Ausgabe 
4.5.1918
 
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Dummer 104

Samstag, den 4. Mai 1018

11. Jahrgang.

v,o Tanesteiivns" -rlchemt jeden Werüaz. Negelmätzige Beilagen ..Der Sauer aus Dessen". ..Dir Kpiuussul,«". Ke.ugsprei«: Bei den Poltanstalten vieneljährlich S3£t 2.40

ftimu tritt noch das Bestellgeld; hei den Anenten monatlich 8S Pig. einichlietzlich Trägerlostn. Ant-igen- SillNd-.eile 2st Pfg.. lokale 20 l-stg. steigen von auswärts werden durch Postnachnahme d *hoben. Enullungsort Friedberg. Kchrittleitung und Derlag .lsttiedbrrg (£>eilen), dänauerstiaste 12. ^erniprecher «S, Basti Heck-Lonto stlr. 48;». in! ^rantiurt a. M. _

f in Siez jillkk die Knie Garde in Finnland.

30 060 Gefangene. Taganorom am Asow'schen Meer defekt. Wachsende KampftätigKeit in ?tttieu.

10000 Tannen versenkt.

» Der deutsche Generalstak _.=== meldet: =

W. T. K. Trotzes Ha«prq«artier, de» 3. Mai. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Au den Schlachtfronten lebte der Artilleriekampf in einzel­nen Abschnitten auf. Starker Feuerwirkung folgten feindliche Teilangrisfe südlich von Villers-Bretonneux und auf dem Wc't- ufer der Avre. Fm Gegenstotz machten wir Gefangene. Im übrigen beschränkte sich die Infanterie auf Erkundungen.

An der lothringischen Front hielt die rege Tätigkeit des Feindes an.

Oste«.

Ukraine.

Aus der Linie ZekaterinoslawCharkow sind wir in das Donez-Gebiet einmarschiert. Am Asowschen Meer haben wir Taganorow besetzt.

Der Erste Eeneralqvartiermeister: Ludendorff.

Airendberich>

Berlin. 3. Mai, abends. (MTB.) Amtlich.) In Südwest­finnland haben wir den Feind in fünftägiger Schlacht bei Lathi und Tavastehus vernichtend geschlagen. 20 060 Gefangene.

Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

*

Berlin, 3. Mai. (MTB.) Das finnische Hauptquartier mel. det: Bei Lahti zwangen die weihen Truppen den Feind zur Ka­pitulation. 12 000 Gefangene wurden gemacht, 20 Geschütze. 200 Maschinengewehre und 1000 Pferde erbeutet. In Cavolak rücken unsere Truppen gegen Kouvala vor.

Stockholm, 3. Mai. NachSvenska Dagbladet" herrscht in Cüdfinnland über das durchgeführte Befreiungswerk eine starke Begeisterung für Deutschland, die bis zur Unterschätzung der eigenen Kräfte gehen soll. Doch wird erwartet, dah das baldige Eintreffen Mannerheims hierin einen Stimmungsumschwung Hervorrufen werde.

Der österreichische Generalstak

- weidet:

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Wie«. 3. Mai. Amtlich wird verlautbart: Gestern wuchs die Kampftätigkeit an der ganzen italienischen Front zwischen den Iudikarien und der Adria wieder beträchtlich an.

Am 1. Mai errang Oberleutnant v. F i a l a den 15., 18. und 17. Lustsieg

Der Ckzcf des Eeneraistabes.

Das türkische Hauptquartier meidet: ==

Konstanzinopel, 2. Mai. Amtlicher Tagesbericht.

Palästinafront: Auf dem Ostufer des Jordans nehmen die Kampfe weiter einen für uns günstigen Verlauf. Vor unseren zähe verteidigten Stellungen verblutete sich der Engländer gestern in vergeblichen, bis zum Abend anhaltenden Stürmen. Starke im östlichen Jordan-Becken nach Norden vorgestotzene Kavalleriemassen sind von unseren rasch herbeigeeilten Kräften unter der Führung des Obersten Essad Bey empfindlich geschla­gen und zur Auflösung gebracht worden. Eine Anzahl Gefan­gene, sieben Feldgeschütze, ein schweres langes Geschütz, Pferde, Munitionswagen, ein Panzerkraftwagen und viel Kriegsmate­rial sind bis jetzt eingcbracht. Bei Ammon brachte eines unserer Flugzeuge Zwei feindliche Flugzeuge zum Absturz. Die Insassen, vier englische Offiziere, wurden gefangeugenommen. Sonst nichts von Bedeutung.

.. - ' "" = - *

Dev bulgarische Generalstak fc= = 1 meldet: rA

Sofia, 30. April. (WTB.) Generalstabsbericht. Mazedonische Front: Zwischen Ochrida- und Prespa-See kurze Feuerüberfällo von feindlicher Seite. Nach wirksamer Aeuervorbereittmg besetzten unsere Truppen drei feindliche

Vorposten nördlich des Dorfes Bahowo. Ein gegen unsere Sturmabteilungen unternommener feindlicher Gegenangriff wurde durch Feuer abgewiesen. Oestlich des Wardar faßte der Feind feit dem 23 April das Feuer einer beträchtlichen Anzahl seiner Batterien gegen unsere Stellungen südlich der Ortschaften Vogoroditza und Stojakowo zusammen, die er mit mehr als 50 000 Granaten belegte. Am Abend des 29. April erreichte das Feuer neue Heftigkeit, und kurz darauf griffen zwei Ba­taillone Engländer unsere Stellungen an. Nach kurzer Zeit wurde der Feind durch Feuer blutig abgewiesen. Vereinzelte englische Soldaten, denen es gelungen war, sich unseren künst­lichen Hindernissen zu nähern, wurden mit Handgranaten ver­jagt. Unsere Verluste sind unbedeutend, dagegen die des Fein- des sehr schwer.

Dobrudschafront: Waffenstillstand.

WWtt Ließ iibrr die WjcheMj.

Konstantinopel, 2. Mai. (Agence Milli.) Wie unser Kor­respondent in Batum meldet, wurde eine aus 10 000 Bolfchewiki bestehende Streitmacht auf dem Marsch nach Elisabethopol durch den Widerstand zweier aus Daghestan herangerückter Regimen­ter in der Gegend von Elisabethopol aufgehalten. Letztere er­hielten Verstärkungen und schlugen die Volschewiki, denen sie 8000 Gefangene abnahmen. Cie machten den in Baku stehenden Volschewiki den Vorschlag, sich zu ergeben.

19 000 Tonnen versenkt.

Berlin, 2. Mai. (WTB. Amtlich.) Auf dem nördlichen Kriegsschauplatz wurden wiederum 19 000 Bruttoregisterionnen vernichtet. Zwei Dampfer wurden im AermeUanal aus stark gesicherten Eelettzügen herausgeschossen. Namentlich festgestellt wurden der englische DampferKnight Templarz" (7175 Brutto­tonnen) und der englische RaaschonerWilson".

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Kopenhagen, 2. Mai Aus Kristiania wird gemeldet: Die norwegischen DampferRimfakse" aus Bergen undFrogner" aus Kristiania wurden versenkt.

Wassenopfer des v-Zootlrrieges.

Amsterdam, 2. Mai. (WTB.) Wie ein hiesiges Blatt aus London erfährt, teilte der Vorsitzende des Bundes der Matrosen und Heizer, Havelock Wilsom mit, datz durch den U-Vootkrieg seit August 1914 ungefähr 15 000 englische Seeleute umgekommen seien.

Haag. 3. Mai. Reuter meldet ohne Datumsangabe aus einem Hafen der atlantischen Küste, der nicht naher bezeichnet wird: Im Hasen von Delaware flieh ein Kreuzer mit dem ' HandelsschiffCity of Athens" zusammen. 74 Menschen ver­loren ihr Leben. Die Rettungsboote des Kreuzers retteten 61 Personen. Das Dampfboot sank nach sieben Minuten, der Kreuzer blieb unbeschädigt.

Die Schlacht im Westen.

Berlin, 3. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Dem gewaltigen feindlichen Artilleriefeuer gegen das Kemmelgebiet am Abend des 1. Mai folgte ein neuer Angriftsversuch des Feindes, den jedoch das zufammengefaßte deuftche Feuer im Keime erstickte.

Während in Flandern der Feind bei feinen vergeb­lichen Angriffsversuchen Verluste erlitt, verbluteten am 2. Mai aufs neue starke feindliche Kräfte in Gegend Vil- lers-Bretonneux und auf dem Westuser der Avre. Am schwersten litten die Australier, daneben Kanadier und Neu­seeländer, die in ihren Massen von der englischen Führung in der vordersten Line eingesetzt wurden. Bei deni Kampf südlich von Villers-Bretonneux blieb eine größere Anzahl Amerikaner in unserer Hand.

Weiter zurück.

Rotterdam, 3. Mai. Di«Daily News" melden von der Front aus Frankreich: Wir werden in den nächsten Tagen ge­zwungen sein, unter Umständen weiter zurückzugehen. So lange der Feind nicht seine ganzen Reserven in die Schlacht gebracht hat, ist an einen Umschwung der Kriegslage nicht zu denken. Die Bahnlinie AmiensBethune-Hazebrouk tft in schwerer Gefahr.

Eardiners Wahrheiten.

Bern, 3. Mai. (WTB.) Eardiner schreibt in denDail? News" zur Kriegslage: Der Feind hat ein-en Erfolg erzielt, an den hier vor zwei Monaten niemand im Traume gedacht hätte. Wir hielten die britische Front für unverwundbar, sie wäre es vielleicht auch gewesen, wenn die Politik Robertsons sich durch- gesetzt hätte. Die Niederlage der fünften Armee brachte de« Feind in Schutzweite an Amiens, die Niederlage der Portugie­sen in Schutzweite an Hazebrouk und Bethune. Wir wollen uns nicht einer Selbsttäuschung hingeben, daß wirplanmäßig" zu­rückgingen. Nicht im Namen der Strategie ging die fünfte Ar­mee unter dem Verluste von Zehntausenden von Gefangene« \ und unter der Aufgabe von Höhen, die ihre Kameraden in acht­monatiger Schlacht erkämpft hatten, in wenigen Tagen 30 Mer, len zurück, sie wurde von einer UebeTmacht überwältigt und mutzte zurückgehen, wobei ich von der höheren Führung gar nichts sage. Auch die Portugiesen sind nicht geflohen, um den Feind in eine Falle zu locken, sondern aus viel einfack>eren Grüirden. Abgesehen von dem Frontabschnitt des Vimyrückens, sind wir von den Höhen hinuntergetrieben worden. Die lebens­notwendige Bahnlinie Amiens-Vethune-Hazeörouk, die das fran­zösische Heer mit dem britischen und dieses wiederum mit der Küste verbindet, ist in schwerer Gefahr. Der Feind steht auf dem Kemmel, dem ersten der steilen Einzelberge, deren Besitz eine weitgehende Umgestaltung der nördlichen Front zur Folge haben mutz. Dabei müßte der ohnehin schon eingeengte Be- wegnngsraum bei einem weiteren Geländeverluft die doppelt verwickelte Unternehmung des Kampfes und des Rückzuges au- tzerordentlich erschweren.

»

Törichte Gerüchte

Berlin, 8. Mai. (WTB. Amtlich.) Die umlaufenden Gerüchte, daß bei unseren letzten Operationen im Westen eine große Anzahl unserer Leute durch Ertränken den Tod gefunden hätte, entbehren, wie uns von maßgebender Stelle erklärt wird, jeder Grundlage

Friedcnsgedanken.

Rotterdam, 3-. Mai. Nach Londoner Berichten halben am 4. Mai in London zahlreiche Versammlungen für die baldige Einleitung von Friedensverhandlungen stattge- funden. DemDaily Telegraph" zufolge wurden am 4. Mai in der Graftchaft London 23 Versammlungen der Friedensfreunde abgehalten. Ausführliche Mitteilungen über die Kundgebungen enthalten die Londoner Blätter nicht, mutmaßlich sind diese durch den Zensur nicht zur Ver­öffentlichung zugelassen worden.

Der PariserTemps" schreibt in einem aufsehener­regenden Aufsatze: Die Stadt Paris erörtert seit einigen

Tagen Friedensgedanken. Der Monat Mai wird die Der- bandsdiplomatte vielleicht vor die Aufgabe stellen, sich fchliissig zu werden, ob der Augenblick für irgendwelche An­bahnungen gekommen sei. Von dem Ergebnis des Angriffs in Italien hänge es fraglos ab, ob und welche Anerbie­tungen der Verband vorfinden werde. Beachtenswert ist ferner, dah die französische Zensur so duldsam geworden ist, ganz ausgesprochen friedensfrenndlich gehaltene Auftätze aller Blättstr der sozialistischen Linken erscheinen jetzt, lückenlos.

Die Fnkttnsvtthandliurgkn in Markst.

Bukarest. 2. Mai. (WTB.) Der bulgarische Finanzmini» ster Tonischem ist im Laufe des gestrigen Tages, der türkische Minister des Aeutzern Achmet Resiimy Bei heute abend in Bu. karest eingetroffen. In der Begleitung des letzteren befand sich auch der Kaiserliche Botschaftsrat in Konstantinopel Graf Wald­burg, der ebenso wie der Kaiserliche Gesandte in Sofia, Graf Oberndorfs zur mündlichen Berichterstattung hierher berufe« worden ist.

Die DulrmßttVerljMlungen vor dem Abiihliiß

Bukarest. 3. Mai. (WTB.) Der bulgarische Ministerpra» sident Radoslawow ist heute mittag in Bukarest eingettof. fen. Die Abordnungen der verbündeten Mächte sind somit voll- zählig versammelt. Nachdem tn den letzten Tagen verschieden, noch nicht endgültig geklärte Fragen ihre Lösung gefunden habe^ ^gehen die Bukarester Verhandlungen ihrem Ende «ittgege«.