Unmmer 52
Samstag, den 2. Mär?
11. Jahrgang.
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Stadt nnd Dahnhaf Djeischfta erittttmt. — Die Pripjeifattille erkentct. — Cinmarich der Ge^crrrrchcr in Podolien. — 226^0 Tonnen versenkt. — Die Derhandlilngen in Drrst-Lilomsk.
Der deutsche Generalstad £== meldet: ' '
iU. T. S. Grotzes gattptqnartier» den 1 . Mürz. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Nördlich von Poelkapelle scheiterten nächtliche, nach starker Neuerwirkung unternommene Vorstöße englischer Infanterie. An der übrigen Front lebte die Artillerietätigkeit vielfach in Verbindung mit kleineren Erkundungsgefechten auf. Westlich von La Fere brachte eine Abteilung von einem Vorstoß über den Kanal einige Gefangene zurück.
Ein feindlicher Luftangriff auf Kortryk verursachte erhebliche Verluste unter der belgischen Bevölkerung.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Bei Ehavignon drangen Sturmtrupps in die feindlichen Gräben uno nahmen zehn Amerikaner und einige Franzosen gefangen.
In den frühen Morgenstunden lebte die Eesechtstätigkeit in einzelnen Abschnitten der Champagne auf.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Längs der ukrainischer. Nordgrenze im Vorbringen nach Osten, haben unsere Truppen den Dnjepr erreicht. Bei Rjet- schica stießen sie auf einen stark ausgebauten und vom Feinde verteidigten Brückenkopf. Stadt und Bahnhof wurden im Sturm genommen und einige Hundert Gefangene gemacht. In Mosyr haben wir die Pripet-Flottille, 6 Panzerboote, 35 Motorboote, 6 Lazarettboote, erbeutet.
Bei Fastow und Kasatin würbe die Bahnlinie Kiew-Shme* rlnka erreicht. Den südwestlich von Starekon-Stantinow im Kampf gegen feindliche Uebermacht stehenden polnischen Legionären eilten deutsche Truppen zu Hilfe. Gemeinsam wurde der Feind geschlagen.
Von der ukrainischen Regierung und Bevölkerung zum Schutz gegen feindliche Banden gerufen, sind österreichisch-ungarische Truppen in breiten Abschnitten nördlich vom Pruth in die Ukraine eingerückt.
Italienische Front.
Zu beiden Seiten der Brenta war die Kampftätigkeit tagsüber gesteigert.
Von der
Mazedonischen Front
Nichts Nerns.
Der Erste Teneralguartiermeister: Ludendotff.
Abendbrricht.
Berlin» 1. März, abends. (WTB. Amtlich.) . In der Champagne sowie zwischen Maas und Mosel führten wir kleinere Unternehmungen mit Erfolg durch.
Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
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Ij Der österreichische Generalstak
meldet: -----—
Wien, 1. März. (WTB., Nichtamtlich.) Amtlich wird ver. lautbar!:
Westlich der Brenta scheiterte ein Verstoß der Italiener.
Auf immer wieder und in den jüngsten Tagen besonders eindringliche Aufrufe find gestern Truppen des Feldmarschalls von Vöhm-Ermolli zu einer friedlichen Intervention in Podo- lien eingerückt und haben die Linie Rowosielca-Chotin-Kame- nice-Podolski erreicht.
Die an den Bahnen und wichtigen Straßen vordringenden Abteilungen haben den Auftrag, in dem durchschrittenen Gebiete Ruhe und Ordnung wiederherzustellen und die für die Einfuhr nötigsten Handelswege zu sichern.
Bisher haben nahezu zehntausend Russen die Waffen gestreckt. .Beträchtliche Mengen Munition, Fuhrwerke und rollendes Material wurden geborgen.
Der Chef des Generalstabes.
Das türkische Hauptquartier ~ meldet:
Korrstantinopel, 28. Febr. Das Kr'egspreffequartier teilt Mit: Unsere Sicherungstruppen sind in Hoff, östlich von Trape -und, und in Asch Kele, westlich von Erzerum, eingerückt.
22<i01 Touren verbukt.
Berlin, 28. Febr. (WTB. Amtlich.) Im Mittelmeer wurden auf den Wegen nach Alexandrien, Port Said und Saloniki sechs Dampfer und zwei Segler von zusammen 22 600 Bruttoregistertonnen versenkt. Die Dampfer waren- tief beladen, zum Teil bewaffnet und stark gesickert.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
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Bafel, 1. März. Wie Havas aus Washington meldet, ist am 26 Februar an der Atlantischen Küste ein Kriegsschlepper unter-, gegangen. Von den 40 Mann der Besatzung sind 10 gerettet.
ßffiinn du imfcfnsiirrliflnMiiwtt.
Vrest-Litowsk. 1. März. (WTVA In einer formlosen Besprechung der Vorsitzenden der Delegationen der Vierbundmächte mit dem Vorsitzenden der russischen Delegation Sokolnikow ist vereinbart worden, daß die Friedensverhandlungen in einer auf morgen vormittag angesetzten Plenarsitzung beginnen sollen,
Die Doge Dumöuicus.
Budapest. 1. März. (WTB.) Der Wiener Korrespondent des „Pester Lloyd": Aus unterrichteten Kreisen verlautet. Rumänien bereitet trotz der üblen Lage, in der es sich befindet, einer Einigung noch immer erhebliche Schwierigkeiten. Die Rumänen legen eine Haltung an den Tag. die in den Tatsachen gewiß keine Sttitze findet. Worauf die Rumänen noch rechnen, wenn sie sich unseren Forderungen entgegenstellen, ist nicht ersichtlich. Ihre an der Front stehende Armee kann es nicht sein, denn deren strategische Lage ist schon heute keineswegs beneidenswert, kann sich aber schon in der allernächsten Zeit zu einer geradezu verzweifelten gestalten. Die militärische Rettung für Rumänien, sei es aus eigener Kraft, fei es aus einer Hilfeleistung der Entente, ist ausgeschlossen. Aber auch darauf kann die rumänische Negierung nicht rechnen, daß die Mittelmächte, wenn sie die ihr gebotene Gelegenheit, das Land vor.einer Katastrophe zu bewahren, Zurückweist, sich damit begnügen würde, ihre den Rumänen gegeniiberstehende Front Gewehr bei Fuß abwarten zu lasten, bis man in Iasty eine bessere Einsicht gewinnt. Es ist vielmehr anzunehmen, daß die Mittelmächte in diesem Falle nickt zögern würden, zur Verstärkung des rumänischen Friedenswillens einen entsprechenden Druck auszuüben.
|3öljjn=(rrmöHi innrlriiirrt in die W/ire.
Wien, 1. März. Die Entscheidung, ob der Bitte des Kommissärs für das Gouvernement Podolien um Einmarsch österreichisch-ungarischer Truppen stattgegeben wird, ist bereits gefallen. Die Armee des Feldmarschalls von Böhm-Ermolli hat den Vormarsch zur Reichsgrenze angetreten. In der Gegend westlich von Czernowitz besetzten österreichisch-ungarische Truppen jene Stellungen, die die Rumänen nach Abzug der ukrainischen Truppen inne hatten, als die Ukrainer, dem Friedensvertrag entsprechend, das österreichische Gebiet räumten. Der Vormarsch vollzog sich bisher ohne Widerstand. Es kam °zu keinen Kämpfen. An der Aktion der österreichisch-ungarischen Truppen nimmt auch die ukrainische Legion teil. Wie weil die Vorrückung bisher gediehen ist, kann noch nicht mitgeteilt werden. Die Ueberschreitung der Reichsgrenze dürfte, wenn sie nicht bereits erfolgt ist, in wenigen Stunden vollzogene Tatsache sein.
Wien, 28. Febr. (WTB.) Aus dem Kriegsprestequartier wird gemeldet:
Am 25. Februar erschienen der Kommissar für das- Gouver. nement Podolien Dr. Eicura und der Stabsoffizier des Oberbefehlshabers der Südwestfront Rikolajew beim 54. Divisions- kommando mit der Erklärung, daß sie mangels jeder Verbindung mit der Zentralrada gekommen seien, um namens des ukrainischen Volkes zur Hilfe gegen die Gewalttätigkeiten und das verbrecherische Räubenoesen der Bolschewiki den Einmarsch der österreichisch-ungarischen Truppen in die Ukraine zu erbitten. Beide Abgesandte legitimierten sich vollkommen entsprechend und betonten ausdrücklich, daß sie ihre Bitte im Namen des ganzen ukrainischen Volkes vorgebracht hätten,
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Budapest, 27. Febr. (WTB.) Aus Wien wird berichtet, daß die ukrainischen Behörden in dem ehemaligen Gouvernement Podolien das dringende Ersuchen an die österreichisch-ungarische Monarchie richteten, ihnen bewaffneten Beistand gegen die Bol- schewikibanden zu leisten, die diese Gegend verheeren. In großer Anzahl ziehen diese starken, gut bewaffneten Räuberbanden
durch das erwähnte Gebiet, plündern die Häuser und Niederlassungen schießen die wehrlose Bevölkerung nieder und vernichten durch Brandstiftung die Lcbensmittelvorräte, die sie nicht fortschleppen können. Die ukrainischen Behörden sind vorläufig an. ßerstande, diesem wüsten Treiben ein Ende zu mach-en und erwarten die Rettung von einem Einmarsch der österreichisch-ungarischen Streitkräste. Die erbetene Unterstützung wird aus zwei sehr gewichtigen Gründen gewährt werden muffen: erstens um ein Uebergreifen der zügellosen anarchistischen Bewegung auf Ostgalizien und die Bukowina zu verhindern, zweitens um die Lebensmitteloorräte, deren überschüssigen Teil der ukrainische Staat uns überlaffen will, vor der Vernichtung durch die Bol- schewikihorden zu retten. Das ukrainische Grenzgebiet, für das der Sckutz der österreichisch-ungarischen Streitkräfte angerusen wird, ist dem moldauischen Teile des Königreichs Rumänien im Norden und Nordosten unmittelbar benachbart.
Finnland kittet um Kitte.
Berlin, 28. Febr. (WTB.) Wie wir hören, haben die hiesigen Bevollmächtigten der finnischen Regierung ein offittellcs Gesuch der finnischen Regierung um Hilfe an die deutsche Regierung übermittelt.
Gstlstands Ui»aklfti«attkett.
Reval, 1. März. Der Stadtrat von Reval erttärte die Unabhängigkeit Esthlands und die Bildung einer einllwiittgev Regierung. Kein^esthländischer Bürger soll an dem russisch-deut. schen Kriege teilnehmen.
Bern, 1. März. Die Reue Korrespondenz meldet aus Petersburg zur Unabhängigkeitserklärung Esthlands, kein ellhlän- difcher Bürger wolle an dem russisch-deutschen Kriege teilnehmen. Die von den Bolschewisten beschlagnahmten Güter werden ihren Besitzern zurückgegeben. Die in russischen Regimentern dienenden esthländischen Soldaten werden zuriickberusen und als.Fahnenflüchtige behandelt wenn sie dieser Aufforderung nicht ent gegenkommen. Eine andere Drahtung aus Petersburg teilt mit, daß die Deutschen, als sie bis auf sieben Stunden auf Reval vorgedrungen waren, Unterhändler schickten, die erklärten, in Anbetracht der Unabhängigkeit Esthlands kämen die Deutschen als Gäste und nicht als Eroberer.
Die Anarchie in ^ittüand.
Eeng. 1 März Rach dem ..Exchange Telegraph." soll ein Anschlag auf Krylenko verübt worden sei. Er sei durch einen Revolverscknß am Halse verletzt worden. An seiner Stelle sei General Burjewitsch zum Oberbefehlshaber und Diktator er- nant worden.
Ein Direktorium in Petersburg.
Genf, 28. Febr. Nach einem Petersburger Telegramm der Pariser Presse setzte der Rat der Volkskommissare ein Direktorium ein, dem außerordentliche Vollmachten verliehen wurden. Das Direktorium, dem Lenin und Trotzki angehören. beschloß die Eeneralmobilisation und die Verteidlgung Petersburgs-
Weitere Petersburger Telegramm? bezeichnen die Demission Trotzkis als tatsächlich bevorstehend. Trotzki soll von seinem Freunden bereits nicht mehr als Minister betrachtet werden.
Das Breobratschenstiregiment.
Lugano, 1. März Rach einer Meldung des „Corriere dells Sera" haben einige Abteilungen des Vreobratschenskiregiments. die von Petersburg abfahren sollten, auf einem Petersburger Bahnhof eine Versammlung abgehalten, in der festgestellt wurde daß das halb verhungerte Heer sich gar nicht mehr schlage) könne. Man beschloß, nicht abzuretsen, sondern in die Kaserne ^zuriickzukehren. Wer fliehen kann, flieht, besonders viele Soldaten der Petersburger Garnison verließen die S^adt, ungeachtet der rückgängig gemachten Abrüstung. Die MaxiValisten haben den Kopf verloren. Die Lage ist äußerst ernst.
Es lebe der Zar!
Schweizer Grenze, i. März. Der Schweizer Mlg. Preffe. dienst meldet: Gustav HervL erläßt in seiner „Victoire* folgen* den Wutausbruch gegen die Maximalisten anläßlich der Kapltir- lation vor Deutschland: Um sich zu erleichtern, um seinen Abscheu in das Gesicht dieser niederträchtigen Kerle zu speien, die durch ihre Dummheit und Feigheit uns dazu gezwungen haben, mindestens ein Jahr länger Krieg zu führen, wird man sich in einer Stunde wie der gegenwärtigen oerluckt fühlen, -n rufm: Es lebe der Zark


