Ausgabe 
3.5.1918
 
Einzelbild herunterladen

Kummer 103_ Freitag» den 3. Mai 1918 _ _ 11. Jahrgang.

Die ..?'eue Taoeo,eituna" - cheint ,eden Werktag. Regelmäßige BeilagenDev Dauer aus Heller»",Die Dpinnstube". Ke?«gspreis: Be: den Bo,tan,kalten oiec(eliälnI»cl> :Wt 2.40 tjin^u tritt noch bas Bestellgeld: e, een '^lnenten monatlich 85 Pjg. einschließlich Trägerlobn. Anzeigen: Grundierte 25 Psg^ totale 20 pig^ Anzeigen von auswun: aerüen D^nij Bo.rnachna me erhoben. E ulliinasori driedberg. Hchriftleitung und Vertag Uriedberp sHeisenj, ^anauerltrage 12. Fecn'pceher 48. Patj heck-Tonto Rc. 18,3. r-caaijurt a. M.

ArtiUerieKämpfe im Weste».

....ZS - -"" ZZZ Z Z ." «

Der deutsche Generalstad -- meldet: r

W. T. Großes Zauplquartier, den

S. Mai. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht und Deutscher Kronprinz.

An den Schlachtfronten ist die Lage unverändert. Der Vrtilleriekampf war im Abschnitt des Kemmelberges gesteigert. Auch zwischen Somme und Lucebach, bei Montdidier, Lassigny ^md Noyon lebte er vielfach auf. Im übrigen blieb hier die Hefechtsjätigkeit auf Erkundungen beschränkt.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

An der lothringischen Front war die französische Artillerie in den Nachmittagsstunden rege. Kleinere Vorstöße des Fein- d« wurden abgewiesen.

OsteT.

Ukraine.

Vor Cebastopol brechen wir feindlichen Widerfttnd. Die Ktadt wurde am 1. Mai kampflos von uns besetzt.

Der Erste Seneralquartiermeister: Ludendorff.

Abendbrricht.

Berlin. 2. Mai, abends. (WTB. Amtlich.) Don den Kriegs­schauplätzen nichts Neue».

Der österreichische Generalstab ... meldet: -

Wien, 2. Mai. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Nichts Neues.

Der Chef des Eeueralstabe».

Das türkische Hauptquartier - , meldet: -

Konstantivopel» 1. Mai. (WTB.) Amtlicher Tages­bericht:

Paläftinafront: Im Iordantale und östlich des Jordan ent­wickelten sich neue Kämpfe. Seit den frühen Morgenstunden des 30. April versuchte der Engländer mit starker Infanterie und Kavallerie einen Durchbruch auf Ost-Iordan-Land zu er­zwingen. Alle'seine Angriffe scheiterten bis zur Stunde an dem tapferen Widerstand unserer Truppen, die ihre Stellungen rest­los behaupten. Im Iordantal nach Norden vorgedrungene feindliche Kavallerie ist von uns zum Kampf gestellt. Auf den übrigen Fronten ist die Lage unverändert.

26000 Tonnen versenkt.

Berlin, 1. Mai. (WTB. Amtlich.) Im westlichen Mittel, meer versenkte neuerdings ein U-Boot, Kommandant Kapitän- lemtnant Klafing, bei schwerem Wetter fünf Dampfer von zusammen etwa 26 000 Brutto-Registertonnen. Alle Dampfer waren gesichert, vier von ihnen tief beladen.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Ein Truppentransportdampfer vermißt.

Lugano, 1. Mai. Agenzia Amerikana meldet: Der Trup- xentransportdampferEyllop" ist verschwunden.

Torpedierung englischer Kriegsfahrzeuge.

Hollandfch Nieuwsbureau meldet aus London: Die bri­

tische KorvetteCowslip" ist am 25. April infolge Torp ie- rung gesunken. Fünf Offiziere und ein Matrose werden ver­mißt. An dem gleichen Tage wurde noch ein weiteres Torpedo­boot versenkt. Ein Offizier und 12 Mann der Besatzung wer­den vermißt.

'S

, Berlin. 1. Mai. (WTB.) Ueber die Aufnahme, welche die letzten englischen Angaben über den Stand der Schiffsraum-, frage drüben finden, gibt folgende Blutenlese aus englischen Zeitungen Aufschluß:Economist" vom 28. März bezeichnet die von Eeddes miigeteUten Zahlen als ..unvollständig" und weit

echt im prchjchtii

Sebastovol von uns belebt. 26000 Tonnen versenkt.

davon entfernt, die ganze Geschichte der Gewinne und Verluste zu geben.Statist" vom 23. März schreibt: Eeddes jagt der Oeffentlichkeit nicht, was sie wissen will und deshalb ist das Gefühl des Mißbehagens nicht beseitigt. Wir trauen denen nicht, die uns mißtrauen. Wir glauben, daß unsere Behörde dann schlecht unterrichtet und für ihren Posten ungeeignet ist. Journal os Commerce" vom 22. März wirst Eeddes vor, Ver- steckfpiel zu treiben. Die Art und Weise, worin die amtlichen Darstellungen die Schiffe aufzählen, muß einem die Frage auf­drängen, ob wir es hier mit Adookatenkniffea zu tun haben oder mit Staatsmännern. Unsere allmächtigen Gesetzgeber haben Angst, alle Tatsachen zu enthüllen. Cie setzen uns in jeder Beziehung Fragen vor, statt Tatsachen, und Ziffern statt Schiff«. DieTimes" vom 20. März fasten die gegenwärtige Lage in dem Satz zusammen, daß der vorhandene Schiffsraum weit hinter den Bedürfnisten der Nation zprückbleibt. Der Schiffsraummangel macht sich im Leben eines jeden von uns täglich und stündlich bemerkbar und die Lösung der Ausgabe wird täglich schwerer. Die Leute, die die Lage kennen, sind der Ueberzeugung, daß jeder Verzug die unglücklichsten Folgen haben kann.Sunday Times" vom 17. März schließt: Unser

Mangel an Schiffen erreichte den Eefahrpunkt, den unsere Ver­sorgung erleidet, ja selbst unsere Eisenbahnen befinden sich bald in der kritischen Lage. Dieser Mangel stellt Me militärische Kraft des Verbandes ernstlich in Frage.

Neue britische Sperrzone.

Kopenhagen, 1. Mai. (WTB.)Nationaltidende" mel­det aus Kristiania: Das Ministerium des Aeußern teilt mit, daß eine neue britische Sperrzone in der Nordsee errichtet worden ist. Sie geht über 59 Grad 1 Minute 30 Sekunden nördlicher Breite, 4 Grad 49 Minuten östlicher Länge weiter über 59 Grad 29 Min. nördlicher Breite, 3 Grad 10 Min. östlicher Länge, 58 Grad 25 Min. nördlicher Breite, 0 Grad 50 Min. westlicher Länge, 59 Grad 20 Min. nördlicher Breite, 0 Grad 50 Min. westlicher Länge, 60 Grad 21 Min. nördlicher Breite, 3 Grad 10 Min. öst­licher Länge, 60 Grad 00 Min. nördlicher Breite, 4 Grad 56 Min. östlicher Länge. Von dort wird das norwegische Hoheits­gebiet bis 59 Grad 12 Min. 30 Sek. nördlicher Breite, 4 Grad 49 Min. östlicher Länge gerechnet.

Die Schlacht im Westen.

Die Lage vor Ypern.

Lugano, 1. Mai. Barzini legt in Depeschen aus dem ftan. zöfischen Hauptquartier dar, daß Ypern unter dem deutschen Bombardement längst seinen Wert als Eisenbahnknotenpunkt eingebüßt habe. Der Verlust des Kemmels habe die Wider­standsfähigkeit für Ypern stark beeinträchtigt. Um die große militärische Ueberlegenheit der Verbündeten darzutun, erzählt Barzini, daß der Kemmelberg von einem einzigen französischen Regiment gegen eine große Anzahl deutscher Divisionen vertei­digt worden sei.

Der Direktor desSecolo" telegraphiert von der englischen Front, gewiß habe der Feind einige bemerkenswerte Vorteile errungen. Auf dem Wege nach Amiens aufgehalten, habe er gewisie Fortschritte auf dem Wege nach Ypern gemacht. Wo wird er morgen sein Heil versuchen? fragt der Berichterstatter. Man möchte an eine Schlacht bei Arras denken, vielleicht auch an eine durchgreifende Operation gegen Ypern. Auf alle Fälle ist das letzte Ziel der Deutschen, immer mehr gegen die Küste zu drücken. Inzwischen faßt derSecolo"-Dircktor seine Ein­drücke von der englischen Front dahin zusammen:Soldaten, Soldaten, immer mehr Soldaten. Auf allen Straßen strömen immer neue ungezählte Mengen von deutschen Soldaten heran und auch Kanonen. Gern würde er mehr sagen, aber er dürfe nicht. Das Geheimnis des Erfolges liege eben in dem, was er nicht sagen dürfe, was aber die Leser erraten dürften. Alles bange von den Truppenmengen ab, die man den Regimentern des Feindes entgegenwerfen könne. General Foch halte feine Karten in der Hand und scheine nicht unzufrieden

Die Kämpfe am 1. Mai.

Berlin, 2. Mai. (WTB. Nichtamtlich).) Am 1. Mai steigerte sich von Mittag ab gegen die Front nördlich Dorf Kemmel bis westlich Dranoeter die feindliche Artillerie- tätigkeit erheblich. Erkannte Truppenbewegungen und An­sammlungen wurden unter wirksamstes deutsches Vernich­tungsfeuer genommen. Die deutsche Führung hat die Initiative und die operative Armfreiheit. Ihr kann es gleichgiltig sein, ob die eigene Linie einiae hundert oder

Iflttlllff I%lL1

Stur; der ukrainische» Dada.

tausend Meter rückwärts verlauft. Dagegen muss . 'ng. länder und Franzosen bei jedem dentsck-en Vorstoß n. die in fieberhafter Arbeit nengesch)affenen Stellungen wieder zu verlieren. Ihre Operationsarmee, die zum einheitückien, gewaltigen Gegenstoß bestimmt war. muß in lokalen Kämp­fen sowohl in Flandern wie vor Amiens, an der Avre und an der Oise divisions- und baiaillonsweise verausgabt wer­den und verblutet. Damit ist schon jetzt die Fesselung der Hauptmasse der feindlichen Heere an einer von der deutschen Führung gewollten Front erreicht.

Französische Stimmen über die Einnahme des Kemmelberges.

Bern, 2. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Tie Einnahme des Kemmelberges wird von der französischen Presse weiter besprochen. Die Blätter versuchen im allgemeinen die Be­deutung des Ereignisses durch den Hinweis darauf abzu­schwächen, daß es den deutschen Truppen nickt gelungen k bei dem gleichzeitigen Angriff auf die Linien vor Aiiücn- größere Erfolge zu erzielen.Petit Parisien" ist gegen diese Papiertaktik. Man dürfe das unglückselige Abenteuer in seiner Tragweite nicht herabsetzen. Die Höben, die der Feind jetzt angreife und größtenteils schon zu Fall gebracht habe, feien die letzte Barriere, die die Straße nach Dün­kirchen versperrtem Ter Fall aller Höhen bis zum Catsberg würde die Stellung der englischen und belgischen Truppen an der Mer schwer gefährden. DerTemps" meint, man müsse auf neue Angriffe auf diesem Abschnitt des Schlacht­feldes sich gefaßt machem Der ..Matin" schreibt: Tie Deutschen versuchen, den äußersten linken Flügel der englisch-französisck>en Armeen mit aller Gewalt zu sprengen« Die Deutschen haben es. Dank ihrere inneren Verbindungs- linien bisher immer fertig gebracht, sich die ziffermähige Ueberlegenheit zu sicherm Man muß hoffen, daß der Wider» stand der Ententetruppen sich zunehmend verstärkt.

Das Ende der Kampfpause.

DerTemps" meldet: Die Kampfpause von Amiens ist

vorüber. Im ganzen Kampfgebiet hat die Aufklärungsarbeit in großem Maße wieder begonnen. Wahrscheinlich werden dir Deutschen die Offensive wieder aufnehmen.

Es hängt alles von den Reserven ab.

Laut denBasler Nachrichten" meldet Rcui-r aus W'fhi > ton' Der Wochenbericht des amerikanischen Kriegsamtes sagt, daß der Ausgang der gegenwärtigen Kampfhandlungen an der Westfront lediglich von der Frage der Reserven abhänge. Die Uebernohme der Ablösung von Einbeiten der Frontarmeen uns der sofortige Einsatz ausgebildeter Leute in die Feuerlinie sei die gebieterische Pflicht der Verbündeten. Außerdem müßlrn unverzüglich sehr bedeutende Bestände zur Auffüllung der ent­standenen großen Lücken unter die Fahnen gerufen werden. In militärischen Verbandskreisen ist man der Ansicht, daß der Plan der feindlichen Heeresleitung dahin gehe, durch Umfassung die britische Front von Arras abzudrängen, alsdann Amiens zu nehmen und den Brückenkopf bei Ypern zum Verschwinden zu bringen.

Franzosen an der gefahrdetsten Stelle.

DerZürcher Anzeiger" meldet: Die englischen Trvppen

find aus den Linien gegenüber dem Frontwinkel Langemarck ZillebekeVoormezeele, die durch den deutschen Druck stark ge­fährdet waren, ganz oder zum größten Teil herausgezogen. Französische und belgische Truppen haben sie ersetzt. Die bisher in Ruhestellung befindlichen Belgier wurden neuerdings mehr nach rechts verschoben, um an der Verteidigung des letzten Streifens ihres heimatlichen Bodens leilzunehmen.

* >

67 300 Mann In einer Woche.

Schweizer Grenze. 2. Mai. Nach Londoner Berichten ent­hält die englische Verlustliste für die dritte Aprilwoche die Namen von 67 300 Mann. ,

Kolonien und Dominions.

-afel, 2. Mai. DerDaily Telegraph" meldet: Die briti­schen Kolonien und die Dominions sollen im Laufe dieses Jah­res nach dem Vorschlag des englischen Kriegsamtes 750 000 Mann Hilftruppen nach Europa bringen. Die Heranziehung bisher neutralen Schiffsraumes zur Durchführung der Trans, porte erscheint unabwendbar.