Ausgabe 
25.3.1918
 
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Berlin^ 24. März. (WB.)' Der große Sieg im Weste« Kber die Engländer hat Erfolge erzielt, wie sie in der Ge­schichte dieses Krieges seit Beginn des Stellungkampfes von «der Entente niemals auch nur im entferntesten auf dem west­lichen Kriegsschmchlatz erreicht wurdeir. Die Offensive der Engländer bei Arms im April 1916 hatte eine Breite von '20 Kilometer, der englischfranzösische Angriff an der Somme im Juli 1916 hatte die doppelte Ausdehnung. Die Fran- Hosen griffen an der AiZne 1917 in 40 Kilometer Breite an. Die Angrrffsabschnitte der monatelangen englischen Ge- waltkämpfe in Flandern überschritten niemals den Raum Dou 80 Kilometer. Die Beute aller dieser Ententeschlachten betrug in den ersten Lagen nur ein einziges Mal als Höchstsumme 10 000 Gefangene. Während der ersten Sta­dien dieser Angriffe gelangten rveder Engländer noch Fran­zosen weiter als bis zum tm&etften Rande des- Tnchter- -geländes der deuffchen vorderen Stellung. Lediglich bei Cambrai hatten die Engländer einen zwar bald in eine Nie­derlage verwandelten Angriffserfolg von 7 Kilometer Liefe. Die viermonatige Uebermaterialschlacht in Flandern, in der 93 britische Divisionen kämpften und 1% Millionen der besten englischen Truppen eingebüßt wurden, brachte den Engländern einen Streifen Landes von 20 Kilometer Breite, der nur an wenigen Stellen eine Tiefe von über 6 Kilometer erreichte. Der Gesamtgeiändegewinn der fast ^jährigen britischen Kämpfe betrug doch nur 100 Qrradratkilometer.

An den Offensiven der vielfach überlegenen Feinde ge­messen, erkennt man erst recht die große Bedeutung des deut­sch! Sieges in der dreitägigen Schlacht tm Westen, die in kurzer Zeit einen Geländegewinn von rund 2000 Kilometer erzielte.

GGiitzem mit ilatiss.

Haag. 24. März. Reuter meldet aus Paris vom 23. März: Der Feind beschoß von morgens 8 Uhr ab jede Viertelstunde Mit einem weittragenden Geschütz Paris. 240 Granaten erreich­ten dte Stadt und die Vorstädte. 10 Personen wurden getötet und etwa 50 verwundet. Es wurden Maßregeln getroffen, um bas Geschütz zu bekämpfen. (Rach englischer Meldung beträgt gegenwärtig der kürzeste Abstand zwischen der Front und Paris mehr als 100 Kilometer.)

Paris. 23. März. (WTV.) Meldung der Agence Havas. Rach den letzten Meldungen hat das weittragende Geschütz, das Paris beschossen hat, aus einer Entfernung von 120 Kilometern gefeuert. Es war etwa 12 Kilometer von der französtschen Front ausgestellt.

Ein Tag des Schreckens.

Bern. 24. März. (WTB.) Die gestrigen Pariser Abend« Zeitungen enthalten bereits die amtliche Meldung über die Be­schießung von Paris durch weittragende Geschütze. Einzelheiten über den angerichleten Sachschaden dürfen nicht bekannt gegeben werden. Die Blätter werfen sehr viele Zensurlücken auf. Lon­doner Blatter berichten, während der Beschießung seien alle Geschäfte, Gastwirtschaften usw. geschlossen gewesen. Der Pari­ser Stadtrat habe eine Sitzung im Kellergeschoß des Stadthauses abgehaltem Das Bild der Hauptstadt sei das der Schreckens­tage im August 1914 gewesen. Der Kongreß, der heute in der Sorbonne zur Erörterung der Eisenbahntransportmittel- mW Cchrffahrtsfragen zasammentreten sollte, sei verschoben worden. Dte Pariser Zeitungen berichten, ihr Erscheinen sei durch das Ereignis verzögert worden. Die Nachrichtenagenturen haben teilweise ihren Dienst eingestellt. Die Ausführungen der Zei­tungen gipfeln in d;r Ermahnung, an die Bevölkerung, Ver­trauen und Kaltblütigkeit zu bewahren

Der Stand der frirdknsimlMdlllMl mit Kilniiinitll.

Brett», 23. März. Nachdem der neue rumänische Mini­sterpräsident Marghiloman nach Bukarest zurückgekehrt ist und in seinem Beisein die Vollsetzung der Friedenskonferenz gestern wieder ausgenommen worden ist nimmt man in politischen Kreisen an, daß enffprecherrd den im Präliminar­frieden festgelegteu Grundsätzen der Friedensschluß mit Rumänien unmittelbar bevorsteht.

Bukarest, 24. März. (WB.) Die Verhandlungen soivohl unter den Verbündeten sowie zwiscl)en den Verbündeten und Rumänien nehmen einen befriedigenden Fortgang. Eine wesentlicbe Annäherung in den noch nicht geeinten Fragen kann festgestellt werden.

Bukarest, 22. März. (WB.) Zu Vertretern für die Veelmndlungen sind auf rumänischer Seite der Minister des Aeußern Arion, General Lupescu und Oberst Mircescu ernannt worden.

Bukarest, 22. März. (WB. Der Minister des Aeußern Arion äußerte sich über seine Aufgaben wie folgt: Ich priife alle von den Mittelmächten genrachten Vorschläge polittscher, wirtfäxfftlicher und finanzieller Natur, um den Vorfrieden zu einem endgültigen zu wachem Ich hoffe, daß es gelingen wird, zu einem für Rumänien annehmbaren ehrenhaften Frieden zu gelangen, der keine Verminderung der Lebens­kräfte des Landes darstellt.

Rußland.

v Trotzki Krirgsmmister.

Berlin, 21. März. Der bisherige Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten, Trotzki, rst zun; Kriegsminister

ernannt worden.

w ^ ^ ^ Verbannung der Familie KowauoL?^ ^ v

Stockholm, 20. Marz, Aus Petersburg tmrd gemeldet: TrohkiS Ausschuß zur Verteidigung der Revolution forderte alle innerhalb der Kommune Petersburg lebenden Mitglie­der der Dynastie Romanow auf, die Stadt innerhalb dreier Lage zu verlassen.

Amsterdam, 20. März. Der Petersburger Korrespondent desDaily.Expreß" meldet, daß demobilisierte Soldaten in dem Städtchen Closkow (?) eine wahre Menschenschlächterei angerichtet hätten. Es sollen fünfhundert Personen der bes­seren Stände ermordet worden sein.

Demselben Korespondenten zufolge wurden zwölf Mit* glieder der Familie Romanow, darunter der Großfiirst Nikolaus Michailowitsch, von einem Befehl, demzufolge die Mitglieder der früheren Dynastie in entlegene Gegenden des Innern Rußlands verbannt werden, betroffen. Die mefften Verbannten sind vollständig mittellos.

~- *

Eine denNe Zih schwache in Vkterslmg.

Die BaselerNachrichten" melden aus Petersburg: Trotzki ist nach Moskau abgereift. Die deutsche Kommission traf gestern in Petersburg ein. Sie hat einen deutschen Militärkomman- danken und eine Schutzwache von 1000 Mann milgebracht.

Eine MMlche KalMiißM in frrüit.

DerBerliner Lokalanzeigcr" berichtet: Aus dem Felde

wird gemeldet: Heute Donnerstag abend reist von Vrest-Litowsk nach Berlin eine aus zehn Herren und einer Dame bestehende, vom Finanzministerium der ukrainischen Volksrepublik ein­gesetzte Kommission, deren Aufgabe die Durchführung der Ver­träge übet die Anfertigung der Staatswertpapiere für die ukrai­nische Volksrepublik ist.

MM! Im ilaüfm'difn Krikgsmiiiiittiuni.

Bafel» 22. März. Nach einer Meldung der Agenzia Stefani aus Nom hat der Kriegsminister, General Älfreri, den Wunsch geäußert, ein Kommando an der Front zu übernehmen. Da er lebhaft auf sein Gesuch bestand, schlug der Ministerpräsident dem König vor, das von General Alfiert eingereichte Demissionsgesuch anzunehmen. Durch Dekret vom 20. März wurde der Senator und General Victor Zupellr zum Kriegsminister ernannt.

Aimttumina derdrtükn faljrt.

Bekttn. 22. März. (WTB.) Der Kaiser richtete an den Fre­gattenkapitän Karl von M ü ll e r. den früheren Befehlshaber derEmden" folgenden Erlaß: Auf Grund Ihres mir durch den Admiralstab vorgelezten Berichtes über die Letzten Tage meines KreuzersEmden" und dessen Endkampf verleihe ich Ihnen hiermit in wärmster Anerkennung Ihres und Ihrer Be« fatzung sachgemäßen und tapferen Verhaltens den Orden Pour le merlte. Sie haben den Namen Ihres Schiffes für alle Zei­ten zu hohen Ehren gebracht und der ganzen Welt ein leuchten­des Beispiel tatkräftigster und ritterlichster Kreuzerkriegsühruug gegeben. Den am Schlüße Ihres Berichtes erwähnten Vor­schlägen für Auszeichnungen des Schiffsstabes und der Besatzung sehe ich gerne entgegen.

gung finden, während der Antrag des Abg. Hartmann aus Ma,^ gel an Personal bisher nicht zur Durchführung kommen konnte, denn e» sei eine sehr umfangreiche Arbeit, die jahrhundertealten Akten des Höchster Klosterfonds zu prüfen. Auch die Klage der Abg. Fenchel soll einer Prüfung unterzogen werden.

In Kap. 42a fordert Abg. E i ß n e r L auch die Hergabe von Mitteln an die Arbeiterturnvereine, worauf Staatsrat De. S tt f f e r t erwidert, daß dies geschehen könne, wenn ste sich den militärischen Jugendorganisationen anschließen.

In Kap. Landwirtschaft fordern die Abg. Fenchel und De. Weber raschere Durchführung der Feldbereinigung tm Vogels­berg.

Bei Beratung des Justizministeriums gibt der Minister Dr. v. Ewald eine statistische Aufstellung bekannt, aus der das be­denkliche Anwachsen der Kriminalität auch in Hessen zu entneh­men ist. Hieran schloß sich eine kurze Aussprache.

Dann wird das gestern zurückgestellte Kap. 12 Steuern wei­terberaten ; es entfpinnt sich hier eine lebhafte Debatte über die Anttäge betr. die Steuerfreiheit der Teuerungszulagen und die von der Regierung geforderten 10 neuen Fmanzassistentenstellen, an der sich zahlreiche Abgeordnete aller Parteien beteiligen Das Kap. selbst findet Annahme und der Antrag der Abg. Brauer und Gen hierzu, die 10 Stellen zu streichen, wird mit 18 gegen 15 Stimmen abgelehnk. Der Antrag Ulrich, auch die Te-r-- rungszulagen der^Arbeiter steuerfrei zu lasten, wird abgslehnt und der Antrag Reh und Gen., der die Steuerfreiheit der Teuerungszulagen für Beamten fordert, angenommen. Dann finden noch die Nachtragskapitel sowie die Denkschrift über das Kastenwesen Annahme..

Inzwischen sind zwei Entschließungen eingegangcn. die sich mit dem Inhalt der beiden v. Helmoltschen Anträge decken. Eine verlangt eine Neuregelung der Eierabgaben im Eroßherzogtum Hessen, die im Einklang mit de- Nachbarländern steht, die andere fordert in den Landeskartofsel- Obst-, Eier-, Milch- und Fettstellen usw. eine gleichmäßige Vertretung von Erzeugern und Verbrauchern. Die Entschließungen fanden einstimmige Annahme. Die Ver­handlungen werden auf nächsten Dienstag vormittags 10 Uhr vertagt. An diesem Tage wird auch die Erste Kammer zusam­men treten, nachdem deren Finanzausschuß inzwischen die Vor- anschlagberatung vorgenommen hat.

.MzM-Mchchtn «der 59 Granm.

Zur Verhütung sonst unvermeidlicher Störungen und Stolkungen dcs gesamten Feldpostverkehrs wurde Im Einverneh­men mit der Heeresverwaltung die Einnahme nichtamtlicher Feldpostbriefe über 50 Gramm (Päckchen) an Truvpenangehori- gen der Westarmeen von sogleich ab bis auf weiteres eingestellt. Hiernach unzulässige Sendungen werden den Absendern zurück­gegeben.

Au den Dauersmanu.

Hast noch Hof und Haus und Acker,

Denk' an die da drauß, die wacker Jeden Feind mit Macht verhauen:

Du kannst ruhig weiter bauen.

Nichts hat dir der Feind genommen. Keiner ist m's Land gekommen. Zeichne heute, daß es kracht, Kriegsanleihe Nummer A ch t" I

Pm; Heinrich XXXVUI. Rech j. f. -Men.

Schwerin. 22. März. DieMecklenburgischen Nachrichten" melden: Prinz Heinrich XXXVIII. Neuß j. L., Oberleutnant tm Kürassier-Regiment Königin (Pommersches Nr. 2), zweiter Sohn des verstorbenen Prinzen Heinrich XVIII. Reutz und seiner Ge. mahlin. ged. Herzogin Charlotte zu Mecklenburg, ist im Kampfe an der Westfront gefallen.

Fliegerirntnant Kethge gefallen.

Der Oberleutnant Franz B e t h g », Führer einer Jagd­staffel, ist am 17. März im Verlaufe eines Lufttampfes. nachdem er 20mal siegreich aus zahlreichen Luftkämpfen hervorgegangeu

war. gefallen.

Aus dem helftlche» Landtag.

RMK. Darmstadt. 22. März. Die Zweite Kammer setzte heute die Etnzelberatungen fort und erledigte die sämtlichen restlichen Kavttel des Hauptvoranschlages ftir 1918.

In Kapitel 35 bringt Abg. Osann dte Klage der Ober­lehrer vor. daß sie nicht auch, wie andere Akademiker bei Er­reichung eines gewissen Alters und entsprechender Dienstzeit den TitelGeheimer" Schulrat erhalten.

Abg. E a l m a v (Natl.) ersucht die Schulbehörde um Her­absetzung des Schulgeldes für Mädchen, wenn auch Brüder die Schule besuchen.

Abg. Fenchel (Bbd.) wünscht, daß die Kreisschulkommis- sionen bet früherer Schulentlassung und dadurch veranlaßter früherer Konfirmation die Jntereffen der Kirche mehr wie seit­her unterstützen.

In Kap. 38 bringt Abg. Dr. O s a n n die Tatsache zur Sprache, daß in der letzten Zeit Personen, welche ohne wettere Verdienste einer Hochschule einen gewissen Bettag stiften» durch das Rektorat zuEhren-Doktoren" ernannt werden. Er verur­teilt dieses Vorgehen, denn es gehe doch nicht an. daß Personen, welche vielleicht erst durch den Krieg zu bedeutenden Mitteln ge­kommen sind, sich jetzt diesen höchsten Ehrengrad einer Hochschule einfach kaufen können. Er führt einzelne Beispiele an.

Zu Kap. 38 Schulen trägt Staatsrat Dr. S ü f f s r t eine Reihe von Zahlen vor, aus denen hervorgehl, daß der Besuch der höheren Schulen stark wächst, wahrend aller Voraussicht nach der Volksschulbesuch in absehbarer Zeit bis zu 40 Prozent zurück- aeben dürfte Die Anregung des Abg. Lalman soll Berückstchti-

Usm Felds

der Ehre.

Södel. Gastwirt August Graulich, z. Zt. Unteroffizier Leim Landsturm-Bataillon 18/34. seit Kriegsbeginn im Felde, wurde zum Sergeanten befördert.

Dauericheim. Dem Reservist Karl Schmidt in einem Feld-Artillerie-Regiment. wurde, nachdem er zum Gefreiten be­fördert, die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt er schon früher.

Zn-S der

Monatliche Ablieferung der entwerteten Bezugsscheine. Allmonatlich haben dte Gewerbetreibenden die entwerteten Be­zugsscheine an die zuständige Behörde ihres Mehnortes abzulie­fern. das ist für Friedberg die städtische Bekleidungsstelle, nicht aber das Kreisamt, das gilt M alle Bezugsscheine.

Dorheim. Karl Beppier von hier, der schon seit September 1916 vermißt wurde, ist noch am Leben und in rumänischer Gefangensckvft.

FC. Miltenberg, 21. März. Hamsterer, unter denen sich auch Schleichhändler befanden, sind in der letzten Zelt 50 Pfund Dörrfleisch (meist Schinken) ein größeres Quantum Butter und Schweinefett. 2Y, Zentner Dörrobst. 150 Eier. 30 Pfund Mehl sowie ein Quantum Bohnen am Miltenberger und Kleinhea- bacher Bahnhof durch dis Gendarmerie abgenommen worden.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Seil: Ctto Hirschel. Friedberg; für den Anzeigenteil: R Sevner. Friedberg. Truck und Verlag derNeuen Tageszeitung"« % G.. Friedberg i H

Zentrale für Kriegsfürsorge.

Die nächste Ausgabe der Karten für die Volksküch« findet nicht am 27. März, sondern erst am S. April statt.

Mit herzlichem Dank bescheinigen wtt den Eingang folgender Gaben: Wilhelm Häuser 50 Mk., Vorschub und Creditverein 2000 Mk.

Weitere Gaben werden an unsere» Rechner Herr» Stadtverordneter Oppenheimer erbeten.

Zentrale für Nriegsfitrsorge»