Ausgabe 
26.3.1918
 
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Nummer 72 t , , _ Dienstag, den 2 «. M orr 1918 11 . Iayrgaug.

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erhoben. E Schrift! eitnrrg und Derlag Friedberq (Hessen), ^anaueritraße 12. Fermprecher 43. Valtj heck- Lanka Nr. 4359. l nr <ra il»urt a. M.

er »weite Sieg.

Bapaume genommen. Im stegreichen Uordringen zwischen Somme und Oise. 45000 Gefangene;

weit über 600 Geschütze, Tausende von Moschinrngewehren erbeutet.

Der deutsche Generalstak - meidet: --

i

M. T. K. Großes Kanplquartier, de« 23. Marx. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Kronprinz Rupprecht von Bauern hat mit den Armeen der Generale von Below (Otto) und von der Marwitz in dem ge- t wattigen Ringen bei Bapaume den Feind auss neue geschlagen.

Während die Korps der Generale von dem Borne, v. Linde- qntst und Kühne die starken Stellungen des Gegners nordöstlich von Bapaume in erbitterten Kämpfen durchbrachen, warfen von Osten und Südoftcn her die Truppen der Generale Grönert und Staabs den Feind Über ytres und Sailly zurück. Der zähe, durch frische Kräfte verstärkte feindliche Widerstand wurde in heftigen Kämpfen gebrochen. Reu hcrangefuhrte Divisionen und zahlreiche Panzerwagen warfen sich längs den von Bapaume aus Eambrat und Peronne führenden Straßen «nseren vorwärts­drängenden Truppe« entgegen. Sie konnten die Entscheidung nicht zu Gunsten des Feindes herbeiführen. Am Abend fluteten sie geschlagen in westlicher Richtung zurück. I« nächtlichem Kampf fiel Bapaume in die Hände der Sieger.

Heiße Kämpfe entspannen sich um Combles und die westlich' vorgelagerten Höhen. Der Feind wurde geworfen, englische Ka. vallerieangriffe brachen zusammen. Wir stehen nördlich der Somme mitten in dem Schlachtfeld der Sommeschlacht.

Der deutsche Kronprinz hat mit der Armee des «eaerals von Hutier den Uebergang über die Somme unterhalb von Ham erzwungen. Seine siegreichen Truppe« haben in erbitterten Kämpfen die Höhen westlich der Somme erstiege». Heftige Gegenangriffe endlischer Infanterie und Kavallerie brachen blu­tig zusammen. Die Stadt Resle wurde am Abend erstürmt.

Zwischen Somme und Oise haben die über den Crozatkanal vorg^drungenen Truppen noch spät am Abend des 23. 3. die stark ausgebanten und zäh verteidigten Stellungen auf dem Westusee des Kanals erstürmt. Zn heißem Ringen wurden Engländer, Franzosen und Amerikaner durch das unwegsame Waldgelände über La Neuville und Billquier-Aumont zurückgeworfen. Gestern ging der Angriff weiter. Französische, zum Gegenstoß angesetzte Infanterie- nnd Kavalleriedioisionen wurden blnttg zurück- geschlagen. In rastloser Verfolgung stießen die Generale von Conta und von Gayl dem weichenden Feind nach. Guiscard und Chauny wurden am Abend erobert.

Mit «eitttagenden Geschützen beschossen wir die Festung Bari».

Die blutigen feindlichen Verluste sind ungemein schwer. Die gewaltige Beute, die seit dem 21. ln unsere Hände fiel, ist noch nicht zu übersehen. Festgestellt sind mehr als 45 090 Gefangene, weit über 690 Geschütze, Tausende von Maschinengewehren, un­geheure Bestände an Munition und Gerät, große Vorräte an Verpflegung irnd Bekleidungsstücken.

An der flandrischen Front, östlich von Reims, vor Verdun und in Lothringen dauerten die Artilleriekämpfe an.

Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalquaetirrmeister: Ludeudorff.

Abcndbericht.

Bcrlin. 25. März. (MTB. Amtlich.» Abends.

Harte Kämpfe zwischen Bapaume und Peronne. Wir war­fen den Feind hier auf seine alten vor Beginn der Sommeschlacht *916 gehaltenen Stellungen zwischen Ancrc und Somme zurück.

Zwischen Somme und Oise sind unsere Truppen kämpfend im Vordringen.

Der österreichische Grneralstab === meidet: = -

®icn, 25. März. (WTB.) Amtlich wird verlautbart:

Im Westen vermögen keinerlei Gegenangriffe das Bördeln. Den unserer siegreichen Bundesgenossen zu hemmen.

Sonst nichts Neues

Der Chef des Generalstabe».

kr; -

18000 (Turnten versenkt.

Berlin. 24. März. (MTV. Amtlich.) Neue U-Boolerfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplatz: 18 000 Bruttoregister­

tonnen. Unter den versenkten Schiffen waren zwei Dampfer von je 5000 Vruttoregistertonnen. Namentlich festgestellt wurde der englische DampferBaygitand" (3073 Vruttoregistertonnen), der im Aermelkanal versenkt wurde.

Der Chef de» Admiralstab» der Mariae.

Die Schlacht im Westen.

Die große Schlacht dauert an. Harte Kämpfe brachen an vielen Stellen den verzweifelten Widerstand der tapfer kämpfen­den Engländer. Ihre Gegenangriffe verbluten im Feuer der deutschen Infanterie und Artillerie. Durch das wellige Ge­lände folgen die deutschen Kolonnen auf allen Wegen der fech­tenden Truppe. Mit einem Schlage sind die im jahrelangen Stellungskrieg erstarrten Massen plötzlich elektrisiert. Der ganze Vormarsch vollzieht sich in mustergültiger Ordnung nnd Ruhe. Jetzt kommt den Deutschen ihre langjährige Friedenserziehung und praktische Erfahrung zugute. Nichts überrascht Führer und Truppe. Sie, die durch den Winter Masurens, über die Elet» scher der Alpen gedrungen fitrd. kennen kein Hindernis. Ueber jedes Lob erhaben sind die Leistungen der verbündeten österrei­chisch-ungarischen und der deutschen Artillerien. Die deutsche Infanterie weiß, daß auch die schweren Batterien ihr auf dem Fuße folgen. Cie kann sich felsenfest auf ihre Schwesterwaffe verlassen. Kaum war Peronne genommen, als sie in dröhnen­dem Galopp auffuhr und abprotzte und todbringendes Feuer auf die vollgedrängten westlichen Rückzugsstraßen das abziehenden Gegners richtete. Offizier und Mann kennen das Gelände. Vertraut sind ihnen die Namen der Otte, Höhen, Kanäle, Bäche, Flüsse. Sie kennen die Beobachtungsposten aus den früheren Kämpfen. Sie grüßen die Wahlftatt wie ein altbekanntes Ma- irövergelände. Die Truppe wird nicht müde, sie rastet am Wege, schläft auf freiem Felde, zieht voller Siegesfreude und Siegeszu- verficht von Kampf zu Kampf.

Die ganze französische Front aufgewühlt.

Französische Blätter melden von der Front, daß das feind­liche Artilleriefeuer jetzt die ganze französische Front aufwühlt. Die Militärbehörden haben befohlen, soweit noch möglich, die Zivilbevölkerung aus Verdun fortzubringen. Die feindliche Ar­tillerie arbeite mit solcher Stärke, daß die ersten Linien in gelb- schwarzem Dampf liegen, was die Gegenmaßnahmen äußerst er­schwere.

Der Dkite dmWk Jikz.

Berlin. 25. März. (WTB.s

In der größten Schlacht des Krieges, die die Engländer selbst den Riesenkampf im Westen nennen, hat das britische Heer am 24. März bei Bapaume eine zweite schwere Niederlage erlitten. Ueber Bapaume, Peronne, Ncsle, Guiscard und Chauny hinaus ist der Feind geworfen. An einzelnen Stellen ist die deutsche Infanterie in ununterbrochenen harten Kämpfen bis zu 40 Kilo­meter vorgestoßen. Aus alten und eiligst ausgehobenen neuen Stellungen mußte der Feind der blairken Waffe weichen, an an­deren Stellen schoß ihn unsere Artillerie hinaus, oft vor der ei­genen Infanterie offen auffahrend. Deutsche Tanks, die sich vortrefflich bewähtten, und durch erbeutete englische Tanks ver­stärkt, hatten einen hervorragenden Anteil beim Brechen des tapferen feindlichen Widerstandes. Die heftigen Gegenangriffe frischer englischer, wie auch französischer Infanterie- und Kaval­leriedivisionen scheiterten nach heißem Ringen unter schwersten Felndverlusten und kosteten bei Guiscard und Chauny dem Feinde allein 100 Offiziere und 3500 Mann, 18 Geschütze und zahlloses Kriögsgerät. An vielen Stellen des weiten Schlacht­feldes häufen sich die Zeichen eines fluchtartigen Rückzuges und erinnern an die Katastrophe der italienischen Armeen am Isonzo.

Die englischen Rückzugsstraßen liegen unausgesetzt unter schwerstem deutschen Fernfeuer. Schon brennt den vorgchenden Deutschen erkennbar, der wichtige englische Bahirhof und Eisen, bahnknotenpunkt Albert, dem die südlich Bapaume vorrückenden deutschen Angriffskolonnen zustreben. Zahllose zu Gegenstößen eingesetzte britische Tanks, untermischt mtt zusammengeschossenen Mowrbatterien schwersten Kaliber« liegen zertrümmert in den Straßen. An einer Stelle liegt eine ganze Batterie mit 25 toten Pferd»«. Ungeheure Muttitionostapel von vielen hnnderttauscn-

den von Artilleriegeschossen türmen sich hier und da hoch empor Die Höhe Tausender genommener Maschinengewehre läßt sich noch nicht annähernd angeben und übersteigt alles bisher da. gewesene. Der unaufhaltsame Cturmlauf unserer unvergleich­lichen Infanterie läßt keine Zeit zur Zählung der gewaltigen Bestünde an Kriegsgerät, Lebensmitteln und sonstiger Beute. Außer den weit über 600 erbeuteten Geschützen wurden viele verschüttet oder außer Gefecht gesetzt. Die unerhörte Leistung der deutschen Armeen konnte nur erzielt werden von einer Truppe, die vollständig in der Hand der Führer aller Grade ist.

Drs Vorbrechen der deutschen Infanterie in dem dichten Nebelmcer zersprengte die gegnerische Befchlsgebmch. In allen Phasen der folgenden Kämpfe zeigte es sich, daß die englische Führung nahezu, völlig ausgeschaltet war. Vis zum letzten deut­schen Trainsoldaten wollte jeder einzelne Mann seinen Teil an den begonnenen Erfolgen haben. Es war, als triebe eine unsicht­bare magische Kraft nahezu eine Million Menschen dem großen Ziele der Erringung der Entscheidung zu. Durch das zum Teil kopflose Vorwerfen seiner Reserven, um sich gegen die drohende Gefahr von Norden Luft zu schaffen, hat der Engläudcr sein« Niederlage am 22. und 23. nur vergrößert. Das Beutefeld, über das die Deutschen vordrangen, stellt mit seinen unerhörten Men­gen Munition, Pioniergerät nnd Lebensmitteln einen Wert von ungezählten Millionen dar. Kaum wurde der leiseste Versuch gemacht, diese Bestände zu vernichten. Nur eine Armee, die sich vollständig geschlagen fühlt, kann das Kampffvld in einer sol­chen Gestalt dem Sieger überlassen. Hieran können auch die Be­richte der Gegner nichts ändern. Der Sieg ist und bleibt bei un­seren deutschen Waffen.

»

Die Beute des ersten Sieges.

Berlin. 25. März. (WTB.) Ganze Lager mit reichen Vor« rätcn find unversehrt in deutsche Hände gefallen. Was unsere« Infanterie hier an Bekleidungsstücken und Nahrungsmitteln vorfand, übersteigt jede Vorstellung. Daß all dieses gewaltige Material nicht vorher unbrauchbar gemacht worden war, erklärt sich nur aus der völligen Kopflosigkeit, die die englische Führung anscheinend bis in die untersten Grade ergriffen hat. Die tech­nisch taktischen Vorarbeiten, wie sie das ganze Schlachffeld auf­weist, lassen klar erkennen, daß der Engländer bis in die letzten Tage hinein versuchte, sein an sich schon raffiniertes Nerteidi- gunzssyftcm bis zur äußersten Konsequenz auszubauen. Das gilt in erhöhtem Maße von den unerhörten Munitionsmengen und zahlreichen Depots, die in unsere Hände fielen. Daß der Geg­ner von allen unseren Vorbereitungen bis zur Stunde des er­folgten Angriffs nichts merkte,, ist durch die Aussagen zahlreiche» englischer Offizier zweifelsfrei feftgestellt. Die Geheimhaltung der deutschen Pläne ist in mustergültiger Weise gelungen.

Die deutschen Tanks.

Berlin, 25. März. (WTB.) Den südöstlich von St. O.u tin kämpfenden deutschen Divisionen waren Tanks zugeteilt. Ds deutschen Sturmfahrzeuge haben sich glänzend bewährt; ihr» Schnelligkeit und Beweglichkeit wird überall gerühmt. Sämtlich« eingesetzten Wagen kehrten unversehrt aus dem Kampf zurück. Ihrem Eingreifen ist es hauptsächlich mit zu danken, daß der zähe Widerstand des Feindes, besonders der englischen Ma­schinengewehrnester, schnell und leicht gebrochen wurde. Di« Besatzung einer im Tal bei Urvillers gelegenen Betonkasern« wurde durch die Tanks sosort überwältigt.

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Ueue Beschießung von Paris.

Paris, 25. März. (WTB. NiMamllicb.) Die schießung Von Paris durch weittragendes Geschütz n heute früh 6 Uhr 50 wieder ausgenommen.

35 Kilometer Siciguttgshöhe?

Paris, 25. März. (WB.) Die PariserLiderte" meldet: In militärischen Kreisen glaubt man, daß es znxü wei - tragende Geschütze desselben Kalibers gibt, die auf Par ick schießen. Das letzte Geschoß auf Paris fiel um 11 Uhr b'J Min. ein.Jntransigeant" erklärt: Nach Berichten aus dem städtischen Laboratorium steigt das Gesct) 85 Kilometer hoch. Die Regierung boschlaH, daß im Falle des Bom- l^ardemeuts auf Paris durch weittragende dentscbe Gesckstitz« das ösfentliclie Leben fortgesetzt werden soll, ebenso wie der VerwaltiingS- und öffentliche Dienst und die Züge der litt-* tcrgrnndstraßenbahn normal weiter verkehren wenden, -Jedoch soll die Bevölkerung dttrch Tromel- und Pfeifen- fignale benachrichtigt werden. Veriammlungcn aus Ment«