Ausgabe 
8.4.1918
 
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11 Jahrgang.

Unmmer 81 Monta g, de» 8. April 1 918

Dte .. 'c,ro vrtrceieihmo" erichemt leden Wertta^. Regelmäßige BeilagenDer Kaner ans Hessen",die Sptnrrstube". S-fttgspreis: Lei den Poftanstatten vlenellähriich Mk. 2.49 hinzu tritt noch das Bestellgeld: bei oen 'Agenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlobn. Anzeigen: Grund^ette 2b Pfg., lokale 20 Btg^ Anzeigen von auswärrs werden durch Poitnachnahmck erhoben. E n Uunason Friedberq. HchriMeitnng und Derlan vriedderg sHesien». mnauerllraße 12. Ferniprecher 48. Pssti ,eck-Loato Nr. 4859. Umt Frankfurt a. M.

UeKer 1 -00 Gefangene. Starke englische nnd frarnökiche Angriffe verlustreich für den Feind znsammengekrochen. Uvemarsch der Türken im Kaukasus. Wilson, der Grzhenchler.

Der deutsche Grneralstak meldet: -

Der österreichische Grneralstak ! meldet:

M. T. Großes Harrplqrmrtier, den

6. April. Amtlich.

Wien- 6. April (WTB.) Amtlich wird verlautbart: In Italien ließ die Gefechtstätigkeit wieder nach.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Oertliche Unternehmungen bei Bucquy und südlich von K-ebuterve brachten Gerangene mit zahlreichen Maschinen- tzowrhrsn ein. Ein englischer Vorstoß auf Pusieux scheiterte.

Auf dem Wesiufer der Ancre erweiterten wir im Angriff unsere Brückenkopsstellung beiderseits von Albert.

Südlich von der Somme lebhafte Feuerkämpfe und kleinere erfolgreiche Infanteriegefechte. Eisenbahnanlagen bei Amiens wurden beschossen.

Französische Angriffe in breiten Abschnitten zwischen Mo- teuil und Montdidier versuchten uns den Gewinn des 4. April zu entreißen: sie brachen unter den schwersten Verlusten zusam. men. -Nontdidier lag unter französischem Feuer.

Vor Verdun nahm die Kampftätigkeit der Artillerien an Stärke zu.

«

Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorf^

Abendbrricht.

Berlin» 6. April, abends. (WTB. Amtlich.) Von dem Schlachtfeld zu beiden Seiten der Somme nichts Neues. Fran­zösische Angriffe auf dem Westufer der Avre scheiterten.

Südlich von der Oise sind wir tn die feindliche Stellung bei Amigny eingedrungeu.

W. T. S. Großes Hauptquartier, den April. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

An der Schlachtfront entwickelten sich am Nachmittag hef­tige Feuerkämpfe, denen starke englische und französische Angriffe an der Ancre und Aor? folgten. In dichten Massen vorstür­mende englische Regimenter brachen nördlich von Beaumont- Hamel und vor unserer Brückenkopsstellung beiderseits von Al­bert zusammen. Südlrch von Viller-Bretenneux kamen bereit- gestellte Sturmtruppen des Feindes in unserem Feuer nicht zur Entwicklung.

Von anderen Fronten neu herangeführte französische Divi. fionen stürmten auf dem Westufer der Avre zwischen Castel und Mailly. östlich von Thory, bei Vantiguy und fünfmal bei Mes- nrl vergeblich an. Unrer schwersten Verlusten sind ihre Angriffe vielfach nach erbitterten Nahkämpfen gescheitert. Truppen der Armee des General o. Boehn griffen gestern früh die feind­lichen Stellungen auf dem Südufer der Oise bei Amigny an. Während sich Teile den Uebergang über den breiten, stark ver­sumpften Oise-Abschnitt erzwangen und die Vorstädte von Chauny erstürmten, nahmen andere Truppen im Angriff von Osten her die starken feindlichen Stellungen bei Amigny und im Nordostteile des Waldes von Coucy. Wir erreichten die Linie Bichancourt-Autreville am Nordrand von Varisis. Durch das überwältigende Feuer unserer Artillerie und Minenwerfer erlitt der Franzose hohe blutige Verluste. Bisher wurden mehr als 1400 Gefangene eingebracht.

Zur Vergeltung für die anhaltende Beschießung unserer Unterkünfte in Laon wurde die Beschießung von Reims fort­gesetzt.

Auf dem Ostufer der Maas brachte ein Erkundungsvorstoß bei Veaumont 70 Gefangene und 10 Maschinengewehre ein.

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2uftkarnpf wurden gestern 18 feindliche Flugzeuge ab- Scschossen. Rittmeister Frhr. v. Richthofen errang seinen 76., Leutnant Udet seinen 24 . Lustsieg.

Mazedonische Front

Im Vorfeldkampfe am Wardar und Doiran-See wurden einige Griechen, Franzosen und Engländer gefangen.

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Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Eeneralquartiermeister: Ludendorff.

Abendbericht.

Berlin, 7. April, abends. (WTB. Amtlich.) Aus dem Cüd- Afer der Oise brachte die Wirkung unseres Angriffes neue Er­folge. Pierremande und Folembray wurden ff e - Kommen ' «

Der Chef des Generalstabes.

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Wien, 7 April (WTB.) Amtlich wird verlautbart: An der italienischen Front nichts von Belang.

Der Ehef des Generalstabes.

Der bulgarische Grneralstak |[

-- meldet:--

Sofia. 5. April. (WTB.) Eeneralstabsbericht. Mazedonische Front: Im oberen Tale des Skumbi drangen unsere Patrouillen tn eine feindliche Anlage und brachten Ge­fangene von Effads Truppen zurück. Auf den Höhenstellungen im Cernabogen und im Westen von Dobropolje kurze feindliche Feuerangriffe. Im Süden von Houma war das Artilleriefeuer zuweilen lebhafter. Oestlich vom Butkowosee Patrouillen­gefechte, in deren Verlauf wieder englische Gefangene gemacht wurden. Im Vorgelände nördlich des Tahinofees zerstreuten wir durch Feuer mehrere Infanterieabteilungen und englische Kavallerie. Dobrudschafront: Waffenstillstand.

* L Sofia, 6. April. (WTB.) Generalstabsbericht. Mazedonische Front: Zwischen Ochrida- und Prespa-See be. schoß unsere Artillerie erfolgreich mehrere feindliche Sammel­punkte bei Bitolia. Im Cerna-Vogen und in der Moglena- Eegend nahm die beiderseitige Feuertätigkeit zu. An der un­teren Struma Patrouillenzusammenstöße. Im Cernabogen schoß Vizefeldwebel Ft feiler im Luftkampf ein französisches Flug­zeug ab, das hinter unseren Stellungen niederfiel. Dobrndschafront: Waffenstillstand.

Das türkische Hauptquartier [ - meidet:&

Konstantinopel. 7. April. (WTB.) Tagesbericht.

Palästinafront: Die Eefechtstätigkeit hielt sich in den üb­lichen Grenzen. Stellenweise etwas lebhafteres Artilleriefeuer.

Kaukafusfront: Im weiteren Vordringen nahmen unsere Truppen beiderseits des Wansees nach hartem Kampfe Wastan und Arnis. In Arnis wurden vier Motorboote. Kähne und mehrere Geschütze und Maschinengewehre mit Munition erbeu­tet. Die feindlichen Banden flüchteten unter zurücklasiung vie­ler Toten nach Osten. Sari Kamich ist von uns genommen. Im Nachtangriff wurde der Gegner aus seinen westlich der Stadt befestigten Stellung geworfen. Seine Verfolgung in der Rich. tung auf Kars ist ausgenommen. Unser Vormarsch auf Datum macht gute Fortschritte.

An den übrigen Fronten ist die Lage unverändert.

^ie Tauchbootmeldung.

Berlin, 5. April. (WTB. Amtlich.) Eines unserer Unter­seeboote hat unter der bewährten Führung des Oberleutnants zur See L o h"s den feindlichen Transportverkehr zwischen Frankreich und England durch Vernichtung von 6 Dampfern und zwei Seglern mit zusammen 22 000 Vruttoregistertonnen geschä­digt. Die Mehrzahl ver Dampfer wurde im östlichen Teil des Aerinelkanals versenkt. Es ist anzunehmen, daß ihre Ladung vorwiegend aus wertvollem Kriegsmaterial bestand. Unter den Schiffen waren ^rei große Dampfer von 46000 Tonnen. Narnentlich festgestellt wurden der englische TankdampferCe- quoya", 5263 Tonnen, und die französischen SeglerArvor" und Anna Avon ne".

Der Chef des Admiralstabs der Mariae.

Die Schlacht im Westen.

13 Kilometer von Amiens.

Berlin, 6. April. (WTB.) Der Avre - Abschnitt deckt Amiens im Siidosten. Am 4. April schob hier der deutsche An» .griff mit der Erstürmung von Tastet die deutschen Linien bis

auf dreizehn Kilometer an die wichtige Stadt heran. Bereit« feit mehreren Tagen liegen Amiens'--Bahnhöfe unter schwerem deutschen Flachfeuer. Um an dieser wichtigen Stelle das wei­tere deutsche Vordringen aufzuhalten, haben französische Trup- pen beiderseits der Avrc die Engländer abgelöst, deren Wider­standskraft die Franzosen nicht mehr voll bewerten. Ein Tei/ der französischen Trupen wurde in achtundvierzigstündiger un­unterbrochener Fahrt auf Lastkraftwagen aus der Champagne herangeführt und unmittelbar nach der Ankunft eingesetzt. Am 4 . April hatte auch der Feind einen Angriff geplant. Seit 4 Uhr morgens spien französische und englische Batterien ein rasendes Feuer aller Kaliber auf die deutschen Linien. Der deutsche Angriff kam der feindlichen Absicht zuvor. Verzweifel­ter Widerstand äußerst starker französischer Kräfte wurde trotz ihres heftigen Artilleriefeuers gebrochen. Die schlechte Sicht des Regentages begünstigte die Annäherung der deutschen Ba­taillone. Unter geringen Verlusten erreichten sie den Feind. Bereits gegen Mittag wurde der Ort Castel übe'-rannt Vor Einbruch der Dunkelheit wird der durch Drahtverhaue geschützte, mit Maschinengewehrnestern reich versehene Senecat-Mold ge­nommen. Nördlich des Waldes liegt ein französisches Lager. In panikartiger Flucht räumt es der Feind. In die voll Unordnuns zurückflutenden feindlichen Haufen reißt unser Verfolgungs­feuer blutige Lücken. Versuche, unter Einsatz von starken Kräf- len, die Deutschen in breiten Abschnitten zwischen Moreuil und Montdidier Über die Avre zurückzuwerfen, büßt der Feind un­ter hohen Verlusten. Die den Angriff begleitenden Tanks wer­den zusammengeschossen Von 8 französischen Divisionen wer­den Gefangene eingebracht. Auch südlich Grievesnes greift der Franzose an. Seine Sturmwellen Zerschellen entweder im oeut. schen Feuer oder werden im Gegenstoß zurückgeschlagen. Unter der andauernden französischen Beschießung Montdidiers wan­delt sich die Stadt in einen Trümmerhaufen.

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Berlin, G. April. (WTB. Nichtamtlich.) Am 5. April griff der Engländer, von Tanks unterstützt, beiderseits der-Straße Gommecourt-Puisieux mit starken Kräften an. Unter schweren Verlusten, die besonders an der Straße Bucquy-Puisieux außer­gewöhnlich hoch waren, wurden seine Sturmkolonnen abgewie­sen. In Kleinkämpfen gewannen die Deutschen Gelände und brachteii in dieser Gegend 3 Offiziere und 208 M/inn und eine große Anzahl Maschinengewehre ein. Auch westlich Hamel so­wie im Walde von Avolny wurden die deutschen Linien in hartem Kampfe vorgeschoben, wobei ebenfalls hundert Gefan­gene und zahlreiche Maschinengewehre in der Hand der Angrei­fer blieben. Unter den Gefangenen befindet sich ein englischer Brigadekommandeur. Bei den Kämpfen beiderseits Albert, die der Erweiterung der deutschen Brückenkopsstellung dienten, brachen gleichfalls englische Angriffe unter schweren Verluste« zusammen. Aus den Kämpfen am 4. und 5. April wurden über hundert Maschinengewehre und zahlreiche Minenwerfer einge­bracht. Die deutschen Schlachtflieger unterstützen in hervor­ragender Weise Angriff und Abwehr der Deutschen. Trotz Re- gen und tiefhängender Wolken stießen sie wiederholt bis auf 5 Meter herab und griffen init Mafchinengewehrfener und Bom­ben m den Erdkampf ein.

Berlin, 6. April. (WTB.) Aus den Kämpfen im Avrc-Ab- fchnitt: In ttüber gelber Flut fließt die Avre zwischen ver­sumpften Ufern. Jenseits von Merisel fitzt noch der Franzose. Auch den Kirchhof nördlich von Moreuil, der noch von Maschinen­gewehren starrt, hält er zäh. Morisel erzittert unter den Ein­schlägen der schweren Granaten. Das ganze Dorf ist tu eine Wolke von Rauch u»rd Staub gehüllt. Mauern krachen, Häuser stürzen ein. In wenigen Stunden ist der blühende Ort ein Trümmerhaufen. Zwischen den vom Feuer bestrichenen Zonen führen die deutschen Kompagnie- und Zugführer in raschen, ge­schickten Sprüngen ihre Sturmtruppen vor. Das Avretal liegt im Flankenfeuer französischer Batterien. Bald macht sich deutsche Unterstützung von Süden het gellend. Auf Notstege« wird die Avre überschritten. Bayerische uich mecklenburgisch« Truppen dringen gleichzeitig in Morisel ein.Mein Zug ist der erste in Morisel!" ruft ein Zugführer. Im nächsten Augen, blick streckt ihn ein Kopfschuß nieder. Schon sind die Franzosen im Weichen. Die Bayern ersteigen die Höhen westlich des Dor­fes. Ein Regiment Mecklenburger, von einer Feldbatterie ge­folgt. stoßt unbekümmert um das, was rechts und links noch stairdhält, in das Avretal vor. Ihr Stoß schafft den südlich von ihnen kämpfenden Bayern Luft. Durch vier feindliche Stellun­gen brechen sie sich Bahn und haben gegen Abend den Senecat« wald erreicht. Die Besatzungen der dorttgen feindlichen Ma­schinengewehrnester n^chren sich mit änherster Hartnäckigkeit.