Ausgabe 
3.5.1918
 
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Wem nif imrrfj Licdc M mich»!,.

Roman von Courthß-Mahler.

Nachdruck verboten.

Ja, gottlob, der Schaden ist ganz geheilt, Lank Ihrer Hilfe."

Mit einem etwas kühnen Blick sah er tief in ihre Augen hinein

Es wäre ja auch jammerschade gewesen um Liese schönen Augen," sagte er mit schmeichelnder Betonung.

Daß er mit dieser Bemerkung ein wenig über die Grenze des Erlaubten gegangen war, wußte er sehr wohl. ' rf f § ^r eln starkes Verlangen in ihm erwacht, dies uw q°swtte Beisammensein mit der schönen Fremden nach Kräften aurzunutzen. Und er gehörte zu den Männern, die von den Frauen verwohnt werden und deshalb jede Frau iur o" legbar halten.

Al>er trotz seiner bestechend liebenswürdigen Weise nmtete sich sein schönes Gegenüber bei dieser Frage sofort m fto:} abwerscnder Haltung empor

.Wünschen Sie die Unterhaltun z beenden?" fragte

toütr"i U 7- on,cr,cnb oIme Schärfe, aber ihn doch oeutl in leine Grenzen zurückweisend.

Seine Stirn rötete sich jäh.

r t rt uutEIich, mein gnädiges Fräulein, wenn ^ es tun wurden. Beweisen Sie mir ich wollte nichts als eine To.mrbe feststellen."

nicht'walw? IT'!']' 1 ' n ° mufi flon * unpersönlich bleiben.

t gewiß nacht. Laß ich bereuen soll.

»n eine folcfy? gewilligt zu haben."

Ganz erschrocken sah er sie an.

®°"das will ich ganz gewiß nicht. -Vittc. zurn-n Sie mir nickt."

2>er abweisende ?,na verschwand ans ihrem Gesicht.

.,^ck will nicht, daß es soweit kommen soll, daß ich Ihnen zurn"n müßt-. Deshalb betone ich die Grenzen die zwischen uns inne glatten werden müssen. Lassen Sie uns

Srfhrf T'r Me d"r Zufall zusammenge-

lubrt bat und d-e ha, bereitwillig einige langweilige Stnn-

L/" -Söffe Sie sind in,stand, den Standpunkt

fäbr °n d?.' r* ^ r "If? finö ' Qf? -»'fällige Reiseqe- S ;. blt s'ch m knwer Zeit wieder völlig ans dem Ge-

-ckidew- persönliche Note ist vollständig auszu-

machte ein ganz zerknirscktes Gesicht.

verze'iben."^"b mein gnädiges Fräulein, mir zu

Sw lächelte nun wieder ein wenig.

geschehen. Gehen wir darüber hinweg. Meine Lckrotfhelt darf Sie nicht befremden. Ich bin durch dleVerhaltnrsse gezwungen, allein zu reisen. Wenn Sie mir mcht einen vertrauenerweckenden Eindruck gemacht hätten

Iwisck-n^ ^erlich zu einer Unterhaltung

K, f ° ef0 ^ men - trotz des Eingriffs höherer Machte, ^ch traue Ihnen unbedingte Ritterlichkeit zu und nehme ohne weiteres an, daß es meinerseits keines Wortes reise^ nm @ic 5U erinnern, daß ich ohne Schutz

Er richtete sich beschämt empor.

«Mein gnädiges Fräulein, ich wäre untröstllch, wenn Me glauben wurden, daß Sie Ihre gute Meinung, für die rch Ihnen ergebenst danke, verbessern müßten. Sie sollen gewiß nicht mehr nötig haben, an meine Ritterlichkeit apvel- >eren zu müssen. Ich werde Ihnen ganz sicher keinen An­laß mehr geben, mrr zürnen zu müssen."

Sie nahm nun wieder eine zwanglosere Haltung an. "L $°f ertfr}" wieder ganz friedlich undohne persönliche Note r aie innge Dame gewünscht hatte.

. Hans Ullrich von Frankenau gefiel ihr sehr. Trotz seines kleinen Ausfalls aus persönliches Gebiet hielt sie ihn doch für einen Mann, der einer Dame nie zu nahe treten wiwde, wenn sie ihn nicht selbst dazu ermutigte. Daß sie das n,a)t tat, wiißte er nun, und nun konnte sie sich v->r-

trauensvoll seiner Gesellschaft überlassen.

®" tereffe n ,ein wännlich sympathisches »ff 1 171,1 dm festen prägnanten Zügen, die durch keinen deckt wurden und in denen sich Klugheit und

&r ()afte cin 'nteressantes und sehr chlirakteriNisches Gesicht, das man nicht wieder vergaß wenn man einmal hinein geschaut hatte.

Um seinen schmallippigen. ansdrncksvollen Mund spwste zuweilen ein leicht ?nrfaftiWv§ Lächeln,nd von der aristokratischen Nase bis zu den Mundwinkeln It-f ein Zg icr von einer leisen Übersättigung hätte reden können^ wenn seine Angen diesen Zg nicht Lügen gestraft hätten. Diese Annen hatten etwas Suchendes, fast Sehnsüchtiges So blicken Menschen, denen das Leben, trotzdem es ibnen viel gesenkt bat. doch das Beste schuldig geblieben is, - die Erfüllung ihrer Ideale.

Die junge Dame stellte fest, daß ihr Reisegefährte ein sehr interessanter junger Mann sei. Sie tarierte ibn richtig ans einen ehemaligen Offizier. Seine sicheren, eleganten Bewegungen verrieten eine gute Kinderstube, und die ganze Erscheinung hatte etwas Vornehmes. Aristokratisches in, besten Sinn dos Wortes.

In, Lauf der Unterhaltung verriet Hans Ullrich von Frankenau, daß er von einer Weltreise ziirück'ehrte. und es erwies sich, dost auch die junge Dame schon ein gutes Stück Welt kennen gelernt hatte. So konnten sie über inanen L.rt ihre Meinungen anstanschen. und er merkte daß sie mn kluges und sicheres Urteil hatte über das, was sie ge- sehen hatte. w

eS il,m kf,T ,eii ' bnfi eT n * seinem Jfeileaiel mit ScknellzngSgelckwindlcikeit näherte. Er hätte

rHr/f-j 31 1 "^" fcWnüen mögen, denn sie erschienen ihm so köstlich wie nicht viele, die er erlebt hatte.

Aber die Wnsten Stunden entschwinden gewöhnlich am schnellsten. Das hat wobl schon jeder an sich selbst erfabren Und unerbittlich rückte Hans Ullrich von Frankenaus Reise- ziel heran.

Als sich der Zug der zweiten großen Station, einer mittelgroßen Provinzstadt, so weit genähert batte, daß die Turme derselben sichtbar wurden, erhob er sich mit einem Hefen Seufzer, nahm seine Reisetasche aus dem Gepäcknetz und zog seinen Ueberrock an.

Leider leider muß ich nun auf eine Forstenuna wnferer Unterhaltung verzichten, da ich sogleich mein Reife- f°ben werde, mein gnädiges Fräulein. Ich hoffe Sie betrachten diesleider" nicht als eine Abweichung nach der p-rfonlichen Richtung," sagte er mit einem Lächeln, das ihn sehr liebenswürdig erscheinen ließ.

Es zuckte leise um ihren reizenden Mund wie leichte Schelmerei.Wir scheinen beide dasselbe Reiseziel zu haben," sagte sie, ohne weiter auf seine Bemerkung ein- zu gehen.

Er blickte entschieden freudig überrascht auf.

. -. ^igen auch an der nächsten Station aus?" _

Sie junge Dame ihm gegenüber neigte das Haupt.

So ist es," sagte sie ruhig und erhob sich ebenfalls, um sich fertig zu macken. Sie zog einen Schleier über ihr Gesicht und wollte eine kleine lederne Handtasche aus dem Gepäcknetz nehnien. Aber ec kani ihr zuvor und stellte die Taiche auf den Sitz.

Und nun standen sie sich, als der Zug in die große .! Bahnhofshalle einfuhr, noch ein Weilchen aufrecht gegen- über, zwei stolze, schlanke Gestalten. Ihre Augen hafteten ineinander. In denen der jungen Dame g'.änzten ganz eigenartige goldene Lichter, als seien Sonnenfunken darin gelangen, lind die stahlblauen Augen Hans Ullrich von Frankenaus sahen in das Gesicht der jungen Dame, als hätte er brennend gern etwas gesagt, was wieder das pp'Mnliche Gebiet gestreift hätte. Aber er preßte die Lippen zusammen

als gaoe er sich Mühe, sich diese Worte nicht entwisären zu lassen.

Nun hielt der Zug. Hans Ullrich ergriff nidjt nur feine Reisetasche, sondern auch die der jungen Dame Sie wollte im wehren, aber er sagte ruhig und bestimmt:'

Sw müssen mir \dyon gestatten. Ihnen beim Aus- steigen behilflich zu sein."

Ta ließ sie ihn gewähren.

Er sprang zuerst aus dem Zug, stellte die Taschen auf dem Bahnsteig nieder und half ihr beim Anssteigen.

Sie rief einen Gepäckträger an, gab ihm ihre Hand- lasche und den Gepäcksck-ein und sagte ihm einige Worte.

Hans Ulli ich wartete, bis sie sich ihm wieder zinvandte.

Kann ich Ihnen noch irgendwie zu Diensten sein.

meine Gnädigste?"

Sie dankte ruhig und bestimmt.

Ich bedarf Ihrer Hilfe nicht."

Er zog den Hut und verbeugte sich. Und seine Angen senkten sich mit einem intensiven Aufleuchten noch einmal rn die ihren.

So gestatten Sie mir, mich zn verabschieden, mei« gnädiges Fräulein. Ich werde die Stunden, die ich in ^hrer Gesellschaft verleben durfte, nie vergessen und werbt daraus hoffen, daß uns der Zufall ein Wiedersehen beschert.

Ich würde mich sehr freuen sehr." sagte er mit Nachdruck.

Emen Augenblick ruhten die beiden Angenpaare irr einander. Auch die Angen der jungen Dame leuchteten auf.

Wie es das Schicksal will. Leben Sie wohl."

Damit neigte sie das Haupt und wandte sich zu dem Kofserträger, der sie noch etwas fragte.

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'st e>ne Bekann.ma.siunq Nr. M. 1400/4. 18; Ä. R. A., betreffendBefchlaanahme und Beitandselhebung von Cehüufen und Gehäuseteilen von Kontrolle, Regritner- und Schreibka-senerlassen worden Wortlaut der Bekannlmachung ist in den Amts blättern und durch Anschlag veröffentlicht worden.

Etk llo. (gcnc ralfoniniaiiDo 18.9lrinfrforiJ§.

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werden uns oft über die Jnserations- erfolge ausgesprochen, die selbst mit kleinen Anzeigen in derNeuen Tageszeitung" erzielt werden. Wenn Cie irgend etwas anzubieten, zu verkaufen oder zu kaufen haben, so be­dienen Cie sich vorteilhaft unseres Blattes.

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Monlar, den 6. Mai. 1 Uhr nachmittags

und der für die Lehrlinge im 2. und 3. Leh.sahre am

Donnerstag, Sen 2. Mai, 1 Uhr nachmittags.

Die Anmeldungen nimmt der Unterzeichnete Schul leiter an den Tagen des Unterrichtsbeginns von 1 bis ~ j , nai v rn *'tta:is entgegen. Bei der Aufnahme iit das ^chulabgangszeugnis und der Lehrvertraz vor^ulegen och'Er. die mindestens die zweitoberfte Klasse einer "Volksschule durchlaufen haben, können auf Ausnahme rechnen. Das Unterrichtsgeld beträgt 12 Mart iür das Schuljahr. '

Friedberg, den 18. April 1918.

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