Grane Gefahren.
Roman aus der Gegenwart von M. Gvntard. Schuck.
Raddruck verboten.
Der Befehl zum Auslaufen kam. In kurzen Ab- standen folgte das Surren der Luftschiffe. Nun war auch für dre geheimnisvolle graue Waffe die Zeit des Handelns gekommen. —
Während drüben die ersten Bomben fielen und der Trabt die Schreckenskunde an der Küste entlang und hinein ins Land trug, sollten sich die kleinen grauen Burschen an die sorgsam gehüteten Plätze heramchleichen.
Also. Volldampf voraus!
Die Offiziere wußten. daß mit ihnen noch vierzehn -ndei^e todesmutige Besatzungen die Fahrt wagten.
Sehen konnten sie einander nicht. Jeder verfolgte für sich seinen Weg.
Eine kleine Enttäuschung war e? für Werkheim, daß U 57 nach Dover beordert wurde. Viel lieber hätte er die Lbemse heimgesuckt. Aber was half's? Befehl ist Befehl! Und ein Soldat hat zu gehorchen. —
Langsam umfuhren sie die weit ins Meer vorgeschobenen Brecher, die die Reede von Dover schützten. Und nun kam das gefährlichste Strick Arbeit.
Im Hafen lagen zlvei größere Kreuzer — so batte ein Flieaer berichtet, der gestern einen Erkundnngsflug über dre Kreidefelsen gemacht. Auf diese beiden Kreuzer war es abgesehen. U 57 batte Befehl, sie zu torpedieren. Bis an dre Kreuzer heronzukommen, war das gefährlichste Stück Arbeit. In Abständen von einigen Sekunden wurde die freW Wasserfläche von einem ganzen Strahlenbündel hellsten Lichtes überworfen.
Aber trotzdem entkommen durften sie nicht. Wurde die Torpedierung vereitelt, flüchteten die Kreuzer hinaus ins offene Wasser, Jo wurden sie von den draußen harrenden Begleitern fünf an der Zahl — in Empfang genommen.
„Es ist nicht gerade viel zu holen bei diesem Ansflirg " sagte Werkheim zu Mittler. „Wenn uns die beiden entgehen wrrd nicht viel mehr zu machen sein, Es ist mehr ein moralischer Erfolg. Und der wird ungeheuer sein."
"d^öer ganz gewiß! Wenn erst einmal eins unserer Unterseeboote ein Schiff in einem englischen Hafen versenkt hat dann fühlen sie sich nirgends mehr sicher. Ganz Ena- lcmd wird zrttern." -
. ''^tung! Schiff klar zum Tauchen!" erklang mitten rot Gespräch der Befehl von Werkheims Lippen.
„Schiff klar zum Tauchen!" kam die Antwort zurück.
Vom Land her warf ein Scheinwerfer seine langen suchenden Strahlen über das dunkle Gewässer.
„Stopp!" v ,) -
„Stepp!" kam es unverzüglich zurück.
Mit den Nachtgläsern bewaffnet, standen die Offiziere am Turm und hielten scharfe Umschau.
„Die Kreuzer sind noch da."
„Aber dort! Was liegt dort noch?"
„Ern Zerstörer, wie mir scheint. Unangenehme Bei- gäbe."
„Den müssen sie erst heute hereingelegt haben."
„Na, sckradet nichts! Schließlich werden wir mit dem auch noch tertig. Wir warten jetzt noch einen Strahl ab und dann ran'"
„Taucken!"
Eben spielte wieder der arifklärende Strahl über da« Wnsscr. dock, das Boot befand sich schon im Schutze der
Unbemerkt kamen sie an dern Zerstörer vorbei und halten eben soweit eine günstige Schußrichtung erreicht, um dem zunächst liegenden Kreuzer einen Torpedo zuschicken zu können, als wieder der verräterische Strahl über das Hasser flog. Jetzt lag er sekundenlang auf einer Stelle und bestrahlte hell das emporliegende Sehrohr. —
Ah, man hatte sie also wirklich entdeckt. Schon wieder kam der leuchtende Strahl. Wie ein heller Lichtkegel lag pr aus dem dunklen Wasser. Unsere kübnen Helden ließen sich nicht beirren. Ebe sie da oben am Lande in wahnsinniger, verwirrender Hast zum Schüsse kamen, batte das Unters-v- beot dem zunächstliegenden Kreuzer einen Torpedo in die Flanke gejagt.
Doch schon ging der Höllentanz los.
^ Ununterbrochen morfen die Scheinwerfer ihre suchenden Strahlen über das Wasser. Ein wahrer Hagel von Ge° schossen ergoß sich aufs Geratewohl über den .<5afeu.
Der andere Kreuzer — gemäß strengen Befehl der Ad- miralität — suchte zu entkommen. Und U 57 konnte ihm nid)! folgen, denn U 5^ kämpfte um fein Leben.
9Bie eine wilde Katze fiel der Zerstörer über den kleinen tapferen Gesellen her. Der aber wehrte sich seiner Haut wehrte sich bis zur Verzweiflung.
Die Batterien an Land stellten ihr Feuer ein. Sie wußten nicht, ob sie Freund oder Feind trafen.
Ein Augenblick des Aufatmens. Der Zerstörer schien kampfunfähig. Beaann er nickt zu sinken?
Da traf ein Schuß das Sehrohr, das Auge des Unterfee-
bootes.
s-
Bekanntmachung.
Bestellung von Nährmitteln.
Gemäg §5 der Bekanntmachung über die Verbrauch-,, kege-ung der in die öffentliche Bewirtschaftung qenom- menen l'iahrmittel vom 21 März 1917 wird für die Stadt Friedberg folgendes bestimmt!
Es sollen ausgegeben werden:
I. mx brotgetreideversorgungsberechtiqte Kinder bis »u 12 Jahren (rote Karten)
aufdieMarke 38 der Nährmittelkarte 6 (rot) Suppen
" n fV 89 ..”. " " . ß ” Sago
~ >ur dre übrige brotgetreidsoelsorgungsberechtigte Bevölkerung (blaue Karten)
auf die Marke 44 der Nährmittelkarte C (blau) Graupen » » H 45 n „ „ 0 „ Teigwaren
Wer die auf ihn entfallende Ware — die genaue später festgesetzt — zu beziehen wünscht, hat unter Vorlage ferner Karte ffei einem hiesigen Kleinhändler bis zum 3. April eine Bestellung auszu- gevew Daberrst daraufzu achten, daß der Kleinhändler ^betreffende Bestellmarke abtrennt und auf der glelchzrffrigen Quittungs- und Bezugsmarke die Bestellung bestattcst. ^ Wer die vorgesehene Frist sür die Be- s.euunq nicht emhült, verliert den Anspruch auf die ihm LUstehende Ware.
Die Kleinhandelsgeschäfte haben die Bestellmarkrn aus die in Betracht kommenden Bestellboaen getrennt mnzukreben und an dem. dem Ablauf der Bestellfrist solgew- den Werktage, also am 4. Apttl an uns ein-.usenoen. -uchternyaltung dieser Frist zieht den Ausschluß des betreffenden Klei,Handelsgeschäfts von der Beteiliguna an dem Bertrreb der. Nährmittel nach sich. A
Lriedösr.q, den 25. März 1918.
Der sLellre'stretende Bürgermeister, (städt. Lebensmittel-Ausschuß)
__2. A.: Langsdorf.
»Wir sind verloren! Jetzt ist Schluß!'- schrie Mittler in den betäubenden Lärm hinein.
„Ach was! Nur wer sich selbst aufgibt, der ist der-
l/hw ,ft ! eU, i r[el - HE Schiss klar zum Stegen!" gab Werkheim den Befehl. „Sollen wir sterben dann wol- !en w,r wenigstens dazu sehen," sagte er grimmig.
In diesem Augenblick vernahmen sie einen kurM- ™ r ™ Knall von der Seeseite her. Allen Lärm und alles Ketose ubertonend, kam er in hundertfachem Widerhall von den Felsen zurück.
, „Aha! Die Kameraden sind an der Arbeit! Nun reie Bahn für uns," Jauchzend fast ries Werkheim es. Und „Volle Kraft voraus!" kam der Befehl. Und da unten an der Maschine wußten sie. daß es aalt!
Die Maschine mußte lausen, was sie hergeben konnte.
„Drauf, Schröder! Draus!" schrie der Ingenieur d»m Maschinisten ins Obr. „Und wenn wir jn die Luft gehen, denn können die Hunde sich wenigstens nicht rühmen, uns vernichtet zu haben!"
Der Mann, der den Hebel lenkte, sagte nichts. Die Mauckme raste wie wahnsinnig, aber ruhig wie ein Fels in der Brandung stand der Maschinist auf seinem Posten.
Oek und Wasser tropften ihm von Gesicht und Maaren, er rührte sich nicht. Wie in tollem Wirbel ging alles um ihn der, er stand wie aus Stein aemeißelt.
Wie lange? Er wußte es nickt! Minuten? Stunden? Ewigkeiten? —
Da kam der Befehl: „Halbe Kraft voraus!"
Ein tiefer Atemzug brach sich Bahn von den Lippen deS Mannes.
Es war geschafft! M"n war in Sicherheit!
Er wunderte sich plötzlich. Hatte er denn die ganze Zelt über gar nicht geatmet, daß 'dieser Atemzug so erlösend so befreiend ans der Tiefe kam? —
Werkheim wischte sich trotz der scharfen, kalten Luft dv* "vchweiß von der Sttrne.
Sie waren heraus, ziemlich außer Gefahr.
Draußen vor der Mole hatten die Kameraden vollends flar Schiff gemachck U 57 brauchte nicht mehr zu helfen und — hätte es auch nicht mehr gekonnt.
„Diesmal ging es aber verdammt hart daran vorbei!* saate Mittler, als sie draußen im offenen Wasser waren« „Der Schuß anss Sehrohr hätte uns beinahe den Rest gegeben. Aber — na. lasten wir'sl Die Hauptsache »st ja doch: Wir babeu's geschafft!"
„Und wir leben und atmen im rosigen Licht!'" ftnttfefcuno folot
Bekanntmachung.
Am .<6. März 1918 ist eine „Bekanntmachung Nr. M c 1. 18. K. N. A., betreffend Beschlagnahme, Enteignung und Meldepflicht von Einr chtunasgegenständen bzw. freiwillige Ablieferung auch von anderen Gegenständen aus Kupfer, Kupferlegierungen, Nickel. Nickellegierungen, Aluminium und Zinn", erlassen worden.
Der Wortlaut der Bekanntmachung ist in den Amtsblättern und durch Anschlag veröffentlicht worden.
L!c!ly. ßfiicra! oiunmnöo IN. Ülrnifffor^.
MW «ira«. traun nunuenni, s.D.
Eeschäilsstelle Franksuri g. M.. Kronorinzenstraße 41. (Kronprinzenbau.) — Fernruf rrömer42<Ur.
^ll'rsstunoen Äfomao. Dienstag, Donnersta". ireitaa, nachmitlaos »•n 2—4 U t. — Geichcistscm'.eiqen in dieiem Raum nur für Uttjere LNiLSiredcr: die eiben sind ko''enlos, ;edoch mutz dei ^lu,- Kabe der An eige aui die Mitgliedschaft hingewiesen werden.
Eene Nittg§lwal.ie ] Wenig gebrauchter
Iweiieilig n.it Fahrooctchtung. emuie Iah e in Eeöcauch, preiswert zu oerlau en bei
Brief- u. Pnket-
0 icacHfl 4
in rot, braun und schwarz empfiehlt
Friedr. Ctrecksuh,
Friedberg
ch Ehr ; Büccsheim, (
ünerlach, - berh.j
Grasmäher
..Nie Cormrck". Garan.ie wie neu, vtUig abzugeben de,
Jakov Ad. Seip,
_ Büdesheim.
ckinize Zentner
IMilhkr Ksikikrsaiük!;
sind preiswürdig abzugeden bei Ahr'g, Löwenhof.
Krünnnimachttug.
t ^ ^oloniatroarenrjänblei: wollen nach Matzvab;: der letzten Mdarjsanmeldung
BkstßjHeiU für We-Wß
«Fchsten ^ot miaa, den 30. März, vormittags von 10—12 llbr in unserem Eeschchtszirnmer m Empfang nehmen
UC rc * b S ^Elieferung gegen Vrolkatten-Avschnitt ,.Kanee-Er,otz" besorgt sein.
V.o'katten Abschnitt sind 259 Gramm Honce‘Lr,at 5 zu verab olgen, und uns die Namen de-
meben^ W ^testens bis 15. April auf
Fri vberg, den 20. März 1918.
Der stellvertretende Bürgermeister tstädt. Lebensmittel-Ausschuß)
2. A.: Langsdorf.
Säa.a.t«.]£i»ibseii
(rriine Folger oder Viktoria)
W m nt- A ekerbohnen
Sdat-Wicken
m bester Keim ähiqkeit zu den von der Neichsgetreidestells festqe- tc.sten Preisen sind gegen Einsendung der notwendigen Saatkarlen eryaittlch uti
Kornhaus Hanau, m
West alia, .sMeter m t Vorlarren. noch m outem Zustande, preiswert
ab u zebcn
M. Nofsnthal,
laildwirlschailliche Maschinen,
Eiehen.
werden durc'i meine
Vagina!- und BuUenstäbe
scbocll, bittig, bequem end sicher geheilt. Bezug durchTierSrzle. Prospekle gratis durch
Betr. Die Flei'chver or'un' filk die Bevöl erung der Friedberg.
pekrcn.limachnng
hierdurch bringe ich zur öffenv- Uchen Kenntnis, datz der Verlauf non 'j inb* r und joroi®
Wurst für rie e Woche der Öfter* eiei a^e wegen chon omTonncrss tag. drn 28 . ^^ärz 191 ^. von nache m tta s 1—8 ttdr in den säm^ lich n hiesigen Metzgerlöden statt» sinder.
Schweinefleisch gelangt diesmal ni.i t -ur A s obe.
Die vor gebende Verkaufszeit ist genau einmha! en.
Fnedder^. den 26 . März 181 & Der Bürgermei ter.
L. V.: Damm.
Luche zum 1 . Mai ein sie Biget
atberes
Mädchen
Frau Professor Werner,
Friedberg. Ech tzenra nslr. 18 .
1 Orchestrion
zu veriousen.
Zu ertragen in der Eeich'iftM stelle der ..Neuen Tages>eitung.^
Extra große Thüringer
^ Reiferbesen
zu verkaufen bei ' ! alle Sorten Viirsten, Besen,
August Kipp. Striegel, Toilette Artikel, Ockstadt. vrima Rasier- u. Toileite- seise. prima Linoleum- und
Ein guies
zu verkaufen.
Nleder-Rosbach- Hauptstr. 1
Parketlwachs alles in großer Auswahl.
Theobald Steinel
BUrsienfabrik
Friedberg. Kaiserstraße 117.
Jede Dame
findet
preiswerte
r% bi
8
i i
aus Seide, Woli- und Waschstoffett
»a? »esflo fBac8>ar<en
in denkbar grösster Auswalil _ im
FraaHfirfer ilusenhaus
Inh: 8. Wolf
Fernspr. 29 ^ I EElKi I x I. II. Kaiserstr. 77. Einziges Spezialhaus am Platze.


