Ausgabe 
25.3.1918
 
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Grane Gefahren.

Roman aus der Gegenwart von M. Gontard- Schuck.

61 J 1 Nachdruck verboten.

."Ni danke Dir, Liebling. Natürlich hast Du volle Freiheit Deines Willens, aber daraufhin will ich es gern wagen. Ich bin sehr froh über Deinen Entschluß, denn nun höre nieine zweite Neuigkeit: Donnerstag gehe ich wieder in See! Und zwar rate mit welchem Boot? Mit einem ganz neuen, ganz großen, mit U 57.. Eigentlich ist es fa noch halb und halb Geheimnis, aber Du darfst es jetzt schon wissen. Und überdies wird es bald kein Geheimnis mehr sein, dafür werde ich sorgen."

,Aber Fred! Und darüber freust Du Dich so? Ist es Drr denn gar nicht leid, daß Du so rasch wieder fort mußt?"

Verzeih, Lieb, das darfst Du mich nicht fragen. Des­halb wünschte ich ja so sehr, daß Du nach Tannenberg gchtst. .'ch sclxnde dann viel ruhiger. Und daß ich mich auf dieses Kommando freue, ist doch selbstverständlich. Denke doch welch eine Anerkennung darin liegt. Ich bin einer der jüngsten Unterseebootskommandanten."

"Tch kann mich nicht freuen. Du gehst in Gefahr, viest leicht in den Tod! Wie kann ich mich da freuen?*

Sei meine tapfere kleine Seemannsfrau. Ich gehe

nicht in den Tod. Ich glaub' an mich und Meinen Stern " J tT ? en ^"kte er Gott, daß sie keine Ahnung von der Große der Gefahr batte der er preisgegeben war.

Dann will ich mit Dir glauben." sagte sie innig und schmiegte sich an ihn. ..Heißt es nicht: Der Glaube kann Berge versetzen? Ich will mit Dir an Deinen Stern glaub-m damit Du wiederkommen mußt."

So ist's reckt. Eine echte Seemannsfrau darf über­haupt nicht daran glauben, daß ihr Mann je wegbleib^n kennte."

wollt ihr wirklich England mit euren Il°Booten obschnelden. wie jetzt gesckirieben wird?"

Er nahm ihren Kopf zwischen seine beiden festen Hände und sah lbr lackend in die Angen.Kleine Neugier! Da? wg rck ^ir nicht. Aber an ihren Taten sollt ihr ste er­kennen! Kennst Du den schönen Spruch?"

, Du! Daß soll wohl wieder mal ein Staatsge- helmnis sein, was ihr vorhabt? Und dabei pfeifen es die Spatzen schon von den Dächern."

M die Svatzen Meilen. Wir können's ihnen ja nicht

verbieten, .m nbnaen ist es nicht deutsche Art. von großen Taten ern halbes Jahr vorher zu sprechen. Das Vergnügen wollen wir Heiwn Wrayson oder Herrn Winston überlassen, rustr reden Nicht, wir bandeln."

Sie drohte ihm lächelnd mit dem Finger.Wer spricht vom Kneg? Wie ist's mit der Strafe?"

bat angefangen? Aber jetzt mal ernsthaft. Alw

fr"' 6 **" dah -r mrmnbe,

'ckvckt, Dick, abwbolen. M,r ist es leider nickst möglich. Dich

yinziwringen. ich kann keinen Tag mehr abkommen."

Aber Fred! Wo denkst Du bin? Ich bin dock, kein zehnjähriges Kind mehr. Ich nehme meine Jungfer mit und tonst brauche ich niemanden. Was aber soll mit dem Haiste werde n? Voraussichtlich bleibe ich doch länger.-

"Wir lassen die Köchin hier. Sie ist eine ältere Person, die macht keine dummen Streiche mehr. Dem Mädchen gib Lohn und Kost und schick es zu ihren Eltern. Du kannst dann ohne Sorge fortbleiben, solange Du magst."

Du sorgst für solange vor, Alfred! Einmal muß es doch wieder zu Ende gehen."

Er antwortete nicht auf die halbe Frage. Seine Augen blickten über sie hinweg wie in weite Fernen. Weit, weit sort^ über das ewig bewegte, ewig unruhige Meer/ Die Pupillen wurden starr und groß, und auf dem Grunde d<>r Augen lauerte es wie etwas Furchtbares, wie etwas Grauen­haftes.

Hastig fuhr er mit der linken Hand nach den Aug-n nnd preßte die Finger heftig gegen die geschlossenen Lider. Fest, so daß es schmerzte und bunte Lichter und Farben vor den Angen tanzten.

. Wollte er schon Geschautes verjagen oder zauberte ihm seine Einbildungskraft Bilder vor, die noch kommen sollten?

Helen beobachtete ihn besorgt. Was mochte es sein, das ihn plötzlich so stilnim mocfrte?

. "Du verheimlichst inir etwas. Fred! Ihr habt ganz be- stiinmt etwas Besonderes vor. Tu gehst irgendwohin, wo es sehr gefährlich ist mit Deinem großen neuen Boot, und oeshcstb willst Du mich auch fort haben."

Sw sah ihm angstvoll in die Augen. Ihre Phantasie cknf. ihr Plötzlich Schreckbiloer von nie geahnter Furcht- barkeit.

Unsinn, Kind! Mack Dir doch keine unnützen Ge- danken Ich mußte nur eben über etwas Nachdenken "

Schnell berilbiat lächelte üe ihn an.

Du hast mir auch immer noch, nicht erzählt, was man zu Deiner Meldung gesagt hat. Tu weißt ja. wegen Frau von Dünng."

Ich bah's immer vergessen. Kind. Der Kommandeur war sehr liebenswürdig. Er bat die Meldung dienstlich gar nickt angenommen. Er betrachtete sie als persönliche Erzäh­lung. Gedacht batte ich es mir ja. aber immerhin war es be'ser so. llebriaens ich wollte es Dir erst nicht tagen, aber vielleicht ist ß dock gut. wenn Du's weißt Frau von Dünng haben sie in.Hamburg gefaßt."

Sie stieß einen Ruf des Schreckens aus.C Gott, ote Arme. Leid kann sie mir dock tun."

Er zuckte die Schultern.Sie hätt' es besser haben können. Das Leben ihres Mannes hat sie mit zerstört. Herr von Du ring ist freiwillig von seinem Posten znrückgetreten und bat sich zur Linie gemeldet. Er geht als Pionier nach Flandern. Er sucht die Gefahr."

XIX.

Kapitä'nleutnant von Merkbeim war mit seinem neuen Boot^ unterwegs. Es war eine wahre Lust, m diesem schwimmenden Palast", wie er sagte, zu wirtschaften.

Zu seiner großen Freude bäte er fast alle Leute von 1 7 mitbekamen. Nur Doktor Gärtner war nicht hier. .Das ®rWff ist mir zu groß." sagte er scherzend.Ta sind' 'ch mitf nicht zurecht. Ich warte, bis die alte Sieben wieder fertig ist. Mit der vertrage ich mich am besten."

^ Aber sonst waren fast aste da. Mittler, Aßmann, der Ingenieur, Robrmeister. Maschinisten und so weiter. Alle

hingen mit wahrer Liebe und Begeisterung an fyrem ftom- ma n banten Sein erster Streich mit dem neuen Boot war lischen^ %m\te Frachtdampfers Durward an der eng-

Jetzt aber galt es einen weit ernsteren Schlag ®* ne N°"e von zehn Unterseebooten lagnweit detz Auslaufs ^ 0l,tet ° Uf ben Befehl Z»m

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Sur fe(6en Zeit, wenn die Luftschifflotte die Ostküste angnff sostten die llnterieeboote in den Hasen von Dover und in die Themsemündung hinein gehen.

Ein Nachtangriff sollte es werden. Und wenn er gelang?

Einmal in der Hoble des Löwen, einmal ibm zeigen daß er nirgends mehr sicher war. auch nicht m Zeinen nohh verwahrten Knegshä^en. und England würde bis in seine Grundfesten erschüttert.

Seit bald tausend Jahren hatte es vor keinem Feinde gebebt

Sie waren fett und zufrieden geworden, die reichen Eltylente. Sie regten sich nickt gerne auf.

Aber diesmal sollte es anders kommen! Die satte Be- hoglichfett würde endlich von den Gesichtern schwinden, die Anast. die Wut sie verzerren.

Werkheim stand mit Mittler am Kommandoturm. ..In London zerbrechen sie sich vergebens die klugen Köw- darüber, wo wir unfern Zufluchtsort am Kanal haben. Am liebsten möchten sie uns nattirlick wieder die Holländer ant den Hals hetzen und ihnen Vorreden, daß wir den Nbein herauf kommen." sagte Werkheim.

Eigentlich ist es ja auch ein Wunder, daß noch keiner der feindlichen Flieger hinter das Geheimnis unseres V^r- stecks gekommen ist."

Nun nahe daran waren sie ja oft genug. Aber ich glaube, die Sache ist zu einfach für sie. deshalb finden sie uns eben nicht."

Die Nacht war dunkel und sternlos, nur hier und da flog ein leichter hellgrauer Wokkenfetzen über den Himmel.

Alle Leuchtfeuer waren gelöscht. Schwarz lag die uw endliche Wasserwüste da. Nirgends ein Anfang, nirgends em Ende. Himmel und Wasser vereinigten sich in urgewal- tiger Unendlichkeit.

Auf ü 67 hielt man scharfe Wacht. Jeder Mann stand an seinem Posten und wartete auf den Befehl zum AuS- laufen.

Horch!" flüsterte Mittler plötzlich.

Durch die Luft surrten die Propeller eines Lufttchiffes. Aber so sehr sie auch die Augen ansttengten, nichts war zu lehon. Ein grauer Sitten, eine Wolke? Rasch wie der Gedanke war er vorüber.

Unheimlich! Nichts war zu sehen, und doch wußten sie. da oben trug man Tod und Verderben ins feindliche Land.

Forttetzimo lolat

Danksagung.

Für die wohltuenden Beweise herzliche? Teilnahme und der zahlreichen Kranzspenden bei dem Hinscheiden unseres lieben Ent­schlafenen

Sem RÄlkiis Ws

sagen wir unseren innigsten Dank.

Friedberg i. H.. den 25. März 1918.

Z» Samm dkr I tstraoerureii gintrrblirbrnrn:

|H Sinne äisolf geb. Klopp.

Osterueri; eh r 1918 t

Aste verfügbaren Beuiebsmittel müssen nach wie vor m erster Lin,e Heereszwecken und zur Bewältigung

nL?;L Ue,Ee[ f, bl T';- Lur den Personenverkehr s Oitern können daher besondere Vorkehrungen nicht ae<

£^ Den - Mi! Unzuiräglichkeiten aller Art. Zurück- bve.uen beim Re>>eantr,tr oder unierwegs must aerechnel weiden. Alle nicht unbedingt nötigen Reisen "mit der L-jenbahn musten unterbleiben.

Frankfurt (Main), im März 1918.

ÄöchW (SiiftiBii^übirpFüon.

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