MNederu-m geüurg es konzentrisch -ercmgeMhrtr« KrSst«, di, englischen Plane zu vereiteln. Hierbei zeichnete sich besonder» die 24. türkische Division, der deutsche Kräfte Leigegebea war«, aus. Den zurückgeherrden Engländern wurden zehn Geschütz«, eine Anzahl Maschinengewehre und viel Kriegsmaterial abge- nommen,' ebenso wurden zahlreiche Gefangene gemacht. Nach fünftägigen heftigen Kämpfen waren die Engländer in ihre Brückenkopfstellung am Jordan zurückgeworfen. Bei beiden Unternehmungen waren die blutigen Verluste des Gegners sehr schwer.
Die Defr-inttg Finnlands«
Kopenhagen. 11. Mai .Verlingske Tidende" meldet aus Hechngfors. daß der finnsi - Landtag wahrscheinlich am 15. Mai zusammcirtreten werde. Von den ftüheren 70 sozialistischen Landtagsabgeordneten sind nur noch 16 vorhanden. Die übrigen find entweder geflüchtet oder gefangen genommen. Mchrere der bekannten Führer halten si^ -n Petersburg auf. Man erwartet
mit Spannung, wie die rr.e Regierung die Forderung ihrer
Auslieferung beantworten wird.
Die bsi Wiborg gemachte Beute wird auf zwei Milliarden geschätzt. Die Gesamtzahl der Gefangenen wird mit 80 000 angegeben.
RiiWeNlitMtzugg derfinnüchkn Wen Garde
Ber.ra, 12. Mai. Während der Verhandlungen des Hauptausschusses hat der Vizekanzler v. Payer darauf hinyewiefsn, daß die Note Garde in Finnland entgegen dem Friedensvertrag von russischer Seite mit Waffen und Munition unterstützt und in jeder^ Weise gefördert worden ist. Die „Norddeutsche Allg. Zeitung" teilt nun heute einen dokumentarischen Beweis dafür mit, daß Rußland die finnische Rote Garde mit Waffen unterstützte. Der finnischen Regierung ist nämlich ein Schreiben in die Hände gefallen, das Folgendes besagt:
Finnische Rote Garde. Festungsabteilung, Generalstab der Roten Garde. Helfingfors, 6. April 1918.
An das russische Liguidationskomitee in Finnland.
Der Generalstab der finnischen Roten Garde bittet Die dringend, folgendes für den Gebrauch des Stabes zu geben: 1 Japa- msche Bergkanonen, 75 Millimeter, vier Stück. Diese Kanonen veftnden sich rn Hogolund, Batterie Nr. 3. 2. Kanonen sechs
vom Modell 1903 Nr. 4266 Ein Stück befindet sich auf Batterie Rr. 102. 3. 6/77 Batterie Nr. 101.
(UirterWrift.) Chef des Heeres der filmischen Noten Earde: A. -barmt. Ernst Housen.
Sehr dringend.
Auszuhändigen 6. April 1918. I, Semcnoro.
Die Turiner Revolten.
Mails»-, 11. Mat. (WTB.) Der „Corriere della Sera" Meldet, daß die Prozeßverhandlungen über die Turiner Revolten. die am 14. Mai beginnen sollten, auf Verlangen der Der- teldiger verschoben worden seien, da die Prüfung der sehr zahl, reichen UnterfuchWgsakteu bis zum obigen Zettpuntt unmöglich wäre. a *
Der nnabhSngige Staat Kttaaea aaerlraaat.
Kowuo, 10. Mai. Dem Präsidenten des littauischen LandeSrateS ist am 4. Mai die von Seiner Majestät dem Kaiser und König unterschriebene Urkunde ausgehändigt worden, durch die der unabhängige littauische Staat von der deutschen Regierung anerkannt wird. Die Ueberreichung geschah in feierlicher Form durch den Chef der Militärverwaltung Littauens, der in einer Ansprache dem jungen lit- tauischen Staate Glück- und Segenswünsche mit auf den Weg gab.
Der Inhalt der Urkunde ist gleichlautend mit der Ant- wort, dre der Reichskanzler der littauischen Delegation in Berlin am 23. März d. I. erteilt hat.
Die kaiserliche Anerkennungsurkunde, die nunmehr ver- offentlicht wird, hat folgenden Wortlaut:
Wir, Wilhelm von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser und König von Preußen w., tun hiermit kund und zu wissen:
Nachdem der littauische Landesrat als anerkannte Vertretung des littauischen Volkes am 1L Dezember 1917 bie Wiedererrichtung Littauens als eines unabhängigen, nrit dem Deutsche Reich durch ein ewiges festes Bundes- verhältnis und durch Konventionen, vornehmlich auf dem Gebiete des Militärs, des Verkehrs, des Zoll- und des Münzwesens verbundenen Staates verkündet und zur Wiedererrichtung dieses Staates den Schutz und die Hilfe des Deutschen Reiches erbeten hat. Nachdem ferner nunmehr die bisherigen staatlichen Verbindungen Littauens gelöst sind, beanftragen Wir hiermit Unseren Reichskanzler, den Grafen von Hertling, dem littauischen Landesrat zu erklären, daß Wir auf der Grundlage der vorstehend genannten Erklärungen des litauischen Landesrats vom 11. Dezember 1917 im Nanien des Deutschen Reiches Litauen als einen freien und unabhängigen Staat anerkennen und bereit sind, dem littauischen Staate den erbetenen Schuh und Beistand bei seiner Wiederaufrichtung zu gewahren. Wir gehen dabei von der Voranssetzirng aus, daß die abzuschließenden Korwenttonen den Interessen des Deutschen Reiches ebenso Rechnung tragen werden, wie den littauischen und daß Littauen an den Kriegslasten Deutschlands, die auch seiner Befreiung dienten, teilnehmen wird.
Gleichzeitig erteilen wir Unserem Reichskanzler Vollmacht nn Benehmen mit der Bevölkerung Littauens die zur Wiedererrichtung des selbständigen littauischen Staates erforderlichen Maßnahmen zu treffen und zur Herstellung eines festen Bundesverhältnisses zum Deut- schm Reick und zum Abschluß der hierzu vorgesehenen und ororderttchen Konventtonen das weitere zu veranlassen.
'''' ^rkund deffen haben Wir Gegenwärtiges höchst eiQcrJ-o -v r(] unterschrieben und mit unserm Jnsiegel versehen bissen.
Geneben Großes Hauptquartier, den 23. März 1918.
gez. W i l h e l m. gez.. Graf v. Hertling.
ermächtigt, daß Professor Quidde weder vom Reichskanzler noch vom Auswärtigen Amt einen Auftrag irgendwelcher Art für i>cp gevüMlten Amerikaner gehabt hat.
Menbiirgg Dank an den Kaiser.
Dem Kaiser ist am 7. Mai folgendes Telegramm des Gene» ralfeldmarschalls von Hindenburg zugegangen:
Seiner Majestät dem Kaiser und König, Potsdam.
Eurer Majestät lege ich alleruntertänigst für die an mich gerichteten gnädigen Worte ehrfurchtsvollen Dank zu Füßen. Ich bin hochbeglückt darüber, daß die alten Beziehungen mei. ner Familie zur Marienburg nunmehr durch die Gnade meines kaiserlichen und königlichen Herrn in einer mich so hoch ehrenden Weise erneuert werden sollen. Gottes Schutz fei auch fer- ner die Ostmark für alle Zeit empfohlen.
gez. Feldmarschall v. Siedenburg.
Dev H-Daot-Krieg.
(Reichstagssitzung vom 11. Mai.)
Abg. Dr. Pfleger berichtet über die Verhandlungen im t Hauptausfchuß und spricht der gesamten Flotte den uneingeschränkten Dank des Reichstages für ihre Leistungen in diesem Krwge aus. (Beifall.) Der gleiche Dank gebühre den Werften.
Staatssekretär Admiral von Ea pelle: Ich mochte zunächst dem Dank der Marine Ausdruck geben für die anerkennenden Worte, die der Berichterstatter der Marine und ihrer Tätigkeit gewidmet hat, und ich möchte auch meinen besonderen Dank aussprechen und mich voll und ganz dem anschließen, für die anerkennenden Worte, die er den kaiserlichen Werften, den Privatwerften und den sämtlichen Lieferanten für di« Unterseeboot- waste gewidmet hat. Wir haben in dem uneingeschränkten U-Vootkrieg eine sehr starke Seeoffensive gegen die Entente begonnen. Die Ergebnisse sind den Herren aus den Veröffentlichungen des Admiralftabes bekannt. Auch für April lauten die bis her vorliegenden Berichte günsttg. Natürlich sind auch Verluste emgetreten. Eine so starke See-Offensive wie die jetzige geht nicht ohne Verluste ab. Aber, was die Hauptsache ist. während der Dauer des uneingefchräntten U-Bootkrteges hat der Zuwachs an U-Booten an der Front die Zahl der Verluste überttoffen. Unsere Offensive zur See steht heute stärker da wie bei Beginn des uneingefchräntten U-Bootkrieges (Hört, hött!), und das ist uns die sichere Aussicht auf Meßlichen Erfolg. Der U-Voot. kriog wächst sich immer mehr zu einem Kampf zwischen der U-Bootleiskung und der Neubauleistung an Schiffen aus. Bis. her haben die monatlichen Versenkungsziffern den Neubau noch stets um Hin Mehrfaches übertroffen Das geben selbst englische Minister und die gesamte englische Presse zu. Besonders bezeichnend erscheint mir ein Aufruf an die englischen Werftarbeiter der m großer Zahl auf den englischen Werften verteilt worden rst. Dieser Aufruf lautet:
„Der Bau der Handelsschiffe belauft sich im März auf 161 000 Tonnen oder 32 Schiffe von je 5000 Tonnen. Aber die Hunnen versenken gleichzeitig 81 Schiffe. (Beifall.) Werft- arbeiter! Ihr könnt und werdet verhindern, daß die Hunnen uns aushungern."
Heber d« Turiner Vorgänge selbst gestattet nunmchr die Zensur dre Veröffentlichung folgender Einzelheiten: Es wurden seinerzeit mehrere tausend Personen auf Verlangen der Sicherheitsbehörde verhaftet. Die Präfektur setzte 328 Personen wegen unerlaubter Ansammlungen und 94 Personen wegen Beschädigung städtischer und privater Lokale sowie wegen Ausschreitungen gegen die Polizei gefangen. Mchrere Ang^lagte, die Waffen trugen. werden sich vor dem Militärgericht zu verantworten
prm nie imrif) firtt Criö Mih.
Roman von CourthsMahler.
8) _ Nachdruck verb,
Sie schüttelte den Kopf.
„Natürlich nicht — aber ich will doch großmüttg se Ursula umarmte Mutter und Bruder noch einmai ihrer stürmischen Art und eilte dann in wenig damenha Sprüngen, die Treppe in der großen Vorhalle hinauf.
„Und das will eine junge Dame sein?" sagte ft fron Frankenau mit einem lächelnden Seufzer zu ib Sohn. -
Er zog ihren Arm durch den seinen, nachdem er . uno Ueoerzieher einem Diener übergeben hatte und fü! sie rn das Wohnzimmer. Das war, wie alle Räume Herrenhauses, mit gediegener Pracht und feinem Verstä ms aucgestattet. Der >i war sehr groß, aber alle trauliche, mollige Ec nachten ihn wohnlich imd haglich.
Fan von Falkenai: ;og ihren Sohn neben sich auf ei Divan nieder und sah ihm mit mütterlicher Zärtlichkeit die Ailgen. Er küßte ihre Hände.
^ , ' ,9 ? lm . sollst Du Dich ausruhen, liebe, treue Mo- habe nur während der Zeit, da ich ungebunden drauj in der Welt umherstreifte, oft genug Vorwürfe ge.nacht i idj Dir hier zu Hause alle Arbeit aufgebürdet habe "
Sie lächelte froh.
„Es ist mir nickK schwer geworden, Hans Ullrich. ' wu-it nicht vergessen, daß wir in Brinkmann einen überc tua-trgen und zuverlässigen Venvalter haben, der mir a! schwere abnahm. Ich habe sozusagen nur die Oberauffi geführt. Und ich fühle mich wirklich nicht so ruhebedürft als Du anzunehmen scheinst. Aber froh bin ich doch, h *>u nun heimgekehrt bist und nun bodenständig auf Dell angestammten Scholle werden willst."
ÜL'Tc- irf) kühle selbst, daß es hohe Zeit W ch Gott, ich habe gar »icht darauf geachtet, wie schnell i
€t« angeh iches Friedensgefpräch.
■ptc „Norddeutsche All. Zeitung" schreibt: Die „Daily Mail" beschäftigt sich erneut mit dem Thema einer neuen deuffchen Friedensoffensive und macht Angaben über einen angeblichen Bo- ch des Professors Quidde bei einem in Genf weilenden Ame- rilaner Heren. Diesem hätte Prof. Quibde im Aufttage des Reichskanzlers und des Auswärtigen Amtes ein an den Präsidenten Wilson zu übermittelndes Verständigungprogramm entwickelt. Diesen Angaben gegenüber sind wir zu der Feststellung
Fahre dahingeflogen sind — erst in der Residenz und nun gar draußen in der Welt."
„War es denn schön draußen?" fragte sie lächelnd.
Seine Augen strahlten auf. Er nahm ihre Hand und küßte sie.
„Herrlich war das zwanglose Umherstreifen liebe, teure Mama! Daß Du mir das ermöglicht hast, kann ich Dir nie genng danken. Da draußen habe ich erst gemerkt, wie kleinlich man wird im höfischen Treiben einer kleinen Residenz. Und ich hatte mir doch immer eingebildet, daß ich ganz ftei bin von Engherzigkeit und Kleinlichkeit. Es ist wundervoll für einen Mann, liebste Mama, wenn er sich einmal den Wind so recht kräftig um die Nase wehen lassen kann. Und ich habe in den zwei Jahren mehr gelernt und gesehen, als in meinem ganzen übrigen Leben. Und nun ich das erlebt ^.be, erleben durfte, nun will ich mich bescheiden, will in Ruhe und Frieden meinen Kohl bauen und die großen Ei nd rucke in mir ausklingen lassen, unvergängliche Schätze m mir aufspeichern. Eine große Aufgabe teilt mir ja das Leben nicht zu aus meiner friedlichen Scholle, aber man »nutz sich begnügen."
Ernst sah ihn seine Mutter an.
„Mache es Dir zu einer großen Aufgabe, mein Sohn. Auch in der Stille kannst Du Großes schaffen und viel Gutes tun."
Er nickte
„Fu, Mama — Du hast schon recht. Und wo ich stehe, will ich fest und sicher stehen und nach Kräften schaffen und wirren. Ich hoffe mich bald einzuleben und zurechtzufinden."
„Das hoffe ich auch. Und ich hoffe auch, daß Du Dir bald eme liebe, vernünftige Frau an die Seite stellen wirst, die teilnehmen wird an Deinem Schaffen."
Er sah sie ein wenig unbehaglich an.
„Muß dies Thema gleich erörtert werden, Mama?"
„Ja, Hans Ullrich, je eher, je besser. Sieh mein Sohn, Du bist 35 Jahre alt, ich meine, da ist eS hohe Zeit
Einen großen Erfolg scheint dieser Aufruf zunächst nicht gehabt zu haben, denn nach den neuesten Veröffentlichungen der englischen Admiralität, die durch Router verbreitet sind, ist die Schifssbauleistung von 192 000 Tonnen im März auf 111000 Tonnen im Aprtt zurückgegangen oder in Schiffe mngerecbnet von 32 auf 22.
Das bedeutet einen Rückgang von 80 000 Tonnen oder 10 Prozent.
Was Amerika baute, ist bis jetzt gering gewesen und hinter den Erwartungen weit zurückgeblieben. Wenn auch in Zukunft mit einer Steigerung zu rechnen ist. so wird dieser Zuwachs voll
für Dich, eine Wchl zu treffen. Und wie ich Dir schrieb, habe ich mich auck) schon umgesehen nach einer passenden Frau für Dich Eine große Auswahl bleibt Dir ja nicht."
„Da hast Du recht, Mama. Und Du schreibst mir, daß Du eme bestimmte jun^e Dame aus der Nachbarschaft ins Auge gefaßt hast. Willst Du mir sagen, welche junge Dame Du meinst?"
Das Thema lag ihr sehr am Herzen.
„^.ch will es Dir sagen. Meiner Ansicht nach würde Baroneß Haßbach in jeder Beziehung vorzüglich zur Herrin von Frankenau passen."
Hans Ullrich sah vor sich hin.
„Du meinst, ttebe Mama, daß die Verhältniffe am besten passen würden?"
„Gewiß auch die Verhältnisse, das brauche ich nicht erst zu erläutern. Aber auch die Persönlichkeit der jizngen Dame ist in jeder Beziehung als zu der Deinen passend zu betrachten. Sie ist ein schr sanfter, ansck' ' .'gender Charakter und wird sich gern meinem etwa: ungestümen und herrischen-Sohn fügen."
„Ist das so sicher, Mama?"
Frau von Frankenau nickte energisch
„Ganz sicher. Ich kenne sie und kenne Dich Jtzy ergänzt einander ganz vorzüglich"
„Aber zuweilen wissen die Mütter bei aller Liebe doch nicht, was für Freien für ihre Söhne passen."
„Ich glaube doch, daß ich gut gewählt habe, mein Sohn. Baroneß Karla ist eine reizende, gesunde und ttebens- würdige junge Dame."
„Das mag alles sein, Mama. Aber damit ist noch nicht gesagt, daß wir mit einander synipathisieren. Und Du wirst doch nicht wollen, daß ich mich mit einer Frau verheirate, die mir unsympachisch ist."
Die alte Dame schüttelte den Kopf. \
Fortsetzung toXol


