tnrfc. Wo bet einzelne mit ferner Perfon und feinem Namen für den Betrieb und für die Gefchästsgebarimg einstehen muß, da ist naturgemäß die Zahl der Hemmnisse vor, einer anstößigen Geschäftsführung unendlich viel großer, ftcmn firf) das Kapital unbelastet durch die Verantwortung des Eigentümers betätigen, so wird es sich nach Möglichkeit aus- zu leben trachten. Das freilich ist ein llmstand. der mit der ganzen EnLwicklimg unserer (öesellsck)aftsordnung unlöslich verknüpft erscheint, und dem entgegenzuwirken nicht nur die Ausgabe von Kriegssondermaß,'.ahmen sein kann. Je unpersönlicher das Kapital wirtschaftlich in die Erscheinung tiitt. un. so mehr basten kbm all-' die-Gesabren an. die der -Lozialismus in ibm bekämpft, findet es dann Leute, die ekentalls der inneren Hemmungen entbehren, so entwickeln sich Verhältnisse, wie der Hauptousschuß sie auszeigte. Insbesondere dann, wenn die Aufsichtsbehörden so völlig vor- 'aaen, wie es hier der Fall gelvesen zu sein scheint. Und von dem Ausuahmefell erfolgt dann der billige sozial M\dye Riichchlicß auf die Verderbtheit d:r gesargten bestehenden Gesellschaftsordnung.
BeVöllrcrsmgs^o itilr.
Von Robert Landmann, Gettenau.
Der ..Frankfurter General-Anzeiger" brachte am 25. Febr. einen Artikel über Vevölkerungspolit.k. der nicht unwidersprochen bleiben darf, insofern er offenbar.als Mittel zur Lösung des vorliegenden Problems eine Begünstigung unehelicher Geburten empfiehlt. Das Ist so verkehrt daß man geradezu sagen kann, dieses Mittel würde den bedrohlichen Charakter des Geburtenrückganges zu einem unbeilbaren machen und das Schicksal unseres Volkes besiegeln. Will man das. dann soll man dieser Anregung nur stattgeben. Es wäre etwa ähnlich, als wenn man den sinkenden Wasierstand eines Teiches dadurch i« heben gedächte, daß man — die Schleuse öffnet.
Die Begünstigung unehelicher Geburten soll erreicht werden durch Besiernng der La^e der unehelichen Kinder in rechtlicher. ökonomisch^ und gesellschaftlicher Hinsicht, Das kann man diesen armen Kindern wünschen, aber ein Steigen der Ee- turtenziffer wird das nicht berbeiführen. nicht einmal der unehelichen. denn die erhöhten Ansprüche, die ein solches Kind vor allem an den Vater machen könnte, würde noch mehr wie jetzt dazu verleiten, seine Geburt zu verhindern Würden sie den ehelichen Kindern gleichgestellt, dann würde ihre Zahl die gleiche sinkende Tendenz wie d>e der ehelichen bekommen.
Niemals wird der Staat in der Lage sein. ..den Makel zu tilgen, der", wie der Berfasier zugibt. ..jeder unehelichen E-burt anhaftet Er mag die unehelichen Kinder den ehelichen in allen äußeren Dingen gkeichitellen. er kann doch niemals den Kindern d.e Last abnehmen, die es mit dem Bewußtsein seiner illegiti. me Geburt durchs Leben schleppen muß. Darum wird eben auch in der öffentlichen Meinung der unehelichen Geburt stets ein Makel anhaften bleiben. Ich denke, es ist „eine Grausamkeit ohnegleichen \ durch staatliche Maßnahmen noch mehr solcher armen Kinder zum Dasein verhelfen zu wollen.
..Wo Moral und Staatsnotwendigkeit in Konflikt kommen". sagt der Berfasier. ..da muß bie Staatsnotwendigkeit vorangehen" Ich behaupte: Moral (geschlechtliche Sittlichkeit) und Staotsnotwendigkert können niemals in Konflikt kommen, denn die erste Staatsnotwendigkeit ist bie physische und m o * ro 1 1 f d) e Gesudheit des Volkes, denn eine physische Gesund- -eit gibt es auf bie Dauer nicht, wo die moralische geschwun- den Mt. Wären wir wirklich darauf angewiesen, unseren Men- schenvorrat aus unehelichen Verhältnissen aufzufüsien. dann waren alle Bestrebungen der Beoölkerungspolitik zwecklos.
ollständig bin ich mit dem Schlußsatz einverstanden: „Mit Mrttelchon. und seien sie noch so gut gemeint, ist wenig "oder gor nichts getan", nur ist der Vorschlag des Verfasiers noch nicht -inmal ein Mittelchen. sondern eine Hemmung, und was bis jetzt getan und besonders auch von dem in Berlin arbeitenden usschuß.vorgeschlagen ist und was man davon gehört hat. das entipncht keineswegs der furchtbaren Gefahr, die der Geburten, ruckgang m.t sich bringt. Man mache sich nur klar, daß wir ein sterbendes Volk sind, wenn er nicht aufgehalten werden kann Es muß von großen Gesichtspunkten ausgegangen und denen im Volksleben Rechnung getragen werden. Aus unseren krankhaft verbildeten Zuständen müsien wir wieder zu natürlichen kommen. Es ist mir hier nur möglich, eine ganz kurze vktzze zu geben. Der Fundamenwlsatz muß lauten: Bevöl- k e i u n ß s p ° | i t i f muß Familienpolitik sein. Es ist alles zu tun. was geeignet ist: 1 . d i e Familiengrün. düng. 2 . das Familien wa chs tu m zu begünstigen Es ™" ot ? 1 ^. werden. Vor allem muß der Staat'und die öffentlichen Behörden vorangehen und eine nicht frühzeitige aber rech zeitige Verehelichung ermöglichen, indem sie die Ruhegehalts-. W-twen- und Waiiengeldberechtigung nach einer kurzen, befriedigend ausgefallenen Probezeit gewähren und n.cht damit warten, bis d.e junger Männer zu Greisen 'geworden
vT ^ !"“* Ql? ° mti bem Zündsatz gebrochen werden, daß
diese Berechtigungen wie überhaupt die unkündbare Anstellung ™ l * .*** Uebertragung einer bestimmten Stelle verbunden ist
„ nl'l , tUnb J: at> M ben ""-»x-siihr-, dam. wird
er auck in den ^nootbetneben zur (M uitg kommen
tf* h ffi ‘ e t"* ^I,e-ui.g Des weiblichen ffiejiüe^s,
ift abc t geruhe der Weg. der vielen Frauen, die ledig b'eiben mußten, zur Eheschließung verhelfen svN, wenn wir für die -feit nad) dem Kriege die Forderung aufstellen^ Wo der Monn Da s | e 1 f> e leisten kann wie die Frau, da ist der Mann immer ° o r 3 u j i e t, e n une Frauen sind erst dann einzusteilen. wenn keine Männer zu haben sind Verhängni-voll mußte » werden, nur auf die Billigkeit der Frauen,ras. zu sehen. Die gesicherte Stellung des SKcnnes im Erwerbsleben
ln* cf? Sräni, " nB un!> Wachstum, dagegen is, die g I cherie Stellung der Frau im Erwerbsleben der größte »'on-
®° m b-°b-kerungspoU.i,chr-n
InMt l “ U oT *** muft -"-sschiaggebend sein, denn es »rl m ,7 ,c" “ nb S,Et6en U"i-r» Volkes - bedeutet
die Jtau. dte j« .m Erwerbsleben stehl. daß sie nur miihsam oder
gar nicht Hausfrau tmb Mutter fein kam», »bet die eine Stelle einnimmt, in der ein Mann sein Brot verdienen könnte, eine Gefahr. Der Staat übt Selbstmord, wenn er nach dem Krieg« noch «ine Frau in den vosldienst oder ein Mädchen in ein Leh. rerinnenseminar ausnimmt und ähnliche Unüberlegtheiten be. geht. Das htnausdrängen der Frau in oußerhäusliche Berufe und Erwerbszweige ist ein großer Fortschritt — ganz recht — nämlich zuguterletzt ein großer Fortschritt zum Grobe unseres Volkes und darum muß diese Bewegung zu einer rückläufigen werden, ehe sie uns verhängnisvoll wird.
Da das Frauenstimmrecht das hinausdrängen ln oußerhäusliche. bisher den Männern vorbehaltene Erwerbsstellen begünstigen, es zu einer unaufhaltsamen vewegung machen und die Frau draußen festhallen, also den Geburtenrückgang zu einer permanenten Erscheinung machen und den Tod unseres Volkes beschleunigen müßte, so ist sich ihm mit Lu- ße r st e r Kraft zu w i d e r se tz e n.
3u den Maßnahmen, welche die Familien g r ü n d u n g begünstigen, müsien solche kommen, von denen erwartet werden kann. Paß sie das Familien w a ch s t u m heben. Ich sage: erwartet werden kann — denn erzwingen läßt sich das nicht, hier steht in erster Linie die Forderung nach einer Besoldung entsprechend der Größe der Familie. Der Grundsatz, daß der Lohn ein Aequivalent für die Leistung des Arbeiters fei, ist jetzt glücklich fo oft durchlöchert, daß man Verständnis für den Satz erwarten darf: der Lobn ist das Brot des Arbeiters, und das muß ein Mann mit größerer Familie natürlich reichlicher erhalte««, als einer mit kleiner Familie. Der Geburtenrückgang kommt wesentlich daher, daß ein Mann bisher um so schlechter ich stand, je mehr Kinder er hatte. Soll die umgekehrte Wirkung einer Geburtenvermehrung erstrebt werden, so muß eben dahin gewirkt werden, daß die Folgen umgekehrt sind, daß ein Mann um so besier sich steht, je mehr Kinder er !jaf, und daß er durch Kinderbeschränkung keinen finanziellen Vorteil erzielt.
Das ist bei allen Festbesoldelen natürlich nicht mit einem Male, sondern Schritt für Schritt zu machen. Natürlich kostet das Geld. Kinder kokten eben Geld. Bisher heben das d«e Eltern nur erfahren. Nun soll es auch der Staat erfahren, dem die Kinder ebenso notwendig sind zu seinem Glück, wie den Eltern. Für die Nicht-Festbesoldeten muß eine Reichs-Kinderversicherung gesckurffen werden, die entsprechend der geringeren oder größeren Kinderzahl eine geringere oder größere Kinder- , renfe zahlt. Die Mittel dazu muß das Miter brecht des Staates liefern, d. h. wir müsien ein Gesetz bekommen, wonach der Staat beim Tode eines Mannes das erbt, was die fehlenden Kinder oder ein fehlendes viertes und event. drittes und zweite Kind erben würden Ich bin mir bewußt, daß dies eine sehr barte, einschneidende Maßregel ist. daß aber ohne sie der Geburtenrückgang nicht behoben, unser Volk nicht gerettet wird, weil nur dadurch der Vorteil der Kinderbeschränkung wieder aufgehoben wird. Ich bin überzeugt, daß sie kommen wird, aber ich fürchte, daß man sich zu spät dazu entschließen und es zunächst mit Mittelchen versuchen wird. Um einer Harte vorzubeugen, könnte die Wirkung des Gesetzes auf diesenigen ausgeschlosien werden, die bei Herausgabe des Gesetzes alter als 30 Jahre sind.
Eine absolut notwendige Sache ist ferner die pflichtgemäße Ausbildung jedes jungen Mädchens zur Hausfrau (weibliche Dienstpflicht), fei es bei erner tücktigen Hausfrau, sei es in einer Haushaltungsschulr. So notwendig wie für den Staat die Militärpflicht der Männer ist. so notwendig und segenbringend wäre für ihn diese weibliche Dienstpflicht. Mit dem gleichen Recht wie jene kann er auch diese fordern. Eine tücbll.'e Hausfrau und Mutter schafft ih,n größere Werte als. eine Frau in irgend einem anderen Beruf.
Ich wiederhole: 1 . Eine mindestens in gleichem Verhältnis wie die wachsenden Kosten der wachsenden Familie wachsende Einnahme. 2 . Das Milerbrccht des Staates, da wo die Kinderzahl unter 4 bleibt. 3. Die weibliche Dienstpflicht (in dem von mir ange ührten Sinne). 4. Bevorzugung des Mannes in allen nicht speziell weiblichen Berufen. 5 Kein Frauenstimmrecht. Diese funk Dinge sind die Kardinalforderungen, die die Bevölkerungspolitik durchsetzen muß, „hier liegen ihre großen Aufgaben". wenn sie einen Erfolg erzielen will. Im Verein mit ihnen können dann auch die „Mittelchen" noch Segen stiften, die an sich non höchster Bedeutung sind, wie Wohnungsfürsorge. Kinderfürsorge. Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, Iung- gefellensteuer ufw., die aber keinen durchschlagenden Erfolg haben können, wenn jene nicht mindestens gleichzeitig zur Durch, führung kommen.
«nb Schokolade." — „Es ist schwer Matraroni und Ri»delit zu beschaffen. Es sind keine vorhanden. Trotz hoher Preise gibt eS mcfrt§." ..Ich muß beim Scheine eines Kerzen- stumpses schreiben, da kein Petroleum zu haben ist. Deshalb kann ich auch bei Dunkelheit nicht arbeiten."
Gmalligk <5ftrrjöf= und tklitkg'lnllkllihijhk.
Heber den letzten deutschen Vormarsch erfahren wir noch felgendes: Je weiter die deutsck-en Truppen Vordringen,
desto reick>er erschließen sich ihnen gewaltige Getreide- und Lebensmittelschatze. Die Ernährungsverhältnisse unmittelbar hinter der russischen Front, wo die Massen der demo- riiifierten Armeen bei ungenügender Zufuhr eine gewisse Knappheit bewirkten, gaben keine rickchge Vorstellung von den Landesverräten an Lebensmitteln. Schon in Luck und Nowno ist zu allerdings sehr hohen Preisen alles zu haben. *v5 e föpitey nwn jedoch nach Ssten kommt desto günstiger wird die Ernahrungsfrage. So werden in Nowgorod-Wolyns? auf dem Markte — das Pfund zu 3 Mark — F^sch und Speck in großen Mengen angeboten. Eier^gab es zu 15 Pfennig das Stück. In den großen .Hotels in Scbitomix ist man glänzend verpflegt. Es mangelt an nichts, auch Kaffee, Tee. Zucker ufw. gibt es. Dabei leiden die Städte heute unter ungenügender Zufuhr. Bei der bisherigen Unsicherheit halten die Bauern ihre Vorräte zurück. Ein weiterer Grund für das geringe Angebot liegt darin, das; heute jeder Dauer seinen eigenen Kornschnaps brennt. Sind hrer erst einmal geordnete Verhältnisse gesoffen. so werden allein aus den Dörfern des bisher besetzten Gebietes große Mengen Körnerfrüchte für die Ausfuhr verfügbar.
Seit Rußlands Niederbruch und vollends mit dem Friedensschluß von Blest-Litowsk ist bei der Entente jedes Danke^wort verstummt, das ihr russischer Bundesgenosse geiechterweise in reichem Maße verdient hätte. Zu KriegS- k-eginn als größter Faktor aller Siegeshosfnuugen der Entente überschwänglich gefeiert, eriu-ner sich weder Frankreich, England noch Italien der furchtbaren Spfk'r. die das rujsisckie Volk und Heer den inrperialistisckren Plänen der Entente gebrackst hat. Niemand gedenkt mehr der wbU lofen öcrluftreidben Entlastungsoffensioen des Großfürsten, Brussilows und Kerenskis. Das aus tausend und aber tausend tiefen Wunden blutende russische Volk erntet statt dessen nur der eigenen Verbündeten verletzenden Hohn und wildeste Schimpsworte. England hat längst vergessen, daß' nur das russisch Heer ihm Zeit schaffte, im Nahmen der allgemeinen Wehrpflicht eine eigene Armee aufzustellen. Frankreich vergaß die Hilfsaktion für Verdun, die im März 1016 in Gegend des Narodz-Sees mit einem russischen Verlust len über 100000 Mann ihr Ende fand. Kein Wort mehr lon der Sommerosfensive Brilssilows desselben Jahres, ob- Wohl sie Rußland allein an Toten, Derwlindeten und Ver- nußten rund 1*/> Millionen Mann kostete. Ihren Undank d«e Krone auszusetzen. droht die Entente heute mit Blockade und Einmarsch Was das schürfe siegreiche Schvert der Mltteliuäckste vollbrachte, kommt auf das Schuldkon^o des einst so geliebten und nun so gehaßten russischen Volkes. Und doch in diesem Kriege hat kein Land solch riesenhafte Millionenopfer gebracht, wie das saristische und revo- lutionäre Rußland im Dienste der Entente.
sninl-räch niä'rrtini Frndi dkg V-§si,N!kßkg.
Aus die wenig erfreulichen Zustände der französischen Versorgung werfen die felgenden Ausschnitte aus franzö- silchen Briefen aus verschiedenen Orten grelle Schlaglichter: "Unsere Stadt ist wieder 24 Stunden ohne Mehl gewesen. Tie^ Bevölkerung war aufgebracht und bat die Schaufenster zweier Bäckereien eingeworfen, uni gegen den Brotmangel zu protestieren." — ..Das Brot ist sehr schlecht. Es ist ichwarz wie Kohle. Um etwas zu bekommen, muß man stundenlang warten." — „Es ist höchste Zeit, daß wieder normale Verhältnisse eintreten. Man findet keinen Tabak mehr. Es herrscht eine Krisis." — „Tabak kann man nicht finden. Ebenso Lebensmittel und andere Sachen. Wir sind in vollständiaem Elend. Wir baden so etwas noch nicht erlebt." — „Mein Vetter aus Marseille schreibt, daß dort weder Brot noch Tabak zu finden sei." — „Tabak kann ich r.'.cht bekommen. Es steben 200 Personen „Polonäse" und zum Schluß bekommt man nichts. Man steht Polonäse für Milch, für Tabak, Schokolade, für alles. Es gibt nur cm Pfund Zucker pro Person und Monat. Alles ist furchtbar teuer" — „Hier kann man keinen Tabak finden, nicht einmal eine Zigarre für 2 Francs. Ich habe vier Tage von 6 Nhr morgens „Polonäse" währerrd der großen Kälte ge- standcm. Alles, was ich bekonnnen habe, ist eine Schachtel Zlgaretten. Mit Zucker ist es das gleiche wie mit Tabak
Worte Moltke's.
In der „Bayerischen Landeszeitung" lesen wir:
Der sün'te Band der „Gesammelten Schriften und Denk- würdiokeiteu" de« Feldmorslballs Grafen Hellmuth von Moltke (Verlag von Mittler und Sohn ln Berlinj liefert eine überac's reiche Ausbeute nicht bloß für das Charakterbild des ebenso bescheidenen wie großen Mannes, sondern auch für die Ee'chich:e seiner Zeit und sogar der Gegenwart In der zweiten Comm. lung der Briefe und Erinnerungen spricht er sich auch über den Tod seiner Gattin aus. bic ihm in der Fülle des L.'bens. in Kraft und Schönheit dahingeschieden war. Daneben werden auch gewichtige Briefe aus dem französischen Feldzug mitae'eill. darunter eine" nom 11 . September 1870 aus Reims, der eine sehr eindrucksvolle Wendung enthält und wie eine ernste Osfeubarnng des großen Toten für unsere gegenwärtigen politischen Leiter, Parteiführer und Zeitungsmänner klingt. Er schreibt:
„Die L)pfer. die der Krieg fordert, sind entsetzlich, und da wollen uns die Engländer mit Geld abgesunden wisien? ko Gott will, sind wir binnen vier'ehn Tagen in der Lage. 200 00 g Mann jedem unberufenen Vermittler entgegenzustellen und mit dem Reste doch noch mit Frankreich fertig zu werden. Die Leute haben noch nicht gelernt, was das sagen will „Deutsch, land". aber was das Wichtigste ist, Deutschland selbst Hai es jetzt gelernt!"
Wurde Moltke heute aus dem Grabe erstehen und sehen, wie sich die deutschen Männer, die bei ihm und Bismarck in die schule gegangen find, mit Salbadern, Verz'chtmeiern und ähnlichen Zweiflern, bestochenen Agenten und landesverräterischen Lurrrpen herumschlagen und gleich allen, die auf das deutsche Vaterland schwören und das deutsche Inleresie wahren wollen, von Börsen- und Soziblältern sich beschimpfen und verdächtigen lasten müsien. so würde er den Satz wiederholen: Die Leute
haben noch nicht gelernt, was das sagen will „Deutschland". Aber er müßte auch mit Bedauern feststellen. daß Deutschland das. was es 1870 gelernt hat. größtenteils vergesien hat. obwohl uns die Engländer nicht einmal mehr mit Geld abfinden wollen, sow dern mit der vollen Vernichtung und der ewigen Verdammnis. Und wie die Engländer denken die Amerikaner und Franzosen. So Gott will, sind wir aber binnen vierzehn Tagen in der Lage, nicht bloß 200 000. sondern 2 000 000 Mann jedem unberusenen Vermittlers mag er Wilson, Erzberger. Scheidemonn. Förster, Götz oder Quidde heißen, entgegenzustellen und doch noch mit Frankreich und England fertig zu werden.


