Dummer 78
Donnerstag» den 4. April 1918
11. Jahrgang.
Neue Tageszeitung
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Adgemlelene Angriffe. — Die Höhe südwestlich Morenil durch Handstreich genommen. Landung deutscher Truppen in Finnland. — 19000 Tonnen versenkt.
75. Knftsteg Freiherr v. Dichthofens.
Der deutsche Generalstak = meldet: ---
M. T. K. Großes Hauptquartier, deu 3. April. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Zeitweilig lebhafter Feuerkampf bei und südlich von Lens.
An der Schlachlfront blieb tagsüber die Gefechtstätigkeit auf Artilleriefeuer und Erkundungsgefechte beschränkt. Ein nächtlicher Vorstoß englischer Kompagnien gegen Ayette wurde tm Gegenstoß abgewiesen. Mit stärkeren Kräften griff der Feind am Abend zwischen Marceleave und dem Luce-Vache an. Er wurde unter schweren Verlusten zurückgeworfen. Durch Handstreich setzten mir uns in den Besitz der Höhe südwestlich von Moreuil.
Die Zerstörung von Laon durch französische Artillerie dauerte an. Vor Verdun und in den mittleren Vogesen lebte die Artille- rietätigkeit aus. Südwestlich von Hirzbach brachte ein erfolgssicher Vorstoß Gefangene ein.
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Rittmeister Freiherr v. Richthofe« errang seinen 75. Luftsteg.
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Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalqnartiermeister: Ludendorff.
Abendkericht.
BerN», 8. April, abends. (MTB. Amtlich.) Von dem Schlachtfelds in Frankreich nichts Neues.
j Der österreichische Generalstak z== meldet: ..=
Wie«, 9. April. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Im EtschtaL wurden italienische Erkundungstruppen abgewiesen.
Der Chef des Ceneralstabes.
f Der knlgarilche Gcneralstak ||
•= meldet:
l. April. (WTB.) Generalstabsbericht.
Mazedoniscke Front: In der Gegend von Bitolia brachte eine Patrouille des Regiments Sofia französische Gefangene tim Im Cerna-Bogen und östlich des Flusses bei Tarnowa beiderseits kurze Feuerübersälle. Zu beiden Seiten des Mardar nahm die Artillerietätigkeit zu. Lebhafte beiderseitige Flieger- tätigkeit. Mir schossen durch Geschützfeuer ein feindliches Flugzeug ab, das südlich vom Doiran-See niederfiel.
Dobrudschafront: Waffenstillstand.
Wüche ^r!rppeli!g!!h!!.!;i m finiiliinä.
Berlin, 3 April. (WTB. Amtlich.) Teile unserer See- preitkräfte haben heute morgen nach, beschwerlichem Marsche durch Els- und Minenfelder die für die Hilfeleistung ln Finnland bestimmten Truppen in Hangö (Südfinnland) gelandet.
Der Chef des Admirolftabs der Alerine,
19000 Tonnen versenkt.
Berlin, 2. April. (WTB. Amtlich.) Neue U-Vooterfolge lm Sperrgebiet um England: 19 000 Vruttoregistertonnen.
Durch dre Versenkungen wurde hauptsächlich der Kriegsmaterialtransport des Feindes im östlichen Teile des Aermelkanals betroffen. Vier tiefbeladene, bewaffnete Dampfer sielen dort einem unserer Unterseeboote unter Führung des Kapitänleut- nants Mahner zum Opfer. An der Ostküste Englands wurde ein armierter Fischdampfer, wahrscheinlich ein Vemachungsfahr- -eug, von einem U-Boot in einem Artilleriegefecht in Brand geschossen.
Der Chef des Ubmiralsta-s der Moriue.
Die Schlacht im Westen.
Die Atempause.
Berlin, 3. April Während der seit einigen Tagen im Westen eingetretenen Kampfpause haben sich die Engländer und Franzosen immer wieder in nutzlosen Gegenangriffen verblutet und ihre Verluste ins Ungeheure gesteigert. Dagegen haben örtliche Erfolge die Deutschen in Besitz wichtiger Höhenstellungen auf dem westlichen Avreufer gebracht. Größere Kampfhandlungen spielten sich zurzeit auf dem Schlachtfelde im Westen nicht ab. Dies ist nur natürlich. Nach so gewaltigen Schlägen wie die der letzten Woche mußte eine Kampfpause eintreten. um die weiteren Entscheidungskächpfe vorzuberelten. Auch bei den früheren Offensiven hat die deutsche Oberste Heeresleitung so verfahren. So folgte dem Durchbruch bei Eorlice, nachdem der San erreicht war, eine längere Pause, nach deren Ablauf ein umso kräftigerer und erfolgreicherer Ansturm losbrach. Das gleiche trat in Italien nach der Erreichung der Tagliamento- Linie ein. Eine methodische Kriegführung hat bisher die deutschen Erfolge stets gewährleistet.
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Der Kriegsberichterstatter Hermann Katsch berichtet mehreren Berliner Blättern aus dem Hauptquartier vom 1. April: Wer den Sieg hat. hat das Schlachtfeld und wer das letzte Feld behauptet, zählt die, die darauf liegen. Mit der Waffe besiegt, will jetzt durch Worte der Feind an unserem Siegeswillen und unserem Vertrauen rütteln durch aufdringliche Funksprüche, die unsere großen Verluste immer wieder behaupten. Nack den gewissenhaften Ermittlungen des Generalstabs sind unsere Verluste im Durchschnitt erfreulich gering. Unsere planvolle Führung und die Kopflosigkeit der feindlichen, die unvorbereitete Truppen in den Kampf warf, bürgen dafür, daß bei uns möglichst viel unter möglichst geringen Opfern erreicht wird. Kampf kostet Opfer, Sieg auch, aber der weitausschauende Feldherr, der mehr erreichen will als Augenblickserfolge, schont seine Kräfte. Co ist auch die Atempause in der großen Schlacht lediglich auf Befehl der deutschen Heeresleitung, nicht auf feindliche Erfolge zurückzuführcn. Bahnen muffen in Ordnung gebracht, Verpflegung und Munition müsien nachgeschafft werden. Da gibt es einen kurzen Halt. Regen und Sturm können den Fortgang der Kampfhandlungen etwas verzögern, aber der Feind wird es bald merken: Es geht weiter!
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Ueber die Vorbereitung zur Entscheidungsschlacht meldet der Berichterstatter des Londoner „Daily Chronicle" von der Westftont: Der Feind ist mit dem Antransport von schweren Geschützen, Flugzeugen und mit der Neugruppierung seiner Streitkräfte besckdtigt. Enorme deutsche Streilkräfte haben sich
I zur Schlachtfront in Bewegung gesetzt
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Noch im Anwachsen.
Bafel, Z. April Die „Morning Post" meldet von der Front: Der Riesenkampf ist noch im Anwachsen, und die Entscheidung kann sich noch lange hinausziehen, wenn nicht der ungeheure Kräfteverbrauch aller Kriegführenden einen vorzeitigen Zusammenbruch herbeiführt. Es fei gar kein Zweifel mehr, daß der Riesenkampf im Westen auf eine entsprechende Entscheidung, unbekümmert um die Opfer, zudrängt.
Genf- 3. April. Aus Paris wird gemeldet: Die Städte und Bezirke Rouen. Avre und Dieppe wurden in die Kriegsgefahrzone eingezogen.
Amiens und Compiegne.
Genf, 3. April. Die Pariser Zeitungen vom Dienstag/abend melden zensuriert die Fortdauer der schweren deutschen Artilleriebeschießung auf Amiens. Auch die Orte 15 Kilometer hinter der Front liegen unter schwerem deutschen Fernfeucr.
Die Pariser „Oeuvre" schreibt in einem von General Ber- reaux gezeichneten Artikel, die französische Verteidigung in: Kampfgebiet sei gelähmt, weil man über die Reserven weder zu früh, noch zu spät verfügen dürfe, angesichts der Tatsache, daß der Feind zu einem neuen gewaltigen Schlag sich vorbereiten und auf anderen Frontabschnitten zum Halbkampf voroehen kann. Jedenfalls fei weder Amiens noch Compiegne jetzt vor einer deutschen Ueberrumpclung sicher.
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Die deutsche« Tuuks.
Rotterdam. 2. April. Ueber die großen Tanks, die in der . Schlacht im Westen verwendet werden berichtet Reuter: Die
Deutschen haben drei Arten von Tanks. Die erste Art sind diejenigen, die der englischen Armee abgenommen worden find. Die zweite Art ist kleineren Umfangs und läuft wesentlich ge» räuschloser. Cie sind stark bewaffnet und stark gepanzert. Die dritte Art, die sogenannten Landkreuzer, find besonders große Tanks. Die kleineren, schnellen Tanks, sind 26 Fuß lang. 10 Fuß breit und 11 Fuß hoch. Die Landkreuzer sind 45% Fuß lang, 13 Fuß breit und fast ebenso hoch. Die Bewaffnung besteht aus Kanonen, Maschinengewehren und Flammenwerfern. Besonders die Flommenwerfer erhöhen die große Zerstörungskraft der Tanks. Wie es heißt, sollen die Mannschaften dis Tanks hermetisch verschließen können, wenn sie durch Gaswolke» fahren.
Aufgeriebene englische Divisionen.
Berlin, 3. April. (WTB.) Bis zum 24. März einschließlich» waren in dem Sammellager der südlichen deutschen Angriffs, armee von nachstehenden englischen Divisionen an Gefangenen eingebracht:
Von der
14.
Infanterie-Division
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Offiziere
4079
Man»
18.
78
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4094
30.
83
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36.
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61.
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56
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2298
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Zählt man zu dieser hohen Einbuße an Gefangenen die sehr schweren blutigen Verluste hinzu, so bleibt auch von diesen 5 englischen Divisionen nicht viel übrig. Aehnlich werden die Verluste bei vielen anderen Divisionen des Feindes sein, der bis jetzt im ganzen 75 060 Mann an Gefangenen eingebüßt hat.
Die wahre« Barbaren.
Berlin. 3. April. (WTB.) Ebenso schwer wie die französische und belgische Bevölkerung täglich unter der brutalen zwecklosen Beschießung durch Engländer und Franzosen leidet, was erst kürzlich wieder durch den erschreckenden Vorfall in Laon kraß zu Tage trat, muß auch die französische Bevölkerung des von den Engländern besetzten Landes unter deren Druck seufzen. Die Dörfer zwischen Ancre und Avre wurden kurz vor den: Eintreffen der Deutschen geräumt: nur Kranke, Greise, hoffende
Frauen und Mütter Neugeborener blieben zurück. Nach ihren Aussagen wurde die Räumung der Dörfer am 33. und 24. Mär» durchgeführt. Englische Polizisten erschienen in den Häusern und forderten die Bewohner zum sofortigen Verlassen ihrer Heimstätten auf. Ihnen wurde weder Zeit gegeben, den Hausrat milzunehmen, noch irgendeine Verkehrsgelegenheit zur Verfügung gestellt. Zu Fuß mußten sie weinend und widerstrebend Haus und Hof Hals über Kopf verlaßen. Dieses unmenschliche Verfahren steht im schroffen Gegensätze zu der Wegschaffung französischer Einwohner im Jahre 1917, wo die Deutschen den ärztlich begleiteten Einwohnern mit reichlichen Lebensmittel» versehene Züge zur Verfügung stellten und besonders der Abbeförderung der Kranken und und Schwachen weitgehende gesundheitliche Vorsorge widmeten.
Wie stets bei allen Kämpfen der Engländer mußten auch jetzt wieder ihre Hilfsvölker aufs schwerste bluten. Sie wurde« immer an den Brennpunkten der Kämpfe eingesetzt. Die kana* dische Neiterbrigade, die nördlich Morenil angriff, wurde durch deutsches Feuer fast bis zum letzten Mann vernichtet.
Die MüM linlrrrv WßmtkMk.
Während der letzten Loge des vorigen Monats schränkten tiefhängende Wolken, Regen und Sturm di«: Tätigkeit der deutsck)en Luftstreitkrüste im wesentlichen ur.fi Naherkundung über dem Schlachtfelde und Bekämpfung vo>Ü Erdzielen in und hinter der Kampflinie. Beide Aufgabe?^ wurden erfolgreich gelöst. Unsere Ballone waren an ein-j zelnen Tagen bei Windstärken von über 20 Sekundenmetcra in der Luft, um den Verlauf der Kampfhandlungen zu überwachen und das Feuer der eigenen Artillerie zu leiten.' Wichtige Bahnhöfe, besonders Compiögne und Lonfueau bei Amiens sowie Verkeh^Mittelpunkte und Truppenansamm< lungen hinter der feindlichen Front wurden in den Stunden günstiger Witterung wirksam mit Bomben angegriffen/ Der Hafenplatz und Etappenhauptort Boulogne erhielt i» der Nacht von: 1. zum 2. April Bomben schlversten Kalibers/ Günstigeres Wetter gestattete arn 1. April eine planmäßige Fernerkundung. Sie hatte eine sehr rege Luftkampstätig- feit zur Folge. 22 Flugzeuge und 5 Ballone de« Feindes'


