Umnmer 108
Freilag, den 10. Mai 1018
11. Jahrgang
Ueue
eitrrrrg
Die .Urne Ta^-s?eitung" erscheint ■etc” Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Sauer ans Hessen". „Die Spinnssube". Serrrgspreis: Bei den Postanstalten vierteljährlich Mk. 2.40 hinzu'tritt noch das Bestellgeld: bei den - nten monatlich 85 Psg. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Grundzeile 25 Pfg„ lokale 20 Pfg^ Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahmck
erhoben. Erfüllungsort Frtedderg. Schriftlritmrg nnd Verlag Friedberg (Heffen), yanaueritraße 12. Fernsprecher 48. Posticheck-Conto Nr. 4859. Amt Frankfurt a. M.
krtchnichn Aagriff am Aittkdaschn Srr.
720 Gefangene. — Rostom am Don besetzt. — 48247 Tonnen von einem D-Kreiyer versenkt, außerdem 16 000 Tonnen. — Die Bedingungen des Friedens mit Rumänien.
Der deutsche Generalstak r .. meldet: ==£=======»
W. T. S. Großes Kauptqnartier, den 8. Mai. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Südlich vom Nieuweport-Kanal nahmen wir bei erfolgreicher Erkundung Belgier gefangen.
Auf dem Schlachtfeld in Flandern und an der Lys lebte der Artilleriekampf am Kemmel, bei und westlich von Vailleu! auf.
In Vorfeldkämpfen aus dem Schlachtfelde an der Somme wurden Engländer und Franzosen gefangen. Beiderseits der Straße Corbie—Vraye griff der Feind nach starker Minenvorbereitung erfolglos an. Bereitstellungen wurden durch unser Feuer wirkungsvoll gefaßt. Bei einem in der Nacht südlich von der Straße wiederholten Angriff warfen wir den Feind im Gegenstoß zurück. Starke Jeuertätigkeit hielt am Lysbach und auf dem Westufer der Avre an.
An der übrigen Front nichts von Bedeutung.
m
Don den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Seneralquartiermeister: Ludendorfs.
Abendbericht.
Berlin, 9. Mai, abends. (WTB. Amtlich.) Oertliche Kämpfe südlich vom Dikkebufcher See.
M. T. K. Großes Hauptquartier, deu s. Mai. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Zwischen Ppern und Bailleul hielt tagsüber lebhafte Artillerietätigkeit an. Oertliche eigene Angriffe südlich vom Dikte- buscher See hatten vollen Erfolg. Rheinische und badische Truppen erstürmten in zwei Kilometer Breite stark ausgebaute feindliche Linien auf dem Ostufer des Byverbaches. Sie stießen hier anscheinend in einen französisch-englischen Angriff hinein und zersplitterten seine Kraft. Nur zu beiden Seiten der Straße Reninghclst-Kemmel kam der feindliche Angriff zur vollen Ent- Wicklung. Er wurde ebenso zurückgeschlagen wie Gegenangriffe gegen unsere neugewonnene Stellung. Wir machten 675 Gefangene von sechs französischen und zwei englischen Divisionen, die schwere blutige Verluste erlitten. Bei Abwehr englischer Vorstöße am Südufer der Lys bei Bucquoi und südlich von Al. bert machten wir Gefangene. Bei dem gestrigen erfolglosen nächtlichen Angriff australischer Truppen an der Straße von Corbie-Braye blieben 45 Gefangene, darunter vier Offiziere, in unserer Hand. Nördlich vom Luceach und auf dem Ostufer der Avre blieb der Feuerkampf gesteigert.
Erfolgreiche Erkundungsvorstöße an mehreren Stellen der übrigen Front.
«
In den drei letzten Tagen verlor der Gegner im Luftkampf und durch Abschuß von der Erde aus 37 Flugzeuge. Oberleutnant Schleich schoß gestern drei feindliche Flugzeuge ab und errang damit seinen 26., 27. und 28. Luftsieg.
Osten.
Ukraine.
An der Nordküste des Asowfchen Meeres stießen wir bis zur Donmündung vor und haben Rostow besetzt. Die Verhandlungen über die Festsetzung einer Demarkationslinie werden demnächst beginnen.
Der Erste Generalquartiermeifter: Ludendorff.
Abeudbericht.
Berlin, 9. Mai, ab-nds. (WTB. Amtlich.) Von den Kriegs- lchauplätzen nichts Neues.
Wien, 8. Mai. (WTB.) Amtlich wird verlautbart:
Südwestlicher Kriegsschauplatz.
Das Artilleriefeuer wurde nur stellenweise lebhafter. Oeft- ßich vom Campo Srtr, im Laghi-Becken. am Monte Portion und
am Südabhang des Monte Alesi wurden feindliche Erkundungsunternehmungen abgewiefen.
Der Chef des Cenrralstabes.
'»
Wien, 9. Mai. (WTB.) Amtlich wird verlautbart:
An der Piavefront war das Eefchützfeuer auch gestern beiderseits lebhaft. An der Cebirgsfront wurden an mehreren Stellen italienische Erkundungen vereitelt.
Der Chef des Eeneralftabes.
Der bulgarische Gencralstab jj »====s==== meldet: ====•
Sofia, 6. Mai. (WTB.) Generalstabsbericht.
Mazedonische Front: Auf dem Ostufer des Prefpa.Sees und im Cerna-Bogen vertrieben unsere vorgeschobenen Einheiten durch ihr Feuer französische und italienische Erkundungstruppeil und fügten ihnen empfindliche Verluste zu. Bei dem Dorfe Etravina östlich der Cerna, auf dem Dobropolje und südlich vom Doiransee nahm der beiderseitige Feu-erkampf an Stärke zu. Auf dem Dorgelände an der unteren Struma wurden mehrere feindliche Inftnterie- und Kavallerieabteilungen durch unser Feuer vertrieben. An der gesamten Front Fliegertätigkeit. In der Moglenagegcnd westlich vom Wardar wurden zwei feindliche Flugzeuge abgeschoffen.
Dobrudschafrvnt: Waffenstillstand.
Sofia, 9 . Mai. (WTB.) Generalstabsbericht vom 7. Mai.
Mazedonische Front: Zn der Umgebung von Dobropolje war die beiderseitige Artillerietätigkeit heftig. In der Moglenagegend nördlich des Ortes Bohowo wurden zwei starke serbische Patrouillen vertrieben. Nach zweitägiger Artillerievorbereitung griffen englische Kompagnien unsere Stellungen südlich Doiran an,'wurden jedoch durch Feuer und teilweise im Handgemenge abgewiefen, wobei sie große Verluste erlitten und mehrere Gefangene in unserer Hand ließen. Auf der gesamten Front leb. hafte beiderseitige Fliegertätigkeit. Oestlich Tscherna schoß ein deutscher Flieger ein feindliches Flugzeug ab, das brennend hinter unseren Stellungen abstürzte.
Dobrudfchafront: Heute wurde der Frledensvertrag mit R u ä m i e n im Schlosse von Cotroceni bei Bukarest unterzeichnet.
Das türkische Hauptquartier
meldet:
Konstantinopel, 6. Mai. (WTB.) Heeresbericht.
Palästinafront: Der Feind ist auf das westliche Zordanufer zurückgeworfen worden. Schwache Teile halten sich noch im Brückenkopf beiderseits der Straße Jericho—Tell Nimrin. Nach den Aussagen von Gefangenen betrugen die feindlichen Verluste bis 50 Prozent, bei der Artillerie stigar bis 80 Prozent. Unsere Patrouillen drangen bis an den Jordan vor. Südlich der genannten Straße stieß eines unserer Kavallerieregimenter in unaufhaltsamer Verfolgung über den Jordan hinweg bis in die Gegend von Nebi Musc nach. Der Feind verlor viel Infanterie- und Artilleriemunition, Pferde, Ausrüstung und anderes Kriegsmaterial. Auf dem westlichen Jordan-Ufer lebhafte Artillerietätigkeit.
Fliegerangriff auf Zeebrügge.
Berlin, 9. Mai. (WTB. Amtlich.) Am 8. Mai mittagtz und abends griffen stärkere feindliche Fliegergeschwader dis Mole und das Dorf Zeebrügge mit Bomben an. ohne militärischen Schaden anzurichten. Durch die Fliegerbomben auf dir Kirche von Zeebrügge wurden drei Belgier und zwei Kinder getötet, zwei schwer und mehrere leicht verletzt. An der Land- sront des Marinekorps wurden von unseren Jagdfliegern zweE feiildliche Flugzeuge, über See ein drittes abgeschoffen.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
64247 Tonnen versenkt.
Berlin, 7. Mai. (WTB. Amtlich.) Eines unserer Unter-» sceboote unter der bewährten Führung des Kapitänleutnants V i e b e g hat im Aermelkanal fünf bewaffnete tief geladen« Dampfer mit zusammen 16 000 Bruttoregistertonnen versenkt.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
*
Berlin, 8. Mai. (WTB. Amtlich.) Ein aus dem Sperr- gebiet um die Azoren zurückgekehrter U-Kreuzer, Kommandant Korvettenkapitän Eckelmann, versenkte 9 wertvolle Dampfer und sieben Segler von 36 747 Bruttoregistertonnen, sowie das italienische Hilfskriezsschisf „Cterope" von 9500 Bruttoregistertonnen, insgesamt einen Frachtraum von 48 247 Bruttoregister- tonnen. Unter den Schissen befanden sich außer dem genannten Hilfskriegsschiff der bewaffnete italienische Dampfer „Tea" (5399 Bct.), „Antioso Acocno" (449 Brt.), „Promoleo" (4455 Brt.), der bewaffnete englische Dampfer „Harewood" (4150 Brt.), die englischen Segler „Cecil", „Shave", „Iorgina", „Wa- langa" und „Frances", die portugiesische Dark „Lusitania" (523 Brt.). Zwei 7.5 Zentimeter-Geschütze wurden erbeutet. Die versenkten Ladungen bestanden, soweit sestgestellt werden konnte, aus 9700 Tormen Getreide, 7500 Tonnen Mehl, 5000 Tonnen Reis, 6000 Tonnen Messing und Draht, 11 000 Tonnen Naphta, 700 Tonnen Baumwolle, 450 Tonnen Salz, 300 Tonnen gesalzenen Häuten und 450 Tonnen Nutzhölzern. 45 Tonnen Messina wurden für die heimische Kriegswirtschaft mitgebracht.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
*
Berlin, 8. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Befrachtet« Kriegsschiffe könnte man die mit erbeuteter Ladung heimkehrenden U-Boote nennen, als Gegenstück zu den unter Englands Führung völkerrechtswidrig bewaffneten Handelsschiffen. Mit den versenkten 11 000 Tonnen Naphta wurden gleichzeitig ein oder gar mehrere Oelschiffe in die Tiefe geriffen, woran England nach Geddes eigenen Worten so außergewöhnlich großen Mangel leidet, so daß die bereits fast fertig gestellten Einheils, frachtdampfer im letzten Augenblick als Oelschiffe umgebaut werden mußten. Die versenkten 9700 Tonnen Getreide könnten eine Stadt wie Berlin drei Wochen mit Brot versorgen. Bet derartigen Verlusten nimmt eine andere Hiobspost über den Vrotmangel in England nicht Wunder. Sir Charles Bathurst sagte kürzlich in einer Versammlung der „nationalen land and. Home ligas": Angesichts der mir vorliegenden Nachrichten über die gegenwärtige und künftige Lage der Brotversorgung würde ich außerordentlich überrascht sein, wenn wir nicht erleben werden, daß im Laufe der nächsten S oder 4L Monate unser Brot zum sehr großen Teile aus Kartoffeln bestehen werde, oder gar, daß wir unser Kornbrot ganz aufgeben und durch Kartoffeln ersetzen muffen. Auf alle Fälle brauchen wir jede Kartoffel, die wir dieses Jahr pflanzen können.
*
Auf den übrigen Kriegsschauplätzen nichts von Bedeutung.
»
Konstantinopel, 9. Mai. (WTB.) Tagesbericht.
Palästinafront: Unsere Trupepn nahmen in schneidigem Zufassen stark verdrahtete feindliche Stellungen südwestlich Um- mes Schert (Wadi Abiadmündung) und erbeuteten viel Mu- nition und Verpflegungsmaterial. Oestlich des Jordans wiesen wir feindliche Patrouillen ab. Große Lager um Jericho wurden am frühen Dtorgen erfolgreich von unseren Fliegern angegriffen.
Mesopotamien: In der Gegend von Herkul fühlt der Feind gegen unsere Ostgruppe weiter vor. Wir versammeln unsere Kräfte in der Hauptstellung unter der Zurücknahme schwacher vorgeschobener Abteilungen. An den übrigen Fronten war die Lage unverändert.
Sieben englische U-Boote.
Berlin, 8. Mai. (WTB.) Die endgültige Feststellung der seekriegerischen Erfolge der deutschen Finnland-Unternehmungen ergab, daß insgesamt sieben englische Unterseeboote infolge des Eingreifens der deutschen Seestreitkräfte vernichtet wurden.
Die Schlacht im Westen.
Berlin. 8. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) In Flandern häli der lebhafte Artilleriekampf nach wie vor an. Obwohl dich Schlacht dort noch in vollein Gange ist, ist die Hoffnung der Gn^ tente, an dieser Stelle einen entscheidenden Waffenfieg durch den Einsatz der Fochschen Reserven zu erzwingen, bisher nicht
i erfilllt. Die Niederlagen der Engländer und Franzosen haben die Manövrierarmee Fochs zu iinnrer größerer Verausgabung ^Hrer sorgsam zurückgestellten Bestände gezwungen und sie der'


