Grane Gefahren.
Roman aus der Gegenwart von M. Gontard - Schuck. 96) Nachdruck verboten.
Sie sab den Schatten auf seiner Stirn. „Das heißt natürlich, wenn Du erlaubst. Selbstverständlich habe ich hier nicht zu bestimmen."
Er fühlte die Bitterkeit in ihrem Ton und nickte ihr freundlich zu. „Ein ganz guter Einfall, Helen, und gern würde ich Deinen Wunsch erfüllen. Aber vergiß nicht — Dein Bruder ist zugleich Kriegsgefangener, und da ist es nicht so leicht, ihn hierher zu holen."
„Gefangener! Der arme kranke Mensch Gefangener! ^lber das ist ja schrecklich!" Entsetzt starrte ne ihn an.
„Ja, Kind, das ist der Krieg."
„Aber Archibald ist krank! Wie können sie ihn denn da aucb noch gefangen nehmen?"
„Du hältst uns nun natürlich für ganz grausame Barbaren. Aber es ist bei euch drüben genau dasselbe. Selbstverständlich ist Dein Bruder vorläufig krank — verwundet. Er wird behandelt wie unsere eigenen Verwundeten. Ist er aber so weit hergestellt, daß die Gefahr des Ausreißens, der Flucht besteht, dann rst er nur Gefangener. Er kommt in ein Lager oder nach, einer Festung."
„So dürfen wir ihn wirklich hier nicht gesund pflegen? Der arme, arme Mensch!"
Dem alten Herrn tat sie leid, die kleine Frau.
„Na. wir können ja immerhin den Versuch machen. Ich werde an Regina schreiben, und wenn Herr Doug'.as stin Ehrenwort verpfändet, uns keine Unannehmlichkeiten ?u machen — selbstverständlich müßte ich mich auch für ihn verbürgen, wenn ich ihn mir hierher bringen lasse —, ein- lichten läßt es sich wohl. Ich werde noch heute an maßgebender Stelle anfragen."
„Ich danke Dir herzlich, Papa."
Bitte, mein Kind. Es ist selbstverständlich, daß ich xtt D einen Wunsch erfülle. Vor acht bis zehn Tagen wird natürlich cm eine Reise nicht zu denken sein."
Bei sich dachte er: Ich kann das Versprechen ruhig geben. Bis dahin ist uns wohl längst ein Mächtigerer zuvorgekommen. —
Doktor Littmanns Voraussage war nicht eingetrosfen. Archibald Douglas befand sich auf dem Wege der Besierung. —
Seit zehn Tagen lebte er bereits auf Dannenberg, und seine Genesung machte unter der guten aufmerksamen Pflege rasche Fortschritte. Für den alten Herrn war es ein starker Strich durch die Rechnung gewesen, aber er hatte sein Wort gegeben, und ein deutscher Mann hält fern Wort. Er hatte dem Urteil Reginas vertraut, nach dem der Verwundete seine Verletzungen nicht überstehen würde, und mußte nun sein Versprechen einlösen.
Mit Widerstreben! Warum sollte es der Mann bester als Tausende der Unseren, die elend in Feindesland schmachteten^
Dazu gehörte er noch jenem Volk an. das nach Werkheims fester Ueberzeugung zu diesem blutigen Ringen das letzte und schwerwiegendste Wort gesprochen hatte.
Aber Helen bat so sehr, er konnte nicht so hart sein — kurz und gut. er gab ihren Bitten schließlich nach.
„Sieh mal, Papa, es wurden doch auch Fälle von uns drüben gemeldet, wo Kranke und Verwundete sehr sorgsam behandelt worden sind."
„Das ist Pflicht jedes Kulturvolkes. Bei uns wird der verwundete Feind wie der eigene Kämpfer behandelt, das ist für uns das beste Zeugnis. Vor unseren Aerzten und Pflegern sind alle gleich. Das ist unsere Menschlichkeit."
„Du b'st sehr hart. Papa!" sagte Helen bitter.
„Gar nicht. Kind!"
„Aber es könnte doch der Militärverwaltung oder wer darüber zu bestimmen hat, ganz einerlei sein, ob Archie dort
c-, b-..I I ■■■■■■ ... ..
tfbct hier ist."
..Das soll ihnen eben nicht einerlei sein! Was berechtigt uns, als Ausnahme gelten zu wollen? Tun wir mehr für das Vaterland, als tausend andere? So etwas darf nicht sein! Wohin sollte das führen? Es ist mit Ausnahmevergünstigun- gen wie mit Ausnahmegesetzen — sie laugen beide nichts."
Helen hatte hierfür nun zwar ihre eigenen Gedanken, hütete sich aber, sie laut werden zu lasten. Warum — so dachte sie — soll mein Bruder nicht bester behandelt werden als ein gewöhnlicher Soldat! Ein Mitglied einer der ersten englischen Familien kann wohl erwarten, daß eine Ausnahme zu seinen Gunsten gemacht wird. —
Sie bat: „Laß ihn mir so lange hierher kommen, als er schwer krank ist. Ich nehme einen guten Pfleger für ihn. Zm Lazarett sind sie froh, wenn sie einen weniger zu betreuen haben."
„Wenn ich auch wollte, Kind, es ist nicht so einfach. Es hängt doch nicht stur von meinem Willen ab. Ich sagte di: schon, daß dein Bruder Kriegsgefangener ist. Zch muß ein Gesuch einreichen und mich für ihn verbürgen. Und dann weiß ich immer noch nicht, ob man meinen Wunsch berücksichtigt."
„Man ist sehr hart in Deutschland. Wenn Mann von Deinem Range bei uns um eine so einfache Sache bäte, man würde sie ihm ohne Besinnen gestatten."
„Ja, ja. Du bist nun mal unter die Barbaren geraten Aber tch bin trotzdem stolz, daß es bei uns nicht so ist wie bei Euch."
Schließlich jedoch hatten Helens Bitten den Sieg davongetragen und Archibald Douglas war nach Tannenberg geschafft worden. Aber nur für die Zeit der wirklichen Krankheit. —
So mißtrauisch nun auch der alte Herr der unerwünschten Einquartierung entgegengesehen hatte, so höflich und zuvorkommend behandelte er den Gast, nun er einmal in seinem Hause weilte.
Sah er in ihm doch außer dem gehaßten Feind auch Helens Bruder.
»^orttetzuna lolat
Bei den schweren Kämpfen im Westen erlitt nach 3%iä£)iicjec treuer Pflichterfüllung am 28. März mein heißgeliebter Mann, unser guter Bruder, Schwager, Schwiegersohn und Onkel
Leutnant d.R.
bei einer schweren Kanonenbatterie
im 39. Lebensjahre den Heldentod und ist zur himmlischen Ruhe heimgegangen.
Friedberg, Mühlheim a. d. Ruhr, im April 1918.
In großem Schmerz:
Maly Hake geb. Fertsch
Direktor Wallmann und Frau Mimy geb. Hake Bankdirektor Plett und Frau geb. Hake Fritz Nollcnsmann und Frau geb. Hake Tony Hake
Frau Kommerzienrat Fertsch und Söhne.
Beileidsbesuche dankend verbeten.
Brief- u. Paket-
Siegellack
in rot, braun und schwarz empfiehlt
Friedr. Strecksutz,
Friedberg
Habe ab Dienstag, den 2. April in meiner Stallung einen größeren Posten gute
Ferkel
zu verkaufen.
Achminkhändlkr
FrikLdrrg.
Verkaufe
7 jährige schwere englische
Fuchsstute
ein- und zweispännig gefahren, u. a. Garantie.
Anfragen sind zu richten an tue Geichäftsstelle der „Reuen Tages- *e tunq".
Holzversteigertmg.
Freitag, len 5. April d. Is. kommen im ltzsi^er ts'culchndev wald in den Diftrikren 9. 10 und 16 zur Vernebelung.
68 Stangen i>. Klaste 166 * III. „
70 .. IV. Z
6 rm Eichenicheil 42 rrn<Eichenknüppel 750 Stück Eichenwellen 11 rm Buchenschett 21 rm Buchenlnüppel 1250 Stück Buchenwrllen 10 rm Nadelscheit 52 rm Nadelknüppelholz 1020 Stück Nabelwellen.
Zusali menfunft vormittags 1 Uhr an der Hüttenmühle.
Köppern i. Taunus, 2. April 1918.
Ter Mirqermeister.
Winter.
Anna. Lindt
August Rudolf Kohlmeier
Verlobte
Weckesheim
I. April I9J8.
Friedberg
Das neue Schuljahr beginnt Moniag. den 8. April. Anmeldungen werden an diesem Tage morgens von 7—8 in dem neuen Unterrichtslokale (Großh. Augustinerschule. Eingang durch das Hauptportal) entgegengenommen. Da^ Zeugnis der zuletzt besuchten Schule ist vorzulegen.
An demselben Tage beginnt auch ein neuer Kursus für weibliche Angestellte und junge Mädchen, die in kaujm. Geschäften oder auf Büros beschäftigt sind. Anmeldungen hierzu sind schriftlich an den Leiter der Anstalt, Herrn Reallehrer Glitsch, zu richten.
Erste llnterrichtsstunde Montag Abend 7 } L bis 8 1 /, in der Großh. Augustinerschule.
Das Kuratorium.
Alcrh. Liiliiicr-LjilülmD!
billig zu verkaufen Friedbe rq. Augustinerstraße 15.
tmtijte bäume i iriiti kyitüHü
Eesckaitsstelle Frankfurt a. M., Kronvrinzenstraffe 41. (Kronprinzenbau.) — Fernruf Römer 42055 .
Sür«stunr>en Moma->, Sienstao, Donneistaa, üireitao, nachmjti-rqs 2 ~— Eeschästsrm,eigen in diesem Raum mit fii» "Niere Mitglieder; dieselben sind kostenlos, jedoch rnuß bei Ausgabe der Anzeige aus die Mitgliedschaft hingewiesen werden.
Säemaschine
1% Meier, 11 Rethen, und eine
lahrliare HMeiillchrihe
ut velkaufen. Beide Maschinen sind m ehr gutem Zustande.
Cchtijttaüi Leh'.', Petterweil.
Holzversteigcrimg
der Gräflichen Obersörsterei Laubach.
Dienstag, den 9. April, nach Zufammenk mft 10 Uhr am Man,garten des Reviers Tier ianen. aus: Zie ^elhütte gri en, Süßekops, Lampertstor und Wtldsrauberg: Scheiter rm: 435 Luchen 1. und 11. Kl., 1 Kirschbaum; Prii et rm: 523 Buchen, 1 Kirsch» bäum; Stöcke rm: 110 Buchen; Neiserprligel rm: 32 Buchen; Ne» er rm: 5.t3Buchen; Unoorge,e»ql aus: Lamperts or und Süße- köpf: Scheiter rm: 2 Apen, 4 Fichten; Priige» rm: 3S Buchen, 4 Eichen; Stöcke rm: 19 Fichten; Stammreiser rm: 182 Buchen; Reiser rm: 35 Buchen, 4 Eichen.
Blau unterstrichene Nummern werden nicht versteigert.
Auf der Schleinersmiihle kommt nur noch wenig Holz zum Ausgebot.
Einige Zentner
BettrRoltlenwi!
sind preiswürdig abzugeben bei
Uhrig, Löwenhof.
r
Zahn-Atelier Peter Metzler
Fernsprecher 220 . Friedberg j. H
Hanauer Str. 8.
Sprechstunden: Wochentags vor, 12—7 Uhr Sonntags „ 8—12 „
Eine frischmelkende
Saanenziege
mit Mntterlamm, sowie auch noch
» 20 Pfd. Rotkleesamen und 20 Pfd. Luzerne
zu verkaufen bei
Anton Stamm. Landwirt,
____ Kalbach b. Frankfurt.
Holzverstelgemmg.''
Montag, den 8. April d. Is., vormittags 9 1 /* Uhr anfangs,rd. fommeii im Ge,ß-Niddaer-Gemeindewald nachbenanntc Holziorti- mente zur Berstelgerung: "
8 Buchenstämme 38-48 cm Durchm. 5-10 m lang 6,75 fm 24 Erchenstamme 22-40 cm Durch»,. 5—14 m lang 11 fm 3 Krefernstämme 31-34 cm Durchm. 3-7 m lang 1,47 fm 7 Fich'enst. Schnittholz 31—34 cm Durchm. 3—12 m lang 3,31 fm 31.F chtenitamme 12-27 cm Durchm. 10—19 m lang 9,43 fm 317 Fichten-Derbstangen 30 fm 3 rm Erchen-Ilttchknüppel 3 rm Fichten-Nutzknüppel.
Zusammenkunft vormittags 9*/ 2 Uhr im Sturzkoppel an der Borsdorfer Grenze.
Geiß-Ridda. den 2. April 1913.
Grohh. Bürgernreifterei Keih-Nidda.
irind.
Zur Konfirmation
empfiehlt
Bücher und Kunstmappen
Buchhandlung Friedr. Streck,uß
Friedberg i. H.
Saaterlifcii«. Säofljafer
ausverlaust!
Vorrätig find noch:
Mmki SitötiuferWjiifit ml Tull^erßc
gegen Abgabe der Saatkarten. Wir machen daraus aufmerksam, daß wir nur an Regierungs-Bezirk Kassel und in den Kreisen Friedberg, Offenbach und Büdingen liefern dürfen.
Korahaus Hanau
Telefon Nr. 245, 246 und 247.
Ein fast neuer
. MdttkilM
sowie eine gebrauchte einteilige
Holzumlze
steht zu verkaufeck bei
Heinrich Appel,
Nieder-Florstadt.
werden durch meine
and) Bullenstähe,
lebncl!« NUix, bequem «nd sicher gehoOti |
Bezug durchTierSrzfe. Prospekte gratis durch
Dr.’Piaie. Brügge iw.


