimmungen getroffen, weil man Spiel­raum für verschiedene Versuche lassen wollte. Aufgrund der in­zwischen gemachten Erfahrungen hat nun Preußen kürzlich neue und eingehendere Bestimmungen erlassen. Auch diese Bestim- murrgen werden sich wohl bald in den übrigen Bundesstaaten durchsetzen, vielleicht mit entsprechenden Abänderungen, denn bei keiner Schulgattung ist die Rücksichtnahme aus besondere lo­kale Berhältniffe so wichtig, wie gerade bei der Frauenschule. Sie soll ja in erster Linie die künftige Hausfrau und Mutter für ihre schönen Pflichten vorbereiten. Dabei spielt aber natür­lich die Umgebung, in der sich das Familienleben abspielt, eine große Rolle. Der ländliche Haushalt stellt wesentlich an­dere Aufgaben als der städtische, der großstädtische wieder andere als der kleinstädtische, in der Jndustriegegend muß man sein Leben auf andere Bedürfnisse einrichten wie da, wo etwa der Fremdenverkehr, der Handel, oder sonst ein Erwerbszweig blüht. So wird die Frauenschule stets Bewegungsfreiheit behalten müssen. Die neuen Ministerialerlasse legen aber doch die Hauptgesichtspunkte, die den Rückhalt für den ganzen Erzie­hungsplan bilden, fest. Es handelt sich da einmal um die Kennt­nis der sämtlichen hauswirtschaftlichen Aufgaben und sodann um die Einführung in die Kindererziehung. Für jeden dieser beiden umfangreichen Aufgabekrerse wird ein Jahr angesetzt. Es wird dabei entweder so verfahren, daß beide Aufgaben gleichzeitig im ersten Jahre schon in Angriff genommen wer­den, und dann im zweiten Jahre ihre Ergänzung dadurch fin­den, daß die Beziehungen zwischen Haus- und Volkswirtschaft, zwischen Familrenerziehung und staatlicher oder kirchlicher Jugendarbeit behandelt werden. Oder aber es wird die eine Aufgabengruppe im ersten Jahre völlig zu Ende geführt und dann der zweiten ein eigenes Jahr gewidmet. Letzteres Ver­fahren hat wohl den Vorzug. Die jungen Mädchen sind dann schon etwas reifer, wenn sie mit Kindern zu tun bekommen. Sie lernen also im ersten Jahre erst einmal ihr häusliches Reich kennen und beherrschen: Kochen, Bügeln, Nähen, Buchführen, Haushaltspläne aufstellen, Gartenbau, Umgang mit Wertpapie. ren, gute Formen des geselligen Verkehrs, Regeln für guten Hausschmuck und eine wertvolle Hausbücherei und dergl. mehr. Wie die Privatwirtschaft mit der Volkswirtschaft zusammen- hängt, wird dann schon überall ausgezeigt, eine sehr notwendige Belehrung, wie es gerade der Weltkrieg uns ernpfinden läßt. Das zweite Frauenschuljahr führt dann in den Kindergarten, läßt die Schülerinnen erst die Behandlung einzelner Kinder lernen, führt sie auch in Geschichte und Theorie der Pädagogik ein und weist sie endlich auf die sozialen und staatlichen Ein­richtungen und Aufgaben der Jugendpflege hin. Es wird aber auch neben diesen praktischen Aufgaben die wissenschaftliche Vilduirg (zum Teil nach freier Wahl) weitergeführt. Da wird noch deutsche Kunst und Literatur, Geschichte, Musik, fremdsprach­liche Lektüre usw. gepflegt. So kann die Frauenschule den jun­gen Mädchen einmal dasselbe werden, was den Schülern un­serer höheren Knabenschule die Universität ist.

DreiskrhirhilW fiir Hafer für den Kttreshedlns.

Zur Deckung des Haferbedarfs für die in der Front stehenden Pferde bedarf die Heeresverwaltung dringerrd den von den Landwirten bei der Aussaat oder bei der Fütterung ihrer Pferde ersparten Hafer. Die Landwirte werden dringend aufgesordert, in weitgehendstem Matze der Aufforderung der Heeresverwaltung auf Haferablieferung nachzukommen. Aus­drücklich wird noch betont, daß für diesen Hafer, der bis zunr 15. Juni 1918 abzuliefern ifr, der Preis auf 69 Mark für die 199 Kilogramm festgesetzt ist.

Felde

der Ehre.

Groß-Karbe». Obergefreiter Karl Kötter, bei einem Fuß-Artillerie-Batl., erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klaffe. Herz­lichen Glückwunsch.

Berstadt. Kanonier Richard K n ö ll, bei einem Artillerie- Regiment, im Westen, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Herzlichen Glückwunsch.

Aus der Heimat.

Eil- und Frachtstücks» tverkehr. Die bisherigen Annahme­beschränkungen für Fracht- und Eilstückgüter fallen vom 21. Mai an fort. Es bleiben nur noch folgende Einschränkungen bestehen: Dis Begrenzung des Höchstgewichts der einzelnen Stücke bei Eilgut auf 100 Kilogramm, für beschleunigtes EUgut auf 50 Kilogramm, ferner die Anordnung, daß Holzverfchlage, Lattengestelle und Haraffe nur in zerlegtem Zustande angenom­men werden; schließlich bleiben auch diejenigen Güter, di»

her schon zugunsten des Waperweger von der Beförderung mit der Eisenbahn ausgeschlossen waren, auch weiterhin auf den Wasserweg verwiesen. Im übrigen nehmen die Eisenbahndienst­stellen nunmehr beschleunigtes EUstückgut, Eilstückgut und Frachlstückgul wieder ohne weiteres zur Beförderung an Für die Auflieferung in größeren Mengen ist vorherige Verein­barung mit der Versandabfertigung erforderlich.

FC. Bad-Nauheim, 20. Mai. Im 98. Lebensjahre verstarb in Eaffel die verwitwete Frau Pfarrer Augner geb. Löbell aus Marburg a. d. L. Diese Dame war nach der Kurliste von 1842, welches die erste Liste des Bades Nauheim war, der erste ge­druckte Kurgast des Bades, denn schon vor 1842 waren Kur­gäste in Vad-Nauheim anwesend.

FC. Alsfeld, 20. Mai. Die Postverbindung von Alsfeld nach Loshausen soll wegen zu hoher Betriebskosten eingestellt werden.

FC. Vom Main, 20. Mai. In den Weinbergen in Fram ken ist der Austrieb der Reben überall schön und gleichmäßig. Zahlreiche und große Samen sind vorhanden. Kommen diese gut durch die Blüte, dann ist wieder die beste Hoffnung für ein gutes Weinjahr gegeben.

Aus Starkenburg.

FC. Zwingenberg, 20. Mai. Pfingsten 1868, also vor 50 Jahren, wurde hier durch die Landsmannschaften in Tübingen, Göttingen, Bonn, Halle und Würzburg der Bund der deutschen Landsmannschaft (Eoburger L. E.) gegründet, der jetzt auf den deutschen Hochschulen 59 Landsmannschaften umfaßt. Zur Er­innerung an die 50jährige Wiederkehr der Gründung findet am 22 Mai eine Gedenkfeier hier statt.

Höchst i. O., 20. Mcri. Der hiesigen Gendarmerie ist es ge­lungen, eine Geheimschlächterei ausfindig zu machen, von der schon längere Zeit ein Schleichhandel mit Fleisch ausging. Bei den Metzgern Wilh. Barth und Joh. Stockum IV. wurde ein in der Nacht geschlachtetes Rind beschlagnahmt und das Fleisch in hiesigen Sammelstelle überwiesen. Schon lange war es öffent­liches Geheimnis, daß auswärtige Gastwirte wie auch die hiesr- gen beffer bemittelten Einwohner bei Barth jedes Quantum Fleisch zu hohen Wucherpreisen erhalten konnten; aber Barth verstand es immer, die Polizei zu täuschen. Bemerkenswert ist, daß Barth als Metzger die Fleischlieferung für die Ernst- Ludwig-Heilftätte zu Sandbach hatte und von dieser hierfür vom Militär reklamiert war.

Aus Rheinhesseo.

FC. Mainz. 20. Mai. Von der Militärschiffahrtspolizei wurden an der Maarau zwei mit Halstüchern zufammengebun- dene Leichen, die eines Mannes und einer Frau, geländet, die ungefähr zwei Wochen im Wasser gelegen haben. Die Perso­nalien sind noch nicht festgestellt.

FC. Mainz 20. Mai. Rach dem Voranschlag sollen an Um­lagen auch für 1918 hier erhoben werden: auf 100 Mark Steuer- ivcrt des Vermögens 31,5 Pfg., auf eine Mark staatliche Ein­kommensteuer 159,3 Pfg.

FC. Worms. 20. Mai. Die ersten reifen Schlotzkirfchen wurden in Freinsheim von dem Arbeiter Flasch gebrochen und zu einer Mark das Pfund verkauft. Die Spargelernte in Freinsheim ist so ergiebig, daß das Angebot die Nachfrage be­reits übersteiget; infolgedessen sind auch die Preise erheblich zu. riickgegangen. Seither wurden 80 Mark pro Zentner bezahlt, seit vier Tagen will der Handel nur noch 60 Mark anlegen.

Ans Hessen.Nassau.

FC. Bürstadt. 20. Mai. Der älteste Bürger der hiesigen Ge- nleinde, Rentmeister a. D. Dujeberg, ist im 89. Lebensjahre plötzlich gestorben. Im Jahre 1860 kam er als Gemeindeeinneh­mer und Verwalter der Post hierher.

FC. Niederlahnftein, 20. Mai. Dem Weichensteller Dinsch- mann von Friedrichssegen wurde auf dem Felde ein Sack Setz- kartoffeln gestohlen. Die Gendarmerie forschte nach und er­tappte auf dem Wege nach Ahl einen Arbeiter von hier mit einem Sack von 40 Pfund Kartoffeln und nahm diesem dieselben ab. Es stellte sich aber heraus, daß es nicht die dem Weichen­steller gestohlenen Kartoffeln waren, sondern in Frücht geham. sterte. Auch dies ist nicht erlaubt und die Kartoffeln blieben konfisziert.

FC. Vom Westerwald, 20. Mai. In der Tabakfabrik in Hittfcheid wurden eineinhalb Zentner Tabak samt einem Hand-

wagen gestohlen.

Erbenheim, 21. Mat. Der hiesige Eemeinderat hat in sei­ner letzten Sitzung den Beschluß gefaßt, zu der Frage der Ein­gemeindung der Ortschaft nach Wiesbaden vorerst noch keine Stellung zu nehmen, sondern die endgültige Beschlußfassung bis nach dem Kriege auszufetzen. Dem Beschlüsse war eine Umfrage bei der gesamten Bürgerschaft vorausgegangen, welche insofern ein überraschendes Ergebnis hatte, als nicht einer von allen den Befragten sich bedingungslos für die Annahme des Wies­badener Eingemeindungsangebots erklärte.

FC. Aus Kurhessen, 20. Mai. Aus Furcht vor Strafe hat sich in Haine in einer Scheuer der 15jährige Sohn einer Witw­erhängt.

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Gk« schweres Grubenunglück.

Hamborn, 21. Mai. Auf Schacht 3 der GewerkschaftDeut­scher Kaiser" erfolgte eine Kohlenstaubexplosion, welche das Han­gende löste, wodurch fünfzehn Bergleute verschüttet wurden. Mit den Retiungs- und Aufräumungsarbeiten wurde sofort begon­nen. Bisher konnten jedoch nur drei der Berui^lückten als Lei­chen geborgen werden. Allem Anschein nach werden auch die anderen zwölf nicht mit dem Leben davongekommen sein.

Hamborn, 21. Mai. Rach den letzten Meldungen hat das Grubenunglück auf der GewerkschaftDeutscher Kaiser" 21 Opfer gefordert, von denen 20 als Leichen zu Tage gebracht wurden Ein Verletzter befindet sich in Behandlung.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg; für den Anzeigenteil: R. H e y n e r , Friedberg. Druck und Verlag der >,Neum ^Tageszeitung

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