Ausgabe 
6.5.1918
 
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Mchrheit hoch ein Krieg nicht tu® Mseugrub«^ Mohte-MSer und Daumwollplantagen ist, sonder» Lei dem « fich um dtß Höchsten Kulturgüter und um den Sieg derjenigen Raffe hanbett, Welche die edelsten Menschheitsideale verficht, vielleicht bedeutet er den Anfang der großen Blut- und Ejsenkur, die uns von der Krankheit materialistischen Denkens befreien und zu guter deut­scher Art zurückführen soll!

Schon erwähnten wir den Klaffenkampf, und mit der haß. erfüllten Propaganda, die Marx für di^se Wahnidee eingeleitet hat, ist sein Schuldkonto vielleicht am schwersten belastet. Reden wir nur von Dingen in unserm Hmrse: den Deutschen Uneinig­keit und Zwietracht zu predigen, das war wahrlich leichte Arbeit, und es ist kein Wunder, daß der Klaffenkampfgedanke gerade bei uns so üppig ins Kraut gefchoffen ist. Darum aber muffen wir natürlich in dieser Hinsicht den Antimarxismus mit äußerster Energie betreiben und jede Regung pflegen, die der natürlichen Solidarität, dem wirtschaftlichen mrd dem aügeurein-sozialen Frieden dienen kann.

Hunderte von Büchern sind über den Marxismus geschrie­ben, mit schlagenden Griillden fiird die einzelnen Sätze dieser fein ausgetüftelten und fanatisch verbreiteten Dogmatik ad ab­surdum geführt worden. Was ist von der Akkumulation, der KonzentratüM, der Verelendung, der Zusammenbruchstheorie übrig geblieben, von den sonstigen kommunistisch-sozialistischen Hirngespinsten, von der Gleichheitslebre, vom Mehrwert und anderem Unfug ganz zu schweigen?! Unmöglich, sich heute, wo wir zudem wichtigeres zu tun haben, auf dieses Chaos wilder, leider nur allzu verführerischer Utopien olngulaffen. Rur dar­auf kam es an, in dem Nahmen, den der Platz einer Tages­zeitung ja nur gewähren kann, einen Streifblick auf die grund­legenden und schwerwiegendsten Jrrtümer der marxistischen Theorie zu werfen. Die Sozialdemokratie wird natürlich den GedächLnistag nicht vorüöergehen lassen, ohne ,^>ie unsterblichen Verdienste" ihres Meisters von neuem ins hellste Licht zu fetzen. Besinne dich, Deutschland, und wiffe, wo die Ursache so vieler Krankheiten steckt, unter denen du im politischen und sozialen Leben leidest! Ein Uebel erkennen ist halbe Heilung!

Für die neue Meltordnung".

Drei Individuen einigen sich über einen Einbruch in einem Zuwellerladen. Sie werden gefaßt und überwältigt. Vor dem Richter über ihre Absichten befragt, gibt ein jeder ein besonderes Ziel an: Der eine wolltt sich einer Uhr bemächtigen, die er als Schaffner unbedingt notig hat; der andere braucht als Glaser einen Diamanten und der Dritte muh seiner Geliebten unbe­dingt eine goldene Kette schenken, da sie ihn sonst verläßt. Aber es sind gewiegte Köpfe, diese drei Uebeltätcr und sie einigen sich auf eine Parole: Außerstande, sich diese drei Güter auf an­derem Wege zu verschaffen, tun sie es im Bewußtsein ihres An­rechts im Wege der Gewalt: dennWir kämpfen für nichts Ge­ringeres", erklärt John im Namen seiner Spießgesellen,als fiir eine neue Wellordnung."

Man muß es den Engländern laffen, sie sind geschickt in der Ausgabe von Parolen. Auch diese neue Parole mit der sie ihre rairbfuchtigen Sonderziele verdecken, wird vielen braven Leuten wieder Sand in die Augen streuen.Es ist kein Krieg zwischen Frankreich und Deutschland, zwischen England und Deutschland, zwischen Italien und Oesterreich", bemerkt dieWestminster Ga­zette".sondern ein Krieg zwischen den Alliierten und den Äit- telmächten, in dem kein Staat für sich selbst durch Sonderver­handlung mit dem Feinde Ehre und Sicherheit erlangen kann. Wir kämpfen um nichts Geringeres als für die neue Welt, ordnung."

Für dieseneue Weltordnung" wollte Frankreich die deut­schen Provinzen Elsaß und Lothringen noch einmal rauben, Ita­lien das Trentino und die Küstenstriche an der Adria, und Eng­land, der selbstloseste aller Weltverbefferer, sowohl von Aegyp- sn die Hand nicht mehr lassen, als auch Mesopotamien und Pa- äftina seinem Reiche neu angliedern; denn alle dreihaben diese Erwerbungen unbedingt nötig" Ein Zurückgebliebener im Be- .eiche des Rechtsgedanken ist. wer diese Ansprüche verkennt?

Werden sie durchdringen im Bewußtsein der übrigen Welt mit dieser Auffassung einer neuen Weltordnung?

Wir haben viel erlebt in diesem Kriege an Versagen des Rechtsbewußtseins und des schlichten Denkens, zumal bei denen, die sich vor dem Räuberkorffottium fürchteten. Aber mit der Furcht und damit der Ehrfurcht vor deren Logik geht es bergab. Unsere Heldensöhne im Feld und auf dem Waffe: tun dazu das Bests. Die verblaßte Phrase verliert ihre Zugkraft: die nüch­terne Einsicht kommt wieder zu ihrem Recht. Und etn solches Urteil nüchterner Einsicht scheint es uns zu fein, das die hol­ländische Presse im Zusammenhang mit dieser Eröffinmg mit den Worten gibt:Von nun an sei es noch viel klarer, daß der ganze Weltkrieg um Elsaß-Lothringen ausgesochten werde."

Denn Elsaß-Lothringen ist das Symbol für alle Raub- und Annexionsbestrebungen: und wenn (vom Mitläufer Italien gMiz zu schweigen) die Engländer sich nicht als stark genug er­weisen, den Franzosenverbündeten zu diesem Ziel ihrer Wünsche zu verhelfen, so schwindet für sie selbst auch die Hilfe, mit der sie ibre eigenen Eroberungen festhalten wollen, und John, der Einbrecher, fürchtet um seine goldene Kette, die ihn an Indien, seine Geliebte", bindet.

Rom Felde

der GH re.

Friedberg. Herr Oberstleutnant von Züloro hn Hiesigen Off'rziers-Gefangenen-Lager wurde zum Oberst be­fördert, ^

Ans der Heimat.

Friedberg, 5. Mai. In besonderer kirchlicher Feier wurde Heute das vom Verein hessischer evangelischer Geistlichen der hie­sigen Stadtkirche gestiftete Lutherfenster der Kirchengemeinde Aferfitfrt», Die Uebergabe erfolgte durch den Vorsitzende» des

ftSftenSe* äSnwft* ®e£''flb&Mof am

Darmstadt, taö eh« «--sprach«, Jfe Jt$ o«J Stap. O De» s de, H^r üe r b v ieh » und Kap. 8 Bors 11 des 1. Korirrcherbriefes «ch. txrute. Borausgegange» war die Festprttügt, gehalten von Herrn Pfarrer Ritter. Herr Pfarrer Kl eberger namens der evangelischen Gemeinde übernahm das Geschenk «it Wort« warmen Dankes gegenüber de» Stiftern und alle« denjenigen, die bei der Schaffung dieses edlen Schmuckes der Stadtkirche sich beteiligten. Auf den Zusammenhang der evangelischen Kir­chengemeinde der Stadt Friedberg mit dem Predigerseminar, von dessen Lehrkörper die erste Anregung für ein Lutherfenster ausgegangen sei, wies Herr Geheimer Kirchenrat D. Schoell hin. Reben dem Eemeindegefang waren Lieder des Kircheib gesangoereins eingeflochten. Das neue Kirchenfenster, Luther darstellend, wie er mtt Melanchthon und Bugenhage» die vor ihm aufgeschlagsne Bibel bespricht, ist tm edelsten Stil gehalten. Es stammt aus der Kunstanstalt des Herrn Prof. Linnemann in Frankfutt am Main.

BF. Schlechte Butter. Der Bürgermeister teilt uns mit: Unter der Butter, die der Lebensmittel-Ausschuß bei der letz* ten Verteilung verausgabte war ein Teil schlecht urtb zum frischen Genuß nicht zu gebrauchen. Der Lebensmittel- Ausschuß trägt an diesem unangenehmen Vorkommnis keine Schuld. Die Butter wurde durch die Landes-Mlch- und Fettstelle aus Württemberg zugewiesen und hat zweifellos, zudem bei dem wärmeren Wetter, durch den langen Trans­port gelitten. Es wird Vorsorge getroffen werden, um eine Wiederholung solcher Vorkommnisse möglichst zu ver­meiden. Voraussichtlich erfolgt in dieser Vorwoche eine Aus­gabe einwandfreier Ware.

Friedberg. Zufolge Anordnung der Reichskartoffelstelle muffen bei sämtlichen Kartoffel e r z e u g e r n die noch abliefe- rungspslichtigen Mengen Kartoffeln festgestellt werdem Die Nachprüfung soll unverzüglich beginnen und am 15. Mai d. I. ebgeschloffen sein. Die Rachprüfungskommiffion soll aus einem Sachverständigen, dem Bürgermeister oder einem anderen Be­auftragten der zu revidierenden Gemeinden und einem Gendar­men bestehen. Außerdem sollen Versorgungsberechtigte (Ver­braucher) zugezogen werden, welche berechttgt sind, an den Revi­sionen der Kommission teilzunehmen, und zwar in dem Umfange, wie es ihnen erwünscht erscheint. Zur Teilnahme als Versor­gungsberechtigte sind für den Kreis Friedberg die Herren Kreisstraßenmeister i. R. Z ö r b dahier und Kreispfandmeister i. R. Herget in Vilbel bestimmt worden. Jeder Gendar- meriebzirk bildet einen Nevisionsbezirk.

Kriegsbeschädigte und Kriegsteilnehmer. Auf daS heutige Inserat betreffs Zusammenkunft der Kriegsbe­schädigten und Kriegsteilnehmer wird besonders hinge- wiesen.

Belieferung von Schuhwaren. Man schreibt uns: Es Herr* scheu in Beröraucherkreisen bezögt. der Belieferung von Schuh, waren noch so viele Unklarheiten, daß eine Aufklärung der Käu­fer in deren eigenem Intereffe angebracht erscheint. Die Pro­duktton ist seil Jahresfrist bedeutend eingeschränkt. Schuh, waren mtt Ledersohlen werden nur noch in geringem Maße hergestellt. Den weitaus größten Teil des neu anfallenden Leders brauchen unsere Feldgrauen. Dazu kommt, daß wir ht Friedenszeiten Hunderte Millionen Häute aus dem Auslände bezogen Die jetzt in Wegfall kommen. Da heißt es nun, per­sönliche Wünsche dem Vaterlande opfern und sich auch dort mit Holzschuhen begnügen, wo man sich bisher noch iricht daran hatte gewöhnen können. Der Schuhhändler hat jetzt einen schweren Stand. Tagtäglich wird er bestürmt, Schuhe mtt Ledersohlen zu beschaffen. Nun sind aber die Zuteilungen in derartige» Sorten so gering, daß es ein Ding der Unmöglichkeit ist, auch nur in bescheidenem Maße solche» Wünschen nachzukommen. Es ist ihm ebenso unmöglich irgend einen Zeitpuntt zu nenne», wann diese oder jene Sorte Schuhe cintrifft; denn der Schuhhändler hat keinerlei Einfluß auf die behördlichen Zutei­lungen. Um den Holzschuhverkanf zu fördern, ist dieser Tage eine neue Verordnung erschienen, wonach Schuhe mit Holzsohlen wie auch Hausschuhe bezugsscheinftei sind. Schuhe mit Leder­st hl en werden fortan jedem Verbraucher nur ein Paar im Jahr zugebitttg), vorausgesetzt, daß der Anttagsteller nur ein Paar gebrauchsfähige Schuhe besitzt. Im anderen Falle ist zur Er­langung -es neuen Schuhbedarfsschsines die Abgabe von zwei Paar gebrauchsfähigen Lederschuhen erforderlich. Der neue Be­darfsschein hat 12 Monate Gültigkeit. Aus den neuen Bestim­mungen ist deutlich ersichtlich, daß die Belieferung von Leder- ! schuhen eine weitere Einschränkung erfahren hat. Dafür soll die Herstellung kräftigen Schuhwerks mit Holzsohlen für Ar­beiter und Landleute gefördett werden. Hoffentlich werden diese Sorten den Schuhhändlern aber auch in genügender Menge geliefert, denn hier täte schleunige Abhilfe dringend not. Die OrtsgruppeWetterau" des Zentvalverbandes Deutscher Schuh- wareichändler, der die meisten Geschäfte unserer Gegend ange- hören, hat sich dieserhalb mtt einem entsprechenden Gesuch an den Hauptverteilungsausschutz des Schuhhgudels, Berlin, ge­wandt. Hoffentlich mit Erfolg!

Landgräflrch Hessische cvnceff. Laudesbank. In der am 30. April 1918 stattgehabten Generalversammlung wurde ftir das Jahr 1917 (63. Geschäftsjahr des Jnstttutes) die Ausschüttung einer Dividende vo« 8% (gegen 7% im Vor­jahre) beschlossen. Die turnnsgemäß ausscheidenden Mt- glieder des Aufsichtsrates wurden wiedergewählt. Der Auffichtsrat der Barrk besteht aus den Herren: Baron

Louis von Steiger-Frankfurt a. M., Bankdirektor Eduard Oppenheim-Frankfurt a. M., Bankier Julius Wertheimber- Bad-Homburg und Bankdirektor H. Aschaffenburg-FranA- fnrt a. M. Der Geschäftsbericht der Gesellschaft konstatiert auch für das Geschäftsjahr 1917 ein Anhalten der außer- ordenllichen Geldflüssigleit. Die der Bank anverttauten fremden Gelder haben eine weitere Vermehrung von an­nähernd 4 Millionen Mark erfahren mrd Hie Höhe von rund Mark 12600000 erreicht. Dem stehen in Baar, Wechseln und Bankgrtthaben Mark 6 360 000, in Wertpapieren Mark 1786000 und an Debitoren Mark 6800 000 gegenüber

Letzterer Posten errthaü Mark 1900 000 kurzfrrstlge Dar­lehen an Gemeinden. Die Reserven der Bank werden rnit Mark 851616,81 aus gewiesen. Die Gesamtumsätze be­laufen sich auf 376 Mllionen Mark (gegenüber 299 Mllionen im Vorjahre). Bei vorsichtiger Bewertung der Aktiven beträgt der Gesamtüberschuß Mark 155 686,99 (gegen Mark 150 106,98 im Vorjahre). . Hiervon wurden de» Reserven Mark 20 581,94 und Mark 1000 der Talonfteuer- Reserve zugewiesen. Verttagsmäßige Tanttemen des Auf­fichtsrates und Vorstandes, sowie Grattfikattonen der Be­amten erfordern Mark 12 575,68. Die Aktionäre erhalten 8% Dividende = Mark 80 000. Die verbleibenden Mark 41 629,37 werden auf neue Rechnung vorgetragen. Die Filialen der Bank in Bad-Nauheim und Friedberg i. H- haben sich rm vergangenen Jahre zufriedenstellend Wetter entwickelt. Ferner erwähnt der Bericht noch, daß die der Bank zur Aufbewahrung und Verwaltung anverttauten Depots eine starke Vermehrung erfahren haben. Mt Be­friedigung wird endlich noch festgestellt, daß eine weitere Zunahme des bargeldlosen Zahlungsverkehrs auch im ab- gelaufenen Jahre stattgefunden hat, dessen Förderung von der Bank seit Jahren mit besonderem Eifer gepftegt wird.

sr. Hanau, 6. Mai. Mühlenbesther Amend in Rendel, bei dem der größte Teil des im Landkreise Hanau ge­schobenen Brotgetteides zuAuslandsmehl" vermahlen worden ist, wurde gegen Hinterlegung einer Kaution von 75000 Mark aus der Haft entlassen. Der Kreisbeamte Walther in Hanau, der Hauptbeteiligte an der Schieberei­affäre, hatte gleichfalls seine Haftentlassung beantragt und sich zur Stellung einer Kautton von 60 000 Mark erboten. Dieser Antrag ist sowohl vom Landgericht Hanau, als auch vom -Oberlandesgericht Kassel abgelehnt worden. Gleichfalls ist die beantragte Haftentlassung des Kaufmannes Karl Dannhof in Hersfeld gegen 20 000 Mark Kaution abgelehnt worden.

Aus Starkendurg.

Daemstadt. Auf dem Gefangenenlagerplatz Griesheim sind nunmehr auch eine Anzahl Amerikaner und Portugiesen einge- Iroffen. welche in gleicher Weise wie die Engländer ausgerüstet einen nicht gerade günstigen Eindruck machen.

FC. Groß-Gerau, 2. Mal. Die Eheftau Heinrich Klappich 5. in Klein-Gerau ^jatte z» der Milch entrahmte Ziegenmilch geschüttet und sie so in den Verkauf gebracht. Wegen Nahrungs­mittelfälschung erhielt sie vom hiesigen Schöffengericht eine Geld» sttafe von 150 Mark event. 30 Tage Gefängnis.

Lampertheim. Dieser Tage wurde wieder eine Geheim- schlachtung entdeckt. Als die Frau eines Landwirts die Ein. geweide an einen Wormser Metzger abliefern wollte, wurde st« von einem Gendarmen angehalten, der den Sachverhalt auf- klärte und fesrstellte. daß dar geschlachtete schwere Schwein a» verschiedene größere Gastwirtschaften in Worms geliefert wor­den war, wo man es auch noch beschlagnahmen konnte. Di« Wirte verlieren nun ihr Geld und haben voraussichtlich noch Sttafe zu zahlen, während der Geheimschlächler empfindlich ge­straft werden dürfte.

FC. Vorn Odenwald, 2. Mai. In einer Versammlung von Vertretern der obstbautteibenden Bewohner des Kreises Erbach in Michelstadt einigte man sich einstimmig dahin, eine Obftver- wertungs-Genoffenschaft mtt beschränkter Haftung für den Kreis Erbach zu gründen in Erkenntnis der sozialen Notwendigkeit, die Erträgnisse aus der Verwertung des Obstes durch die Glie­der der Genoffenschaft dem Kreise selbst auch restlos zu erhalten. Als Sitz der Genoffenschaft wurde Michelstadt in Vorschlag gebracht.

Aus Rheiuheffen.

FO. Mainz, 2. Mai. Einem hiesigen Weingroßhändler ver­suchten mehrere Gauner eine größere Menge Zucker, den er zur Herstellung von Schnaps von der Heeresverwaltung zur Ver­fügung erhalten, zu stibitze». Während der Weinhändler sich vor seinem Hause unterhielt, luden die Diebe auf der Rückseite des Hauses den Zucker auf einen Wagen. Ein vorübergehender Schutzmann schöpfte Verdacht und benachrichtigte den Weinhänd­ler. Die frechen Gauner, die-schon 30 Zentner Zucker ausgeladen hatten, wurden verhaftet.

Aus Hessen-Rassau.

FO. Aus dem Regierungsbezirk Wiesbaden, 2. Mai. D!e Entwickelungen der Kleinbahnen, an denen der diesseitige Ve- zirksverband finanziell mit 1214 000 Mark beteiligt ist, hat sich vom 1. April 1916 bis Anfang 1918 so gestaltet, daß die Nas- sauische Kleinbahn St. GoarshausenZollhaus und Nastätten VraubachOberlahnsiein wie auch bisher keine Dividende, di« Kleinbahn HöchstKönigstein, die vor dem Kttege schon Divi- denden vetteilen konnte, diese jedoch wegen des Rückganges de» Verkehrs in den ersten Kriegsjahren nicht zahlen konnte, vor­aussichtlich eine geringe Dividende, und die Kleinbahn Selters- Hachenburg infolge der durch den Krieg verunlaßten Steigerung des Quarzitverkehrs HerschbachSelters eine Dividende, bere» Höhe noch nicht feststehl, werden vetteilen können.

FO. Vom Westeewald, 2. Mai. Gräfin Karoline von Wal- derdorff, eine Schwester des Inhabers des Gräflichen Fideikom- miffes in Molsberg, ist in Bonn gestorben. Die Beisetzung er­folgte heute in der Familiengruft auf Schloß Molsberg.

FO. Vom Main. 2. Mai. Das in Lohr in der Gastwirt­schaftZur Traube" bedienstete Hausmädchen Hedwig Schäfer hat sich bei der Badeanstalt in den Main gestürzt und ist er. trunken

Aus Kurhesse«.

FO. Aus Niederheffeu, 2. Mai. Für die durch den Tod de« Abgeordmrttn von Pappenheim erforderliche Landtagswahl i» Wahlkreise Hofgeismar-Wolfhageu ist von der konservative» Pattet Herr von Stockhausen-Abgunst in Aussicht genomme* für den auch der Bund der Landwitte eintteten wird.

Verantwortlich ftir den politischen und lokalen Tett: O t tE Hirsche!, Friedberg: für den Anzeigenteil: R. Heyner« Friedberg. Druck und Verlag der »Neue« Lageszettung^ A- G., Friedberg i &