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Dimmer 115
Samstag, den 18. Mai 1918
11. Iahrganz.
Avmehr englischer Uorstöhe. — Cin Erfolg bei Arras. — Feindlicher Angriff ans die Ssterrrichischen
Stellungen in Albanien. — 25000 Tonnen versenkt.
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Der deutsche GeneraMab « -- = meldet: s
M. T. 6. Großes Hawp1q«ortirr, de« <7. Mai. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Ein feindlicher Monitor beschoß Ostende und fügte der Bevölkerung erhebliche Verluste zu.
An den Kampf-Fronten war die Feuertätigkeit nur in wenigen Abschnitten gesteigert. Rege Erkundungstätigkeit hielt an. Bei Abwehr eines starken englischen Vorstoßes nördlich von der Scarpe und bei Beaumont—Hamel sowie bei erfolgreichen eigenen Unternehmungen südlich von Arras machten wir Gefangene.
An den übrigen Fronten nichts von Bedeutung.
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Gestern wurden 18 feindliche Flugzeuge und 1 Fesselballon abgeschossen. Leutnant Löwenhardt errang seinen 22., Le«tnant W i n d i s ch seinen 21. Luftsieg.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorfs«
Abendberkchl.
Berlin, 17 . Mal, tf6eni>s. (WTB. Amtlich ) Bon den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der österreichische Generalstab r ' ,— = meldet: -
Wien, 17. Mai. (WTB.) Amtlich wird verlautbart:
An der italienischen Front stellenweise lebhafter Artilleriekampf.
In Albanien griffen Engländer und Franzosen unsere Ge- birgsstellungen zwischen den Flüssen Osum und Devoli an. Abgesehen von einem unbedeutenden Eeländegewiun westtich von Korea wurde der Feind überall zurückgeschlagen.
Der Chef des Eeneralstabrs.
Ueber 25000 Tonne» versenkt.
Berlin, 16. Mai. (WTB. Amtlich.) Unsere Mitielmeer- U-Boote vernichteten über 25 000 Bruttoregistertonnen feindlichen Schiffsraumes. Den Hauptanteil an diesen Erfolgen hatte das von Kapitänleutnant M a r f ch a l l befehligte U-Boot Die englischen beladenen Dampfer „Kut Sang", 4895 Tonnen und „Comway", 4003 Bruttoregistertonnen, wurden aus gesicherten Geleitzügen herausgeschossen, der ganz neue, mit zwei Hilfsmotoren versehene amerikanische Biermastschooner „City os Pensacola", 705 Bruttoregistertonnen, durch Sprengpatronen versenkt.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Zre Schlacht im Westen.
Die bayerischen Truppen am Kemmel.
Berlin, 17. Mai. (WTB,) König Ludwig von Bayern besichtigte am 15. Mai seine Regimenter, die in den schweren Kämpfen um den Kemmelberg ganz Hervorragendes geleistet und die ganze Welt mit Bewunderung erfüllt haben. Auf dem Bahnhof begrüßten den König Kronprinz Rupprecht, der Oberbefehlshaber der Armee, General Sixt von Armin mit seinem Heneralstabschef, General von Loßberg, und der Führer der iegreichcn Kemmelstürmer General von Tutfchek. Im Auto zings zur Stadt hinaus, wo in einem Park unter frischem Grün nächtiger Ulmen die Regimenter vom Kemmel aufgestellt waren. Der König dankte dort den Truppen für die Taten der letzten Zeit. Später nahm der König eine kriegsmäßige Truppenschau über die ruhmreiche Division des Prinzen Franz ab. dem er das Kommandeurkreuz des Max Joseph-Ordens überreichte.
Die Luftkämpfe.
Berlin, 17. Mai. (WTB.) „Homme Lrbre" vom 2. Mai veröffentlicht ein Londoner Telegramm über die Flugze-ugver- lvste im April. Die darin angegebenen Zahlen stehen wiederum in schroffem Gegensatz zu den Tatsachen. Man meldet aus London, daß die Entente insgesamt nur 113 Flugzeuge im April verloren habe, in Wahrheit sind allein 122 feindliche Flugzeuge In unserem Beütz und weitere 149 wurden hinter den feindlichen
Linien abgeschossen. In diesen Zahlen find jene achtzehn Flugzeuge nicht einbegriffen, die die Engländer auf ihrem eiligen Rückzuge in der Schlacht bei Armentieres auf dem Flughafen von La Gorgue verbrannten. Rach der englischen Meldung betragen unsere Verluste im April 470 Flugzeuge. Tatsächlich verloren wir nur 123 Flugzeuge, also etwa ein Viertel der von den Engländern veröffentlichten Zahl, von denen 87 in die Hände des Gegners fielen.
Berlin, 17. Mai. (WTB.) Das gute Wetter der letzten Tage ließ am 14. und 15. Mai die Tätigkeit unserer Luftstreil- kräfte wieder zur vollen Enffaltung kommen. In zahlreichen Luftkämpfen wurden an beiden Tagen 35 feindliche Flugzeuge und vier Fesselballone abgeschossen. Das alte Geschwader des Rittmeisters v. Richthofen ist daran allein mit vierzehn Abschüssen beteiligt. Leutnant Windisch errang den 20. Luftsieg. Unsere Verluste betragen nur 12 Flugzeuge und keinen Fesselballon. Wiederum wird, entgegen allen feindlichen Behauptungen, durch die Zahl bewiesen, daß noch wie vor die Herrschaft in der Luft in unseren Händen ruht. Nachts unternahmen unsere Bombengeschwader starke Angriffe auf militärisch wichtige Anlagen beim Gegner. In beiden Nächten wurde die gewaltige Menge von 73 200 Kilogramm Bomben abgeworfen.
Vorbereitungen.
Noilerdarn, 17. Mai. Die „Morning Post" meldet von der französischen Front: Die relative Ruhe an der ftanzösischen Front wird auf der gegnerischen Seile zu wahrnehmbaren Vorbereitungen an der ganzen Front ausgenutzt. Rach der Meinung der englischen Militärs wird der Feind nochmals angreifen, man weiß aber nicht, ob jetzt oder erst in Wochen. Der Besitz des Kemmel gibt ihm die Möglichkeit, selbst den Zeitpunkt für den Beginn der neuen Kämpfe zu bestimmen
Zur Beschießung von Ostende.
Berlin, 17. Mai. (WTB.) Der englische Admirafftab straft seine eigenen Mitteilungen von der Blockierung Ostendes Lügen, indem er am Vor- und Nachmittag des 16. Mai gegen den angeblich blockierten und damit bedeutungslosen Hafen Monitors vorschickte. Die Wirkung der Beschießung unterschied sich in nichts von den früheren. Die durch Beton und Panzer gesicherten Marineanlagen blieben ungestört. Nur unter den Einwohnern forderte die Beschießung sehr erhebliche Opfer.
Kämpfe mit den Bolschewisten.
Konstantinopel, 16. Mai. (WB.) Die Agence Milli erfährt: Nach den letzten Nachrichten erhielten die Bob schewiki in der Gegend von Baku Verstärkungen aus Turke- stan und Astrachan, die auf russischen Kanonenbooten über das Kaspische Meer gekommen sind. Nach dem Eintreffen dieser Verstärkungen gingen die Bolschewiki-Banden zum Angriff über, in dessen Verlauf die Muselmanen trotz des heldenmütigen Widerstandes wegen des Mangels an Vec- teidigungslnitteln die Stadt Baku verloren, die nicht gehalten werden konnte, wiewohl Muselmanen aus Dagherstan und Georgien zur Hilfeleistung hergeeilt waren, weil den Verteidigern die Patronen ausgingen und es ihnen überdies an Verteidigungsmitteln mangelte. Die Bolschewik: setzen den Angriff in heftiger Weise fort.
Schm-ni «egen Englands Willkür.
Stockholm, 16. Mai. (MTV.) Die englische Minenlegung an der schwedischen Westküste wird weiterhin lebhaft besprochen und scharf verurteilt. Die Londoner Ableugnung, wonach die britische Admiralität keine für die Handelsschiffahrt gefährlichen Minen ausgelegt haben will und die Schuld den Deutschen zuschiebt, gibt den Morgenblättern erneuten Anlaß, auf den Verlust von 15 Menschenleben und die Störung der wichtigen Fischerei htnzuweisen. So erklärt „Stockholms Tid- ningen":
Die verbrecherische Rücksichtslosigkeit liegt darin, daß diese Minen, deren Gefährlichkeit für die schwedische Schisfahrt schon so blutig bewiesen wurde, in unmittelbarer Nähe unserer Gewässer ohne die übliche Notifikation im voraus ausgelegl wur. den. Hierdurch zeigen die Engländer jene Verachtung der neutralen Interessen, deren sie die Deutschen zeihen.
Stockholms Dagblad" schreibt: Die Voraussetzung des englischen Dementis, daß die bösen Deutschen oberhalb der für die Handelsschiffahrt ungefährlichen englischen Minen andere ge
fährliche Minen ausgelegl haben sollen, zeugt von einer Der» achtung der Intelligenz eines neutralen Volkes oder von Vertrauen auf die Entschlossenheit, es zu gläubigem Gehorsam zu zwingen.
„Svenska Dagbladet" meint, das englische Dementi erwecke den Eindruck, daß irgend ein Beamter dem neuen Propaganda- minister der Admiralität zugeteilt wurde, um den Dementis größeren Schwung zu verleihen. Die englischen Seeoffiziere dürften jedoch kaum mit einer solchen Mitarbeiterschaft zuftie- den sein. Der Erfolg werde vielleicht auch anders fein, als man erwartet habe.
Selbst „Dagens Ryheter", die in einem geschraubten Leitartikel mit allgemeinen Redewendungen sich über die Schlechtig^ keit der heutigen Welt beklagen, müssen doch zugeben, daß die Engländer eine „unverzeihliche Nachlässigkeit" begangen haben und hoffen im Anschluß hieran, die britische Negierung werde alle mögliche Genugtuung für das Geschehene leisten.
„Syd Svenska DaMadet"°Malmö schreibt: Es muß als empörend bezeichnet werden, daß in aller Stille das offene Meer an den Küsten der neutralen Länder mit Minen gesperrt wird. Man hat uns in keinem Falle Mitteilung gemacht, um es vor den Deuffchen geheim zu halten, aber man hat gleichzeitig keine Bedenken gehabt, die freie neutrale Schiffahrt der größten Gefahr auszusetzen. Mit zynischem Gleichmut überließ man es den Neutralen, sich selbst Kenntnis von den: neuen Minenfelde zu schaffen und Schweden mußte diese Entdeckung mit dem Verlust von Fischdcrmpfern und tüchtigen Fischer» bezahlen.
Ehrung von Heerführern.
Berlin, 17. Mai. Um die großen Taten der Heerführer, welche sich in diesem Kriege bei der Verteidigung und der Sicherung der deutschen Ostgrenze besondere Verdienste erwarben» späteren Geschlechtern in der dauernden Erinnerung zu erhallen, hat der Kaffer befohlen, daß jedem der acht Wahrtürme des an dem alten deutschen Ordensschlosse Marienburg zu errichtenden Plauenschen Bollwerks der Name eines dieser Generale gegeben wird, und zwar: des Generalfeldmarschalls v. Mackensen, des Eeneralfeldmarschalls v. Eichhorn, des Eeneralfeldmarschalls v Woyrsch, des Generals der Infanterie Ludendorff, des Generals der Artillerie v. Gallwitz, des Generals der Artillerie v, Scholtz, des Generals der Infanterie v. Francois uitb des Gene« rals der Infanterie von Below (Otto).
Deutsche Pfingsten 1918.
Als am Tage des Lenzbeginns die ersten gewaltigen Schläge ans die Front unserer Feinde im Westen nieder- wuchteten, da schien die Welt für einen Augenblick den Atem anzuhalten und hinauszuhorchen in die aufbrausenden Frühlingsstürme, ob das Ahnen einer Entscheidung in ihnen sich ankündigte. Und als dann Tag um Tag die Meldungen von den herrlichen Erfolgen unserer Truppen eintrafen, da ging es wie ein stummes befreiendes Aufatmen durchs ganze Volk in der festen Gewißheit, daß endlich die Zeit gekommen war, den letzten und schioersten Waffengang auszufechten.
Der Frühling zog in§ Laub und breitete seine Herr* schaff mehr und mehr aus. Leben gebend und Hoffnung *äend schritt er weiter und weiter hinein in die ihm entgegenbangende Welt. Und nun ist er auf seinem Gipfel angelangt: Psingstsonne liegt über der Menschheit unü leuchtet mit Vertrauen heischendem Glanz bis in die ferm sten Winkel des nach Frieden und Glück sich sehnendem Herzens.
Es ist ein eigenes Ding um das Pfingstfest, und- enr eigenes besonders um dieses vierte und, will's Gott, letzts im Krieg. Die Christenheit begeht heute den Geburtstag ihrer Kirche, den Ursprung der Ausbreitung ihrer sich gründenden Herrschaft. Und wie ein Gleichnis, entnommen denl zartgläubigen Bewußtseinsinhalt kirchlicher Religiosität» mutet es an, wenn das lenzstarke Werden und Wachsen dek Natur einen heißen Zuversichtsglauben und einen heiligen Geist der unerschütterlichen Hoffnung auf Erfüllung der tiefsten Sehnsüchte des ganzen Volkes und her ganzem Menschheit über die Welt verbreitet. Der Lenzgeist, der die Herzen sich ergießt und sie stählt zu frischem und frohem Ausharren in der Not der Zeit, der gleicht dem Pfingsb wehen, durch dessen Wunder die Jünger Christi gefestigt wurden, trotz aller Anfeäffrmae^durchzubalten in der


