Ausgabe 
15.3.1918
 
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Die Frledensverträge.

Berlin, 14. Marz. Zur Vornahme des endgültigen Vollzuges des ukrainischen Friedensvertrages ist Deutsch­land und die Türkei nunmehr bereit. Oesterreich-Ungarn und Bulgarien scheinen noch nicht so weit zu sein. In Kiew fanden jetzt wieder Verhandlungen in der Rada statt, und die Bestätigung soll demnächst vollzogen werden.

Eine Bestätigung des russischen Friedensvertrages sollte bekanntlich nur vorgenommen werden, falls sie von einem Teile verlangt würde. Wir haben einen solchen Wunsch bisher nicht ausgesprochen. Der Friedensvertrag mußte erst zur Unterzeichnung nach Bukarest geschickt werden Heute wird er dem Bundesrat zugehen. Die Hauptver­band lungen mit Rumänien werden morgen wieder ausge­nommen. Bisher handelte es sich nur um Aiisscknißverhand- lungen, die einen günstigen Verlauf genommen haben.

3n#fi£fi! RtMijn'kng m fcfiii Kr ^k.

föcrtf, 14. März. Die LondonerMorning Post" meldet, da die Gesandten der Verbandsmächte in Jassy Vorbereitungen treuen, den Schutz ihrer Staatsangehörigen den neutralen Märbten zu überlassen, mutz man annehmen, daß der Friedens­schluß Rumäniens mit den Mittelmächten bevorsteht. Die an Numän-en gelieferte, vollständige Artillerieausrüstung im Werte von 2 Milliarden Lei ist als verloren anzusehen.

Kurland, Aulan^, Gsthiand.

Brrljn, 14 . März. Der Reichskanzler wird morgen eine Abordnung des kurländischen Sandesrates empfangen, die be­auftragt ist. der deutschen Regierung die kürzlich in Mitau ge­faxten Beschlüsse des Landesrates zu unterbreiten.

Am 22. d. M. tritt in Riga der livländische und am 26. in Reval der estblönd'sche Landtag zu wichtigen Beratungen und Beschlüssen zusammen.

Der 4?rfrem»wHkompf Fmniouds.

Wala, 13. März. (WTB) Das Hauptquartier meldet am 13. d. M.: In Satakunda dauerten die Kümpfe die Nacht hin­durch an. aber mit verminderter Heftigkeit. Bei Ikalis wurde eine feindliche Abteilung geschlagen und zersprengt. Bisher wurden als Beute einaebracht: ein Geschütz und 40 Gewehre, so. wie eine ansehnliche Menge Munition und zahlreiche Gefangene, ^n Tavastland wurden feindlich« Vorstöße gegen Virdois jetzt nach heftigen Kämpfen abgewiesen. Der Feind verstärkt feine Stellungen in der Gegend von Waskivsoi. Bet Kuhmeinen warfen unsere Truppen den überlegenen Angreifer zurück. In Karelien. wo bedeutende russische Kräfte an den Kämpfen teft- «ahmen. dauerten die heftigen feindlichen Angriffe bei Ahvola die ganze Nacht an. wobei der Feind öfters Bajonettangriffe unternahm, «ei Haute lebhaftes Artillerie- und Infanterie- jener.

NnNand.

Die feierliche BeEndigung des Friede»».

E^enf. 14. März. ..Matin" meldet aus Petersburg' Der Moskauer Sowjet verkündet in feierlicher Form den Friedens- fchln' A ft den Mittelmächten. Zum 1 . April werden russische Votschuster für Berlin. Wien und Konstantinopel ernannt.

Ein Vertrauensvotum für Lenin.

Dnel. 14. Märt DreMorning Post" meldet aus Peters- * vt *' batz die Mehrbeit der russischen Söwjets ein Bertrouens- v'- - - für Lenin verlangte, das mft 780 gegen 125 Stimmen an­genommen wurde.

Grausamkeiten der Roten Garde.

Stockholm. 13. März. sWTB ) Der aus Helsingfors ^urück- gekebrte schwedische Sozialist Böhmer berichtet in der Zeitung ..Sozialdemolraten" daß er mehrere Grausamkeiten der Noten Gardisten unwiderleglich habe feststcllen können. Co seien, wie er selbst von Augenzeugen hörte, in Harrmataw bei Helsingfors am 14 Februar ein Gutsbesitzer, ein Tierarzt, ein Kontorist vnd ein Bauernsohn von einer umherziehenden Bande ohne' Grund erschollen worden. Dje gleiche Truppe von Roten Ear- di ten wütete, später auch an anderen Orten und ermordete ^hlrricke. vollkommen unschuldige Bauern und Pfarrer Die Regierung in Helsingwrs bestritt dem schwedischen Sozialisten gegenüber dre Richtigkeit dieser Angaben nicht. In Brunne fanden bte Roten Gardisten eine Liste mit 16 Namen und glaub- Tel bic Mitgliederliste der Weißen Garde. Sie erschaffen 8 Männer, die auf der Liste standen, samt ihren Frauen. Später zeigte es sich, daß die Ermordeten nur Mitglieder eines Bil- dungsvereins waren und somit durch einen Irrtum ums Leben kam-m Die Morde wurden von reguläre« Roten Gardisten

tön *en BolsKwÄ foufcertett Vvn Ser rnchtswürdlgen Gesinnung KrylenkoS legt der Befehl an das Heer Zeugnis ab, alle kriegsgefangenen deutschen Offiziere zu erschießen. Auf andere Weise zeigt sich die Nichtswürdigkeit des Ne- volutionsheeres. An einer Stelle waren 800900 Wagen mit Schießbedarf zusammen gebracht worden, von denen die Russen 500 abzuführen vermochten. Sie zwangen darauf deutsche Kriegsgefangene, das Holz in Brand zu halten, mit dem 200 weitere Wagen, die in die Luft gesprengt werden sollten, umgeben worden waren. Bei der Explosion der ge­waltigen Menge kamen 50 Mann ums Leben. Die finnische Note Garde wird noch immer durch Waffensendungen unter­stützt. Dadurch wird sich ihr Geschick aber kaum ändern.

Der Zustand in der Ukraine.

Die Zustande in der Ukraine sind bisher kein-esrvegs ein« wandftei zu nennen. Ueberall stoßen die eindringenden Trup. pen auf die traurigen Spuren der völligen Zerstörung des Hon. dels. Das Kredit- und'Bankwesen ist vollständig zerrüttet. Die Landwirtschaft fühlt sich durch die Beseitigung der Eigentums­rechte und die vielfache Uebergabe des Landes an die Ausschüffe zur Meitervcrleilung zugrunde gerichtet. Die Bauern erkennen die Ausschüffe nicht an und es herrscht in allen Dörfern völlige Zerrüttung. Die Erntebestellung ist mangelhaft, die Vorhände, nen Vorräte werden versteckt gehalten. Infolgedeffen droht in größeren Städten'der Ukraine Lebensmittelnot. Die ukrainische Regierung muß tatkräftig eingreifen und insbesondere dafür sorgen, daß in den allernächsten Wochen die Frühjahrsjaat vor­genommen wird. Infolge der gänzlichen Zerstörung der Ord. nung der Staatseinnahmen ist die Finanzlage sehr ernst. Dies's j Bild ist recht trübe und beweist, wre große Schwierigkeiten wir noch zu überwinden haben, wenn wir aus dem Lande wirklich die erhoffte Hilfe für unsere Lebensmittelversorgung herausholen wollen. Es ist möglich, daß die Lage sich noch beffcrt. wenn un- fere Truppen über Odessa hinaus in die östliche Ukraine ein- dringen.

Der tschechische Verräter.

Berlin, 14. März. Tie Besetzung von Odessa wurde durch deutsche Truppen ausgeführt. Im Hafen von Odessa befanden sich 15 russische Kriegsschiffe. Der deutsckn Trup- Pen sichrer verhandelt mit vier Ausschüssen der Stadt. Am Nachmittage rrafen österreicttsch-ungarische Truppen in Odessa ein. Bei Bagnatsch wurde der Feind, der sehr gut ge- .uhrt wL;r und in der Hauptsache aus tschechisck^n Fcchnen- Nnchttgen bestand, geschlagen. Die russisch Negierung ist endgültig von Petersburg nach Moskau übergesiedelt. Nach cnnem Befehl Krylenkos tollten alle gefangenen deutschen Offrziere die sich an der Front befanden, ersessen werden. Dre tschechischen Truppen fühlen sich als einfranzösischer" Druppenterl: sie sollen demnächst aus der Gegend von Char- tow nach Wladiwostok gebracht werd

türkftche Papiergeld.

K-nft-ntiaep-l. 12 März. (WTB.) Da, von der Kammer

angenommene Bndgetgejetz enthält eine Bestimmung, durch die dir Regierung ermächtigt wird, nötigenlalls auch ohne beson- d^res Gesetz Papiergeld auszugeben.

Neuschaffung solcher Zwangssyndikate, dle im Gegensatz M freien Vereinigungen der Beteiligten, deren Nützlichkeit de» Hansa-Bund anerkennt hinsichtlich ihrer Gründung. Leitung Verwaltung und Auflösung behördlicher Entscheidung unter­liegen." In der Begründung dazu führte der Präsident dev Hansa-Bundes, Geheimrat Dr. Rießer. M d. R.. u. a aus: Ge­wiß habe unser Beamtentum.Großes geleistet, aber hier stehe es an der Grenze seines Könnens: Unternehmungen, dis rascher Zugreifen erfordern, deren Erfolg von der Initiative und der Anpaffungsfähigkeit des Leiters an schnellwechselnde Sachlage» abhängig sei, könnten nicht von Beamten, die auf Hunderte von Verordnungen, auf die Revision der Oberrechnungskammer und auk die Kritik des Parlaments und der Preffe Rücksicht nehmen muffen, geleitet werden, hier fei nur der private Unternehmer am Platze. Und dem Staate mit feinen Beamten fehlte ntchr nur die Unternehmungslust sowie die Kraft, hohe Risiken einzu­gehen. ihm fehl e vor allem auch der Erwerbssinn, der nun ein­mal untentbehrlick sei. Die Voraussetzung aller kaufmännischen und industriellen Betätigung sei der Wunsch und die Hoffnung auf das Gedeihen der eigenen Wirtschaft: mit dem Ertöten des Erwerbsinns töte man aber auch den Spartrieb und damit zu­gleich den mächtigsten Hebel, der die nickt bemittelten Volks­schichten emporhebe aus "der sozialen Stufenleiter.

Verschiedenes.

Glän'iger" Amerika.

Amsterdam, 13. Mörz. Ein hiesiges Blatt erfährt ans New Bork, daß die Vereinigten Staaten den Alliierten insgesamt bisher 4 679 060 Dollars geliehen haben. Davon entfallen auf England 2 2f0 000 000, auf Frankreich 1 440 000 000. auf Italien 550 600 roo. auf Rußland 325 000 000. auf Belgien

93 400 000, auf Kuba 15 000 000 und auf Serbien 6 Millionen

Dollars.

Vtt.'e.Miftr fMKtti Rk-'miW «ach M-stza,.

Nrcktswürdi-keiten der Revo!ti°i,sarniec.

1,0111 12. Mürz wurde die Nackri« , ' r UeSerstedlunss der Eicken Regierung Peters-

. "iiatrgt. Die Gründe dafür mögen einer-

C v p> ö* f 4 '-/* * 'ofie&ben Nähe der Deutschen oder in LL ^ n -\. ,a fi ,ben tein - «nen Einfluß auf die Mos- b»ZM-tkr U J% : i u EisruüLen. In de» von -ms besetz- kn rufslsch-n Gebieten -st die Freude aller derer, di- nidyi

VoikSschickt der BolicheE geboren, über mrser Erfchemen unverfckleiert. Ti- Stimmung der früheren 0ut bezeiämen. Manche fühlen sich n«Ir«b, Ruffeg und sind traurig über das Schicksal des Lan- "e-st-n ist aber die Vaterlandsliebe durch die £5£Ä,,* er - d-lsch-wi« erschüttert. Einigernmtzen

M-r^Äi e ^"en darüber, daß die Deutfchen

»ur Teile Rußland» beseht habe» und nicht ganz Rußland

Dent^chi vaker Forderung.

Men. 13. Mörz. sWIB., Di- Blätter melden über eine ; Bersnmmli-n, in Innsbruck: Die oicr deuffchtlrcler Lnndespor. i teien nahmen eine Entschließung an. in der ein gemeinsames VcnMhen mit dem Deutschen Reiche in Krieg vnd Frieden ge­fordert und als für di- tiroler Deutschen gegenüber Italien be- sanders wichtig erklärt wir», daß durch die H-rstevung einer Ti. ro! bester schützenden Kreuze am Rande der Südalpen mit Ein. verleibui.q der alten deutschen E-biet- Dreizehn Gemeinden Sieaen K-m-ind-n. Bladen und Zähre und durch die Ruser. legung eines ausgirbi-en Kriegskostensteuersatzes Jialien für seinen beispiellosen Verrat und Trenbrnch bestraft und von ähn­lichen tückischen Ueberfällen in Zukunft abgeschkeckt werden müffe.

Im rfflrn den Aaatgisslil's^Ky.

Das Dlrektorivm des Hansa-Bundes hat in feiner letzten Versammlung folgende ihm vom Präsidium vorgescklagene Er. ganzung der Richtlinien einstimmig angenommen: ..Der Hansa. Bund wird sich mit aller Kraft dafür einsetzen. daß auch in Zu. kunft die Eigenwirtschaft die feste und sichere Grundlage unserer Gesamtwirtschaft bleibe. Im Interesie der dringend erforder. lichen Entfesielung aller produktiven Kräfte, der Wiederh^rstel- lung des Mittelstandes und der Freizügigkeit sowie des Em. porsteigens der Angestellten zu selbständigen Unternehmern wird der Hansa-Bund jede Zwangswirtschaft aufs schärfste bekämpfen, rvelcoe zur Ausschließung vnd Beschränkung des freien. Handel» auch in der Friedenswirtschaft und zur Bevormundung non In­dustrie. Eewerbe und Handweik führt und führen muß. 'ffij dabei keinen Unterschied, ab diese zwangsroirtschgstliche Bevormundung in der Form direkter, beamtlich geletleter Staatsmonopole »der in der Gestalt formell kaufmännisch g-l-i.

t-tfächktch staatlich gelenkter monopolistischer Schein. Bttnatbelriebe erfolgt. Ebenso »trd der Sonsab«»» energisch «uftret«, g«ge» jede» länger, Fartbchteb« und ttit» je»,

An di- SckÄvindeleien der Madame Spidader i, Dachau erinnert folgender Fall: Die Breslauer Magistratsasnsten- tenfran Gohla kam im September v. I. in den Verdacht einer Lebensmittelschieöerin: Polizeibeamte nahmen bei ihr (ine Haussuchung vor und stießen auf große Mengen von Lebensmitteln und auf Schriftstücke, die auf einen umfang, reichen Geldverkehr schtießen ließen. Die Frau suchte das ihr drohende Geschick dadurch abzmvenden. daß sie den Be- anften mehrere Tausendmarkscheine in die Taschen fteckre; sic wurde verhaftet und wegen Betrugs, Bestechung uiw. on^ geklagt. Frau Gohla hat. ganz nach bekanntem Muster, von zahlreichen Personen Gelder zur Verzinsung übernom« men und die Zinsen aus neuen Darlehen gezahlt. Nun batte sie sich mit ihreni Manne vor der Breslauer Straf- ko mm er zu verantworten. Das Beweisverfahren har ergeben saß die Angeklagte maßlos Versämiendung getrieben hat. Das Dienstmädchen teilt» mit. daß Frau Gohla dem Operettentenor Grünwald bei jedem seiner Besuche die Taschen mit Hundertmarksck)eine gefüllt hat und seinem Hunde jedesmal ein Huhn braten ließ. Von dem Inhaber eines großenGeflügelgeschäftes hat dieAngeklagte auch in der Kriegszeit wöchentlich für 1000 Mark Geflügel bezogen, an Kleiber hat sie in einem Geschäft für 36000 Mark im Jahr bezogen, der Zeuge hat der Angeklagten 100 000 2v000 und 50 000 Mark gegeben und 236 Prozent Zinsen erhalten. Frau Gohla wurde zu seck)s Jahren Gefängnis» 5 Jahren Ehrverlust und 1800 Mark Geldstrafe, der Ehe­mann Gohla wegen Beihilfe zu einem Jahr Gefängnis ver­urteilt. ^ Das Gericht hatte dabei als strafmildernden Um- stand in Betracht gezogen, daß die Gläubiger der Frarr Gohla zum größten Teil ihr Schicksal miwerschuldet haben, weil sie stille Teilhaber in dem Wuckiergeschäft sein wollten-

ÜflMinfdjrrr, Vorlihrntztt der AWikc-WtoriL ItililMli lind ZMlpklnrlM.

^"^*6 9. März. In der Angelegenheit des Kammer­herrn v. Behr-Finow, gegen den. wie im heutigen Haupt- ausschuß des Reichstages mitgeteilt wurde, die Erhebung der Anklage angeordnet worden ist, handelt es sich, wie der ..Lokalanzeiger hört, um die Lieferung von Säcken an die Heeresverwaltung, wobei angeblich große Preisüber- schreitungen vorgekomnwn sind. Wie behauptet wird, ist von Herrn v. Behr-Finow zusammen mit einem Teilhaber ein Gesckvft abgeschlossen worden, das sich auf etnia 27 Millionen; stellen soll, wobei ein Nutzen von 4.6 Millionen verblieb. Dies gab zu Ermittelungen und schließlich zu gerichtlick)er Verfolgung der Sache Anlaß. Nachdem der Richter erster Instanz die Erhebung der Anklage abgelehnt hatte, ist ihre Erhebung durch. die höhere Instanz angeordnet worden. Herr v. Behr-Finow hat. wie derLokalanzeiger" erfährt, daraufhin vor einigen Tagen sein Ehrenamt als Vorsitzender der Auguste-Viktoria-Stiftung niederaelegt.

gMWiuig )cs Süüfptö non plifnlriiiiitfit.

Zahlreiche Anfragen bei der ReichsgeLreidestelle lasten er. kennen, daß trotz aller Rundschreiben noch eine erhebliche litt, klarheit darüber besteht, wie sich die Landwirte das in diesem Jahr infolge der schlechten Ernte besonders benötigte Saatgut von Hülfenftüchten beschaffen. Es stehen hierfür zwei Wege offen. Zunächst können die Landwirte ihr Saatgut unmittel­bar von einem Landwirt beziehen, dem der Kommunalverband oder die Reichsgetteidestelle die Genehmigung zur.Veräußerung erteilt haben. Der Kommunalverband ist für die Genehmiguntz zuständig, wenn Käufer und Verkäufer in dem gleichen oder iw unmittelbar benachbarten Kommunalverbänden wohnen. I» anderen Fällen muß der Antrag bei der Reichsgetreidestelle ge­stellt werden.

Der zweite Weg besteht darin, daß die Landwirte sich unter Angabe der Mengen und Sorten des gewünschten Saatgüter und der damit zu bebauenden Fläche an ihren Kommunatver» band oder an ihre Landwirtschaftskammer wenden. Die Land- wirtschaftskammer weist ihnen dann entweder einen Landwictz aus der nächsten Umgebung nach, der das gewünschte Saatgut ab* zugeben hat, oder der Kommunalverband meldet den Saatgut­bedarf bei der Reichsgetreidestelle an. Die Reichsgetreidestelle überweist dann aus ihren Bestanden das erforderliche Saatgut an die Kommunalverbüade» die es aa die Landwirte weiter teile«. *