Ausgabe 
22.5.1918
 
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sondern ein neuer, höchst ehrloser Lreubruch der englische» Negierung sein wurde, der, wenn er von der deutschen 9te* gierung verübt würde, in England als ein besonders schände licher Fall von Pruffianismus verurteilt werden würde. Die gesamte Propaganda-Maschinerie der englischen Regie­rung wurde in Bewegung gesetzt, um den Namen Irlands in Amerika anzuschiwärzen. Als erwählte Vertreter der irischen Nation betrachten wir es als unsere Pflicht, ein- Lringlichst an das amerikanische Volk und die amerikanische Regierung zu appellieren, sich durch derartige propagan­distische Entstellungen nicht täuschen zu lassen, sondern über die Sache Irlands nur die Irländer zu hören, die mit den nationalen Bestrebungen des irischen Volkes sympathisieren und geeignet sind, für die irische Nation zu sprechen. Einge­denk der Bande der Sympathie, die stets zwischen der ame­rikanischen und der irischen Nation seit der Gründung der Republik bestanden haben, bitten wir das amerikanische Volk, seinen britischen Bundesgenossen zur Pflicht zu machen unverzüglich im Falle Irland die Grundsätze der demo­kratischen Freiheit und der nationalen Selbstbestimmung zur Anwendung zu bringen, die in der Erklärung Wilsons so großartig aufgestellt und deren Genuß Irland vorent­halten wird, während das irische Volk ausgefordert wird, dafür in den fremden Ländern zu kämpfen."

Kaiser Karl in Koustautiuopel.

Konstantinopel, 15. Mm. (WB.) Meldung der Agence Milli. Nachmittags fuhr der Hofzug mit Kaiser und König Karl und der Kaiserin Zita unter den Klängen der öster­reichischen Hymne in den mit den Fahnen der verbündeten Länder herrlich prangenden Bahnhof von Sirjedschi ein. Dort hatten sich der Sultan in der ungarischen Marschall- Gala-Uniform mit dem gesamten Hofstaate und den kaiser­lichen Prinzen, der Großwesir, der Khedive von Aegypten, der Scheich-ül-Jslam, die Präsidenten des Senats und der Kammer mit Senatoren und Deputierten, sämtliche Mit- glieder des Kabinetts, die Chefs der Verbündeten diplo­matischen Missionen mit ihrem Personal, die Hof- und Staatswürdenträger, die Generalität und das Offizierkorps zum Empfang des Herrscherpaares eingefünden.

Im Aildis-Palast fand Empfang und Vorstellung statt.

Konstautinopel, 21. Mai. (WB.) Bei der Ankunft des österreichischen Kaisecpaares im Yildis-Palast, leisteten die kaiserlichen Garden die Ehrenbezeugungen, während die Musikkapelle die Volkshymne intonierte. Nachdem der Sultan seinen Gästen hier seinen Wiükommengruß entboten hatte, verabschiedete er sich. Das Herrscherpaar empfing hierauf den Thronfolger. Zia Eddin, den Prinzen Abdul Nedschid Effendi. den Großwesir, den Khediven von Aegypten, den Scheich-ül-Jslam, die Präsidenten des Senats und der Kammer sowie die Mitgliedr des Kabinetts. Nach der Vorstellung der türkischen Hof- und Staatswürdenträger wurde dem Monarchen vom Boffchafter Markgrafen Pallavicini eine weitere Zahl von Persönlichkeiten vorge- stellt, darunter der deuffche Boffchafter Graf Bernstorff, der bulgarische Gesandte Koluschew, der türkische Kriegs- minister, mehrere türkische Offiziere sowie in der türkischen Armee dienende deuffche Offiziere. Der Kaiser richtete au jeden huldvolle Worte.

Konstautinopel, 19. Mai. (WB.) Bald nach der An­kunft im Mldis-Palaft stattete Kaiser Karl den kaiserlichen Prinzen Besuche ab, während die Kaiserin Zita die Besuche der kaiserlichen Prinzessinnen und Gemahlinnen und Mini­ster empfing. Um 5 Uhr nachmittags fand im Boffchaster- gebäude in Pera Empfang der österreichischen und un- garischen Kolonie statt. Konsul Hertzfeld hielt an den Kaiser eine Huldigungsansprache. Der Kaiser antwortete teils in deutscher, teils in ungarischer Sprache und äußerte seine Genugtuung über die ihm zum Ausdruck gebrachten Gefühle. Sodann erfolgte die Vorstellung der Spitzen der österreichischen nd ungarischen Kolonie und Damen. Hierauf empfingen der Kaiser und die Kaiserin im Botschafterpalais die hier weilenden österreichischen und ungarischen Offiziere und ihre Damen. Am Abend fand im Dolma Bagtsche- Palast ein Mahl in engerem Kreise statt, bei dem der Sultan zwischen dem Kaiser und der Kaiserin saß.

Das hchmriilmlcht Tmbea Zer Wem«.

Wrkn, 21. Mai. Nach Meldungen aus Prag waren an den hochverräterischen Umtrieben auch Funktionäre der Stadt betei­ligt. Gegen diese Beamten ist von der Statthafterer ein Ver­fahren eingeleitel worden. Die Resolution, die angenommen wurde und die in der Presse nicht wiederzugeben ist, soll von dem zum Tode verurteilten und vom Kaiser begnadigten Klofac verfaßt sein.

Slawische Wünsche.

W en, 20. Mai. Die Blätter nrekden aus Prag: Hier fand eine große slawische Versammlung statt, an der auch Vertreter der Italiener ieilnahmen. Ls wurde eine Kundgebung beschlos­sen, in welcher die Vertteter der kulturellen Einrichtungen in der slawischen Nalion den einmütigen Willen anssprachen, nach Kräften alles zu tun, um die Befreiung der bisher unterdrückten Völker zu erreichen und eine bessere Zukunft auf der Grundlage ^er Weltdemokratie und des SeLbstbeftimnruugsrcchtes zu er­zielen. Sie sprechen sich gegen die Unterdrückung einzelner Na­tionen durch die Oberherrschaft einer einzigen Nation aus und treten für eine Verständigung von Natron zu Nation und gegen Äe Uebergriffe des Imperialismus ein.

Rumänien.

»ufowit, 21. Mai. (8318.) Bei dem M-chl, das der Konv Mandant der et^n ruamnijche» A«n«. SentuU Lrigares«. m

Pleite «Srtoowsca, bfo rumänisch. Arm« fei

baß Marghiloman den besten Frieden «hatten habe, der unter den gegebenen Umstanden zu bekommen gewesen fei. Es sei einer der größten diplomatischen Effolge. der dir Hoffnung rechtfertige, daß Marghiloman nunmehr das Land auf dem guten Woge vorwärts führen werde.

Zn der Antwott wies Marhiloman darauf hin, daß die Ar­mee unvorbereitet auf der unsinnig langen Front von 200 Kilo­meter in den Kampf getreten sei. Sie habe aber ihre Pflicht getan. Mit dem Hinweis auf die Erwerbung Veffarabiens be­tonte Marghiloman. daß dieses Land nicht in Kffchinew, son­dern bei den Friedensverhandlungen in Bukarest erworben worden sei. Marhiloman versicherte schließlich seinen Zuhörern, daß ohne die Untefftützung Oesterreich-Ungarns und Deutsch, lands Rumänien nicht um drei Millionen Menschen und 15 000 Quadratkilometer reicher geworden wäre-

Ukraine.

Kiew, 20. Mai. (MTB.) Der Hetman wohnte gestern ge­meinsam mit dem deutschen, österreichisch-ungarischen und bulga­rischen Vertreter der Eröffnung des neuen Hauses des ukraini­schen Klubs bei einer literarisch-künstlerischen Gesellschaft, deren Mitglieder vornehmlich dem sozial-föderalistischen und sozial­demokratischen national-ukrainischen Kreise angehören. In einer bemerkenswerten, mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Rede in ukrainischer Sprache bezeichnete General Skoropadski es als sein Hauptziel, Hand in Hand mit dem ukrainischen Volk eine starke unabhängige Ukraine auf demokratischer Grundlage zu schaffen. Andere Redner feierten, zum Teil in deutscher Sprache, Deutschland, dem das Wiedererstehen der Ukraine zu verdrucken sei, und wünschten engsten Anschluß an das Deutsche Reich, dem die Ukraine in kultureller, wissenschaftlicher und tech­nischer Beziehung so unendlich viel Dank skchulde.

Die Erwiderungsrede des Botschafters Frhrn. v. Mumm klang in ein Vivat, floreat, crescat für den Klub und Staat aus, die sich beide ein neues dauerndes Heim gezimmert hätten, dessen Grundlagen für die junge Republik ein schleunig in An­griff zu nehmende ukrainische Kulturpolitik, vor allen Dingen durch den Ausbau eines nationalen ukrainischen Schulwesens sei. worin das sicherste Unterpfand liege für das Erstarken in der wirtschaftlichen und politischen Selbständigkeit des jüngsten Mitglttdes der europäischen Völkergemeinschaft.

Eine Petze Präsident Wilsons.

Basel, 21. Mai. Wie Havas aus New Dorf meldet, hielt Präsident Wilson anläßlich des Festes des Roten Kreuzes eine Rede, in der er u. a. sagte: Wir sehen vor uns zwei Pflichten: Die erste ist die Pflicht, den Krieg zu gewinnen und die zweite, die mit der anderen Hand in Hand geht, fordert, daß wir den Krieg auf eine große und edle Weise gewinnen, in dem wir nicht allein den faktischen Wert unserer Macht beweisen, sondern auch den Wert unserer Ziele und unseren eigenen Wert. Ich habe kürzlich sagen hören, wir müssen eine Armee von 5 Millionen Mann schaffen. Weshalb sollten wir uns auf dieses Ziel be­schränken? Ich habe den Kongreß gebeten, keine Grenze festzusetzen, denn auch der Kongreß dessen bin ich sicher hegt wie wir alle den Wunsch, daß jedes Schiff, das Waffen oder Material befördern tann, bei jeder Fahrt, die es unternimmt, mit soviel Leuten und soviel Material be­laden sei, wie es aufzunehmen vermag. Von diesem un­verrückbaren Ziel des Sieges werden wir uns durch heuch­lerische Friedensvorschläge nicht abbringen lassen.

Er erging sich dann in den üblichen Redensarten, die wir bei dein Erzheuchler gewohnt sind.

Der Friede nicht sehr nahe.

Der Burengeneral Schmutz hielt wieder eine Rede. Am Ende gab Smuts der Ueberzeugung Ausdruck, daß der Krieg entscheidend, nicht bloß unentschieden enden werde. Smuts drückte fein tiefes Bedauern über die kürzlich vorgekommenen Enthüllungen der Friedensschritte aus, weil, wenn der Krieg zu Ende kommen solle, die Kriegführenden dann und wann inoffi­ziell in Verbindung treten müßten, um zu erfahren, was ihre Gegner dächten und welchen Vorteil sie aus der Lage ziehen könnten, wie sie sie auffaßten. Die einzige Alternative sei. wetter zu kämpfen, bis eine Seite völlig zermürbt fei. Die Zeit kommt, fuhr Smuts fort, in der d« Feind bereit ist, auf un­tre Hauptbedingungen einzugehen. Aber wenn keine inoffizielle Vergleichung der Auffassung stattsindet, wie können die Krieg- ührenden wisten, daß der Feind bereit ist, auf sie einzugehen? Der Gang zur Friedenskonferenz ohne die Gewißheit, daß die Haupibedingunge« angenommen werden, wäre das Gefährlichste, was man tun kann. Die Konferenz, die schließlich einberufen werden wird, wird eine Konferenz werden, die die Details fest- zvsetzen hat. nachdem die Hauptgegner über die Hauptziele einig geworden sind. Wie kann man dies ausfindig machen, wenn inan nicht miteinander gesprochen hat? Aber wie will man mit­einander ins Gespräch kommen, wenn immer wieder Enthüllun­gen gemacht werden, man mit Steinen gegeneinander wirft? Den Friedenszieken dient man nicht allein mit dem Mut der Armeen, sondern auch mit allen Waffen der Diplomatte, wenn die Zeit reif ist. uns und unsere« Alliierten einen befriedigenden und guten Frieden zu sichern. (Beifall.) Schließlich sagte Smuts. er wünsche nicht seine Hörer zu entmutigen, aber er glaube nicht, daß der Friede schr nahe sei. Deshalb gebe er dem Volke den Rat. fest und treu zur Regierung zu stehen. (Beifall.)

DollcheuHilche Anmaßung in DenWand.

Es geschehen Zeichen und Wunder: d«Vorwärts" ist hoh« Ehren teilhaftig geworden, um die ihn zwar deutsche Blätter nicht beneiden werden, die in ihren AnKffen doch d« Beachtung

toeö ftro. Sc* führend« Blatt der deutschen Sozialdemokratie varf sich gewissermaßen als Amtsblatt fühlen, als amtliche» Sprachrohr der russischen Regierung, vertreten durch den bok schewiftischen Botschafter A. Joffe in Berlin. Das kam für dem d« die täglichen Gäste in dem Palast der Russischen Botschaft sett Herrn Joffes Einzug kennt, nicht gerade überraschend. De« ^ mi > daß sich derVorwärts" im Glanze des tuf. sticht Regierungsmoniteurs sonnt und nun selbst Gelder aus Staatskaffen annimmt. da er das sonst als Merkmal einer Rep- trlrenpreffe ansah. Scheinbar sind ihm diese Bedenken aber null und nichtig, denn bei dem erhärteten Dalles der bolschewistischen Staatskaffen steht es ja durchaus nicht zu erwarten, daß es rus­sische Regierungsgelder sind, mit denen Herr Joffe seine Agita- lionskosten bezahlt. Und nicht immer war es demVorwärts" und seinen Hintermännern angenehm, in einem Atem genannt zu werden. Während des letzten Munitionsarbeiterstreiks ver­deckte derVorwärts" mehrfach nicht bloß die bolschewistischen Methoden, sondern den Bolschewismus schlechthin, weil er sich durchaus nicht mit den Ansichten, Zwecken und Zielen der deut­schen Sozialdemokratie vereinen ließe. Daß er sich nun als amt­liches Sprachrohr der Bolschewisten in Deutschland zeigt, wirkt um so komischer, als eben diese Bolschewisten in Rußland ganz heftig ins Wackeln geraten. Aus Moskau, ans Großrußland überhaupt, kommen fortlaufend Meldungen, nach denen die Re­gierung des Herrn Joffe sich höchster Unsicherheit erfreut und nur mit Kanonen und Maschinengewehren noch einen Schein ihrer Macht aufrechterhaltcn kann. Der in russischen Lettern und deutscher Uebersetzung imVorwärts" veröffentlichte Erlaß der Sowjet-Republik" tautet"

-^m Namen der russischen sozialistischen föderativen Sow­jets-Republik bringe ich allen kriegs- und zivilgefangenen russischen Bürgern hiermit zur Kenntnis, daß auf Grund der Ratifikation des Friedensvertrages zwischen Rußland und Deutschland der Schuh der Interessen der sich in Deutschland aufhaltenden russischen Bürger am 1. Mai d. I. von der spa­nischen Botschaft auf die russische Botschaft übergegangen ift Die Botschaft der russischen Republik trifft alle Maßnahmen, um die Rückkehr der Kriegs- und Zivilgefangenen in die Hei­mat zu beschleunigen und ihre Lage zu erleichtern.

Gruß von der Arbeiter- und Bauernregierung Rußland?

Der russische Botschafter A. Joffe.

Dieser Erlaß dokumentiert in eigenartiger Weife die Dank­barkeit der Sowjet-Regierung gegenüber der spanischen Bot­schaft, die sich für die russischen Untertanen in opfervollster Art einsetzte. Er muß aber zugleich vom deutschen Standpunkt in energischer Weise zurückgewiesen werden, denn die Lage der ruf- fischen Zivil und Kriegsgefangenen in DenffchlaM» ist durchaus nicht derart, daß sie der Vefferung und Erleichterung bedürfte. Sie haben über nichts zu Nagen und sind in ihrer Mehrzahl ftoh. daß sie die Raubtierfteihett ihrer Heimat nicht am eigenen Leib zu verspüren brauchen, die die Doschewfften eingeführt haben. Am allerwenigsten könnte danach Herr Joffe der Mann sein, der etwas zu beffern in der Lage wäre. Wollte Herr Joffe aber wirklich ernsthaft an der Besserung der Lage der Gefangenen arbeiten, so mag er es gettost tum In seiner Heimat bietet si<b ihm dazu in Fülle die Gelegenheit. Und er darf sich dabei gettost an der Behandlung der Russen in Deutschlaicki ein Verspiel neh­men. Hier ist kein Ruffe. wed« Offizier noch Soldat, vom- bel mißhandelt worden. In Rußland aber rft das ein beliebtes Spiel, an dem sich die Volschewrki gern beteiligen. Und die Freunde des Herrn Joffe waren es. die bekanntlich an der Mur- manbahn die Rückkehr der deutschen Kriegsgefangenen aus Ost- sibirien mit den niederträchtigsten Mitteln erschwert und zu ver. hindern versucht haben, die deuffche Offiziere des Ofiizierscharak- ters entkleidet und sie unter den Befehl von Soldaten stellten. Ebenso haben Herrn Joffes Freunde in nichts die zaristischev Schikanierungsmethoden vernachlässigt, mit denen die deuffchen Bauern russischer Staatsangehörigkeitbeglückt" wurden. In Rußland also kann Herr Josse seine und seiner Regierung Menschlichkeit im vollen Maße betätigen. Solange sich aber dort asiatische Grausamkeit mit bolschewistischer Anmaßung paart, muß der Joffesche Erlaß wie eine grobe Unverschämtheit wirken, die sich das deuffche Volk ganz entschieden verbittet.

Da der Joffesche Erlaß pber zugleich geeignet ist. im feind­lichen und neutralen Ausland den Anschein zu erwecken, als ob cs tatsächlich des bolschewistischen Eingreifens bedürfe, um dis Lage der russischen Gefangenen zu erleichtern oder die Heimcck- entlaffung zu beschleunigen, muß man sich doch die Frage vor-. legen, ob derartige Anzeigen nicht die Zensur passieren braucbe- Sie sind in ihren Folgerungen geeignet, irreführend zu wirke- und das deutsche Ansehen in der Welt herabzusetzen. Es bar fich nicht einbürgern, daß derVorwärts" und im Anschluß dara- andere Blätter von Bolschewiki Gnaden Kundgebungen ein.r Regierung bringt, die in ihren eigenen Handlungen höchst ver- dammenswerter Natur und in den Unterstellungen ehrverletzend für das deutsche Volk sind.

Grcherger der WmKcrMr;er.

Die Zentrumspreffe setzt die Abrechnung mit Herrn Erzber- ger nachdrücklich fort. Sehr deutlich wird dieTremonia", das Zentrumsblatt in Dortmund:

Wie lange noch, so mutz man angesichts der Dinge fragen» welche sich am vergangenenMittwoch im Hauptaus-schuß des Reichstages zugettagen haben, soll die Geduld der Zentrums« preffe und Zentrumswähler auf eine harte Probe gestellt wer« den? Wir haben bei den Ereigniffen im Juli vorigen Jahre»- eine vermittelnde Stellung eingenommen. Mtt der Friedens­resolution vom 19. Juli vorigen Jahres konnte man sich unter den damals obwaltenden Verhälttriffen abfinden, nicht aber mit derAufmachung" und den Begleitumständen derselben, nicht mit der mangelnden Information für die Zentrumspreffe Run stehen wir momentan wieder vor einer ähnlichen Situation wie im Juli 1917, und zwar infolge eines Anträge» den Herrn dlbgeordnet« Erzberger am Mittwoch, 8. Mai. im Hauptausschuß des Reichstages angekündigt hat, eines Ans. träges, der ttn Grunde ein Mißtrauensvotum gegen Reichs^ lettung und Oberste Heeresleitung bedeutet. Und . die