Graue Gefahren.
Neman aus der Gegenwart von M. Gvntard- Schuck. 7V- Nachdruck verboten.
„Die Sache liegt für England auch anders. Die Engländer sind Inselbewohner, ihre einzige Waffe ist eben die Flotte."
„Haben wir Ihnen das Recht darauf abgesprochen? Mer ebensowenig lassen wir uns unter Selbstbestimmungs- recht nehmen. Das 16. und !' > wundert ist vorüber.
LuftfchifsS-'und Unterseeboote r»t Ingland seine abge- sonderte Lage. Und diesmal i- ^ es den Krieg am eigenen Leibe spüren. Eher gibt es d> ! m dauernden Frieden."
„Wenn man Ihnen l y.iUoTt, Herr Baron, dann
glaubt man zuletzt selbst dara- Aber nein! Nein! Es ist unmöglich! England bat nichts zu fürchten! Ehe sie so weit >ind. uni nach England zu können, sind die Truppen so mürbe, daß sie nicht mehr die Kraft haben, es mit uns aufzunebmen."
„Ich sagte Ihnen schon, daß in diesem Kriege vieles anders kommt, als es sich England gedacht. Mir tut nur eins leid, daß jetzt bei der großen Abrechnung der eigentliche Urheber des gan-en Unglücks nicht mehr mit dabei ist."
„Der eigent'iche Urheber? Wen meinen Sie?"
„Ihren seligen Eduard! Ter übrigens auch besser getan hätte, sich nach seinem Regierungsantritt mehr um das Biigeln 'einer Hosenfalten zu kümrnern, als um die Regierung 5 geschotte."
„In England regiert das Volk, und nicht der Träger der K'-one."
„Ob der Träger der Krone nicht regiert, weiß ich nicht lo genau Aber daß das Volk nicht regiert, weiß ich be- 'ttmmt. Ra, . lassen wir das jetzt. Wir unterhalten uns mal darüber in friedlichen Zeiten, wenn unsere Truppen erst in London eingezogen sind!"
Douglcks lachte laut auf. ..Das hat gute Weile. Einst- wetten liegen sie ''eit Monaten in Flandern und kommen mckck von der Stelle. Und die sie dort aufhalten, sind liniere verachteten Söldner, sind die englischen Soldaten!"
„Ra. und was für welche! Mer sind sie etwa vorwärts gekommen? Und wer hat die größten Verluste gehabt? Auf wessen Boden spielt sich das Drama ab? Uebrigens können mir die armen Schelme und Revancheschreier leid tun Sie verbluten sich für eine verlorene Sache."
^ Douglas schüttelte lächelnd den Kops. „Eine verlorene Sache?"
~ Natürlich ist es für die Franzosen eine verlorene irflcfa. Denn wenn es unserem Heer nicht gelingt, die Engländer oben in Flandern zu werfen, wißen Sie, was dann
®urb?"
„Ra?"
"Do nn behält England nach dem Kriege die Ecke für
sich. Zu seiner eigenen Sicherheit und zum Schuhe für seine lieben Freunde."
„Aber, Herr Baron! Sie trauen uns wirklich nicht viel Gutes zu. Wenn in Deutschland alle so denken, dann ist es zu begreifen, daß die Uebermacht, der das deutsche Heer gegenübersteht, nichts zu bedeuten hat."
Der alte Herw, der die ganze Zeit halb und halb im Scherz gesprochen, wurde ernst.
„Nein," sagte er, „die bedeutet wirklich nichts für uns. Denn sie besteht nicht Mit uns kämpfen viele, die für unsere Feinde unerreichbar sind. Ich meine unsere .dahinge- gangenen großen Helden, deren Geister in unseren Reihen stehen. Und die zählen doppelt. Doch nun wollen wir nicht niehr streiten. Ueberzeugen tun wir uns gegenseitig doch nicht, und Sie sollen mir wenigstens nicht nachsagen, daß ich ein zu schlechter Wirt bin. Im übrigen hoffe ich, daß auch bei Ihnen dieser gegenseitige Meinungsaustausch kerne persönliche Färbung hat."
„Bei mir sicher nicht, Herr Baron. Ich mag die Deutschen eigentlich ganz gern, nur —"
„Nur? Fahren Sie ruhig fort. Aber sonst kann ich auch den Satz zu Ende sprechen: Nur sollen sie uns nicht
überall in die Quere kommen, wo wir das Feld allein behalten wollen. Wir sind das nun mal so schön gewöhnt, all die Jahre her, daß wir die einzigen waren. — Nicht wahr, so ist's doch richtig?"
Donglas lachte. „Ich will nicht leugnen, so etwas Aehnlrches wollte ich sagen. Aber es war nicht ganz so schlimm und ist wirklich nicht bös gemeint."
„Ich weiß, ich weiß! Alles in aller Liebe und Freundschaft. Es ist Ihnen etwas ganz Selbstverständlickx's. So wie es Ihnen selbstverständlich war, was Sie mir zu Beginn Ihres Hierseins einmal vom Friedensschluß sagten: Das ist doch alles nicht so schlimm. Wenn der Krieg zu Ende wenn Deutschland niedergeworfen und die preußische Heeresherrschaft gebrochen ist, dann ist alles gut. Wir haben unfern Zweck erreicht, geben uns die Hände und sind wieder gute Freunde. War es nicht so?"
„Das kann schon sein! Ich weiß es nicht mehr so genau!
„Es war so! Na, nun drehen wir mal den Spieß um.
Wenn die englische Seeherrschast gebrochen, wenn England niedergerungen, dann ist alles gut, wir reichen uns die Hände und sind wieder gute Freunde. Was meinen Sie dazu? Hört sich das.nicht auch ganz schön an?"
Douglas lachte ärgerlich „Wissen Sie, Baron, ich geb's auf! Mit Ihnen ist schlecht streiten. Ich ziehe doch den kürzeren. Hoffentlich ist es kein böses Vorzeichen."
XXIII.
Helen, Du mußt mir helfen! Ich muß hier fori!" Archbald Douglas kam ins Zimmer seiner Schwester.
. Sein Besuch war nichts Neues für Helen. Schon oft seit er wieder zu gehen vermochte, hatte er sich zum Tee oder auch sonst zu einem Plauderstündchen oben eingefunden.
Auch heute wieder saßen sie sich gegenüber. Helen be- meikte gleich, daß Archibald äußerst erregt und unruhig war. ' ö
Vorgestern hatte der Kreisarzt seinen Besuch abge- stattet, um sich über das Befinden des jungen Engländers zu unterrichten, und nun wartete Douglas täglich daraus, nach irgendeinen! Gefangenenlager oder nach einer Festung überführt zu werden.
„Du mußt mir helfen, Helen! Ich will fort! Nach Hause!" wiederholte er seine hastige Bitte.
, Holen sah in enffetzt an. Offenbar fürchtete sie, daß er seinen Verstand verloren habe.
„Du bist von Sinnen, Archibald! Fort von hier? Wohin?"
„Du hörst ja! Nach Hause! Nach London!"
„Und wie denkst Du Dir das?"
„Sehr einfach. Du machst eine Spazierfahrt mit mir und bringst mich nach der Bahn. Wir richten es so ein, daß gerade der Schnellzug durchkommt. Du fährst dann auf einem Umweg nach Hause, und ehe man hier etwas merkt, habe ich bereits die Grenze überschritten."
„Und mein Schwiegervater?" Helens Sttmnie zitterte.
„Der alte Herr fährt jeden Sonnabend nach der Fisch- bacher Oberförsterei und kommt dann nie vor acht Uhr abends heim. Ich habe schon lange darcnrs geachtet. Also geht es Sonnabends am besten."
, Helen hielt nicht mehr länger an sich. „Aber, Aichsbald. besinne Dich doch! Weißt Du, was Du mir da zu'nutest? Und glaubst Du wirklich daß ich Dein Verlangen erfülle?"
„Helen, Du mußt! Willst Du Deinen Bruder der Ge- fangenschaff übergeben?"
Sie sah mit weit geöffneten, erschreckten Augen ratlos Eher und heftete dann die Blicke bittend auf den Bruder. „Du quälst mich, Archie. Ich kann doch nichts daran ändern. Dir verlangst Unmögliches von mir."
„Nichts Unmögliches, Helen. Ich Hab Dir schon aus- ernandergesetzt, wie leicht es ist. Kein Mensch wird etwas merken."
„Versteh mich doch endlich. Archibald! Nicht darum handelt es sich, ob man etwas merkt oder nicht, ich kann nicht! Kann es vor mir selbst nicht verantworten -- und — und ich will es auch nicht!"
„So wenig also gilt Dir Deine Aamilie, Dein einziger Bruder! Ohne Besinnen überlieferst Du ihn dem Gefängnis! Denkst Du denn nicht ein einziges Mal an Mama an Papa?"
Fortsetzung folgt.
Aür bt*e so zahlreichen wohltuenden Beweise von Anteilnahme bei meinem großen, unvergeßlichen Verlust sage ich sogleich im Namen aller ttauernden Hinterbliebenen
meinen
wärmsten Dank.
Friedberg im April 1918.
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Tas versteigernde Holz ist an der Nummerstelle mit Brst " bezeichnet. Auskunft -r.-il-n F°rstwa«-Stcllv- r-i-r Rot Michelnau und Unterzeichnete Stelle. 0 äU
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