Ausgabe 
10.4.1918
 
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Uitmnier 83

Mittwoch, den 10. April 1918

11. Jahrgang

Ueue Tageszeitung

DieNeue Tay-s?-it«ng" erscheint ieden Werltag. Regelmäßige BeilagenDer Bauer au- Hessen".Die Spinn ssube". Ke?rrgspreis: Bei den Postanstalten vienelia! rUch .Hl 2.4 hinzu tritt noch das Bestellgeld: bei den '-identen monatlich 86 Pfg. einschließlich Trägerlobn. Anzeige«: Grundzeile 2b Psg., lokale 20 Pfg^ Anzeigen von auswarrs meiden durch oo rnachna im erhoben. Eniillunosori FrieLberg. Hchriftleitung und Verlag vriedbera steifen), lanaueritrahe 12. Ferniprecher 48. Postj heck-To ato Nr. 1859. l-nt Frankfurt a. M.

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Der Uorstoß der Armee Metz»»

Concy-le-Chateon gefallen. Uene Erfolge am Oije-Aisne-Kanal. In englische und poe 'u^iesischr Stellungen am Ka-Kastee-Kanal eingedrungen. Die feindlischen Flngzeugverluste im jptsivi»

20000 Tonnen versenkt.

Der deutsche Generalstad - meldet: == ===

M. T. K. Großes Hauptguartiev, den V. Aprik. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz

An der Cchlachtfront entwickelten sich vielfach lebhafte Ar- tklleriekämpfe. Auf dem Südufer der Oise griffen die Truppen des Generals von Schoeler und Wichura den Feind erneut an. Zwischen der Oise und Folembray stießen sie über die Ailette dis zum Oise-Aisne-Kanal vor. In heftigen Kämpfen nahmen sie den zäh verteidigten Wald östlich von Gunay. Sie erklom­men im Angriff von Norden und Osten her die steilen Hänge der Höhen östlich Coucy-le-Chateau und erstürmten stark aus- gebaure Stellungen des Feindes. Quincy und Landricourt wur­den genommen. Nach besonders erbittertem Kampf fiel heute trüh das festungsartige Coucy-le-Chateau.

Im Marz beträgt der Verlust der feindlichen Luftstreit- krafte auf dem westlichen Kriegsschauplätze 23 Feffelballone und 340 Flugzeuge, von denen 168 hinter unseren Linien, die übri­gen jenseits der gegnerischen Stellungen erkennbar abgestürzt pnd. Wir hüben im Kamps 81 Flugzeuge und 11 Feffelballone verloren.

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Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. <tea * v

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Abeudberkcht.

Berlin, 9. April, abends. (WTV, AmIIich.) Nördlich vom La Baffee-Kanal sind wir in englisch, und portugiesische Ctel- lnngen eingedrungen.

An der Schlachtfront zu beiden Seiten der Somme heftige Artilleriekämpfe. Auf dem Südufer der Oise warfen wir den Feind auch zwischen Coucy-le-Chateau und Vrancourt über den Oise-Aisne-Kanal zurück.

|| Der österreichische Generalstab

meldet: .

Wien, 8 April. (WTV.) Amtlich wird verlautbart:

In Iudikarien wurde ein italienischer Ueberfall vereitelt.

Der Chef des Ecneralstabes.

l Das türkische Hauptquartier « meldet: -4

Konstant in opel, 8. April. (WTB.) Tagesbericht.

An der Palästinasront mehrfach vorgehende Aufklärungs­abteilungen des Gegners wurden durch Feuer und Gegenstöße vertrieben.

Kaukasusfront: Unsere Truppen haben nach einem heftigen Kampfe Wan genommen. An den übrigen Fronten keine Er­eignisse von Bedeutung.

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20000 Tonnen versenkt.

Berlin. 8. April. (WTB. Amtlich.) Unsere U-Boote haben an der Ostküste Englands, im Aermelkanal und in der Irischen See neuerdings fünf Dampfer und vier englische Fischerfa.hr- zeuge mit zusammen 20 000 Brutteregistertonnen versenkt. Die Dampfer waren ohne Ausnahme bewaffnet und tief beladen,

darunter ein besonders wertvoller Frachtdampfer von 6000 Br.- R.-T. Ein Danlpfer wurde aus stark gesichertem Eeleitzug her- ausgeschosien Den HauptanteU an dem Erfolg hatte Kapilän- leutnant H u n d i u s.

Der Chef de, Admiralstabs der Marine.

^ie Schlacht im Westen.

Berlin. 9 April. (WTB. Nichtamtlich.) Der deutsche Teil- angriss südlich der Oise, der über den Fluß und seine sumpfigen Niederungen hinweg gegen außerordentlich starke natürliche und künstliche Verteivigungsstellen angesetzt war. hat innerhalb drei Tagen den Franzosen ein wichtiges Gelände in rund 20 Kilo­meter Ausbreitung und 12 Kilometer Tiefe entrissen Bei dem unter geringen eigenen Verlusten dnrchgeführten Angriff erlit­ten die Franzosen außer der Einbuße von mehr als 3000 Ge­fangenen äußerst schwere blutige Verluste. Der Erfolg dieser Nebenoperation läßt sich erst bewerten, wenn man den Raum­gewinn der viermonotigen englischen Uebermaterialschlacht in Flandern zum Vergleich heranzieht. Dort gelang es einer un­geheuren britischen Ueberlegenheit in der langen Zeit lediglich einen Raumgewinn von zwanzig Kilometer Breite und staben Kilometer Tiefe zu erreichen und damit einen strategisch wert­losen Landstrich von ungefähr 200 Quadratkilometern Größe zu erobern

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Eine italienische Würdigung.

Bern. 8. April. (WTB) Der beste Mitarbeiter des ..Gor- rlere della Sera", der jetzt anscheinend für die Zeit der Offen­sive zur Berichterstattung nach Paris entsandt wurde, führt am 6. April bei der Würdigung der Angriffstaktik der deutschen Heeresleitung u. a. folgendes aus:

Wenn auch bereits eine große Anzahl deutscher Divisionen in die Schlacht geworfen ist. so bedeutet dies nicht, daß sie ab­genützt und aufgerieben sind. Viele von ihnen hatten vielmehr dank des fortwährenden Ablösungssystems nur ganz geringe Ver­luste erlitten. Auch bei den neuen Angriffen ist es charakteri­stisch, daß die deutschen Divisionen nur wenige Stunden die Front halten und für sie neue Divisionen vorrücken. Sie werden an ruhige Frontabschnitte abgeschoben und durch die dortigen frischen Truppen ersetzt. Ein großer Teil des deutschen Manö. verierheeres dürfte noch ganz intakt fein. Die deutschen verfüg­baren Kräfte dürften daher für den neuen Stoß nicht wesentlich geringer eingeschätzt werden als zu Anfang der Offensive.

Zu der Unterbindung der Bahnlinie Compiegne-Amiens. der die Deutschen nun die Unterbrechung der Bahn Clermont- Amiens folgen lasten möchten, meint d.er Korrespondent, im heutigen Kriege, wo mit einer raschen Verschiebung großer Mas­sen gearbeitet werde, komme eine abgeschnitte Bahnlinie der Er­oberung einer Festung gleich.

Französische Besorgnisse.

Bern. 9. April. (WTB.)Echo de Paris" fragt, wie weit die Machtbefugniffe des Generals Foch als Generalissimus der Alliierten gehen. Das Blatt glaubt, daß die Regelung und Ver­teilung der Reserven nach wie vor dem Versailler KriegskomNee untersteht Es äußert Bedenken dagegen, da die Entente um so schneller siegreich sein werde, je einheitlicher das Kommando sei. Semöat dagegen erklärt in derHeure" die Machtbefugniffe Fachs für genügend. Er habe aber mit Bestürzung gehört, daß die Engländer wiederholt äußerten:Wir brauchen nicht zu er­schrecken, wir können uns immer noch- auf Calais zurückzichen, wo der Feind nicht weiterkommen wird. Ferner haben wir im­mer noch das Meer, um uns zu decken" Leute, die so sprechen und das Meer als letzte Verteidigung betrachten, Frankreich und Paris aber vergeffen, haben, meint Sembat, den Krieg noch nicht verstanden.

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Nor dem <8üeitrttrtw*rs#.

Basel. 9. April. Der Mililärkritiker derMornivgpost schreibt. Wir stehen jetzt vor dem grosangel . en Eegenangris der verbündeten Heere 'N Frankreich. Die nachiien Tage müsse; Entscheidungen bringen Im übrigen gibt es aber über dl Frage des Kriegsendes keinen Zweifel mehr, in jedem Fall' wird dieses Jahr das letzte Jahr des europäischen Krieges sein DieDaily Mail" meldet von der Front: llnsece Gegenmaß nahmen schreiten langsam voran. Wir haben vor Annens einer undurchbrechbaren eisernen Wall gelegt.

tzie K! rtopier oer engl oen zkclonlau

Berlin, 9. April. (WB.) Der englische Funkspruch von 7. April verwahrt sich gegen die Behauptung, daß die (fug-' lönder ihre Kolonialtruppen stärker eingesetzt hätten als Um eigenen. Die Tatsachen beweisen jedock das Gegenteil. Ir der großen Schlacht an der Somme, bei Ärras, in Flandern wurden Kolonialtruppen stets an den Brennpunkten ein« gesetzt. So geschah es bei Pozr^res, Courcelette, Le Sars Bazentin, Flers Geudecourt, beim Sturm auf Vimy, dn Höhen bei Queant, Bullecourt, ferner bei Wytschaete, Pleog- steert, Becelaere, Cheluvelt. Nur in der jetzigen großer - Schlacht standen bis auf eine südafrikanische Bmgade keim Kolonialtruppen in der Front. Die Brigade wurde auf' gerieben, ihr Kommandant, der Flügeladjutant des Königs von England, gefangen genommen. Tie Kolomaltruppei machten zwar die Flucht der Engländer nickt mit. aber nach der Niederlage wurden sie herbeigerufen. In Eiim-ärschen. mit der Bahn, in Autos wurden sie herangebracht, truppweiir überstürzt von den Engländern eingesetzt, um die Engländer vor der Vernichtung zu retten. Sie mußten sich vor dev Mündungen der deutschen Maschinengewehre für die Eng- länder opfern, damit diese sich weiter rückwärts sammelr konnten. Ihr Blut floß dementsprechend. Eine Zusammen- stellnng der Verluste der englischen Hilfsvölker nach amtlichen britischen Angaben ergibt folgendes:

Kanada auf den Kriegsschauplatz abbefördert 200,00fc Verluste 130,000, davon 35,000 Tote.

Australien auf die Kriegsschauplätze abbefördert 270,009: Verluste 160.000, davon 40,000 Tote.

Neuseeland auf die Kriegsschauplätze abbefördert 80 009 Verluste 40,000. davon 10,000 Tote.

Infolge dieser Behandlung ist die Begeisterung der Kolonialen, die wieder Herstellen müssen, was die Engländer verderben, erloscken. Achtung vor den Engländern, die fit ausnützen und sich selbst schonen, ist gering. Selbst der sauer verdiente Urlaub in die Heimat wird ihnen nicht genehmigt, da der Engländer ohne sie nicht auskommen kann. Sil fragen sich: wozu und wofür kämpfen wir noch?

Englands Hilferuf.

London, 9. April. (WB.) Das Neutersche Bureau ineldet aus Kapstadt: General Botha erklärte am 3. Apri! Lloyd George bat Siidafrika um Hilfe. Diesem Hilferuf müßten und würden Siidafrikas Männer entsprechen.

London, 7. April. (WB.) Das Rentersche Vurcart meldet aus Wellington: Premierminister Massy hat erklärt daß die Regierung von Neuseeland beabsichtigt, Licyö Georges Bitte um weitere Kriegsleistungen zu erfüllen. Die Vorschläge der Negierung werden in der nächsten Woche dem Parlament mitgeteilt werden.

Der erste amerikanische Flieger gefangen.

Am 7. April wurde an der Westfront der erste amerikanische Flieger abgeschlossen und lebend eingebracht. Er ist von Berus Ingenieur und tut seit September 1917 in der französische« Truppe Dienst. Er gehört zur Poung men's christan affociatiop und ist sehr befriedigt darüber, daß er noch keinen Deutschen

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Cs eilt nicht mit her Einzahlung!

Wer will, kann die Zahlung der gezeichneten Kriegsanleihe auf die Monate April, Mai, Juni, Juli verteilen.

Wer Ivv Mark zeichnet, braucht sie erst am IS. Juli zu zahlen.

Also: ieder kann zeichnen!