Wrm nie Jinrdi Licbe ftiii MO.
Roman von Courthß-Mahler.
Nachdruck verboten.
In Berlin halte er den letzten Aufenthalt gehabt, und zuletzt hatte sich Noch so viel zusammengedrängt an Ab- Haltungen, daß er fast den Abgang des Zuges versäumt hatte mit dem er seine Ankunft gemeldet hatte. Und nun faß er in behaglicher Erwartung des Wiedersehens mit seinen Lieben in diesem Abteil 2. Klasse. Erster Klasse reiste er nie, weil er behauptete, das sei immer langweilig. Und er freute sich daß er auch jetzt zweiter Klasse fuhr, sonst hätte er seine schönheitsdurstigen Augen nicht an seiner jungen Reisegefährtin ergötzen können.
Es waren die letzten Maientage des Jahres 1913. Pfingsten stand vor der Türe. Die Helle warme Frühlingssonne schien zum Fenster herein. Es war zur Hälfte geöffnet und ließ die würzige Luft einströmen. So scl-ön ist ja die Welt für junge, lebensfrohe Herzen in dieser Zeit. Hans Ullrich hätte so gern eine Unterhaltung mit der jungen Dame angeknüpft. Sie sah aus, als könne sie klug und geistvoll plaudern. Aber er wußte nicht, ob er es wagen durste, sie anzusprechen. Sie erschien ihm bei aller Schönheit und Liebliä-keit stolz und zurückhaltend. Endlich sollte ihm aber der Zufall zu Hilfe kommen.
Der Wind trieb plötzlich den Rauch der Lokomotive durch das Fenster herein und mit diesem winzige Kohlenstäubchen. Eines dieser Kohlenteilchen flog der jungen Dame mit solcher Heftigkeit ins Auge, daß sie im Schmerz zusammenzuckte und wie geblendet war.
Sie drückte das Taschentuch an das' schmerzende Auge, und da auch das andere sofort zu tränen begann, war sie im Augenblick ganz hilflos.
Hans Ullrich hatte den kleinen Unfall sofort bemerkt. Er beugte sich vor.
„Mein gnädiges Fräulein, kann ich Ihnen irgendwie .behilflich sein?" fragte er artig.
Die junge Dame konnte nichts sehen. Das Auge schmerzte heftig.
. „Wenn Sie mir ein wenig Master verschaffen könnten, mein Herr, so wäre ich Ihnen sehr dankbar," erwiderte sie.
Hans Ullrich sprang auf, eilte nach dem Speisewagen, top er sich ein Glas Wasser geben ließ, und ging schnell in fein Abteil zurück. Dort entnahm er seiner Handtasche eine Flasche Kölnisches Wasser und goß etwas davon in das
Er stellte es Vor Vke junge Dame auf das Klapptischchen,
Sie feuchtete, ihm dankend, ihr Taschentuch cm und drückte es auf das schmerzende Auge. Aber der Schmerz ließ nicht nach, weil der Fremdkörper nicht entweichen wollte.
. „Wollen Sie mir gütigst gestatten, nachzufehen, ob ich n^cht den Fremdkörper aus Ihren Augen entfernen kann, mein gnädiges Fräulein?" bat er, als er merkte, daß sie sich vergeblich dauüt te.
Und ohne erst - ' Erlaubnis abzuwarten, zog er ihre
Hand mit dem feuchten Taschentuch herab und beugte sich zu ihr nieder, um ihr Auge zu untersuchen.
Sie unterließ jeden Einspruch. Sein bestimmtes Wesen und seine ruhig vornehme Sicherheit hätten es ihr lächerlich erscheinen lassen, sich zu zieren oder sich spröde seine Hilfe zu verbitten. Und so hielt sie still, während er sich an ihrem Auge zu schaffen machte. Nach kurzer Zeit hatte er sie trotz des iinriihig schwankenden Wagens, von dem kleinen Quälgeist befreit.
„So, mein gnädiges Fräulein, diese schwierige Operation wäre glücklich verlaufen. Wenn Sie nun noch einige Minuten wuchte, kühlende Umschläge auf das Auge legen, wird der Schaden schnell geheilt sein."
Sie dankte ihm mit der ruhigen Höflichkeit der vor- nchmen Dame, die einen Dienst hat annehmeii müssen.
Er verneigte sich artig und nahm seinen Platz wie- der ein.
„Es bedarf keines Dankes, meine Gnädigste."
„Doch, Sie müssen sich denselben gefallen lasten, denn ich war ganz geblendet und hilflos, wie ein Kind," er- widerte sie freundlich
„Nun denn, so will ich ihn mir gern gefallen lassen'und bei dieser Gelegenbeit eine Bitte aussprech n. Ich hoffe, @ie nennen es nicht kühn und unbescheiden, wenn ich Sie bitte, die Unterhaltung-mit mir fortzusetzen, die durch einen Eingriff höherer Mächte zwischen uns in Gang gekommen ist Selbstverständlich nur, wenn sie nicht aus Passion zu schweiaen gedenken."
Ein reizendes Lächeln flog über das Gesicht der jungen Dame.
. „Den Eingriff höherer Mächte muß ich wohl respektieren. Da wir uns ans neutralem Boden befinden und ich keineswegs ein Gelöbnis abgelegt habe, zu schweigen, will ich gern in die Fortsetzung unserer Unterhaltung willigen, schon weil ich nicht für undankbar gelten möchte. Sie haben
Bett.: Die Fleischveriorgung für die Bevölkerung der Stadt Frledberg.
nnr wirklich durch Entfernung Des Fremdkörpers aus mernen Augen einen großen Dienst erwiesen. ES schmerzte heftig.
in ihr^ Antlitz^ ^ < ^ e * n ^ cn ^ U0en ' aber ohne Zudringlichkeit
„Hoffentlich ist der Schmerz nun vorüber. Ich danke Ihnen für ihre liebenswürdige Bereitwilligkeit und gestatte mir, zunächst mich vorzuftellen — Frankenau."
Sie neigte leicht das Haupt und zeigte nun sogleich, oatz sie geistvoll und gewandt zu plaudern verstand Liebenswürdig, aber in der taktvollen Zurückhaltung der vornehmen Dame ging sie auf sein Gespräch ein, und nach wenigen Minuten war eine rege und interessante Unterhaltung zwischen den beiden Menschen im Gang. Sie berührte zwar nur Themen, über die man in den Salons der guten Ge- sellschaft plaudert, aber unmerklich bekam das Gespräch anu noch einen tieferen Inhalt. Sie sprachen miteinander wie es Menschen tun, die genwinsame Berührungspunkte haben und nicht nur am Oberflächlichen Gefallen finden.
Die Gewißheit, daß ihre Begegnng nur eine flüchtige war und mit dieser Reise ein Ende finden würde, nahm ihrer Unterhaltung das unbedingte Verschlossene. Sie waren beide sicher, nie mehr im Leben zusammen zu treffen. Aber je länger sie einander gegenüber saßen, j/mehr bedauerten sie es beide, daß sie sich bald genug ans den Augen verlieren würden.
Hans Ullrich von Frankenau konnte es sich nicht ver- sagen, zuweilen entschieden ein wenig eroberungslustig iw die schönen Augen zu sehen. Je länger er mit der Dame sprach, je bezaubernder erschien sie ibm. Ihr Lächeln ent- zückte und der Klang ihrer dunklen, weichen Altstimme schmeichelte sich in sein Ohr. Der wechselnde Ausdruck ihres klugen, beseelten Gesichtes fesselte ihn mehr imd mehr.
Sie gab sich bei aller Zurückhaltung zwanglos und sicher, so, als plaudere eine Dame der großen Welt in ihrem Salon mit einem Besucher. Bei aller Liebenswürdigkeit hielt sie streng die Grenze, die einer Dame von guter Er- ziehung gezogen ist, ein.
Nach einiger Zeit ließ sie auch das Tuch von dem verletzten Auge sinken und schob das Glas, aus dem sie dasTuch ab und zu angefeuchte hatte, zurück.
Hans Ullrich beugte sich vor.
„Sind die Schmerzen nun ganz vorüber, mein gnädiges Fräulein?" erkundigte er sich teilnahmsvoll.
Sie lächelte.
Fortsetzung folgt.
Kelmnntmachnng
Hierdurch bringe ich zur öffentlichen Kenntnis, daß der Verkauf vsn Rind-, und Kalbfleisch sowie Wurst für diese Woche am Freitag, den L Mai 1918, nachmittags von 1—8 Uhr in den samt lichen hiesigen Metzgerläden statt findet.
Schweinefleisch gelangt nicht zur Ausgabe.
Die vorstehende Verkaufszeit ist genau einzuhalten.
Friedberg, den 1. Mai 1918.
Der Bürgermeister.
I. 93.: Dam m.
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Matte^'^l ° uf 0& 3 "empel(e tote (Eieriatten,
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Si? ™ tc ö cIt >’ *»us ab e empeite rote Eierkar'en.
Marke .5 und gegen Vorlage d r kreisam!» cn Bereinigungen
oembplg?^^' tC r0te 6i"tarten. Ma l: 26. zum gleichen Prei e
Die Eierkarten find mit vorzulegen. Nicht abgestemvette roll- ^karten sind ungültig Ererka ten ohne die bericffinden Marien wertw--^" ” 58 c 3 U0 »‘ einzepr adgelreiin e Marken fino
Friedberg. den 1. Mai 1913.
Der stellvertretende Bur ermei'ker.
sStadt. Lebei^mitiel-Auschi-ß,
2. A.: F e r d i n a n d D a m m •
Holzversteigerung.
Sa.nrtag, den 4. M.i, vormittags 9% Nhr anfangenb. kommt im Södeler Ge-neinoewald nachgehendes Holz zur Versteigerung: '
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Södel, den 28. April 1918.
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Friedberg. den 2. Mai 1918.
Der stellv. Bürgermeister
(stabt. Lebe smittel-Ausschuß)
2. A.: F e r d i n a n d D a m m.
Kekmmtmachnng.
w ist eme Nachtragsbekanntmachung
^ Zur Bekanntmachung Nr. M. ^ vom 1. September 1916, betreffend Beichtagnahme und Bestandsmeldung von Platin erlaffen worden.
Der Wortlaut der Nachtragsbekanntmachung ist «n den Amtsblättern und durch Anschlag veröffentlicht worden.
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Adolf Schäfer
Ossenheim


