Ausgabe 
28.3.1918
 
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Die .l'ene Canesreitung" exidjcmt ,eden Werllar. Regelmäßige Beilagen ..Ser Dauer an« Hellen".die Hpinnllube". Semgspveis: Be. den Poitanstalten vieneUührUch ML 2 4 S hinzu tritt noch das Bestellgeld; fei den Center monatlich 85 Big. einschließlich Traqerloim. Anzeigen: Grundcelie 2b Big.. loiale 20 i>ig^ Anzergen von auswans oetoen durch Dornachna^me erhoben. EciüUunosor, ^riedbera. Schriklleituna und derlax ^ciedbera l.5esisn). ^anaiiertraqe 12. -^eru vre t,?! ich Dr t, ,ek-5r rrs Itc. li,r <roiciurt a M.

Kummer 74

Donnerstag. den 28. Mär; 1V18

11. Jahrgang.

Langsam fortschreitender Angriff beidcrjciis der Somme. Die Gefangenrnzahl machst.

die Deute mehrt sich. 201)00 Tonnen versenkt.

Der deutsche Generalltali r^rr-rrr Meldet: ^r^rr-

W. T» B. Grotzes Hnttptqnartier» den 27. Marx. Amtlich.

Westlicher Kri^sschauplatz.

Die sm 28. geschlagenen englischen und französischen Divi­sionen suchten gestern erneut in dem unwegsamen Trichtergelände der Sommeschlecht unserem Vordringen Einhalt zu tun. Unser Angriff durchbrach die feindlichen Linien. Seit frühem Morgen begann der Feind auf breiter Front zu beiden Seiten der Somme zu weichen. Zäher Widerstand feindlicher Nachhuten wurde in scharfem Nachdrängen bezwungen. Nördlich vnd südlich von Al­bert erkämpften wie uns den Uebergang über die Ancre. Am Abend fiel Albert.

Südlich der Somme warfen wir den Feind »ach heftigem Kampf über Chaulnes und Lihons zurück. Roqe wurde erstürmt, Noyon in blutigem Stratzenkampf vom Feinde gesäubert.

Wir haben unsere alten Stellungen vor der Sommeschlacht Gon 1916 nach Westen an vielen Stellen überschritte«. Die Ge- fangenenzahl wächst, die Beute mehrt sich.

Artiveriekämpse in Flandern, vor Verdun snd in Lothrin­gen dauerten an.

«

Rittmeister Freiherr so« Nichthofen errang feinen 68. »nd 7y. Luftsieg.

/Hoff den andere« Kriegsschauplätzen nichts Neues. *

Der Erste Ge«eralg«artier»eifter: Ludeutzors^

Aberrdbericht.

Berlin, 27. Marz, abends. (MTV. Amtlich.)

Zu beiden Seiten der Somme sind unsere Armeen in lang- sa« fortschreitendem Angriff.

Der österreichische Generalstab I r._= meldet:'

Wien, 27 März. (WTB.) Amtlich wird verlautbart:

An der italienischen Front keine besonderen Ereignisse. Unsere Verbündeten errangen in Frankreich weitere große Erfolge.

Der Chef de, iöeneralsiabe».

Das türkische Hauptquartier jj e===s= meidet: = J

Konstantinopel. 27. März. (WTB.) Tazzesbecicht.

Paläftinafront: Bei Um Ilba und Chel-Der und zwischen Um el Laha und dem Iordanfluß wurden vorgehende feindliche Kompagnien zur Umkehr gezwungen. Die östlich vom Jordan nördlich und westlich oorgehenden feindlichen Kräfte wurden zum Stehen gebracht.

Kaulasusfront: Olti wurde von uns besetzt.

20000 Tonnen versenkt.

Berlin. 26. März. (WTB. Amtlich.) Unsere U-Voote ver­senkten im Aermelkanal und in der Irischen Sec 5 Dampfer und .mehrere Segler mit zusammen 20 000 Bruttoregistertonnen. Die versenkten Dampfer waren sämtlich tief beladen. Namentlich wurden festgestellt; Die englischen bewaffneten Dampfer ..Navi. gator" (3788 Bruttoregistertonnen),Tweed" (1777 Brutto- reglstertonnrn) mit Kohlenladung, der englische Segler ..Eliza Anne", die englischen FischkutterMargaret",Wave Sunrise" und der belgische Fischkutter 0266.

Der Chef de, Bdmiralstabs der Mariae.

Die große Schlacht im Westen.

Der Anteil der Luststrcitträsle.

y Berlin, 27 März An den siegreichen Großkampftagen der Schlacht zwischen Arras und La Fere haben unsere gesamten Luftstnillräfte hervorragenden Anteil. Während der Vorberei­tungen für die Durchbruchsschlacht trugen unsere Flugzeugbeob- achter, aller feindlichen Gegenwirkung die Stirn bietend, ihre Aufklärung lückmlos bis weih ins Hinterland des Feindes. Das

Netz seiner rückwärtigen Stellungen war im Lichtbild festgestellt der Verkehr auf Bahnen und Straßen peinlichst überwacht und so der deutschen Führung die Gewißheit verschafft, daß der Gcg. ner von dem unmittelbar bevorstehenden Stoß keine Kenntnis hatte. Die eigene Infanterie war durch Lichtbilder über jede Einzelheit der zu erstürmenden Kampfstellung des Gegners, über jedes Maschinengcwchrnest und reden Minenwerferstard unterrichtet. Eigene Iagdstrellkräfle hatten diese gefahrvolle Tätigkeit der Beobachter geschützt und den feindlichen Luftstrett- kräften den Einblick in unsere Vorbereitungen durch rücksichts­losen Angriff erfolgreich verwehrt. Als am 21. März der Nebel, der in den Morgenstunden jede Flugtätigkeit ausschloß, sich ver­zog, zeigten die gesamte'! Luststreitkräfte den gleichen unüber­windlichen Angriffsgeist wie die auf dem Schlachtfeld vorstür­mende Truppe. Die Iagdstreitträfte behaupteten ihre unbedingt Überlegenheit in der Luft. Cie schollen om ersten Angrifsstag allein sechs Fesselballone ab und brachten im Verlauf der wei­teren Kampftage bisher 93 Flugzeuge zum Absturz. Der 87. und 68. Luftsieg des Rittmeisters Frelherrn von Richthofen be­weist die oft bewährte Ueberlegenheit unserer alten Meister des Luftkampfes. Drei Abschüsse des Leutnants Mindisch an einem Tage zeigen daß auch der Nachwuchs an Leistungen nicht nach­steht. Starke Scblachtg^schwader begleiten, das erbitterte Feuer der feindlichen Maschinengewehre nicht achtend, in ganz gerin­ger Höhe die stürmende Infanterie. Cie brachten feuernde Bat­terien durch Wuriminen. Bomben und Maschinengewehrseucr zum Schweigen und rillen an den Hauptbrennpunkten des Kampfes die stürmende Truppe über die letzte feindliche Gegen. Wirkung nach, griffen die heroneilenden Kolonnen des Gegners aus 80 Meter Höhe an, zersprengten sie vor ihrem Eingreifen und brachten Verwirrung und Schrecken in den Rückzug des Geg­ners. Währenddellen waren unsere Beobachter im Flugzeug und Ballon schon wieder tätig, die neuen Artilleriestellungen des Feindes zu erkunden und sofort der Wirkung unseres eigenen wohlgezielten Feuers auszuliefern. Erkundungsslüge von Uber 1000 Kilometer Länge über die feindlichen Dahnen bis zu den Häfen des Kanals enthüllten die Gegenmaßnahmen des schwer getroffenen Feindes

Unsere Balkons leisteten der Führung wie der Truppe ganz besondere Dienste. Der 21. März wird in ihrer Geschichte ein ganz besonderer Ehrentag bleiben. Von frischem Drang nach vorwärts beseelt, folgten sie der Infanterie dichtauf im Hoch­transport. Trotz des schnellen Geländegewinnes blieben die Vallonbeobacbter so in der Lage, ununterbrochen die Stellungen der eigenen Truppe und die Kernpunkte des feindlichen Wider­standes der Führung zv melden. Trotz aller feindlichen Gegen­wehr auf einen Ballonzug allein wurden an einem Tage 50 Fliegerbomben geworfen verloren wir während der bis. herigen Schlachltage nur zwei Ballone. Auch die Flugabwehr­kanonen beteiligten sich vom ersten Angrifsstage an am Marsch. Kraflwagengeschütze folgten unmittelbar der stürmenden Truppe und sicherten im eroberten Gelände Flugzeug- und Ballonbcob- achter. Unsere Bomben-Eeschwader griffen in den Nächten vor und zwischen den Schlachttagen Bahnknotenpunkte hinter der feindlichen Front trotz des teilweise ungünstigen Wetters in großem Maßstabe mit Bomben an.

Auch die englischen Hcrfenorte Calais und Dünkirchen wur­den mit 10 650 Kilogramm Bomben belegt. Von besonderer Bedeutung ist ein Angriff auf eine Houpteisenbahnlinte hinter der Schlachtfront, der aus gawg geringer Hohe 36 Kilometer hin. ter der Front ausgefiihrt besonders gute Erfolge zeigte. Im ganzen wurden von den Bombengeschwadern in den vier Näch­ten 132 666 Kilogramm Bomben geworfen.

Die Hochfläche von Bapaume. Die Verluste.

Berlin. 27. März. (WTV.) In den ersten Tagen der deut­schen Offensive behaupteten die Feinde, der Angreifer habe nur taktische Erfolge erzlUt. Erst wenn die Hochfläche von Va- paume, die laut Henri Vidou imJournal" vom 25. März iso­liert wie eine Festung das Land weithin beherrsche und den Schlüssel des ganzen Vertetdigungsfystem nördlich der Comme bilde, von den Deutschen genommen sei, könne man von einem strategischen Ergebnis reden. Bapaume wurde bereits am 24. Mürz erobert.

Angesichts der fortgesetzten deutschen Siege, die die Gegner bereits zwangen, britische, französische und amerikanische Reser­ven von fast allen Fronten her eiligst in den Kampf zu werfen, versuchen die französisch-englischen Beruhigungsberichte die deut­schen Verluste ins Angemessene zu übertreiben. Sie vergessen die Erfahrungen der großen Durchbruchsschlachten, welche bewiesen, daß ein geschickter Angreifer weniger blutet als der Verteidiger. Auch jetzt übertreffen die gegnerischen Verluste die deutschen um rin Vielfache». Andernfalls hätten die Deutschen ihre nun schon ,

sieben Tage währende Offensive nicht fortsetzen können. Dezi, mierte Truppen durchstürmen keine 50 Kilometer tiefes. stärk, stens ausgebautes und zäh verteidigtes Gelände. Aber gerade dieser so hartnäckige Widerstand kostete dem Feinde Blut. In den eng massiert eingesetz en englischen Verbänden herrscht Ver­wirrung. Sie vermischen sich. Die geordnete Besehlsv.rleilung wird zur Unmöglichkeit. In heißen Kämpfen wird der Feind immer wieder geworfen. Seine frischen Reserven werden in die Niederlage bineingerisien. Unaufhaltsam aber dringt der deutsche Siegeslauf immer tiefer in das Herz des lcindlich-en Landes.

Der englische Rückzug.

Berlin. 27. März. (WTB.) Das alte Commeschlachtfeld i mit »einen zerstörten Städten, aufgerisienen Straßen, unzähligen Stellungen. Gradensystemen, Drahtverhauen und Ruinendör. sern liegt im Rücken der deutschen Anzrisfstruppen. Vor ihne» breitet sich französisches Land, das bisher von der Kriegsfuri« verschont blieb. Anders heute! Gleich Fanalen lodern an vie- len Stellen rote Brände zum Himmel empor. Durch besondere Kavallerlekommandos lallen die Engländer Wohnstätten und Fluren ihrer Bundesgenossen verwüsten, angeblich um den deut. schon Vormarsch zu hemmen, den gleichwohl sieben Taae lang weder Kanäle, F'üsie oder versumpfte Trichterzonen noch stärkste englische Befestigungen aufhalten konnten. Bereits liegen die wichtigsten englischen Bahnzentren und Stapclplätze St. Pol und Doullens unter schwerem deutschem Fernfeuer. Mit reich­lich erbeutetem englisck>en Pioniergerät und Material werden alle Straßenzerstörungen schnell wieder hergestellt. In Doziere- wurde neben wohkgefüllten Werkstätten viel rollendes Material erbeutet, darunter allein 20 Feldbabnlokomotiven. Imnier wie­der werden überall die schweren blutigen Verluste der Enalän- der festgestellt. Bei Noyon grenzen die khokibraunen Engländer- an die hellblauen französischen L-ichenfelder. Das Commeta? ist ein englischer Kirchhof. In einer Mulde bei Clery lag ei» völlig zusammengeschosienes Artillerieregiment mit 40 Geschützen

Eine französische Meldung über die e ^ Niederlage.

Laut der ..Zürcher Post" vercffer Nicht Havas unter dem 26. März folgende Note aus Paris' Die Engländer widerstehen heldenmütig dem ungeheuren Drucke der deutschen Divisionen, weichen aber Schritt für Schritt zurück auf dem von den Deut­schen im März des Vorjahres geräumten Abschnitte, der nur vorgeschobene Stellungen ohne großen takiischcn Wert enthält. In vollkommen geordnetem Rückzüge gewannen sie die erste große natiirl'che Stellung der Linie Vopanme-Pcronne-Somme- lauf, hinter welchem Ablchnitt sie sich weiter auf vorbereitete Linien zurückzvziehen beginnen. Es ist zu erwarten, daß der erste Akt der Schlacht, nämlich der Rückzug auf die vorher ge­wählten und ausgebauten Verteidigungsstellen sich vollständig entwickeln muß. bevor d'- zweite Spannung der Gegenwirkung beginnen kann. Der vorübergehende Rückzug ist infolge der furchtbaren Gewalt des deutschen Artillerieseucr -unvermeidlich geworden und wird nicht ohne beträchtliche Verluste an Mann­schaften. Gerät und Gelände vor sich gehen. Doch ist es eine Er- fahrung dieses Krieges, daß der erste Akt auf das Endergebnis der Schlacht keinen Einfluß hat.

Havas Neinlaut.

Bern. 27. März. Der Grundion der heutigen Havasnote ist dumpf. Daran ändern auch die üblichen Phrasen von dem de- wunderungswürdigen Widerstande der englischen Truppen, di« Auffrischung früherer Erfolge und die Herabminderung der von den Deutschen erzielten Fortschritte nichts. In der Havasnot« ist neu. daß die nach der Gegend von Noyon am 23. März beför. derten Truppen meist auf Lastkraftwagen herangeführt wurden, eine erneute Anwendung der seinerzeit von Gallieni während der Marneschlacht gebrauchten Methode, lieber die Stärke der zur Ablösung der Engländer in aller Eile herangeführten fran­zösisch-amerikanischen Reserven bietet die Havasnote keinen An­haltspunkt. %

Die tapferen Hessen.

Darmstadt, 27. März. (WTB. Nichtamtlich.) Tie Tarmstädter Zeitung" veröffentlicht folgenden Telegramm» Wechsel zwisclien Seiner Majestät dem Kaiser und dem G.otz» herzog von Hessen:

, Großherzog von Hessen. Königliche Hoheit, Darmstadt.

Ans dem Gefechtsfelde wurde Mir gemeldet, daß die Truppen der 25. Division in diesen Tagen wiederum Bor- treffliches geleistet und zu den schönen Erfolgen hervor«