Ausgabe 
7.5.1918
 
Einzelbild herunterladen

Mm itif iuirdi Jirtf friii Mch.

Roman von Courths-Mahler.

Nachdruck verboten.

Ich bin doch kein Kind mehr, und schließlich geht es mich doch auch an, wenn mein einziger Bruder heiraten soll. Und ich weiß, daß Dich Mamuschka verheiraten möchte. Es muß ja auch wohl sein, wegen des Majorats. Aber muß es denn ausgerech­net die Baroneffe Karla Haßbach sein?"

Das kam sehr heftig über Ursulas Lippen.

Hans Ullrich wandte ihr langsam sein Gesicht zu. Er war plötzlich sehr ernst.

Wer sagt Dir denn, daß es sein muß?"

Ursula seufzte tief auf.

Eigentlich niemand. Hans Ullrich, aber es liegt so in der Luft. Mamuschka hat sich so sehr mit Karla. Tu nur nicht, als wüßtest Du nichts davon."

Er sah sehr nachdenklich aus.

Ich tue ganz bestimmt nicht nur so, Urkula. Mama hat mir wohl geschrieben, sie wünscht, daß ich m-ich nun verheirate, und sie habe auch bereits eine passende Frau für mich ins Auge ge­faßt. Aber daß sie damit Baroneß Karla meint, habe ich nicht gewußt. Bist Du denn überzeugt, daß Mama die Baroneffe meint?" "

Urfula nickte und seufzte tief auf.

Eanz fest überzeugt, Hms Ullrich. Weißt Du, Karla wird doch voraussichtlich die Erbin von Birkenheim, wenn ihr Oheim einmal stirbt. Und Mamuschka sieht nun im Geiste schon Fran. kenau und Birkenheim zu einem großen Besitz vereinigt unter Deiner Herrschaft. Du weißt ja, Mamuschka hat nur ein gro- ßes Streben alles Gute möglichst für ihre Kinder zu erreichen Und schön wäre es natürlich, wenn Birkenheim mit Frankenau vereinigt würden, so vernünftig bin ich schon, das einzusehen. Aber Karla als Deine Frau? Nein das ist kein erfreu­licher Gedanke für mich."

».Ist Dir Baroneß Karla so unsympathisch?"

Ursula nickte energisch.

"3ch kann sie nicht ausstehen," sagte sie ehrlich.

»Warum nicht?"

Weil sie falsch und heuchlerisch ist, Hans Allrich. Glaube nur ja nicht ihrer Sanftmut und ihrem Madonnenlächeln. Glaube auch nicht, wenn Dir Mamuschka von Karlas Vortreff- lrchkeit erzählt. Karla T'-ieXt Komödie und streut Mamuschka Sand in die Augen. Sie ist ein unwahres, verlogenes Geschöpf."

Das stieß Ursula erregt hervor.

Aber Urselchen, Du bist ja so zornig."

Sie riß an den Zügeln, daß die Jucker wild ausschlugen.

Ja, das bin ich auch!" rief sie.

Er lächelte.

! «« ,5ßir * Uns i>esr)ftI6 nicht in den Straßengraben," sagte Hans Ullrich.

Sie sah ihn mit funkelnden Augen an.

Ach Hans Ullrich, mir ist dabei schrecklich ernsthaft zumute. Mamu,chka stellt mir Karla immer * kurendes Vorbild hin aber ehe ich so ein falsches, heuchi ttsches Geschöpf werde, bleibe lch l leb er bis ans Ende meiner Ta. i der unartige Wildfang, der ich leider nun einmal bin. Aber ich bin es wenigstens ehrlich und mit Ueberzeugung. Karlas sanftes, liebenswürdiges We­sen ist aber nur Verstellung."

Weißt Du das so sicher?"

Aber, Hans Ullrich, traust Du mir zu, daß ich fo etwas von einem Menschen behaupte, wenn ich keine Be­weise dafür habe? Nein selbst meinem größten Feinde wurde rch Gerechtigkeit widerfahren lassen. Karla ist wirk- j L lt nb wahrhaftig ein falsches, herzloses Geschöpf. Glaube ! nicht, daß ich sie verlästern will, Hans Ullrich. Nur war° j E . Will ich Dich, damit Du nicht unglücklich wirst. Du l lassen" 0011 ir>mn M^onnenlächeln nicht einfangen

Hans Ullrich streichelte begütigend ihren Arm. J

Krkirnutmachiriig.

über den Bezug bestellter Nährmittel.

Bekanntmachung vom 24. April ds. Js. bei den Kleinhandelsgeschälten bestellten Mengen °

Kindergerstenmehl, Teigwaren, Erich, Graupen, v Sago und Suppen

können von den Bestellern vom 10 . d-. Mts. ab bezogen werden.

Mmn 'üri " UI 6e J dem Geschäft -rsolgen, bei dem die Be- k°llun aufgegeben wurde. Dabei ist di- Nährmittelkarte mit vor-

n?cko,nm b,e betreffenden Marken berechtigen find w-ttta^ jeI " b 8 ettenn,e Quittung-- und B-zugsmark-n

Es entfallen auf:

Nährmittelkarle B (rot) Marke 40,

Nährmitte,karte B st«) '« "

Nährmittelkarte A (gelb) Marke 11

Näh-mi.!el,aN.^st?anfÄar7e"^^'''^'°"'^ 3 °

Nähtmi.t-Ikark- C (blau) Wart ® ti f ' 16 *»*

Nckh-mitteikarte C (blau) Motte 4 ®"""" ®'^- 18 Pfg.

Nährmittelkatte C (blau) Matte 49 ® tamm S 3 ° 12

Gramm Suppen zu S Pfg. u. 1 Suppenwürfel zu 10 Pfg.

Mit dem 14. Mai verlieren die Marken ihre Gültiakeit. Mer h°t 7 vett!L de^Lr^ch darauf ** WC,em ^^punkt nicht bezogen

8 S.,,T'?->.»», *S*

hon ^vorstehenden Zeitpunkt, also dem 14. Mai von

ds'°^enommene Warenmengen sind uns bis zum «' r?', T* 5, 0 l l? U3e 2> en Nichtbeachtung dieser Vorschrift hat den Ausschluß von dem Vettrieb der Nährmittel zur Folge *

Rege Dich dock) nicht unnötig auf, Ursula. Fürk Madonnenlächeln habe ich nie geschwärmt. Aber welche Be­weise hast Du denn, daß sie falsch und hci-zlos ist?" '

Da könnte ich Dir hundert aufzählen. Ich habe Karla namlrch stridlert und beobachtet, weil sie mir von Mamuschka rmmer zum Vorbild hingestellt wurde. Sie lügt wie ge­druckt, ich habe sie schon verschiedenemale dabei ertappt. Und wenn sie sich unbeobachtet glaubt, kann sie wie eine Furie aussehen. Ich bin selbst dazu gekommen, wie sie ihrer Zofe eine Vase an den Kopf geworfen hat und ihr die haß- Uchsten Schimpfreden gab, bloß weil diese sie nicht vorteil­haft frisiert hatte. Als sie merkte, daß ich ins Zimmer ge- treten war und die Szene beobachtet harte, lachte sie liebens­würdig schelmisch und gab sich den Anschein, als habe sie ! gescherzt. Dabei lies die Zofe weinend davon und hatte eine blutige Schramme an der Stirn. Ein andermal sah lch. als ich ourcy oen Brrkenyermer Wald r,u. um bot. guten zu lagen, daß Karla das niedlicke Baby des Gärtners mit dem -Fuße anstteß, weil es ihm im Wege war. Das K eine fiel um und weinte jämmerlich. Ich sprang vom Pferde, hob es ans und beruhigte es. Da erblickte mich Karla und sagte ganz harmlos:Ach, die Kleine ist wohl

gefallen?" . Ich antwortete ihr:Schäme Dich, Karla, Tu hast das Kind selbst zu Boden geworfen, hast es fortgestoßen wie ein giftiges Reptil, ich habe es gesehen." Sie zuckte die Allein.Möglich, daß ich das Kind nmgestoßen habe, was bat es auch hier zu spielen? Wie Du den Schmutzfinken auf den Arm nehmen kannst, verstehe ich nicht." Glaube mir, Hans Ullrich, die Kleine ist immer sehr sauber und ein reizendes Kindchen. Sie batte sich natürlich beim Fallen die Hände schmutzig gemacht. Und so könnte ich Dir hundert Falle erzählen. Kurz und gut Hans Ullrich das isj keine Frau für Dich. Mamuschla ist mit Blindheit ge­schlagen m Bezug auf Karla.

Fortsetzung folat.

Holzver^teigerung. !JK failfe M-isst,

3 Eiche-Stämme I. Kl. --- 4.95 km Inhalt .. 11 - «l. = 11 ., .

21 .. III. Kl. -- 2.i,67 '

*1 » . IV. 81. = 42,82

.. 2 » .. V. Kl. -- 13,69 '

VI. Kl. = 32,39 "

, 0 ® Buche-Stamme = V« fm Inhalt 183 Flchle-siamme = 66,62 fm Inhalt 40 Kchle-Derbstangen = 4,58 im Inhalt 5 Larchc-^tamme = 1,36 fm Inhalt

* ft m em9an3 063 Sffiali,ts an Straße

Erotzh. Bürgermeisterei Wohnbach.

Kratz.

-- -- _

Holzoersteigerungl

hin IQ (IDaX v ry - .

Friedberg, den L Mat 1918.

De» stellvertretende Bürgermeister

(Slädt. Lebensmittel-Ausschuß) 2. A.: Langsdorf.

Keüannlmachnng.

_.. Butter Verteilung.

«nstan Frcttag, verteilen wir nächsten Mittwoch, den 9 d Mts

5° Gramm

Die Abgabe, findet in nachfolgender Reihenfolge statt:

Bezirk I

*T 201400 C0 " 9 9 » 3imm " ^ l 401 dufm.: 101^12 72 :

Bezirk III

oon 10V 212 Uhr Zimmer Nr. 8

^ Bezirk II

Nummer ^1-2» *on 2-3 Uhr nachmittags Zimmer Nr. 7

I 501-750 ,1 S_4 " " 7

751-1000 34 " " " " l

1001-1250 . 45 " " " » °

^ 1251 aufwärts 4-6 " " " «

^ußer der Reihenfolge wird nichts verabfolgt.

Abwicklung des Verkehrs wird ausdrücklich hierauf ritten ^ ^ ""send ersucht, das Geld abgezählt ierett zu

Friedberg, den 6 . Mai 1918.

Der stellvertr. Bürgermeister (städt. Lebensmittel-Ausschuß)

2. A. : Langsdorf.

hon!« n £ 09 '^ en 13 -* von 10 Uhr vormittags ab. wer-

t ? V U 5 r^o n ^? n J? n l a Rotbeberg 1 u. 4, Tiefstruth 1 ,

versteigert ^ ^rrhausköpfe 2 u. 3 der Forstwartei E i ch e l s d o r f

a) Nutzholz. Derbstangen: Lärche 8 St. -- 0.62 fm

Fichte 1 ! St. (>,75 fm. Nutzknüp- , pel rm: 10 Fichte (3 m lang).

b) Brennholz. Scheiter rm: 700 Buche l Kl. 131

Buche II. Kl.. 2 Eiche I«. Kl. Knüppel rm: 14 Buche I. Kl.. 5 Buche II. Kl.. 132 Eiche. 3 Kiefer. 2 Lärche. 41 Fichte. Knüppelreisig rm: 7 Fichte. Rei ig rm : 19? Buche, 43 1 Eiche. 6 Lärche. Stocke rm: 26 Buche I Kl.. 14 Buche fl- Kl.. 65 Eiche, 6 Lärche, 06 Fichte, findet im Saale des Gastwirts Lehr zu Vettaw unter,tnchene Nummern kommen nicht zum

Berkaus. Kaufliebhaber werden ersucht, das Holz vor der Verstei­gerung anzusehen, d'tahere Auskunit erleilt der Holzsetzer Wilhelm Blum zu E,chelsdorr, der aus Verlangen auch da- Solz vor-eig7 Eichelsdorf. 3. Mai 1918. ^

(5r. Oberförsterei EichelsÄorf.

Waller, '

uu.« »im»

(dicksten Stellen) nicht stärker

Ml dpahlle Jirrlrflrr MM.

|en abnehmen, für t ie Beförderung zur Bahn besorgt

(fclrc Winter ällnng) vo,i Buchen, Eichen, Erlen, Ulmen. Weiden, ^-.t-sche". Birken. Pappet«.

in tlcineu bis größten Mengen

Preis pro Zentner Mk. 1.80 ft°i Waggon der " sv n TT"! 1 ' Verladestauon

Das Reisig muß gebündelt geliefert werden in natürlicher

Nei'ili « ^ 6 ). das Bündeln mutz unter Verwendung von

Reisig-Enden oder Slroh erfolgen. Draht darf hierzu n.cht be- nutz! werden und ichttetzt die Abnahme aus. Das Neifla-Holz darf an den ^chnitistächei v *

als 1 Zentimeter fein.

Es werden an allen Orlen ^

Es ist dringend- vaterländische Pflicht, datz alles Reisig geliefert wird.

Moui'iicf, Hungen fOberh.)

Bestell ter Aufkäufer für Oberheffen und angren zende Gebiete.

Einladung^

zu der F-reitag. den 10 . Ma», c bcnds »V 2 Uhr in derNeichs- kröne" stattfindenden Haupiver- sammlung der Turngemeindp Friedberg.

Tagesordnung r

1 . Rechenschaftsberichte.

2 . Berichterstattung über den Gauturntag.

3. Die Denkschrift der Deut» schen Turnerschaft.

4. Turnratswahl.

5. Verschiedenes.

Der Vorsitzende:

_ Reallehrer Kl ö s.

Oedtenbörffea

Weißpinsel, Schablonen, Kreide- Mackern» Gips, Kalkfarben

Trogeiie Ailols 6d)tniM

Friedberg i. H.

Schmiede

auch jüngere, werden noch ein­gestellt.

A. I. Tröster, Butzbach, Fabrik landwirtsch. Maschinen u. Eisengirtzerei.

Kekanntmachung.

W 0 ä)' > a!> bem ® e ^ aft son 3- * Windeckei bringen wir von Mitt­

inländisches Puddingpulver lOetkers)

sum Verkauf. Für jede Familie kann vorläufig wegen der oerinaen Sm-ttung nur 1 Päckchen ,um Preise von 8 Ps^ig"Lg?ben

Sr'iedb«g. den 6. Mai 1018.

Der stellv. Bürgermeister

(städt. Lebensmittel-Ausschutz.

2. A.: L a n g s d o r f.

kaufen Sie

Wk&s&r Itgtln, ftrinfit, Lkißk«, Jnrtifn, Ficke, jli»jel,

nirgends besser, nirgends billiger wie bei

ld#ll Bccbstcin,

Am »U Wam«. Friedberg i. H. Scknlstr 15

Telefon IV r. ISO.

Suche tut L Juni oder früher tüchiiges

Frau Adolf Schmidt,

Friedberg i. H., Kaiserstratze 7.

Tapeten- und Linoleumhaus

«fean Köhler,

Friedberg,

Kaiserstr. 27.

Hähe des Rathauses.

Gut erhaltenes

Urano

von solider Konstruktion gegen Kasse zu kaufen gejucht.

Off. unter T. 8 . 5«» an Rudolf Masse, Frankfurt a. M.

Ein zweitüriger

Eisschrank

zu verkaufen.

Zu erfragen in der Geschäfts- stelle derNeuen Tageszeitung".

1 Zughund

hat zu verkaufen

Jakob Türk, Gettenau.

Ein zu gfestes

Pferd

zu verkaufen.

Gärtner Henze,

Friedberg.

ZMMlijhkn

empfehle:

Seisenvulver, K-A.-Seife, Schmierwaschmittel, Waschpulver, Bleichsoda - Bleichwasser, Salmiakgeist, Kugelblau usw.

Drogerie

AdolfSchmidt

Friedberg i. K., Kaiserstratze 7.

ieder darf radlahren

mit meinem erlaubnisfreien Ori­ginal -Spiralfeder- reifen?,75,Holzrei- fen6,25. Ia Hans- Taureifen 14,75, Elfenring 11,, elastischer Feder- Holzreifen 13 Mk., alle per Sick. Kann jeder aus jede Fel­ge auflegen. Um­tausch gestattet, al- o kein Risiko. Tausende geliesett. Wiederverkäufer Rabatt.

djltUöC^ We^nmeisterstratze 4,

»SKnliit« »ssr°

JlfBi ^ fljrejfihaa Stndtrrri ,.»t»LL.-G.